Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wenn ich einen Menschen in mir töte

Wenn jemand ein Verbrechen begeht, tötet er einen Menschen in sich (Stanislaw Jerzy Lec).

Frage:  Für Lec ist der Mord an einem Menschen in sich selbst ein Verbrechen. Was bedeutet es, „einen Menschen in sich zu ermorden“? Gab es denn einen Menschen in mir?

Antwort: Ja, da war ein Mensch, ich habe ein Verbrechen begangen und ihn damit getötet.

Frage: Was bedeutet es, dass dieser Mensch in mir lebte?

Antwort: Das bedeutet, dass er im Moment weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes getan hat. Es bot sich mir die Gelegenheit, über diesen Zustand nachzudenken – bin ich ein Mensch oder nicht – und ich entschied, dass es sich im Moment nicht lohnt.

Frage: Was ist „ein Mensch in mir“?

Antwort: Dies ist eine rein altruistische, höhere Bewegung – von mir zum Wohle anderer.

Anmerkung: Ich denke, dass ich dazu in der Lage sein werde, aber wenn der Moment kommt und ich…

Antwort: Nichts.

Frage: Und das heißt, dass ich einen Menschen in mir selbst töte?

Antwort: Ja, aber dann verstehst du, dass du dich hier an die höhere Kraft wenden musst, damit sie dich verändert und du in der Lage bist, wirklich einen Menschen in dir wachsen zu lassen.

Frage: Das heißt- der Mord an einem Menschen in mir ist eine notwendige Bedingung?

Antwort: Ja. Wer nicht stolpert, erhebt sich nicht. Das ist eine bekannte Wahrheit.

Frage: Wollen Sie damit sagen, dass diese „Morde“ eigentlich ständig in mir stattfinden?

Antwort: Ja, natürlich.

Frage: Ich „töte“ einen Menschen, „töte“ wieder, und ich bewege mich in diese Richtung?

Antwort: Ja: Wenn du dich bewegst, wenn du fühlst, dass du tötest.

Frage: Wenn ich das Gefühl habe, dass ich töte, ist das ein enormer Stress und ein Trauma für mich?

Antwort: Ja.

Frage: Und ich wachse immer wieder zu einem Menschen heran?

Antwort: Ja: Immer so weiter.

Frage: Es wäre toll, sich zu bewegen, ohne zu töten. Ist das möglich?

Antwort: Ja: Aber wie kann man sich bewegen?

Bemerkung: Mit Liebe.

Antwort: Nein! Nein! Bewegung kann nur geschehen, wenn du auf dich, wie auf eine Sprosse trittst, und so nach oben kommst. Dann siehst du dich wieder dort am Boden und du trittst wieder auf dich und steigst auf.

Frage: Bei jedem Schritt stehe ich auf der Sprosse?

Antwort: Ja.

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Dr. Michael Laitman“, 21.03.2022

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Wie wir Liebe in Hass verwandeln

Frage: Wenn alles, was es in dieser Welt gibt, ein Abdruck der auf Liebe basierenden spirituellen Welt ist, wie kann es dann in unserer Welt Mord geben?

Meine Antwort: Alles kommt aus der Welt der Unendlichkeit zu uns, aus dem konstanten und vollkommen Zustand, der vollständigen Verschmelzung mit dem Schöpfer. Jedoch im Geschöpf manifestieren sich diese Wurzeln entsprechend seiner Unvollkommenheit und deckt den Grad des Unterschiedes zwischen uns und der Höheren Vollkommenheit auf.

In der Höheren Welt arbeitet ein Programm, das dir hilft, dich selbst zu entdecken und zu erkennen, was du brauchst, um dich zu vervollständigen, um dich zur Wurzel zu erheben. Dort geschieht alles in der reinsten, korrigierten und vollkommenen Weise. Doch in unserer Welt, wegen der Unterschiede in den Stufen, in den Welten, manifestiert sich alles in der entgengengesetzten Weise.

Wir enthüllen die spirituelle Handlung, sehen aber, wie geistlos sie entsprechend unserer eigenen Unähnlichkeit zur Höheren Stufe ist. Das heißt „Jeder urteilt entsprechend seiner eigenen Fehler“. Ich sehe oder mache bestimmte ungehörige Handlungen, weil ich selbst verdorben bin. Wenn ich mich korrigiere, werde ich erkennen, dass diese Handlungen gut sind.

Doch habe ich nicht gestern gesehen, dass Menschen sich gegenseitig umgebracht haben? Heute beobachte ich, dass sie sich Geschenke machen! An der Wurzel bleiben diese Handlungen die gleichen, doch ich habe mich zur Wurzel hin vervollständigt und folglich hat sich meine Sicht verändert. Ich könnte sehen, wie die egoistische Absicht in der spirituellen Welt getötet wurde,doch stattdessen sehe ich in unserer Welt, wie richtiger Mord geschieht.

