Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt?

Kommentar: Ich werde gefragt, wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt? Der Kabbalist weiß, dass der wahre Krieg nicht irgendwo in der Welt stattfindet, sondern in unseren Herzen. Deshalb bittet er im Gebet darum, dass dieser innere Krieg aufhört – dass wir den Hass, der uns trennt, verabscheuen und versuchen, uns wie ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden. Nur so können wir diesen Krieg überwinden.

Der Sinn des Krieges ist es, die Größe des Schöpfers zu offenbaren und ihn über alle anderen Ziele und Verbindungen, die jeder von uns verfolgt, zu erheben. Erst wenn sich in uns, unseren Herzen eine echte Verbindung zueinander entfaltet, können wir sicher sein, dass wir unseren bösen Trieb besiegt haben.

Wenn der Krieg nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, in der materiellen Welt stattfindet, dann bleibt uns keine andere Wahl, als die gute Beziehung zwischen uns zu offenbaren, indem wir herausfinden, was uns alle daran hindert, uns als ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden.

Auf jeder Stufe sind viele Kräfte am Werk, die uns voneinander entfernen und unsere Verbindung erschweren. Wir müssen sie bekämpfen und nach den Kräften suchen, die uns helfen, einander näher zu kommen und uns zu verbinden, indem wir die Kräfte des Krieges besiegen.

Jede Kraft des Krieges zielt darauf ab, uns zu trennen und zu isolieren. Doch wenn der Mensch nicht mit anderen verbunden ist, dann hat er überhaupt keine Kraft, eine totale Null. Denn die Stärke eines Menschen ist eine Folge seiner Verbindung mit anderen. Trennt er sich davon, bleibt nur Leere. Deshalb müssen wir unablässig an die Einheit denken und für sie kämpfen.

Wenn wir echten Frieden in der Welt wollen, müssen wir uns vorstellen, dass wir alle in einer so engen Verbindung miteinander stehen, dass sie den Schöpfer dazu bewegt, sich in unserer Mitte zu offenbaren. So überwinden wir Schritt für Schritt die trennenden Kräfte – bis wir schließlich erkennen, dass wir alle miteinander verbunden sind und der Schöpfer im Zentrum unserer Einheit wohnt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Siegen im Krieg“,

 

In die Welt der Absichten eintreten

Frage: Warum sagten Sie, dass sich der Raum der Absichten am Anfang wie der Tod anfühlt und dann wie das Leben?

Antwort: Die Schwierigkeit besteht darin, rund um die Uhr mit den Gedanken an den Schöpfer zu leben – das wirkt ermüdend, man erkennt zunächst weder Sinn noch Nutzen.

Dem Menschen fehlt ein innerer Halt: Der Schöpfer ist ihm (noch) nicht offenbart worden. Er spürt nicht, dass die Beziehung zu Ihm das eigentliche Leben ist. Sie erfüllt ihn nicht; er lebt nicht in einer Wirklichkeit, in der er ständig mit dem Schöpfer verbunden ist. 

Die materielle Welt erscheint ihm weiterhin lebendig – voller Menschen, voller Ereignisse. Mit zunehmender Entwicklung erkennt er jedoch: Diese Welt ist leblos wie Stein. Die Menschen darin handeln nicht aus freiem Willen; sie sind nur Wirkungen von Kräften, nicht deren Ursprung.

Tritt der Mensch in die Welt der Absicht ein- denn alle spirituellen Welten, von

Assija, Brija, Jezira und Azilut bis Adam Kadmon und sogar die Unendlichkeit, bestehen aus Absichten –, beginnt er das wahre Leben zu empfinden: ein ewiges, vollkommenes Dasein, das unbegrenzt Entwicklung‑, Erkenntnis‑ und Verwirklichungsmöglichkeiten birgt. Nichts ist ihm von außen auferlegt; alles hängt allein von ihm ab. Das ist das wahre Leben. 

