Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Liebe zu den Geschöpfen'

Man sollte mit der Liebe zu den Menschen beginnen

Wir bewegen uns von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer. Die Liebe zum Schöpfer ist die vollkommene Liebe im ganzen System, wo sich das Licht und das Gefäß gemeinsam entfalten und sich gegenseitig unterstützen.

Aber wir müssen mit der Liebe zu den Geschöpfen anfangen, das heißt, wir müssen uns im Zehner einander annähern, bis wir keinen Unterschied mehr zwischen uns spüren, damit unsere Wünsche und Gefühle zu einem gemeinsamen Gefühl verschmelzen. Jeder muss dabei die anderen ergänzen. Es geht nicht um eine physische Verbindung, die auf der tierischen Ebene stattfindet, sondern um eine menschliche, also nicht auf der körperlichen, sondern auf der emotionalen Ebene.

Diese Verbindung beginnt mit grundlosem Hass, also ohne jede Erklärung, außer dass es vom Schöpfer so erschaffen wurde. Und von dort müssen wir zu brüderlicher Liebe kommen, wie ein Mensch mit einem Herzen.

Wir dürfen uns nicht die Welt als Vorbild nehmen, wo es Streit gibt und alle sich wie streitsüchtige Kinder messen. Wir müssen den Ratschlägen der Kabbalisten folgen und uns selbst in der letzten Phase der Verwirklichung des Korrekturprozesses sehen. Wir haben über Tausende von Jahren viele Lebenszyklen auf dieser Erde durchlaufen.

Und es ist kein Zufall, dass wir jetzt die Wissenschaft der Kabbala für uns entdeckt haben: In dieser Welt gibt es nichts Zufälliges, alles ist aus dem System der gemeinsamen Seele berechnet. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und eine Vereinigung erreichen. Wenn jemand ausfällt – was soll man machen, das ist wohl sein Schicksal. Aber wir werden versuchen, unser System zusammenzufügen und zu einer gegenseitigen Verbindung zu kommen, die auf Gleichheit und Liebe basiert.

Denn Liebe ist die stärkste Verbindung, die es gibt.

„Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“, denn der Schöpfer ist das gemeinsame System, das sich uns offenbart. Der Schöpfer ist die Gesamtheit, die Summe aller Seelen und der Grund für ihre Erschaffung, er ist die Quelle.

Liebe bedeutet vollständige gegenseitige Verbindung, bei der jeder nur danach strebt, die anderen zu ergänzen. Das ist die Form der Existenz der gemeinsamen Seele.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Ein Fußgänger, der von Punkt A nach Punkt B geht

Frage: Ist es möglich, immer im Glauben über dem Verstand zu gehen?

Antwort: Natürlich nicht. Aber wir Kabbalisten diskutieren nicht darüber, ob wir so gehen können oder nicht. Wir sind einfach dazu verpflichtet!

Wenn wir es nicht können, bitten wir um Hilfe und der Schöpfer erledigt diese Arbeit für uns! Die ganze Arbeit ist die Arbeit des Schöpfers, nicht die des Menschen. Aber wir müssen Ihn bitten, diese Arbeit zu erledigen.

Der Mensch muss versuchen, sie bis zum Ende zu erledigen! Obwohl ihm von Anfang an klar ist, dass ihn am Ende ein Misserfolg erwartet, wenn er das Ziel aus eigener Kraft erreichen will. Aber das Glück besteht darin, dass er entdeckt, dass der Schöpfer dies tun wird, und weiß, wie er ihn darum bitten kann.

Ich befinde mich immer in einem solchen Zustand und bewege mich auf einer geraden Linie zwischen dem Ausgangspunkt (dem aktuellen Punkt) und dem Endziel, das ich unbedingt erreichen muss.

Der Endpunkt ist das Geben, die Liebe zum Schöpfer und zu seinen Geschöpfen, der Glaube über dem Verstand, das Geben über dem Empfangen. Wenn ich den Ausgangspunkt verlasse, muss ich zum Endpunkt gelangen.

Auf dem Weg dorthin habe ich:

  1. Teil: Tu alles, was in deiner Macht steht! Das ist das Wichtigste.
  2. Teil: völlige Enttäuschung über meine Kräfte.
  3. Teil: die Erkenntnis, dass nur der Schöpfer mich retten kann.
  4. Teil: hier beginne ich mit Ihm zusammen im Geben (Hafetz Chessed) und in der Liebe zu arbeiten.

Am Anfang muss ich wissen, dass ich unbedingt bis zum Ziel kommen werde, und auf meine Kräfte vertrauen! Ich kann nicht untätig bleiben und auf ein Eingreifen von oben warten.

Wenn ich mich in der ersten Phase nicht bis zum Ende verausgabt habe, nicht alles in meiner Macht Stehende getan habe, werde ich niemals zur Verzweiflung gelangen, nie meine Verzweiflung erkennen und somit niemals begreifen, dass ich die Hilfe des Schöpfers brauche. Wie soll ich dann das Licht hervorbringen, das mich zur Quelle zurückführt?

Eine Etappe folgt auf die andere, bestimmt und formt den nächsten Zustand. Der Mensch weiß nicht genau, wo er sich befindet und was ihn auf der nächsten Etappe, im nächsten Augenblick erwartet. Jeder Fortschritt wird durch seinen Druck erzielt.

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Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash

 

 

Zehn Gebote der Vereinigung

Frage: Am Feiertag „Schawuot“, der die Gabe der Tora symbolisiert, bitte erklären Sie den Sinn der zehn Gebote – welche am Berg Sinai ausgesprochen wurden und die man jeden Tag wiederholen muss?

Antwort: Für uns bedeuten die zehn Gebote vor allem die Prüfung unserer Verlangen bezüglich der Vereinigung. Es handelt sich nur um die Vereinigung.

Die Gabe der Tora erfolgt nachdem das Volk die Bedingungen der gegenseitigen Bürgschaft, wie ein Mensch mit einem Herzen am Fuß des Berges annimmt. Das heißt, wir verstehen, dass über uns der Berg unserer Selbstsucht erhöht wird, und wir können auf diesen Berg nur mit einem Punkt im Herzen hinaufsteigen. Dieser Punkt heißt Mosche, weil er uns aus unserem Ego herauszieht.

Der Berg Sinai ist riesig, wie der Babylonische Turm und sogar noch größer. Wir haben uns an seinem Fuß versammelt und sind bereit, an diesem Berg unserer Selbstsucht zu stehen. Das heißt, wir sind einverstanden, unsere private Selbstsucht an den Berg abzugeben, um sie nicht zu fürchten, um ungeachtet dieses Berges des Hasses, nach der Einheit zu streben. Obwohl das ganze Ziel unserer Selbstsucht darin besteht, gegen die Vereinigung zu protestieren.

Wenn wir uns so verbinden, dann fordern wir die Offenbarung der Kraft des Gebens innerhalb unserer Einheit. Denn das Streben zur Vereinigung symbolisiert das spirituelle Gefäß, das Verlangen zum gegenseitigen Geben, wie es gesagt wird: „Von der Liebe zu den Geschöpfen – zur Liebe zum Schöpfer“. So nehmen wir die Bedingung der Nächstenliebe, wie zu sich selbst wahr. [136553]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 03/06/14