Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Mond'

Die Erhellung des schwarzen Punktes

Die Größe des Menschen in der spirituellen Welt ist der ständigen Erneuerung des Mondes ähnlich. Der Mond bedeutet Malchut, die selbst dunkel ist und nicht leuchtet, aber die Korrektur dank des Lichts, das sie widerspiegelt, erreicht. Die Korrektur des Mondes heißt Weihung, das bedeutet den Aufstieg bis zur Stufe Bina, dank der er erhellt wird. Der schwarze Punkt wird jeden Monat dank der Korrektur zum weißen Punkt. Monat (Hodesch) bedeutet Erneuerung (Hidusch) und dauert nicht unbedingt 30 Tage. Wir arbeiten mit unserem spirituellen Parzuf, der sich in Rosh, Toch und Sof unterteilt und der exakt 30 Sefirot beinhaltet. In der Zwischenzeit erneuern wir uns in jedem Moment, denn wir haben die Details noch nicht erfasst, die unseren Kontakt zum Schöpfer in jedem Punkt klären.

Es ist jetzt die Hauptsache, sich zu bemühen, einen Ubar (Keim) innerhalb der Umgebung zu bilden. Man muss sich den Schöpfer in Gestalt der vollkommenen Gruppe vorstellen, die sich in Vereinigung und Liebe befindet, und man muss sich in sie einreihen. Durch die Gruppe kann ich die Kräfte, die mir bei der Annullierung helfen, bekommen. Ich muss mich bezüglich aller lebenswichtigen Situationen annullieren. Doch das bedeutet nicht, dass ich untätig bin, wie man manchmal fälschlicherweise denkt, und bewegungslos meditieren muss, um mich vor dem Höchsten zu annullieren. Die Annullierung bedeutet die Aufhebung meiner Selbstsucht, und nicht Untätigkeit.

Ich muss sogar sehr viele Handlungen machen! Ich muss mit allen Störungen umgehen lernen, die das Prinzip der Nächstenliebe und die Höchste Kraft vor mir verhüllen. Ich muss trotz aller Störungen wissen, dass alles vom Schöpfer kommt, der Gut und Gutes tuend ist: Ich und meine Umgebung. Es ist nur der schwarze Punkt meiner egoistischen Perspektive, mit dem ich die Klärung meiner selbst und der Umgebung vornehmen muss. Nur diesen schwarzen Punkt muss ich in einen weißen umwandeln, um zu verstehen, dass alles entsprechend des Willens des Schöpfers geschieht und voranschreitet. Wenn wir solche Anstrengungen machen und einander helfen, werden wir bald zum Zustand des Keimes gelangen.

Aus der Vorbereitung auf die Lektion, 16.02.2014

[#127529]

 

Ohne schöne Worte

Frage: Wenn wir anfangen, Druck auf unseren Egoismus und Schläge auf ihn zu verspüren, wie können wir uns dann richtig an die Gruppe wenden? Worauf sollten wir uns konzentrieren?

Meine Antwort: Wenn der Mensch keine innere Forderung an die Gruppe hat, was soll er ihr sagen? Was auch immer wir tun, wir tun es aus dem Verlangen heraus. Wenn der Mensch noch nicht erkennt, wozu er sich an die Gruppe wenden soll, wird er sich nicht an sie wenden.

Ich wende mich an die Gruppe, wenn ich mich hilflos fühle, wenn ich sehe, dass keine mir zur Verfügung stehenden Mittel helfen, dass ich nicht in der Lage bin, mich zu korrigieren und etwas zu erreichen. Meine ganze Klugheit, mein ganzes Potenzial bringen nichts.

Nur dann bin ich bereit, Freunde um Hilfe zu bitten. Die Forderung entsteht in mir aus der Suche heraus, wenn ich mich aus diesem schrecklichen Zustand retten will. Erst dann stelle ich fest, dass ich mich nur an die Gruppe wenden kann.

Ich wende mich entweder äußerlich oder innerlich an sie. Selbst wenn die Freunde das nicht wahrnehmen, doch ich will bereits Unterstützung und Kraft von ihnen bekommen. Und dann richte ich mich mit einer Bitte an sie.