Doch solange er noch außerhalb dieser Welt der Absicht steht, wirkt der ständige Gedanke an den Schöpfer – die Fragen „Wie soll ich an Ihn denken? Was will Er von mir?“ – fast erdrückend, wie ein innerer Tod. Was der Schöpfer von ihm verlangt, fühlt sich leer und schwer an, da er darin noch keine Erfüllung, keine Lebenskraft spürt.

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Aus dem Unterricht zum Artikel „Bürgschaft“

 

Liebe bedeutet, die Wünsche des Nächsten zu erfüllen

Frage: Wo ist die Grenze zwischen der spirituellen und der materiellen Welt? Wie kann man sie überschreiten? Existiert diese Grenze überhaupt?

Antwort: Die Grenze zwischen der spirituellen und der materiellen Welt liegt im Menschen. Wir können alles nur im Verhältnis zum Menschen betrachten und messen. Daher ist unsere Einstellung zur Welt, zum Leben äußerst subjektiv: Solange man lebt, strahlt das Universum.

Wenn man sich aus seinem Egoismus, der psychologisch gesehen seine Natur ist, herauskommt und man sich darüber erhebt, beginnt man, das gesamte Universum aus einer völlig anderen Perspektive zu erfahren. Von innen heraus sieht man alles im Licht der Hingabe, Liebe und des Altruismus. Die Sinne nehmen ganz andere Eigenschaften und Werte wahr und deshalb sieht man die Welt in einem anderen Licht.

Frage: Warum nennt man das Liebe?

Antwort: Da man damit seinem Nächsten etwas Gutes tun will. In unserer Welt weiß man nicht, was Liebe ist. In der Kabbala wird Liebe als eine Haltung gegenüber seinem Nächsten beschrieben, bei der man den Wunsch der anderen erfüllen möchte. Das zu tun, was er sich wünscht bedeutet, ihn zu lieben.

Indem man seinen Nächsten wie sich selbst empfindet, erreicht man seine vollständige Korrektur – den Übergang von den Grenzen dieser Welt zu den Grenzen der nächsten Welt, der nächsten Stufe des Verstehens, der Erkenntnis. 

Kommentar: In der Physik gibt es ein interessantes Phänomen, das als Synergie bezeichnet wird, dabei ist ein System nicht gleich die Summe seiner Teilsysteme. Dies erinnert in gewisser Weise an das, was die Kabbala über die beeindruckende Verbindung sagt, bei der Menschen, die zusammenkommen, beginnen sich als ein Ganzes zu empfinden, das sich nicht mehr in einzelne Teile aufteilen lässt.

Antwort: Das Ganze ist weit mehr als die Summe seiner Teile.

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Aus dem russischen Unterricht

Verantwortung für seine Seele

Frage: Wen sollte ich,abgesehen von meinem Zehner, als mir näherstehend betrachten und ihn wie mich selbst lieben? Es ist sehr schwierig zu wissen, wie man diejenigen behandeln soll, die uns in der materiellen Welt am nächsten stehen, z.B. unsere Familienmitglieder.

Antwort: Wir müssen alle unsere Verwandten und alle Menschen, die wir in der Welt erleben, als Bestandteile unseres Verlangens wahrnehmen und richtig auf sie reagieren.

Die Welt ist mein Spiegelbild. Wenn ich in ihr etwas Fehlerhaftes sehe, zeigt das nur, dass ich nicht korrigiert bin. Wenn ich korrigiert wäre, würde ich die Welt als vollkommen gut und gütig, in völliger Hingabe und Liebe sehen. Wenn man es anders sieht, dann deshalb, da es jeder urteilende Mensch aus seinem eigenen unkorrigierten Zustand, aus seinem Egoismus betrachtet. Das ist das Erste. Das Zweite, man muss seine Verwandten so behandeln, wie es in dieser Welt angemessen ist: Ehemann, Ehefrau, Kinder, Eltern und so weiter. Was man in dieser Welt für sie tun soll, muss ich erfüllen.

