Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Mittlere Linie'

Exil – das ist die Trennung von Brüdern

Frage: Was bedeutet das ägyptische Exil im Verhältnis zu den Freunden?

Antwort: Das ägyptische Exil steht für einen Zustand, in dem der Mensch keine echte Verbindung zu seinen Freunden herstellen kann, da der Pharao zwischen ihnen steht und über sie herrscht. In diesem Zustand ist der Mensch gezwungen, für den Pharao zu arbeiten, anstatt für seine Freunde, was ihn in eine Art Sklaverei führt.

Zunächst empfindet der Mensch eine gewisse Zufriedenheit in diesem Exil. Er kümmert sich nicht um seine Freunde, sondern ist vielmehr auf den Pharao – den König – fokussiert, der ihm ein vermeintlich gutes Leben und egoistische Erfüllung bietet. Diese Erfüllung stillt seinen Neid, Begierde, Ehrgeiz und seinen Drang nach Macht und Autorität. Er bindet sich an den Pharao und ist bereit, für ihn zu arbeiten.

Doch allmählich beginnt der Mensch zu erkennen, dass dieses Leben nicht erfüllend ist. Er merkt, dass er keinen Fortschritt macht und das Ziel der Schöpfung nicht erreicht. Diese Erkenntnis führt dazu, dass er sich im Exil unwohl fühlt. Wie es in der Schrift heißt: „Und die Söhne Israels seufzen wegen dieser Arbeit“, als sie realisieren, dass die prächtigen Städte wie Pitom und Ramses für den Pharao gebaut wurden, und die für sie selbst zu armen, unglücklichen Städten wurden.

Alles, was gebaut wurde, bringt ihnen keinen Nutzen, sondern im Gegenteil, es droht die Gefahr (Gefahr/“sakan“, arm/“miskin“), für immer in Ägypten zu bleiben, in diesem Zustand der Abneigung zueinander, in einem sinnlosen, unglücklichen Leben. Und dann beginnen sie den Wunsch zu entwickeln, diesen Zustand zu verändern und zur Erlösung zu gelangen.

Von dem Moment an, in dem wir das zu erkennen beginnen – öffnet sich Moshe (der Punkt im Herzen), der aus der ägyptischen Sklaverei an einen anderen Ort fliehen möchte. Das heißt, dass die Moshe-Eigenschaft im Menschen sich vom Pharao, vom Ego abtrennt und beginnt, unabhängig zu wachsen, mit dem Ziel, auch andere aus der ägyptischen Gefangenschaft zu befreien. So beginnt der Kampf zwischen Moshe und dem Pharao.

Der Pharao und Moshe kämpfen gegeneinander, und zwischen ihnen steht der Schöpfer. Auf der einen Seite verhärtet Er das Herz des Pharao, auf der anderen Seite stärkt Er Moshe und sagt zu ihm: „Fürchte dich nicht, wir gehen zusammen zum Pharao!“ So lehrt der Schöpfer Moshe, sich an die mittlere Linie zu halten.

Auf der einen Seite steht der Pharao, auf der anderen Seite die Kraft des Schöpfers, und Moshe wächst zwischen ihnen und durchläuft die zehn ägyptischen Plagen, die ihm helfen, grundlegende Eigenschaften zu erlangen.Als er schließlich flieht, schließen sich ihm auch seine weiteren Eigenschaften an, die ebenfalls bereit sind, Ägypten zu verlassen.

So kommen wir zu einem Zustand, in dem es uns nicht mehr ausreicht, einfach vor dem Pharao geflohen zu sein – vor unserem egoistischen Verlangen, von dem wir uns getrennt haben. Jetzt müssen wir die Eigenschaft des Gebens erlangen, was uns zum Empfang der Tora führt.

Das bedeutet, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, zu wirken beginnt, und wir beginnen, es anzuziehen. Unsere Verbindung zueinander muss sich vertiefen. Wir bewegen uns ständig auf eine stärkere Verbindung zu.