Kann ich sonst etwa auf den Rat der Gruppe hören oder sie um Hilfe bitten? Denn leeres Gerede nützt hier nichts, es wäre, als würde ich den Mond anbellen. Nur wenn in mir ein echtes Verlangen herangereift ist, wende ich mich an die Freunde. Es ist unwichtig, ob sie das spüren oder nicht – denn in meinem Appell ist die Kraft des Verlangens enthalten, die ihn auch echt macht.

Auszug aus dem Unterricht über einem Artikel von Rabash, 23.02.2011

Die Mystik oder die Kraft des Lebens

Eine Frage, die ich erhielt: Die Anfänger in der Kabbala erschreckt das Wort „Licht“ – es kommt ihnen irgendwie mystisch vor.

Meine Antwort: Das Höhere Licht ist eine Kraft des Lebens, die belebende Kraft. Sie ist der Sonnenschein, von dem unser ganzes Leben und die Gesundheit abhängen.

Deshalb heißt die höhere Kraft auch das Licht. Diese Sonnenenergie bringt uns das materielle Leben und das Höhere Licht bringt uns das spirituelle Leben.

Das ganze System, das in dieser Welt funktioniert: die Sonne, der Mond, die Erde – entspricht der Arbeit der Welt Azilut, woher all die Einwirkungen zu uns kommen und worin sich das Licht Chochma ins Licht Bina einkleidet sowie zu den Seelen kommt. Deshalb werden die spirituellen Objekte mit solchen Wörtern belegt, entsprechend „der Sprache der Zweige“.

Das Höhere Licht bringt das Leben, wie das Licht der Sonne. Aber wir leben in dieser Welt nicht im wahren Licht – sondern nur im Licht, das unsere Eiweißmaterie belebt, das in uns den Stoffwechsel unterstützt und das uns irgendwie 70 Jahre lang durchhalten lässt.

Wir wollen das echte Licht des Lebens erreichen, das die Seele beleuchtet und uns  ermöglicht, das unendliche und ausgefüllte Leben zu führen. Die Wissenschaft der Kabbala ist die Methodik der Heranziehung des Lichtes, und wenn der Mensch das Licht bekommt, dann ist es die Weisheit der Kabbala eben, die die Menschen belebt, die über sie verfügen.

Unser ganzes Leben stammt aus dem Licht Chochma, und das Licht Chassadim ist die Korrektur, wobei der Mensch mit dem Wunsch geschaffen wurde, die Füllung des Lichtes Chochma zu bekommen. Deshalb trägt die Wissenschaft der Kabbala solch einen Titel („die Weisheit des Erhaltens“) – denn sie lehrt uns das Licht Chochma zu bekommen.

Es ist verboten, das Licht Chochma direkt zu erhalten, nur innerhalb des Lichtes Chassadim. Das lernen wir eben: wie man das Licht Chochma ins Licht Chassadim einzukleiden hat, wie man es schafft, das ganze Licht zu bekommen.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“

“Zu dieser Zeit war der Mond…“

Der Sohar, Kapitel „BeSchalach“, Punkt 160-162: „Und … ging und Es kam und … dehnte sich.“ Zu dieser Zeit war der Mond, d.h. Malchut, in allen seinen Einsichten vollständig und er erbte zweiundsiebzig heilige Namen auf drei Seiten, drei Linien.

Auf der ersten Seite kleidete sich Malchut in die Kronen des oberen Chessed (der höheren Barmherzigkeit), in siebzig Eindrücke des Lichts des oberen Aba (der höheren Weisheit), der für sie leuchtete. Dies ist die rechte Linie und die Bedeutung des Verses, „Und … ging“.

Auf der zweiten Seite kleidete sich Malchut in die Speere von Gwura (in die Gerichtsurteilen) den Dinim in ihr, in sechzig Feuerstößen und zehn Stöße von sich selbst, die von der Seite der oberen Ima in eingravierte Dinim herabsteigen. Dies ist die linke Linie und die Bedeutung des Verses, „Und es kam“.