Das ist sehr schwierig, vor allem wenn sie anfangen, Forderungen zu stellen, weil ich Kabbala studiere. Ich schränke sie ein, indem ich sage: „Das ist das, was ich tun kann, aber nicht mehr.“ Schließlich ist die Seele unser ewiger Bestandteil, ich kann sie nicht opfern, obwohl ich meine Eltern sehr liebe, die alles für mich getan haben.

Aber wenn ich das Beste für meine Seele tue, werde ich das Beste für sie tun. Wenn sie wüssten, wie großartig ich für meine Seele arbeite, würden sie mich bestimmt unterstützen.

Da sie es nicht wissen, nicht sehen und nicht verstehen, unterstützen sie es nicht. Was kann ich also tun? Der Schöpfer hat alles so geschaffen, dass ich ihnen auf der irdischen Stufe noch geben muss, was ich kann und nur ich bin für meine Seele verantwortlich.

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Aus dem Unterricht über „Fragen und Antworten“

Die Größe des Gebenden

Frage: Die Grundlage der spirituellen Welt ist die Bedeutung, die wir ihr beimessen. In den Urquellen heißt es, dass es nur ein Gramm Licht und ein Gramm Verlangen gibt, alles andere hängt davon ab, wie wir es behandeln, welche Bedeutung wir diesem oder jenem Ereignis beimessen. Wie geschieht das?

Antwort: Wir sind daran gewöhnt, dass in unserer Welt Wünsche, Füllungen eine gewisse metrische Größenordnung haben: Meter, Kubikmeter, Entfernungen, Tonnen usw.

In der spirituellen Welt gibt es keine irdischen Maße. Dort wird alles ausschließlich sinnlich gemessen, durch das Verhältnis von einem zum anderen. Wenn ich mich also um ein Gramm irgendeines Materials sorge, das für mich wertvoller sein kann als das ganze Universum und alles Leben, da, sagen wir, dieses Gramm die Geburt von neuem Lebens ist, dann behandle ich es als etwas, welches das ganze Universum ausfüllt. Für mich ist es größer als alles andere. Daran wird die spirituelle Größe eines Objekts gemessen.

Mit anderen Worten, ein spirituelles Objekt hat keine geometrische oder metrische Dimension und wird nur durch die Größe meiner Einstellung, meiner Aufmerksamkeit, der Größe des Objekts, in meinen Augen bestimmt. Das sind rein subjektive Maßstäbe.

Frage: Genießt der Mensch, der die Spiritualität offenbart oder ein Kabbalist nicht das, womit der Schöpfer ihn beschenkt, sondern wie wichtig der Schöpfer in seinen Augen ist?

Antwort: Er nimmt nicht wahr was der Schöpfer ihm gibt. Er empfindet ausschließlich die Größe dessen, was der Schöpfer ihm gibt.

Frage: Wenn wir ein Beispiel aus unserer Welt nehmen, sagen wir, dass eine Tasse Kaffee auch von dieser verbundenen Kraft ist. Ich kann einfach Kaffee trinken, wenn aber ein wichtiger Mensch ihn für mich zubereitet hat, werde ich natürlich nicht nur von dem Getränk erfüllt sein, sondern auch von der Wichtigkeit dieser Person, wie groß sie in meinen Augen und in den Augen der ganzen Gesellschaft ist. Funktioniert das so?

Antwort: Ja.

Bemerkung: Es muss aber trotzdem eine Materie geben…

Antwort: In unserer Welt muss es Materie geben. Deshalb beginnen wir mit der materiellen Welt, die geschaffen wurde, damit wir von ihr aus zu anderen, abstrakteren Kategorien übergehen können.

Frage: Ich sollte also alle Genüsse dieser Welt wie folgt behandeln: Sie werden mir vom Schöpfer gegeben und mir fehlt nur die Wichtigkeit desjenigen, der sie mir gibt?

