Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Mishna'

Licht für die “Weisen des Herzens”

Das Einzige, was wir aus unserm Studium mitnehmen können ist, es in eine „übernatürliche Eigenschaft“ (Segula) umzuwandeln, um „das Licht, das umwandelt“ auf uns zu ziehen. Deshalb haben wir uns entschieden, die Bücher zu studieren, die uns Kabbalisten – das sind jene Menschen die ihre Korrektur bereits verwirklicht haben, die Enthüllung des Schöfpers und die Anheftung an Ihn die höhere Erlangung erreicht haben und zu den Wurzeln ihrer Seele zurückgekehrt sind – empfohlen haben.

Das heißt, sie haben ihren Auftrag erfüllt, der jedem Menschen in dieser Welt obliegt und haben ihren endgültigen korrigierten Zustand, Gmar Tikun – die Welt der Unendlichkeit, Vereinigung mit dem Schöpfer – erreicht. Deshalb hören wir auf ihre Unterweisungen und was sie uns raten ist – nur die kabbalistischen Bücher zu studieren – weil sie das Licht, das umwandelt in sich tragen.

Das Licht, das andere Bücher, die ebenfalls über die spirituelle Welt sprechen (wie die Tora, Mishna und Talmud), enthalten, ist nicht kraftvoll genug, um unsere Seelen zur Quelle zurückzuführen. Das bedeutet nicht, dass sie keine Spiritualität besitzen! Sie alle wurden von großen Kabbalisten geschrieben, die spirituelle Erlangung hatten. Aber diese Bücher sind nicht dazu bestimmt, uns die Kraft zur Korrektur zu geben. Daher nutzen wir sie nur als kleine Zugabe, während das gesamte Studium auf dem Buch Sohar mit den Kommentaren von Baal HaSulam, sowie auf dem Talmud Esser Sefirot basiert.

Genau das sind die Bücher, die uns das Umgebende Licht bringen, das am besten für die Seelen unserer Generation geeignet ist und die Kraft besitzt, uns zu korrigieren. Ein Mensch, der diese Bücher studiert, wird Weiser oder „Schüler eines Weisen“ (Talmid Hacham) genannt, denn er lernt vom Schöpfer (ein Weiser) über die Eigenschaft des Gebens. Dieser Mensch ist ein „Weiser des Herzens“, denn er möchte sein „Herz“ (seinen Willen zu geniessen) korrigieren, um es in ein Gefäß für das Licht von Chochma umzuwandeln.

Auf diese Weise betrachten wir unser Studium, unsere Gruppe, unseren Lehrer, die Verbreitung und unser gesamtes Leben, sodass alles zu einem Hilfsmittel wird, um diese „übernatürliche Kraft“ (Segula), zu erwerben – das Licht, das umwandelt. Das ist das Einzige, woran wir vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen denken sollten! Denn der ganze Erfolg eines Menschen hängt letztendlich von diesem Licht ab.

Kabbala Akademie

Die Schüler von Rabbi Akiva


Eine Frage, die ich erhielt: Sie haben gesagt, das die Schüler von Rabbi Akiva den Sohar und den Talmud geschrieben haben. Können Sie das genauer erklären?


Meine Antwort: Ich habe das gesagt, um zu betonen, dass die Tora von Rabbi Akiva zu uns kam, indem seine Schüler sie uns in Form der enthüllten Tora, des Talmud und der verhüllten Tora, der Kabbala vorlegten.

Rabbi Akiva hatte fünf bedeutende Schüler (von 24.000): Rabbi Meir, Rabbi Yehuda Bar Ilai, Rabbi Yossi, Rabbi Shimon Bar Yochai (Rashbi) und Rabbi Elazar Ben Shamoa. Rabbi Yehuda Bar Ilai ist der bekannteste Gelehrte der Mishna. Rabbi Yehuda HaNasi (ein Schüler der fünf bedeutenden Schüler Rabbi Akivas) vollendete die Mishna. Rabbi Shimon Bar Yochai (Rashbi) schrieb den Sohar.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Die Wahrheit gehört allen

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn Sie über den „Schöpfer“ sprechen, könnte man meinen, dass es um Religion geht. Können sie diesen Begriff in einer mehr alltäglichen und realitätsbezogenen Sprache erklären?

Meine Antwort: Ich verstehe, dass dieser Begriff unangenehme Assoziationen weckt und für jeden mit einer endlosen Zahl von Stereotypen verbunden ist. An der Wurzel der biblischen Geschichte jedoch liegt die Aufdeckung der Höheren Kraft für den Menschen und keine Religion hat einen alleinigen Anspruch auf diese Geschichte. Keiner hat je das alleinige Recht gepachtet „Ihn“ zu besitzen. Ganz im Gegenteil, jeder Mensch muss den Schöpfer für sich selbst entdecken. Die ersten, die dies tun, sind diejenigen, die spüren, dass es in ihnen etwas gibt, das korrigiert werden muss. So wie geschrieben steht: “ Ich habe die böse Neigung geschaffen und die Tora als Mittel zu ihrer Korrektur.“

Die Wissenschaft der Kabbala ist die wahre Tora. Tatsächlich wird sie „Tora-emet“ genannt ( wobei „emet“ Wahrheit bedeutet). Die gesamte Tora handelt nur vom spirituellen und gehört allen! In dem Maße wie jemand die Kabbala studiert und sich selbst korrigiert, wird er die Bedeutung dieser Worte verstehen.