Auf der dritten Seite, kleidete sich Malchut in ein purpurnes Gewand, das von dem Oberen Heiligen König getragen wurde, Tiferet genannt, der den heiligen Sohn, Tiferet, in siebzig oberen Kronen von der Seite von Aba we-Ima erbte. Es enthält beides – rechts, das Chessed ist, und links, das Gwura ist. Und dies ist die Bedeutung des Verses, „Und … dehnte“.

Die zerbrochenen Seelen, die sich wünschen, untereinander verbunden zu sein, erheben MaN zur Malchut der Welt Azilut (oder zur Schchina – zur Versammlung der Seelen), reihen sich darin ein, wonach sie sich mit SA der Welt Azilut oder mit dem Schöpfer verbinden (Kadosch Bar Chu).

SA steigt zu Aba we Ima der Welt Azilut hinauf und bekommt das Leuchten der rechten und linken Linie von Gwura und Chessed, schafft den Ort des Siwug Aba we Ima, Sefira Daat, wonach dieses Licht durch SA Malchut, die Seelen erreicht.

1. Die Seelen wünschen sich zu verbinden, erheben МАN und gehen in Malchut ein.

2. Diese Seelen zwingen Malchut, sich mit SА zu verbinden

3. SA verbindet sich mit Aba we Ima und schafft Sefira Daat.

Alle verbinden sich nach dem Hinweis: „Und … ging und Es kam und … dehnte sich.“

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 26.10.2010


Zum Kabbalalernzentrum –>

Realität oder Chaos der Wünsche?

Der Sohar. Kapitel „Wajechi“, 808) Als Jakob versammelt war, leuchtete der Mond, und die Sehnsucht der höheren Sonne, SA erwachte zu ihm.
Wenn die Sonne aufgeht, Jakob, geht auch die andere Sonne, Seir Anpin hinauf, und Seir Anpin wird mit Nukwa verschmelzen. Und der Mond, Nukwa, leuchtet von Seir Anpin
.

Das alles betrifft nur den Menschen, der das Spirituelle begreift. Und im Menschen geschehen allerlei Veränderungen, da sein Wunsch zu genießen ständig erneuert wird.

Dieser Wunsch zeigt dem Menschen verschiedene Formen im allgemeinen, unveränderlichen, spirituellen Zustand. Alles was sich außerhalb des Menschen befindet ist konstant, und in mir ändert sich alles.

Baal HaSulam erklärt im Artikel „Das Vorwort zum Buch Sohar“, dass wir die Welt mit der Hilfe der Ähnlichkeiten, mittels „der Fotokamera“ wahrnehmen, die uns das Bild der Realität am „Bildschirm“ im hinteren Teil des Gehirns projiziert. Und deshalb scheint es mir so zu sein, dass alles was in meinem Inneren geschieht auch draußen existiert.

Es erweist sich aber, dass ich die umgebende Wirklichkeit in Form der Projektion des inneren Chaos meiner Wünsche, Gedanken und Beziehungen sehe.

In Wirklichkeit ist es nicht das Chaos, sondern ich weiß nur nicht, in welcher Reihenfolge meine inneren Reschimot erwachen.

Aber wenn sie in einer bestimmten Reihenfolge erwachen, sehe ich im konstanten, höheren Licht, die Veränderungen.

Aufgrund dieser verborgenen Reschimot bekommt das Licht die verschiedenen Erscheinungsformen, malt uns die verschiedenen Farben aus, gibt uns allerlei Bilder wieder.

Und ich glaube, dass das alles außen geschieht, obwohl diese Reschimot in meinem Inneren erwachen. Somit beschreibt der Sohar die Prozesse, die innerhalb von uns geschehen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Alles ist vom „Glück“ (Licht) abhängig

Der Sohar, Abschnitt „Miketz“, Punkt 113:

„Und Josef war der Herrscher über das Land.“ Josef ist die Sonne, Seir Anpin (SA), denn Josef ist Jessod de SA, welches den Mond (Nukwa) regiert, auf sie scheint und sie nährt. Er ist der Ernährer aller Einwohner des Landes, denn alle werden von diesem Fluss gespeist, der sich von Eden aus erstreckt, welcher Jessod ist, genannt „Josef“, und von wo die Seelen zu jeder Person hinab fliegen. Deshalb beugt sich jeder vor diesem Platz, denn es gibt nichts in der Welt, was nicht vom Glück abhängt, welches Jessod ist.

