Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Melodien der Liebe

Wenn wir die Melodien, die von Kabbalisten geschrieben wurden, singen, oder die Psalme oder andere Kabbalistische Schriften lesen, müssen wir verstehen, dass diese aus dem Zustand der Anhaftung an den Schöpfer geschrieben wurden.

Daher gibt es dort keine Probleme wie Traurigkeit, Pessimismus – oder Gefühle von Schwierigkeiten mit der Arbeit. All dies scheint uns als ein Ausdruck von Schwäche oder Traurigkeit – es sind ganz gegensätzliche Gefühle und kommen speziell aus der  Hoffnung, aus der Sehnsucht nach Liebe, aus dem Inneren Licht, das dich immer aus der Ferne anstrahlt.
Diese Melodien können traurig klingen, mit einem Gefühl der Schwere und Schwäche, aber ist ganz und gar nicht der Fall. Sie kommen aus einem leidenschaftlichen Wunsch der Anhaftung, Freude und Hingabe. Versuche, sie speziell auf diese Art zu singen und zu fühlen.
Dasselbe gilt für die Psalme. Die meist scheinbar tragische Poesie von David klagt darüber, wie er von anderen wegrennt, die ihn verfolgen und hassen, und er schon vom Schöpfer aufgegeben wurde – all diese wurden von einem hohen Level der Anhaftung geschrieben.
Wir müssen versuchen, genau das in diesen Melodien zu fühlen. [116548]

Aus der Vorbereitung zum tägl. Kabbalaunterricht, 11.9.13

Wenn die Seele mit der Welt schwingt

Frage: Ich bin ziemlich überzeugt von dem, was Baal HaSulam über die Tatsache sagt, dass für uns keine Möglichkeit besteht, die Spiritualität mit unserer physischen Denkweise zu begreifen, denn wenn mich jemand in sie hineinlocken wollte, würde man mir exakt das Gegenteil versprechen. Jedoch ist es immer noch schmerzhaft zu erkennen, dass ich unfähig bin, irgendetwas zu verstehen. Warum ist das so?

Antwort: Das ist so, weil du keine geistigen Organe der Wahrnehmung, Erkenntnis oder des Gefühls besitzt. Ich erinnere mich immer an eine anschauliche Begebung, als wir an einer musikalischen Bearbeitung von Baal HaSulams Melodien arbeiteten. Neben uns lag immer eine fette Katze des Hauseigentümers. Wir weinten und waren von Gefühlen überwältigt, während das Haustier völlig ungestört dalag. Lediglich sein Ohr zuckte gelegentlich, wenn die Musik allzu laut wurde.

Wir beide leben in körperlichen Leibern, in genau der gleichen Welt, jedoch eine Katze kann mich nicht verstehen. Sie entbehrt der Fähigkeit zu fühlen. Wie kann man einer Katze erklären, welche Gefühle wir durch die Musik auszudrücken wünschen?

Aber glaube mir, es ist eine weniger komplizierte Aufgabe eine Katze zu lehren, eine Symphonie zu verstehen, als für uns die Spiritualität zu begreifen. Im Grunde ist das Tier auf der gleichen Stufe in dieser Welt, während wir einen viel stärkeren Einfluss des Höheren Lichts benötigen um die spirituelle Welt zu fühlen.

Und dann, gemäss dieser Wahrnehmung wirst du unmittelbar anfangen zu verstehen, was jedes Wort, das ein Kabbalist sagt, bedeutet. Du wirst einige Wörter mit dem äusseren Hören vernehmen, jedoch die inneren Empfindungen werden beginnen sich in dir zu entfalten. Stelle dir vor, du würdest mit einer Katze sprechen und plötzlich versteht sie dich …

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 13.02.2011 – „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Die höhere Musik erhören

Der Sohar, Abschnitt „Lech Lecha“, Punkt 211: Der Schöpfer erschuf sieben Firmamente oben, welche die SaT (sieben Sefirot) von Azilut, ChaGaT NeHJM sind.

Alle existieren aus dem Grund, damit die Herrlichkeit des Schöpfers erkannt werden kann und durch sie die Bedeutung des hohen Glaubens bekannt wird.

Warum heißen Sefirot Firmamente? – Firmament bedeutet Schirm. Doch es existieren viele Arten von Schirmen. Wenn es sich um einen Schirm handelt, der die Stufen voneinander trennt, dann heißt er „Firmament“.

Die Rede ist nur von dem Verlangen, über dem ein Schirm aufgebaut ist, welcher das Licht reflektiert. Das Verlangen befindet sich in der Einschränkung, es verfügt über Awiut (Grobheit, Größe des Verlangens) und dementsprechend auch über die Kraft deren Überwindung – enthalten in dem Schirm.