Das ägyptische Exil zeigt sich darin, dass wir einander verachten, insbesondere in der Figur Josef – der Beginn der mittleren Linie. Wir teilen uns auf. Das Exil beginnt jedoch bereits mit der Erkenntnis: „Wie gut und angenehm ist es, wenn Brüder zusammen sitzen“ – ein Verständnis, das nur Josef hat.

Josef möchte alle seine Brüder, die „neun ersten Sefirot“, mit sich verbinden, denn er selbst ist die letzte Sefira, Jessod. Daher sagt er: „Wie gut und angenehm ist es, wenn Brüder zusammen sitzen.“ Wenn er sie vereint, entsteht ein spirituelles Gefäß.

Dann wird in Ägypten noch eine tiefere Verbindung erreicht, als die sieben hungernden Jahre kommen und sie erkennen, dass sie einen gemeinsamen verhassten Feind haben – den Pharao. Wenn sie sich von ihrem Ego, dem Verlangen nach Genuss, abwenden und bereit sind, sich zu verbinden, wie ein Mensch mit einem Herzen, in gegenseitiger Bürgschaft, dann erfüllen sie die Bedingungen für den Empfang der Tora – das ist der nächste Schritt in ihrer Verbindung.

Jedes Mal wird die Verbindung stärker und stärker. Alle Sünden, die sie in der Wüste begehen und dann korrigieren, richten sich gegen die Verbindung und führen schließlich zur Verbindung. Es gibt nichts Wichtigeres als die Verwirklichung des Prinzips der Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst – das zentrale Gebot der Tora.

Alle Gebote, also korrigierende Handlungen, sind darin eingeschlossen. Bis wir nicht die richtige Verbindung erreichen und ins Land (Erez) Israel eintreten (Yashar-El – ‚gerade zu dem Schöpfer‘), was bedeutet, den Willen (Razon) zu erlangen, der dem Schöpfer ähnlich ist und mit ihm verbunden ist, bleibt uns, den Weg zu gehen.

Daher ist die Liebe zu den Freunden nicht einfach nur eine schöne Geste, sondern ein Mittel, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen und zu verwirklichen!

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Aus der Lektion über den Artikel von Rabash

 

 

Fragen zur spirituellen Arbeit – 4

Frage: Was bedeutet es, die gegenseitige und erwiderte Liebe in einer gemeinsamen, vereinten Seele zu fühlen?   

Antwort: Gegenseitige Liebe zu fühlen bedeutet, dass sich alle miteinander verbinden, eine gemeinsame Verbindung zwischen sich fühlen und dadurch versuchen, sich gegenseitig zu erfüllen.

Frage: Wie erkennen wir, dass wir bereit für die Geburt sind? Wie können wir diesen Zustand im Zehner beschleunigen?  

Antwort: Wenn man in einer Gruppe bereit ist, einander zu geben, dann ist man bereit, geboren zu werden.  

Frage: Wenn wir die mittlere Linie erreichen, trennen wir dann immer noch alles in Gut und Böse?

Antwort: Natürlich. Egoismus oder Altruismus – wir werden immer zwischen dem einen und dem anderen unterscheiden.  

Nach der vollständigen Korrektur wird sich der gesamte Egoismus in Altruismus verwandeln. Dann werden wir nicht mehr in der Lage sein, unterscheiden zu können. Es wird kein gegensätzliches Wissen, keine gegensätzlichen Meinungen und keine gegensätzlichen Wünsche mehr geben, alles wird nur noch in eine Richtung wirken – zum Wohle des Nächsten.

Frage: Wie überprüfen wir unsere Bereitschaft, unseren Freunden im Zehner zu geben? Was geben wir ihnen?  

Antwort: Wir geben ihnen unsere Teilnahme. Wie machen wir das? Wir versammeln uns und beschließen: Von diesem Moment an wollen wir uns untereinander auf eine höhere Stufe der Verbindung begeben, damit sich der Schöpfer uns noch mehr annähern kann.