Antwort: Ja, aber wenn ich anfange, eine Bedeutung gegenüber demjenigen zu entwickeln, von dem ich empfange und dies in mir größer ist als die Bedeutung des empfangenen Objekts, dann gehe ich zu anderen Dimensionen über.

Das heißt, das Objekt selbst spielt in meinen Augen keine Rolle. Es zählt allein die Größe desjenigen, der es mir gegeben hat. Ich gehe dann von den Wahrnehmungen unserer materiellen Welt zu den Dimensionen und Wahrnehmungen der Höheren Welt über: Ich habe es vom Schöpfer erhalten.

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Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände. Die Wichtigkeit der Spiritualität“

Wenn man sich nicht der Gruppe anschließt

Kommentar: Wenn man anfängt, Kabbala zu studieren, hört man normalerweise auf, die Dinge wahrzunehmen, die in der materiellen Welt existieren. Man kapselt sich sozusagen ab, man will nicht mit dieser Welt verbunden sein. Es ist, als ob man etwas Neues entdeckt hat, aber das Ergebnis führt zum Gegenteil…

Antwort: Das Ergebnis ist, dass der Egoismus des Menschen zunimmt, da er auf die nächste Stufe aufsteigen muss. Er wehrt sich aber, arbeitet nicht an seinem gewachsenen Ego, sondern verbleibt in ihm. So zieht ihn die materielle Welt mehr und mehr an, und er vertieft sich schon wieder in einen neuen Egoismus.  

Alle möglichen vergangenen Vergnügen, Genüsse, Errungenschaften erscheinen ihm plötzlich noch angenehmer als zuvor. Früher hat er sie abgelehnt, aber jetzt greift er wieder danach, da der Egoismus in ihm absichtlich gewachsen ist, damit er sich über ihn erheben kann! Das tut er aber nicht, er bleibt drin.

Frage: Macht das jeder durch?

Antwort: Natürlich! Normalerweise werden 90% der Menschen, die Kabbala studieren, an diesem Punkt „abgeschnitten“ und kehren in dieses Leben zurück, in diesen erhöhten Egoismus. Sie fügen sich durch das Studium der Kabbala mehr Egoismus hinzu, sie können nicht daran wachsen und kehren zu den weltlichen Angelegenheiten zurück: manche Leute malen Gemälde, manche machen Geschäfte oder etwas anderes.

Wenn man sich der Gruppe ernsthaft anschließt, wird man sich über das Ego erheben und weiter gehen.

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Aus dem Gespräch: „Mein Telefon hat geklingelt. Was ist von der Kabbala zu erwarten?“

Eine neue Realität die auf dem Geben aufgebaut ist

Kommentar: Welche Veränderungen muss man durchlaufen, um sich von der materiellen Wahrnehmung der Realität in den Parametern der Zeit, der Bewegung und des Raumes zu lösen um zur Erlangung der spirituellen Realität zu gelangen?

Wir nehmen die Realität in unserem Verlangen zu genießen wahr. Was wir innerhalb dieses Wunsches erleben, wird materielle Welt genannt. Wenn wir uns über die Definitionen von Zeit, Bewegung und Raum erheben, gelangen wir zu einer neuen Wahrnehmung – der spirituellen Welt.

Wir sind so sehr in den materiellen Achsen von Raum und Zeit gefangen, dass wir uns nicht vorstellen können, was außerhalb davon sein könnte. Es gibt die Wissenschaft der Kabbala die uns lehrt, wie wir eine neue Wahrnehmung erlangen (Kabbala=Empfang), d.h. einen Sinn für die spirituelle Welt bekommen, die sich in unseren neuen, spirituellen Sinnen offenbart und wie wir von den materiellen zu spirituellen Empfindungen übergehen können. Das ist das Ziel des Menschen.

Das Leben in dieser Welt ist dazu bestimmt, von der materiellen zur spirituellen Wahrnehmung überzugehen. Die Kabbalisten geben uns Ratschläge, wie wir diesen Wandel in uns selbst vollziehen können, um von der materiellen Welt, die auf das Empfangen basiert, zur spirituellen Welt des Gebens zu gelangen.