Wir müssen daher unsere Haltung gegenüber von Baal HaSulam und anderen Kabbalisten gemachten Bezugnahmen auf die Tora, die Psalmen und die Mischna ändern. Ziel ist es nicht Worte auswendig zu lernen, sondern sie in uns zu spüren.

Angenommen jemand würde den gesamten Talmud auswendig kennen. Hätte er damit einen Teil seiner Seele korrigiert? Er würde in einer anderen Inkarnation auf diese Erde zurückkehren müssen, ganz so als hätte er in seinem Leben nichts erreicht. Es ist besser nur einen Satz zu kennen und durch die eigene Korrektur diesen Teil zu erfahren, ihn im eigenen Innern zu spüren. Dies ist wertvoller als tausende auswendig gelernte Seiten des Talmud.

Daher sollte man sich nicht durch Bezugnahmen auf den Tanach und Interpretationen durch weise Männer einschüchtern lassen. Man sollte einfach verstehen, worüber sie sprechen. Es ist schwierig kabbalistische Erklärungen mit Hilfe der weltlichen Sprache zu vermitteln. Es ist jedoch auch nicht notwendig. Das Buch der Psalmen beispielsweise wird von Menschen auf der ganzen Welt gelesen. Ebenso die Fünf Bücher Moses. Diese Texte sind mehr oder weniger allen vertraut. Man muss nur ihre wahre Bedeutung erklären und der Mensch wird verstehen, dass es sich hier um Texte einer ursprünglichen Quelle handelt. Diese Quelle gehört der ganzen Menschheit und enthält die Methode zur Korrektur der Seele. Wenn ein Mensch nicht das in der Tora enthaltene korrigierende Licht nutzt, dann hat er keine Tora. Alles, was er dann hat ist ein Buch, in dem Wörter gedruckt sind.

Verwandtes Material:
Blog-post: Enthüllung der Göttlichkeit (Baal HaSulam)
Blog-post: So lesen Sie die Tora richtig!
Blog-post: Der Schöpfer ist Ihr korrigiertes Selbst
Baal HaSulam: „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“

Kabbala ist die präziseste Sprache, um Spiritualität auszudrücken

Zwei Fragen, die ich über das Studium spiritueller Texte erhielt:

Frage: Kann Ihr Unterricht das Studium der Gemara ersetzen? Worin besteht die Verbindung zwischen Gemara und der Wissenschaft der Kabbala?

Meine Antwort: Gemara ist die Fortsetzung der Mishna. Beides sind Teile des Babylonischen Talmud. Alle diese Texte sprechen über den Schöpfer und die Schöpfung, die Korrektur der Schöpfung und das Erreichen des Zieles – Angleichung an den Schöpfer. Etwas anderes als das gibt es für einen Menschen in dieser Welt nicht zu tun; es ist der Grund, weshalb er hier ist.

Um dies zu erklären, gebrauchten Kabbalisten vier Sprachen: Tanach, Alachot, Agadot und die Sprache der Kabbala. Die Sprache der Kabbala ist die präziseste, und deshalb wird sie von Kabbalisten am häufigsten verwendet. Nur gelegentlich greifen sie auf eine andere Sprache zurück. Alle diese Texte sprechen nur über die Handlungen des Schöpfers. Deshalb werden diese Bücher „heilig“ genannt. Siehe Baal HaSulam´s Artikel „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“, den Abschnitt „Die vier Sprachen, die in der Weisheitslehre benutzt werden“ und meinen Artikel „Die Sprache der Kabbala“, den Abschnitt „Vier Sprachen“.

Frage: Nachdem ich Ihren Unterricht seit langer Zeit anhörte, kam ich schließlich zum Schluss, dass sie dieselbe Sache immer wieder wiederholen, und sie nur unterschiedlich ausdrücken. Tun Sie das absichtlich oder ist es für Sie nur bequemer und angenehmer keine neuen Dinge aus den Quellentexten zu enthüllen? Beispielsweise haben ich nie gehört, dass Sie neue Aspekte aus der Mikra (einer der biblischen Quellentexte) zu enthüllen versucht hätten. Aber Sie sind ein Kabbalist und sollten daher die innere Bedeutung dieser Schriften sehen.

Meine Antwort: In unserem Unterricht folgen wir einem bestimmten Programm, so wie es die Studenten von Rabash taten. Sie können dies mit jedem seiner Studenten nachprüfen. Ich diskutiere auch die wöchentlichen Kapitel der Tora in meinen TV Sendungen. Alle diese Programme sind im Internet verfügbar.

Verwandtes Material:
Blog-post: So lesen Sie die Tora richtig!
Blog-post: Zu beten bedeutet sich selbst zu richten
Baal HaSulam Artikel: Kommentar über „Der Baum des Lebens“ des ARI, Teil1
Artikel: Wer ist ein Kabbalist?
Artikel: Die verborgene Bedeutung der Bibel