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Aus dem Unterricht „Die Belohnung entspricht den Leiden“, 28.07.2023

Drei Punkte eines stabilen Fundaments

Kommentar: Sie haben gesagt, dass Grausamkeit keine gute Eigenschaft ist und dass eine auf Grausamkeit aufgebaute Gesellschaft nicht überleben kann. Die beständigste Eigenschaft der Natur ist die Barmherzigkeit. Sie sagen jedoch, dass wir durch unsere Hilfe den anderen nicht wirklich helfen und nichts korrigieren werden. Hier liegt ein gewisser Widerspruch vor.

Antwort: Darin erkenne ich keinen besonderen Widerspruch. Was bedeutet es, anderen zu helfen? Wenn wir jemandem etwas geben, helfen wir ihm dann wirklich? Genau hier liegt das Problem.

Wenn wir Barmherzigkeit zeigen und z. B. einen Mörder oder einen Räuber freilassen, vollbringen wir keinen Akt der Barmherzigkeit und richten vielleicht sogar irreparablen Schaden in der Welt an.

Ich weise immer auf den tieferen Kern des Problems und unseres Handelns hin. Die Eigenschaft der Barmherzigkeit ist nicht die Eigenschaft, mit der man die Welt korrigieren kann. Die Welt wird im Allgemeinen durch das korrigiert, was man die mittlere Linie nennt, wenn wir zwei Linien gegenüberstellen, die rechte und die linke, die Eigenschaft der Barmherzigkeit und die Eigenschaft des Urteils, und sie gemeinsam auf die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer ausgerichtet werden können.

Um jede Handlung, jede Eigenschaft, jede Idee auf die richtige Ebene, auf ein stabiles Fundament zu heben, brauchen wir drei Punkte, „drei Tischbeine“. Das ist das Minimum.

Die Essenz der „drei Beine“ ist die folgende. Wir haben die Eigenschaft des Gebens und die Eigenschaft des Empfangens, und wir müssen diese beiden Eigenschaften richtig anwenden. Wie lassen sie sich richtig gegenüberstellen? Wo sollte es mehr Barmherzigkeit geben und wo gilt die Eigenschaft des Urteils, die Beschränkung? Schlagen oder nicht schlagen, hinrichten oder begnadigen? Hierfür müssen wir notwendigerweise den Schöpfer enthüllen.

Wenn wir beide Eigenschaften kombinieren und sie auf den Schöpfer richten, gibt er uns eine klare Richtlinie, wie wir sie innerlich richtig gegenüberstellen können. Und dann entwickeln wir uns.

Das heißt, wir brauchen drei Punkte: zwei sogenannte Engel, zwei Kräfte, Empfangen und Geben, und diese befinden sich in uns. Aber das Wichtigste, der dritte Punkt, ist, dass wir die Enthüllung des Schöpfers brauchen.

Deshalb wird uns die Weisheit der Kabbala nur gegeben, um Ihn verstehen zu können. Er enthüllt sich dem Menschen aber nur in dem Maße, in dem er von Ihm ein Beispiel dafür erhalten möchte, wie er seine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer innerlich verwirklichen kann.

[290923]

Aus dem TV Programm „Nahaufnahme. Das Schicksal und das Buch Zohar“ 

Ich bin ein Empfänger und ein Geber

Aussage: Es wird gesagt: „Schließt euch dem Schöpfer an.“ Unser Traum ist es, den Schöpfer in unseren Sinnen zu offenbaren. Sie sagen, dass wir unabhängig von Ihm werden.  Darin liegt ein gewisser Widerspruch.

Antwort: Tatsächlich sind uns zwei widersprüchliche Linien gegeben, die rechte und die linke, über die wir eine dritte bauen – die mittlere Linie, die aus beiden besteht und gleichzeitig über ihnen liegt.

Die Eigenschaft des absoluten Gebens und der Liebe ist die rechte Linie, die Eigenschaft des Egoismus und des Hasses ist die linke Linie und mit Hilfe von beiden baue ich eine mittlere Linie darüber.

In mir steckt Egoismus, Ärger, Gier, Neid, ich will alles haben. Und bei Dir als Meister ist das Gegenteil der Fall- das Geben und absolute Liebe. Ich kann sie von Dir nehmen. Du bist immer bereit, alles zu geben. Aber wenn ich Dich mit meinem Egoismus benutze, dann bin ich von Dir abhängig.

Außerdem zeigt sich hier auch die eigene Erniedrigung. Wir sehen das heute in der Welt, es gibt Depressionen und so weiter. Sie sind die Folge einer höheren Eigenschaft, der Eigenschaft der sogenannten „höheren Scham“.

Um mich darüber zu erheben, muss ich Deinen Einfluss auf mich vollständig annullieren. Dies kann ich nur, wenn ich beide Eigenschaften anwende. Dabei benutze ich vollständig meinen Egoismus, hole mir alles was ich von Dir bekommen kann, lasse die Freude, die von Dir kommt, durch mich hindurchgehen, aber nur um Dir Genuss zu bereiten.

Folglich bin ich kein Empfänger, denn ich empfange nur um deinetwillen. Ich bin der Gebende, da ich Dir alles gebe und Du wirst zum Empfänger.

Ich bin ein Empfänger und ein Geber. Du bist der Empfänger und der Geber. Wir werden absolut gleichberechtigt. Dann gibt es keinen Unterschied zwischen uns in den Stufen „Schöpfer-Geschöpf“. Ich komme vollständig auf die gleiche Stufe wie Du.

Da ich ein Führer, ein Erschaffer dieser neuen Beziehungen bin, werde ich sogar höher als Du. Denn ich bin für diesen ganzen Prozesses verantwortlich: Ich erschaffe ihn, ich erfinde ihn, ich setze ihn um.

Aus dem Fernsehprogramm „Die Kraft des Buches von Zohar“ 6

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Streben nach Ausgewogenheit

Frage: Wenn ich durch und durch ein Egoist bin, wie kann ich mich dann der höheren Kraft annähern?

Antwort: Der einzige Weg, der höheren Kraft ähnlich zu werden, ist dein Streben nach Ausgewogenheit zwischen zwei Kräften: Egoismus und Altruismus. Die Kraft, die auf natürliche Weise in dir erweckt wird, ist dein Egoismus, es erscheint dir so, als ob du das wärst. Du bist es nicht, es ist ebenfalls der Schöpfer.

Du bist etwas absolut Neutrales, ähnlich einer Masse, in der ständig, ohne Unterbrechung, von Geburt an bis zum Tod eine egoistische Kraft erweckt wird. Dem Mensch erscheint das so, als wäre er es selbst.

Er erhält dennoch die Möglichkeit, diese negative Kraft durch eine positive auszugleichen, darum muss er den Schöpfer bitten. So nähert er sich dem Schöpfer an und verbindet sich mit Ihm. Er bittet den Schöpfer darum, ihm beizubringen, sich mit der positiven Kraft auszugleichen, so dass zwei entgegengesetzte Kräfte entstehen und dabei ein Gleichgewicht entspringt, welches als „mittlere Linie“ bezeichnet wird.

Diese mittlere Linie, die auf der Ausgewogenheit zwischen der rechten (altruistischen) und der linken (egoistischen) Linie erscheint, wird „Adam“ (Mensch) genannt. Genau in dieser mittleren Linie wird man dem Schöpfer ähnlich.

Wenn man sowohl Egoismus als auch Altruismus gut steuern kann, kann man richtig damit umgehen. Man balanciert andauernd auf und ab und steigt so auf.

Die Hauptsache ist zu lernen, wie man das Gleichgewicht bewahrt. Das ist unsere Arbeit.