Das sind alles technische Begriffe. Doch wenn wir mit Verlangen arbeiten und damit wie man diesen widersteht, enthüllen wir darin sinnliche Eindrücke.

Es gibt das Verlangen zu genießen, in dem diese oder jene Erscheinung enthüllt wird. Wir reden über die Erscheinung und nicht über das Verlangen an sich, das diese Erscheinung hervorruft.

Ich kann zum Beispiel die genaueste Erklärung über eine Geige, deren Aufbau und Material abliefern und erzählen, wie genau, mit welchem Druck und mit welcher Geschwindigkeit usw., ich den Geigenbogen über die Saiten führe. Ich kann aber auch den sinnlichen Eindruck der Melodie weitergeben.

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Spielen Sie Ihr Stück

Folgenden Text habe ich von Maxim Matushevsky, einem Moskauer Mitglied von Bnei Baruch erhalten:

Erinnern Sie sich an ihre ersten Schritte, als Sie begannen Musik zu lernen? Sie saßen auf einem unbequemen Hocker, die Füße berührten kaum den Boden. Vor Ihnen die widerspenstige und steife Tastatur, darüber ein Notenheft voller Kritzel, unleserlicher Zeichen und italienischen Notizen. Neben Ihnen der Lehrer.

Mit großer Mühe versuchten sie, die Zeichen im Notenheft zu entschlüsseln. Bei dem Versuch sie in der richtigen Reihenfolge mit dem richtigen Druck, auf die richtigen Tasten zu platzieren, brachen Sie sich beinahe die Finger. Ihr Lehrer war nicht erfreut. Sie betrachteten sich als einen Stümper und Versager.

Sie hassten den Komponisten. Es musste sich um einen Perversen handeln: „wie kann jemand so etwas komponieren?“

Er muss fünf Hände gehabt haben. Sie waren böse auf ihren Lehrer, auf ihre Eltern, Sie selbst und dieses dumme Instrument. Derweil schien draußen die Sonne. Die Jungs spielten Fußball und lachten.

„Nein! Ich werde das niemals spielen! Lasst mich gehen!“.

Die Tage vergingen. Ihre Finger haben sich daran gewöhnt, die richtigen Tasten zu schlagen. Sie können sogar Bruchstücke einer Melodie erkennen…Wow!- das klingt nicht schlecht!, denken sie sich.

Die Wochen vergingen. Sie schauen nicht mehr auf die Noten. Ihre Finger führen sie die Tastatur entlang. Sie ertappen sich dabei, wie sie diese schöne, vielschichtige und polyphone Melodie genießen! Sie sind stolz auf sich selbst, sie erleben ein Meer von Emotionen. Das ist es also, was der Komponist durchlebte als er diese schöne Musik schuf! Vielleicht sollte ich an dieser Stelle einen Akzent setzen? Sobald Sie es getan haben, weckt der neue Klang neue Emotionen.

Diese Musik ist wunderbar und grenzenlos! Sie fühlen eine Affinität mit dem Komponisten. Sie sind ihm dankbar, solche Erregung erleben zu dürfen. Sie sind ihrem Lehrer dankbar, der Sie nicht geschont hat und Sie veranlasst hat diese Musik lesen zu lernen.

Wo ist also die Freiheit? Die rigiden Harmoniegesetze beachtend, spielen Sie streng nach einer Vorlage, die jemand komponiert hat. Sie können jedoch ihren winzigen Beitrag durch die Ausführung und Interpretation der Komposition beitragen, ohne den Plan und die Unversehrtheit des Stückes zu korrumpieren. Es ist Ihr Instrument, Ihre Musik und sie wurde dazu komponiert, dass Sie sie spielen!

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Verwandtes Material:
Blog-post:  In dieser Welt sind wir programmiert, doch in der Höhere Welt gibt es Freiheit
Baal HaSulam Artikel: Die Freiheit

Ein Lied in Erinnerung an meinen Lehrer Rabash


Eine Frage, die ich erhielt (vom Deutschen Blog): Lieber Rav Laitman, das Lied, welches zum Todestag des Rabash komponiert wurde, habe ich gehört und war sehr gerührt, ja ich fühlte eine sehr große Verbundenheit, so, dass es fast schmerzte. Ewald Heinz Feuerstein.

Meine Antwort: Ich freue mich, dass Du darauf gestoßen bist. Ich poste diese alte kabbalistische Melodie für Dich, die wir während einer unserer Mahlzeiten gesungen haben: