Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Volk Israel: die Chanukka-Menora soll die Welt erhellen

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für das Feiern von Chanukka, dem Lichterfest, als die aktuelle Zeit, in der die Welt von Zwietracht geprägt ist und Licht so sehr gebraucht wird. Die Menschheit sieht sich heute mit den Auswirkungen eines globalen Virus konfrontiert, der im Grunde in jeden Winkel des Planeten eingedrungen ist, während sich die Pandemie des Hasses und der Trennung weltweit weiter ausbreitet. Gerade die jüdische Nation hat die Kraft, die Liebe über den Hass und das Licht über die Dunkelheit zu entzünden.

Das Wort „Chanukka“, von hebräisch „Hanu-Koh“, oder „Park hier“, bezieht sich eigentlich auf einen spirituellen Prozess. Es repräsentiert die erste Stufe der spirituellen Entwicklung, in der wir beginnen, das Verlangen nach selbstsüchtigen Genuss zu korrigieren und es in ein Verlangen umzuwandeln, anderen etwas zu schenken – ein Zustand, der uns von der Dunkelheit der Trennung, von Konflikten, Streitereien, rücksichtslosem Konkurrenzdenken und dem Drang, andere auszubeuten und zu dominieren, befreit.

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Der Feiertag des ersten Sieges über sich selbst

Unser egoistischer Wunsch heißt „die Griechen“ oder das „Wissen“, was bedeutet, dass wir mittels unserer Vernunft und unserem heutigen Gefühl vorankommen wollen. Denn worauf können wir uns eigentlich noch verlassen oder stützen? Nur darauf, was wir schon haben. Hier entsteht aber ein Problem, weil wir mit diesen Kelim nicht die spirituelle Welt betreten können.

Aber die spirituelle Welt befindet sich hier und jetzt und es existiert keine Entfernung, die wir überwinden müssen, sondern nur eine Dimension, in der wir sie begreifen müssen.

Wir begreifen die spirituelle Welt in unseren zusätzlichen Sinnesorganen, die wir über dem eigenen Wissen und der Rationalität entwickeln müssen, d.h. über dem Ego, das wir hierzu richtig vorbereiten müssen, um darin zum ersten Mal zu beginnen, die spirituelle Welt wahrzunehmen.

Der Krieg ‚Makkabäer ‚beschreibt diesen Prozess symbolisch und der Sieg in diesem Krieg heißt Chanukka, was „sie blieben hier stehen“ oder „Chanu Ko“, die Erholung auf dem Wege bedeutet. Dieser Zustand heißt „Chafez Chessed“ (nichts für sich zu wünschen) oder Bina, die als Offenbarung des Schöpfers oder die erste Korrektur des Egos verstanden wird.

Auf dieser Etappe erhebt sich der Mensch über sein Ego und beginnt, die zusätzliche Empfindung zu entwickeln, die mit „dem Geben“ bezeichnet wird. Mit ihrer Hilfe beginnt er, die spirituelle Welt zu empfinden. Obwohl der Mensch die spirituelle Welt empfindet, verhält er sich in dieser Realität immer noch passiv, wie der Embryo im Fruchtwasser.

Es heißt „die Erholung“ eben, weil der Mensch in Wirklichkeit noch nicht bereit ist, über das klare Wissen und die Wahrnehmung zu verfügen, die „das Begreifen“, die Klarheit und die Offenbarung beinhalten, wonach er zum Schöpfer wird und die ganze spirituelle Welt lenkt. Wenn man diesen Zustand und die Situation mit dem Gast und dem Gastgeber gegenüberstellt und den wachsenden Wunsch zu genießen nicht beachtet, befindet man sich dann auf der Stufe von Chanukka, wo der Mensch auf das Empfangen verzichtet. Es ist schon eine geistige Arbeit des Menschen, d.h. er möchte nichts bekommen, an der Spiritualität nicht aktiv teilnehmen, sondern darin nur anwesend sein.

Deshalb ist es an diesem Feiertag verboten, das Kerzenlicht zu benutzen und es nur anschauen. Dazu wird es angenommen, dass zur Chanukka ein Wunder geschieht, weil der Ausgang aus unserem Ego nach draußen erfolgt, anders gesagt das Wunder des Sieges über die Selbstsucht, nach dem Auszug aus Ägypten: die Befreiung von den Wünschen und den Gedanken, die uns in dieser Welt festhalten und nicht zulassen, die spirituelle Welt zu empfinden.

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Das Wunder von Chanukka

Frage: Auf Chanukka geschah ein Wunder, als eine Kerze, die nur einen Tag brennen konnte, acht Tage brannte. Was ist eine Kerze, ein Docht und ein Öl aus kabbalistischer Perspektive?

Antwort: Eine Kerze ist ein Fass, in dem Öl und ein Docht schwimmen. Dank dem Docht können wir das Öl anzünden, das den Docht hinaufsteigt und verbrennt. Getrennt werden das Öl und der Docht nicht brennen, aber wenn das Öl in den Docht eindringt, leuchtet die Kerze auf.

Der Docht verkörpert die Zurückweisung des Lichts. Das Öl stellt den Brennstoff dar, kann jedoch nicht von selbst verbrennen. Deshalb müssen wir verstehen, dass unser wachsender Egoismus durch unsere Arbeit in sein Gegenteil umgewandelt wird, wie es geschrieben steht: „Der böse Engel wird zum guten Engel“ oder „Der Engel des Todes wird zum Engel des Lebens.“

Die Makkabäer fanden das Ölfass, da sie versuchten, die Qualität der Liebe und des Gebens, die Verbindung zwischen ihnen zu erlangen und sie konnten es anzünden, weil sie großen Widerstand gegen jene Bevölkerungsgruppen empfanden, die sich mit den griechischen Götzen vereinigten und eine griechischen Tempel in Jerusalem bauten.

Der Krieg der Makkabäer war innerlich, nicht äußerlich wie bei den Griechen oder den Hellenisten innerhalb Israels. Als sie ihren egoistischen Widerstand überwanden, verwandelten sie ihren Ärger zwischen ihnen in den Docht im Öl und konnten ihn so anzünden.

Daher verkörpert das Ölfass mit einem Docht die spirituelle Arbeit der Person. Es bedeutet nichts, einfach ein Fass zu finden – Hauptsache, es anzünden zu können. Als sich die Makkabäer durch die Überwindung des Widerstands ihrer Egos vereinigten, stellte sich heraus, dass das Fass in der Lage war, den Docht in das Licht zu stecken. Mit anderen Worten, sie verwandelten ihren Egoismus und es begann, vom höherem Licht erleuchtet zu werden und ihre Seelen beleuchteten sich, beleuchtet vom Licht. Dies ist das Wunder von Chanukka.

Frage: Warum brannte die Kerze acht Tage anstatt eines?

Antwort:  Wenn Sie zum Zwecke der Liebe und des Gebens arbeiten, steigen Sie höher auf. Es gibt acht Sefirot von Malchut  bis Bina, acht Teile der Wünsche. Obwohl es nur eine Malchut gibt, erleuchtet der Widerstand, dh. der Glaube über die Vernunft, alle Sefirot bis zum höchsten – Bina.

Die Makkabäer konnten die wahre Qualität des Gebens erreichen, was Glaube über  Vernunft genannt wird. Die Vernunft ist in Malchut, während der Glaube – in Bina ist.

Der Aufstieg von Malchut nach Bina verkörpert das Wunder von Chanukka.

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Dem Verstand enstprechend leben oder der Liebe entsprechend leben.

klatschendFrage: Die Feiertage von Channukah beginnen und erinnern uns an den Sieg der Makkabäer in dem Krieg gegen die Griechen. Was ist die tiefere Bedeutung ihres Wiederstandes?

Antwort: „ Die Griechen“ ist mein Verlangen zu genießen; mein Egoismus der mir sagt:“ Hör zu, du musst dich auf deinen logischen Verstand und deine Instinkte verlassen. Wir müssen im Verstand leben. Du kannst dein Leben rational gestalten und jede Möglichkeit evaluieren und abwägen. Sei wie alle anderen auch.“

Dies ist die Griechische Herangehensweise. Es ist korrekt und gut, jeder mag es und es gibt nichts dagegen einzuwenden. Es ist wahr, dass die Welt es nicht realisieren kann, weil unser Zustand weit vom Paradies entfernt ist. Nichtsdestotrotz haben wir keine anderen Werkzeuge die klar sind, logisch, belegt durch die Wissenschaft und Psychologie, basierend auf einer soliden Grundlage und mit Verstand und Begründung nachvollziehbar.

Aber es gibt eine andere Sichtweise: die der „Makkabäer.“

„Nein,“ sagt der Makkabäer, „ wir wollen so nicht vegetieren. Wir wollen nach Abrahams Gesetzen leben, der die Grundlage für die Juden gelegt hat, nach dem Prinzip der Liebe für andere wie für einen selbst. Das ist was wir erlangen müssen.“

Der Grieche, in mir, antwortet: „Ehrlich gesagt hast du 100% recht.“

Aber warte, wie soll das funktionieren? Schlussendlich hat er gerade das Gegenteil behauptet. Es stellt sich heraus, dass beide recht haben?

„Ja,“setzt der Grieche fort, „ selbstverständlich würde ich gerne im Sinne der Liebe leben. Aber das ist eine unerreichbare Utopie. Habt ihr eine Pille die ich schlucken kann, die mir versichern kann, dass alle Menschen auf der Erde einander lieben werden? Kann man Verbindung durchsetzen, gegenseitige Fürsorge, Hilfe, Bürgschaft und Gleichheit überall anwenden? Bist du in der Lage alle miteinander zu befreunden?

Doch das Problem der Makkabäer ist, das sie irrational und unrealistisch sind. Das Selbe wird über die Wissenschaft der Kabbala gesagt: „Warum wird das gebraucht? Es ist doch viel erstrebenswerter richtigen Erfolg im Leben zu erlangen. Ein oberflächliches Interesse an höhere Dimensionen kann hilfreich sein, aber dem mein ganzes Leben zu widmen ist dann doch etwas übertrieben. Es ist nicht logisch.“

Das ist warum die  Makkabäer zu Beginn klein und schwach waren. Sie hatten nichts um mich zu überzeugen. Ein kleiner Makkabäer versteckt sich in meinem Inneren und ein großer strammer Grieche hat sich vollständig in mir etabliert. Welcher Krieg wird zwischen ihnen entfacht?

Ich erhalte eine Antwort die mir sagt:“ Auch wenn du das äußere Bild aufgibst, so verstehst du, dass es keinen anderen Weg gibt. Wir müssen absolute Verbindung erreichen, was Liebe ist und dann wirst du beginnen eine richtige Gruppe zu bilden. Dort wirst du das Licht anziehen, welches eine spezielle Kraft ist die der Natur innewohnt, die dir zur Verfügung steht. Du hast nur einen kleinen Funken, aber die Natur hat ein großes Licht und du kannst es anziehen.“

Dann wird dir bewusst werden, dass die gesamte Welt nur ein Theater der Illusion war. Es wird verschwinden und verblassen; wie in den Hollywood-Filmen. Sie wird sich auflösen und es wird klar sein, dass das Gesamtbild pure Illusion war.

Dies wird unter einer Bedingung geschehen: Dass du deinen Funken, deine Kerze mit dem gesamten Licht der Welt vereinst. Um die Notwendigkeit zu fühlen, musst du Anstrengungen auf dich nehmen, die deinem Verstand entgegengesetzt sind.

Frage: Wie kann ich das meiner Familie erklären, wenn sie weit davon entfernt sind in solchen Dimensionen zu denken während die Chanukka Kerzen gezündet werden? Wie kann ich sie, zumindest ein kleines Stück damit vertraut machen?

Antwort: Die Makkabäer haben den Krieg gewonnen, weil sie sich verbunden haben. Sie haben es ihrem Volk als notwendigen Schritt erklärt.