Aus dem russischsprachigen Unterricht, 16.12.2018

(241819)

Das Ziel der Schöpfung

Die Wissenschaft der Kabbala geht davon aus, dass es nur zwei Kräfte gibt: Empfangen und Geben. Das ganze Universum, die ganze Welt basiert darauf.  Die Kabbala ist ein Gleichgewichtssystem zwischen diesen beiden Kräften, die sie zur Mittellinie führt.

Die Suche nach der mittleren Linie, die Stabilisierung, das Gleichgewicht auf allen Stufen, angefangen vom Egoismus- null bis zum absolut vollständigen, vollwertigen, konstanten, unendlichen Egoismus – ist das Thema der Kabbala.

Wir benötigen eine rein angewandte Wissenschaft und Praxis, um die Widersprüche beseitigen zu können. Diese Gegensätze sind nicht theoretisch zwischen etwas oder jemandem, sondern zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer, also zwischen uns und Ihm.

Wir müssen diese Gegensätze ausgleichen, zu einem gemeinsamen Nenner kommen – der sogenannten mittleren Linie, in der wir und Er in den Wünschen, Absichten und Handlungen völlig übereinstimmen werden. Auf diese Weise werden wir Partner, Liebende und Geliebte, in der Verbindung auf allen Stufen, mit allen Kräften, Wünschen und Handlungen.

Das ist der Sinn der Schöpfung, die als „Dwekut“ bezeichnet wird. Das ist eine vollständige Verschmelzung zweier völlig entgegengesetzter Kräfte.

Aus dem russischsprachigen Unterricht, 16.12.2018

(241704)

Der Kampf mit sich selbst

„(Mit starker Hand und mit überströmendem Grimm..) von denjenigen, die in den Dienst des Schöpfers eintreten möchten, um sich wahrlich an Ihn anzuheften und das Gemach des Königs zu betreten, nicht jeder zugelassen wird. Sondern man prüft den Menschen: Wenn es in ihm keinen anderen Wunsch gibt, außer dem Wunsch nach der Anhaftung (Dwekut), dann lässt man ihn herein. Und wie prüft man einen Menschen, ob es in ihm nur einen Wunsch gibt? Man bereitet ihm Hindernisse, indem man ihm fremde Gedanken und fremde Boten schickt, um ihn zu hindern, auf dass er diesen Weg verlassen möge und sein Leben wie alle anderen lebe.“(Shamati 70)

Baal HaSulam schreibt, dass in der Natur alles in einer Kollision begriffen wird. Das Leben ist ein Kampf, nicht mit jemandem oder etwas, sondern mit sich selbst. Wenn man es richtig versteht, dann läuft alles gut.

Alles hängt davon ab, wie man sich darauf einstellt, zu verstehen, dass zwei Kräfte in der Welt herrschen: die des Empfangens und die des Gebens. Die Kraft des Empfangens ist unser großer Egoismus. Und die Kraft des Gebens gibt es nicht in uns. Wir müssen sie allmählich in uns entwickeln. Es ist nicht einfach.

Um dies zu tun, müssen wir irgendwie in der Gruppe zusammenwirken und versuchen, einander näher zu kommen. Wir wollen es nicht. Genau an dem Punkt, an dem ich das Gefühl habe, dass ich es nicht will, sondern mich dazu zwinge, muss ich mich an den Schöpfer wenden und Ihn bitten, mir die Fähigkeit zu geben, es zu wünschen. Wenn ich den Kampf nicht aufgebe, sondern mich bei diesem Gedanken erwische, kann ich ein Gleichgewicht in der mittleren Linie erreichen.

Frage: Was sind Fremdgedanken?

Antwort: Das sind alle Gedanken, die nicht auf die Verschmelzung mit dem Schöpfer, auf die Ähnlichkeit der Eigenschaften, auf die Eigenschaft des Gebens ausgerichtet sind.

Aus dem russischsprachigen Unterricht, 16.12.2018

(241815)

Kabbala Akademie

Die Mini-Welt der Unendlichkeit

Frage: Was bekomme ich vom Schöpfer in dem Maße meiner Ähnlichkeit mit Ihm?