In dem Maß in dem es uns gelingt, unsere egoistischen Sinne durch altruistische zu ersetzen, werden wir in der Lage sein, die höhere Welt zu erreichen, d. h. die mit den neuen Sinnen wahrgenommene Realität, die auf dem Geben und der Verbindung aufgebaut ist.

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Aus einer Lektion über „Wahrnehmung der Wirklichkeit“, 27.01.2023

Grenze ohne Grenzschutz

Um in die spirituelle Welt einzutreten, braucht man nur ein Bestreben – sich mit all jenen zu verbinden, die bereit sind, diese egoistische Welt zu verlassen und in die spirituelle Welt einzutreten, um das gesamte Universum von einem zum anderen Ende zu sehen, diese Realität zu verstehen und mit ihr arbeiten zu können.

Die Grenze zwischen der materiellen und der spirituellen Welt liegt in uns. Es handelt sich weder um eine Mauer noch um eine geschlossene Schranke, sondern um eine psychologische Barriere. An dieser Grenze wird weder der Pass kontrolliert noch Fragen gestellt, wie lange ihr Aufenthalt dauern wird. Wenn man sich der Grenze zur spirituellen Welt soweit nähern kann, dass die eigenen Eigenschaften übereinstimmen, wird die Grenze automatisch geöffnet und man kann sie passieren.

Alles hängt ausschließlich von der Korrektur unserer Eigenschaften ab. Wir arbeiten deshalb in der Gruppe an unseren Eigenschaften, um uns gegenseitig anzunähern. In dem Maße, in dem wir uns annähern, nähern wir uns auch der Grenze zur spirituellen Welt. Sobald es uns gelingt, die erste Verbindung zu erreichen, werden wir die Grenze überschreiten.

Aus dem Unterricht zum Thema „Pessach“ von 12.04.2022.

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Unsere Welt ist ein Abdruck der Welt von Assija.

Frage: Unsere Welt ist Teil der Welt von Assija und somit gehört sie quasi zu den spirituellen Welten. Aber sie unterscheiden sich im Maß des Gebens, und das ist in unserer Welt nicht der Fall. Vielleicht erschien unsere Welt getrennt, nicht als Teil der spirituellen Welten? Schließlich ist dies eine andere Existenzqualität. Warum gehört sie denn diesem System an?  

Antwort: Zuerst einmal wird von Baal HaSulam darüber geschrieben. Das ist die allererste und einfachste Antwort. Ich beziehe mich immer auf die Primärquellen.

Zweitens befindet sich unsere Welt unter allen spirituellen Welten und ist der Abdruck der Welt von Assija, wo es die gleichen Elemente wie in den spirituellen Welten gibt. Der Unterschied besteht darin, dass diese Elemente in den spirituellen Welten durch das Gesetz des Gebens, der Liebe, der gegenseitigen Vereinigung und in unserer Welt dagegen durch das Gesetz des Empfangens und der Ablehnung  verbunden sind.

Im Detail sind unsere Welt und die spirituelle Welt absolut identisch. Aber man darf nicht behaupten, dass unsere Welt separat geschaffen wurde. Man kann sich alles mögliche einbilden, aber wir gehen von dem aus, was die Kabbala sagt. Das ist alles, was ich sagen kann.

Lest die Primärquellen. Es ist dort alles ein wenig mehr beschrieben und erklärt, als wir es in unseren Unterrichten durchsprechen können. Ich denke, ihr müsst das alles einfach sehr gut durchkauen, runterschlucken und verdauen. 

Somit bekommt ihr nicht nur ein Verständnis, sondern auch ein Gefühl dafür, wie sehr unsere materielle Welt mit der spirituellen Welt verbunden ist: in welchen Aspekten sind sie ähnlich, was unterscheidet sie, inwiefern kann unsere Welt von der spirituellen Welt beeinflusst werden und so weiter.