Alles ist abhängig vom Licht der Erfüllung und dem Licht der Korrektur, das von Jessod zu Malchut und so zu den Seelen gelangt, welche in Malchut sind. Malchut kann diese Lichter erhalten, wenn sie zusammen mit allen Seelen die Angleichung der Form mit Jessod erreicht.

Jessod beinhaltet alle Eigenschaften, welche über ihr stehen, alle Sefirot von Seir Anpin. Wenn die Seelen in Malchut in der Lage sind, eine Einheit zu erreichen und eins zu werden, wie Jessod, erhalten sie jenes Licht, welches als „Mazal“ (Glück) bezeichnet wird, welches sie korrigiert.

Deswegen ist die Bedingung für den Empfang der Tora, seinen „Nächsten zu lieben wie sich selbst“ und sich zu vereinen wie „ein Mann mit einem Herzen“. Wenn wir für diese Einheit bereit sind (auch wenn wir selbst nicht in der Lage sind, dies zu tun, denn nur das Licht kann all diese Handlungen ausführen), dann wird das Licht diese Handlung als Reaktion auf unser Verlangen ausführen.

Wenn wir ein Verlangen haben, uns zu vereinen, selbst wenn dies nur „lo lishma„, also rein künstlich und äußerlich ist, wird dies das Licht verstehen und auf uns wirken. Durch den Unterschied zwischen unseren Stufen versteht uns das Licht ähnlich, wie wir unsere kleinen Kinder verstehen: Wir wissen, wozu jedes entsprechend seiner Stufe, seinem Charakter und seinen Eigenschaften in der Lage ist.

Wenn unsere Seelen in der Lage und bereit sind, sich miteinander zu verbinden und sich Jessod anzugleichen, dann gibt es einen Kontaktpunkt zwischen Malchut und Jessod, und die Seelen, welche in Malchut beinhaltet sind, erhalten das Licht, welches korrigiert. Daher steht geschrieben, dass alles vom Glück („Mazal„) abhängig ist – vom Licht, welches von Jessod zu Malchut kommt.

Die spirituellen Wurzeln der drei Religionen


Eine Frage, die ich erhielt: Ich verstehe nicht, warum es eine Aufspaltung in drei Religionen gibt. Wenn Gott Einer ist, warum haben wir diese Unterscheidungen?

Meine Antwort: Die Religionen wurden uns gegeben, damit wir uns während der Periode der Verborgenheit des Schöpfers entwickeln würden. Wenn der Schöpfer jedoch enthüllt ist, werden sie sich naturgemäß in nationale Traditionen umkehren, einer nationalen Kultur.

In der Spiritualität schreiten wir in Drei Linien voran. Diese Drei Linien werden in unserer Welt während der Periode der Verborgenheit als die drei Religionen reflektiert. Der Islam entspricht der Rechten Linie, das Christentum – der Linken Linie und das Judentum – der Mittleren Linie.

Dies hat auch eine Auswirkung darauf, wie ihre Kalender strukturiert sind: Der islamische Kalender ist lunar (basierend auf dem Mond), der christliche Kalender ist solar (basierend auf der Sonne) und der jüdische Kalender ist luni-solar (basierend auf beiden). Wie wussten die Menschen, welche Art von Kalender sie schaffen? Sie wussten es, weil alles in unserer Welt von den spirituellen Wurzeln kommt und die Handlungen der Menschen durch den Ausdruck dieser Wurzeln in unserer Welt bestimmt werden. (Jedoch handelt ein Kabbalist absichtlich in Übereinstimmung mit diesen, wohingegen die anderen dies unbewusst tun.)

Was alle anderen Lehren betrifft, werden sie nicht als Religionen betrachtet, sondern als Glaube oder Überzeugungen. Es gibt ungefähr 3.800 von ihnen in der Welt.

 
Blog-post: Lösung für den Konflikt der Zivilisationen
 
 
Kabbala Akademie