Antwort: In dem Maße meiner Ähnlichkeit bekomme ich Sein Verstand und Sein Gefühl, ich verbinde mich mit Ihm durch die Gefühle und durch den Verstand und erlange die gleiche Wahrnehmung der Einheit, der Vollkommenheit und der Ewigkeit, die auch Er hat.

Ich erhalte in meinem Gefäß „Linie“ die Gefäße „Kreise“. Das höhere System war so erschaffen worden, dass aus jedem „Kreis“ eine „Linie“ (ein durch den Schirm eingeschränktes Verlangen) hervorging, und dann wieder ein „Kreis“ und wieder eine „Linie“.

In dem Maße meiner Anstrengungen „von unten nach oben“ mache ich eine Anstrengung und erhebe mich zum ersten Kreis, das nennt sich die erste Enthüllung des Schöpfers, das Ausmaß der Ähnlichkeit mit Ihm. Ich strenge mich wieder an und enthülle Ihn wieder, im nächsten Kreis.

Jedes Mal arbeite ich mit SaT, und die höhere Stufe für mich sind GaR, mit denen ich nicht arbeiten kann und die ich von oben als ein Resultat der Verschmelzung bekomme. Auf diese Weise steige ich die spirituelle Leiter, die 125 Stufen, hoch.

„In der geraden Linie“ unternehme ich selbst die Anstrengungen, ich annulliere mich, arbeite mit den anti-egoistischen Schirmen, verbinde mich mit anderen Menschen.

Und in dem Maße, in dem ich diese ganze Arbeit vollbracht habe, erlange ich die Enthüllung des Schöpfers – den Zustand des „Kreises“, die Vollkommenheit, die Mini-Welt der Unendlichkeit.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Der die Vernunft erschafft“ vom 28.10.2010

 

Kabbala Akademie

 

Chanukka ist das Fest des Lichtes in uns


Wenn der Mensch drei Eigenschaften in sich selbst auf korrekte Weise anordnet, welche als „Kerze“ „Öl“ und „Docht“ bezeichnet werden, so erreicht er einen Zustand den wir als Chanukka bezeichnen, was aus den Worten „Chanu Ko“ herrührt, was so viel wie „hier aufhören“ bedeutet. Der Mensch erreicht somit eine kurze Verschnaufpause in der Mitte des Weges.

Das „Öl“ ist unsere Material, unser Wille zu Genießen, der Inhalt des Gefäßes oder Klis. Dieses ist unfähig aus sich selbst heraus zu leuchten und ist auf das Licht, welches wir von außen anziehen angewiesen. Es kann nur mit Hilfe eines Dochtes zum Leuchten gebracht werden. Der Docht muss im Öl eingetaucht werden, aber ein Teil muss herausreichen, da er den Schirm symbolisiert, den wir außerhalb unseres egoistischen Verlangens (außerhalb des Öles) erbauen.

Der einzige Teil des egoistischen Verlangens, der in der Lage ist zu scheinen (in Kontakt mit dem Höheren Licht sein), ist jener Teil, der innerhalb des Schirmes eingeschlossen ist. Anders gesagt, kann nur das Öl, welches im Docht getränkt ist, entzündet werden. Das kann nur unter der Bedingung geschehen, dass das Öl nicht nur den Docht durchdringt, sondern sich über die Ebene des restlichen Öles ( Egoismus) erhebt, und in Richtung Bina, das Licht (Eigenschaft des Gebens) emporsteigt. Erst dann wird es in der Lage sein, zu leuchten.