Die höheren und unteren Welten bestehen aus den gleichen Elementen, doch in der Höheren Welt gibt es zwischen ihnen Liebe, wobei es in der unteren Welt Hass gibt. In der unteren Welt ist alles umgekehrt! Nur die Details bleiben, während alle Arten der Verbindungen zwischen ihnen sich verändern, denn in unserer Welt sind diese Verbindungen völlig zerbrochen und wir sind durch Hass, Zurückweisung und Missachtung getrennt. Währenddessen sind wir in der spirituellen Welt alle miteinander verbunden und einander vollkommen verpflichtet.

So wie du und ich in dieser Welt existieren, genauso existieren das spirituelle „du“ und „ich“ in der spirituellen Dimension. Mit dem Unterschied, dass wir in der Spiritualität miteinander verbunden sind und einander lieben, während wir hier getrennt und voller Hass sind. Der Unterschied zwischen den Welten wird zum Unterschied in der Art und Weise, wie wir mireinander umgehen.

Die Höheren Wurzeln legen fest, dass zwischen uns etwas passieren muss. Doch durch unsere Korrektur oder deren Ausbleiben, bestimmen wir, was geschehen wird und wie: Werden wir hassen und morden oder einander lieben und umarmen?

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.02.2011 „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Opfer des Egoismus

Spirituelle Wurzeln, die in unsere Welt herabsteigen, schlagen hier ins Gegenteil um, und der Egoismus unserer Welt führt das höchste Gebot der Liebe entsprechend seinem Verständnis aus – das bedeutet, er geht töten. Doch du musst dich entscheiden, was du tun willst: entweder in diesen materiellen Zweigen bleiben oder zur spirituellen Wurzel aufsteigen.

Wenn du aufsteigen willst, dann arbeite in der Gruppe und nimm an ihrem Spiel der Bruderliebe zwischen allen teil. Dann wirst du feststellen, dass du zu einer solchen Liebe nicht in der Lage bist und dass das alles eine Lüge ist, und du wirst nach der Korrektur verlangen. Es wird eine Kraft herabsteigen, die dir Verbindung mit allen Anderen und Liebe schenkt.

Diese Verbindung existiert nicht auf der Ebene unserer Welt, sondern nur auf einer höheren Stufe. Schaut euch die Seelen und nicht die Körper an!

Es ist so, als ob ich einen Computerbildschirm vor mir hätte, auf dem ich entweder materielle oder spirituelle Handlungen sehen könnte. Wenn ich alles durch meine spirituellen Augen betrachte, dann sehe ich Liebe, und durch meine materiellen Augen sehe ich Mord.

Doch, wenn mich jemand angreift und töten will, bedeutet es nicht, dass er das aus Liebe macht – er handelt aus seinem Egoismus heraus. Und darum steht es geschrieben, dass du demjenigen, der gekommen ist, um dich zu töten, zuvorkommen und ihn zuerst töten sollst.

Dadurch korrigierst du ihn, denn er ist derjenige, der gekommen ist, um dich zu töten – also ist sein Egoismus größer als deiner. Aus diesem Grund vollziehst du eine Korrektur, wenn du ihn tötest, indem du mit einem kleineren Egoismus als derjenige, der dich angegriffen hat, arbeitest.

Hier ist alles sehr logisch und basiert nicht auf einem blinden Glauben. Denn ich hatte nicht vor, ihn zu töten, er hat mich als erster angegriffen, um mich zu töten. Und wenn es mit aller Deutlichkeit klar wird, denn wird es eine Korrektur sein, einen größeren Egoismus durch einen kleineren zu töten. Das ist deine Pflicht, das oberste Gebot: „Töte den, der dich töten will“.

Es gibt nichts außer den Korrekturen. Entweder ereignen sie sich auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene, unbewusst und unverständlich für uns, oder es sind echte Korrekturen durch die Arbeit mit der Gruppe auf der menschlichen Stufe.

An allen Morden in unserer Welt ist unser Egoismus schuld, der nach solchen Opfern für dessen Korrektur verlangt. Wir können jedoch diese Korrekturen auf die spirituelle Ebene verlagern, wenn wir das wollen! Wir können alle diese Handlungen auf eine höhere Ebene heben, dann werden wir kein Übel in der Welt sehen und spüren.

Doch nur unter der Bedingung, dass wir unser gesamtes egoistisches Verlangen, welches diese ganzen Untaten vollbringt, auf eine höhere Stufe heben – und dort werden dann dessen gesamte Taten schön sein, entgegengesetzt denen, die wir heute sehen. Die Menschen um uns herum werden beginnen, sich zu verbinden, einander zu umarmen und sich einander nahe zu fühlen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 09.02.2011