Deshalb ist es nicht notwendig darauf hinzuweisen während der Krieg stattfindet. Es geschieht bereits. Wenn wir uns jetzt verbinden wird es keinen Krieg geben.  Dadurch werden wir alle negativen Kräfte neutralisieren.

Also lasst uns diese Einheit erlangen. Was kann schon schlimmes passieren? Nichts. Wir müssen uns nur ein bisschen anstrengen. Das ist was die Chanukkia uns erzählen will: Durch Verbindung werden wir die größte Schlacht schlagen.

 

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Aus dem 5 Teil der täglichen Morgenlektion, Schriften von Rabash, 16/12/14

Der Krieg der Makkabäer in uns

Der Krieg der Makkabäer und der Feiertag Chanukka waren keine zufälligen historischen Ereignisse. Diese Geschichte beschreibt, wie ein Mensch seine Seele erbaut und das Licht darin entzündet, was durch die heilige Kanne mit Öl symbolisiert wird, die wir in uns selbst finden müssen, inmitten des ganzen Zerbruchs. Es gibt einen Teil in uns, den wir nur entzünden können, wenn wir ihn auch finden!

Wenn er entfacht wird, werden wir dadurch unseren Egoismus auf eine spezielle Weise korrigieren. Dadurch erhalten wir die Möglichkeit, das heilige Öl vorzubereiten, was bedeutet, dass wir bereit dafür sind, Malchut in uns selbst zu korrigieren.

Das heilige Öl ist das Verlangen zu Geben und zu lieben, ohne eine Belohnung für sich selbst zu erwarten. Das Öl ist das Verlangen. Das herkömmliche Öl sind die egoistischen Verlangen, wohingegen das heilige Öl das Verlangen zu Empfangen mit der Absicht zu geben ist. Der Funke, den wir erhalten, um unsere inneren Arbeit zu beginnen, ist wie eine kleine Kerze, die jeder Mensch braucht, um in sich selbst zu suchen. Wenn wir in der Lage sind, diesen Funken zum Leuchten zu bringen, werden wir beginnen unser größtes egoistisches Verlangen zu korrigieren oder das Öl für den Leuchter vorzubereiten.

„Chanukka“ stammt von den Wörtern „Chanu Ko“ ab, was so viel wie „sie stoppten hier“ bedeutet. Dies ist eine kurze Verschnaufpause in der Mitte des Weges zwischen den inneren Zuständen, welche Rosh Hashana und Yom Kippur, am Anfang des Weges, genannt werden, und Purim – die Endkorrektur.

Während Chanukka korrigieren wir nur die Kelim des Gebens, wie wir eine Kerze entzünden über unserem Verlangen zu Empfangen. Danach, wenn wir das Purimfest erreichen, benutzen wir das Verlangen selbst. Deshalb ist das Symbol für Purim nicht eine Kerze, die über dem Öl (Verlangen) brennt, sondern Wein, das Licht welches das Verlangen füllt.

Um eine Kerze anzuzünden, müssen wir Malchut mit Bina vereinen, das Verlangen zu Empfangen und das Verlangen zu geben, um dies in Bina erleuchten zu lassen. Das ist die Bedeutung des Feiertages von Chanukka, wenn wir Malchut zu Bina erheben, und dadurch Malchut zu einem Teil von Bina wird, indem wir ihre Kraft des Verlangens (von Malchut) hinzufügen.

Dann wird das Licht in Bina leuchten, im Docht, der sich aus dem Öl erhebt. Der Docht ist Seir Anpin, was als Mittlere Linie bezeichnet wird. Sie verbindet das Öl, Malchut, mit dem Licht, Bina.

All dies geschieht oberhalb unseres Verlangens. Dies ist eine Korrektur, in der wir die Eigenschaft des Gebens, durch unseren Willen zu Empfangen oberhalb unserer egoistischen Eigenschaften, erreichen. Dadurch erreichen wir den Zustand, genannt Teshuva mi Ira – Geben um zu Geben.

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