Wenn wir über die Ähnlichkeit unserer Welt mit der höheren Welt sprechen, meinen wir nur ihre Struktur, aber nicht die Eigenschaften und ihre Steuerung. Obwohl unsere Welt ein Abdruck der höheren Welt ist, besteht sie aus einem völlig anderen Material. Die spirituelle Welt ist ein Material der Hingabe, der Liebe, der Einheit, und unsere Welt ist ihr absolut entgegengesetzt, sie ist egoistisch.

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Aus dem russischen Unterricht, 06.10.2019

Kabbalisten sind die Seelen, welche die Generation beleben

Der Artikel von Baal HaSulam „Das Vorwort zum Buch Panim Meirot“, Punkt 8: Das soll dir klar machen, wie dankbar wir unseren Lehrern sein sollen, die ihre spirituellen Lichter und Seelen an uns weiterleiten, um unseren Seelen Genuss zu schenken, die am Scheideweg stehen zwischen dem Weg schwerer Leiden und dem Weg der Tora.

Sie erretten uns von der Hölle, die schlimmer ist als der Tod. Sie lehren uns, uns um den himmlischen Genuss zu bemühen, helfen uns, die erhabene und feine Höhe zu erklimmen, die für uns von Anfang an bestimmt ist, bereit ist und uns erwartet.

Man muss diese großen Kabbalisten nicht als die einst lebenden Menschen betrachten, sondern als Teile eines riesigen Systems – einer Seele.

Der Kabbalist ist eine Seele, die den Schöpfer begreift, offenbart und fühlt, er befindet sich im allgemeinen System der Seelen, Adam Rishon, als sein aktiver Teil, und agiert wie das Übergangsglied, das uns mit der Geisteswelt verbindet, während wir sie noch nicht bewusst empfinden. Das heißt, der Verdienst des Kabbalisten besteht nicht nur darin, uns das Buch seiner Werke zu hinterlassen, sondern in der Verwirklichung der Verbindung zwischen unseren Seelen und dem allgemeinen System! Wir empfinden ihre Seelen nicht, aber sie verbinden unsere Seelen (die Punkte im Herzen) mit dem allgemeinen System, lassen unsere gegenseitige Verbindung zu, und helfen uns, im System eingeschlossen zu werden.

Auf diese Weise erreicht uns der Strom des Lichtes, der im System fließt und uns belebt, damit wir uns ins System aktiv einreihen können, um zu seinen aktiven integrierten Teilen zu werden. Darin besteht die Arbeit der Kabbalisten in allen Generationen, die uns das Leben innerhalb dieses geistigen Systems gewährleisten. Wir befinden uns darin in Form der Punkte, die sich dort unbewusst aufhalten. Und sie helfen uns, indem sie die umgebenden und die inneren Lichter weitergeben, die im System leuchten, und die uns erwecken. Deshalb geht das Leben des Kabbalisten mit dem Tod seines physischen Körpers nicht zu Ende. Wir sprechen über seine Seele, die in der allgemeinen Gesamtheit der Seelen existiert und einwirkt, unabhängig davon, ob sich sein Körper in der materiellen Welt befindet oder nicht. Diese Seele ist ein aktiver und naher Teil dieses Systems (wie zum Beispiel, Baal HaSulam oder Rabasch). Unsere kabbalistische Gruppe stellt das geistige Organ der allgemeinen Seele dar, und sie sorgt sich um uns.

Darüber wurde eben gesagt, dass wir „unseren Lehrern dankbar sein sollen, die uns geistige Lichter weitergeben“ – die, gerade jetzt weiter geben! Wir gehen nicht von einem System in ein anderes über – sondern befinden uns immer innerhalb eines Systems und kommen darin zum größeren Bewusstsein.

Aus dem Unterricht über dem Artikel „Das Vorwort zu „Panim Meirot““, 

 

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

 

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