Das Licht erscheint am oberen Ende des Dochtes, dem Platz, an welchem der Docht den Kontakt mit dem Öl, dem Egoismus, verliert. Das reflektierte Licht ist das Feuer, das von unten nach oben steigt, um so zu Keter der 10 Sefirot des Reflektierenden Lichtes zu erreichen. An diesem Punkt gibt es kaum einen Zusammenhang zwischen dem Reflektierten Licht und der Kraft des Wunsches zu Empfangen, dem Egoismus, der die Kraft für die Verbrennung liefert. Das Öl steigt im Docht nach oben und dies ist dann der einzige Ort, an dem der Kontakt, oder die Angleichung der Form zwischen dem Öl im Docht und dem Licht erreicht wird. Nur zusammen können sie leuchten. Das Licht kann sich nicht manifestieren, bis es eine Verbindung mit dem in Öl getränkten Docht eingeht.

Wenn wir uns eine brennende Kerze vorstellen, können wir die innere Arbeit des Menschen auf dem spirituellen Weg und was wir für unsere Seele zu tun haben, um eine Angleichung an das Licht, dem Schöpfer zu erreichen, besser verstehen. Das Verlangen verschwindet nicht, sondern muss vielmehr komplett an den Schirm, dem Docht, angeheftet werden. Daraus erbauen wir in uns die Mittlere Linie in dem Maß, in dem wir in der Lage sind, das Öl (Verlangen) in den Docht zu bringen.

Der Schirm kann nur einen kleinen Teil des Verlangens einschließen. Der Docht symbolisiert diesen Schaft, die dünne Linie, die der Maßstab der Angleichung zwischen unserem Verlangen und dem Licht ist. Der Schirm, oder die Mittlere Linie besteht aus diesen beiden Kräften – dem Öl und dem Docht, der rechten und der linken Linie.
Die rechte Linie ist Geben und Licht und die linke Linie ist das Empfangen, das Öl. Die Mittlere Linie, welche wir aus den beiden höheren Eigenschaften des Gebens und Empfangens erbauen, wird Seele genannt.

Kabbala Akademie

 

Eine gegenseitige Verbindung zwischen zwei Kräften

Frage: Was sind gute Beziehungen und wie beziehen sie sich auf die Spiritualität?

Meine Antwort: Die spirituelle Welt wird enthüllt, wenn jemand sich so ausrichten kann, dass er sich in einer korrekten, gegenseitigen Verbindung zwischen Gut und Böse befindet. Er tötet nicht das Böse und klebt nicht am Guten, sondern er schafft eine Verbindung, bei der die beiden Kräfte einander ergänzen. Es gibt nichts Böses ohne das Gute und nichts Gutes ohne das Böse; es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und keine Dunkelheit ohne Licht. Die mittlere Linie muss sie korrekt stabilisieren.

Wenn jemand korrekt handelt, indem er sich zwischen diesen beiden Linien ausrichtet, dann wird sein Egoismus ständig wachsen. Auf diese Weise kann er eine positive Kraft erzeugen. Er stellt sich dem Egoismus entgegen und erbaut sich selbst in der mittleren Linie. Dies fasst die gesamte Methode der Weisheit der Kabbala zusammen, und das ist Erziehung des Selbst.

Sobald eine Person korrekt zwischen den zwei Linien arbeitet, fühlt sie dann die höhere Welt in der mittleren Linie. Das ist der Naturzustand, der aus der exakten Balance zwischen der positiven und der negativen Kraft besteht.

Auf den Stufen von unbelebt, pflanzlich und belebt kooperieren diese Kräfte miteinander auf natürliche Weise, instinktiv, was keinerlei Arbeit erfordert. Aber auf der menschlichen Stufe müssen wir diese gute Kraft in der Natur finden, um die negative Kraft dadurch auszubalancieren und uns so weiter zu entwickeln. Menschen, die die schlimmsten auf der Welt überhaupt sind, können gleichzeitig höher steigen als alle.

Die beiden Kräfte findet man scheinbar außerhalb des Menschen, aber wenn wir dem dann nachgehen, erkennen wir die negative Kraft in uns und wir fühlen, welche positive Kraft wir brauchen, mit der wir die negative Kraft ausbalancieren können. All dies ist nur möglich, wenn wir korrekt miteinander in einer Zehnergruppe arbeiten.

Aus der russischen Kabbalalektion 7/3/16

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