Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Unendlicher Genuss statt „Black Friday“

Frage: Ich habe so lange auf den „Black Friday“ gewartet, um mir ein E-Bike zu kaufen. Am Ende habe ich es gekauft – und plötzlich hatte ich überhaupt kein Verlangen mehr danach, obwohl ich es noch nicht einmal berührt hatte. Warum passiert das?

Antwort: So ist es immer. Solange dich etwas anzieht, was du noch nicht hast, existiert in dir das Verlangen danach und die Erwartung von Genuss. Du stellst dir den Genuss entsprechend dem Mangel, dem unerfüllten Verlangen vor – und empfindest ihn daher doppelt.

Doch sobald du das Gewünschte erhältst, tritt der Genuss in das Verlangen ein, erfüllt es – und schon willst du es nicht mehr wirklich. So sehr, dass das Verlangen nach einem Tag oder sogar nach ein paar Stunden vollständig verschwindet. Genauso wie beim Essen: Du beginnst selbst das köstlichste, besonders begehrte Gericht zu essen – doch jeder Genuss hat ein Ende.

Das Problem unserer Welt besteht darin, dass wir, sobald der Genuss in das Verlangen eintritt und es füllt – wie der Magen durch Nahrung –, plötzlich entdecken, dass der Genuss ein Ende hat. Und so endet alles, sogar das Leben.

Es stellt sich die Frage: Kann man Genuss so empfangen, dass er unendlich ist und ständig wächst, anstatt abzunehmen? Kann man es so einrichten, dass ich mit jedem Empfang immer mehr und mehr genieße – ohne jedes Ende? Dann würde unser Leben unbegrenzt, unendlich, ewig werden. Im Grunde liegt hierin das Geheimnis des ewigen Lebens. Es hängt einzig davon ab, wie wir unser Verlangen nutzen.

Die Frage ist nur: Wie kann man es erreichen, dass ich, je mehr ich empfange, desto mehr verlange – und dass es niemals dazu kommt, dass ich gesättigt bin und mir der Genuss überdrüssig wird, ja sogar widerlich? Ist das möglich?

Die Wissenschaft der Kabbala (hebr. Kabbala vom Wort „empfangen“ – lekabel) heißt deshalb „Wissenschaft des Empfangens“, weil sie davon spricht, wie man empfängt, wie man sich auf unendliche, unbegrenzte Weise erfüllt.

Wenn wir uns miteinander verbinden und der Genuss durch mich hindurchfließt – ich gebe ihn dir weiter, du dem Nächsten, der Nächste dem Dritten und so weiter – und diese Zirkulation ständig zwischen uns stattfindet, dann bleibt der Genuss bei niemandem stehen. Deshalb wird niemand so erfüllt, dass er nichts mehr will. Im Gegenteil: Der Genuss, der durch alle hindurchgeht, erneuert sich ständig, und jeder beginnt, den Genuss zu spüren, der von allen zu ihm zurückkehrt. So entsteht ein Genuss, der sowohl der Größe nach als auch der Zeit nach unendlich ist – das nennt man, dass wir die zukünftige Welt, ein ewiges und vollkommenes Leben, erreicht haben.

So geschieht es, wenn wir wissen, wie man den Genuss richtig empfängt. Deshalb wird diese Weisheit die Wissenschaft des Empfangens genannt – die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Wer beginnt zuerst zu geben? Ich? Oder soll ich warten, bis mir gegeben wird, und dann ebenfalls geben?

Antwort: Nein. Man kommt in eine kleine Gruppe, in der man lernt, wie man sich miteinander verbindet, sodass der Genuss von einem zum anderen übergeht und eine Zirkulation der Energie zwischen euch entsteht. Dann fühlt ihr euch, als würdet ihr – wie in einem Raumschiff – über unsere Materie, über all diese Vergänglichkeit und Begrenztheit von Bewegung, Raum und Genuss hinausgehoben. So tretet ihr in eine andere Dimension ein, jenseits aller Beschränkungen dieser Welt.

Kommt und probiert es aus!

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Basierend auf einem Interview mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman auf 103FM am 1. Januar 2016. Geschrieben/editiert von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Und den Ziegenbock schicke in die Wüste…

Sohar, Abschnitt „Tezaweh“, P.102: …Es steht geschrieben: „„Holt zwei Ziegenböcke, einen für mich und einen für jenen Zerstörer, Sitra Achra, so dass er denkt, er hat von meinem eigenen Mahl gegessen, und er wird nichts von der Freude unseres anderen Mahles wissen. Er wird diesen Teil nehmen „, d. h. GaR der linken Linie, die in die Wüste geschickt werden, zu einem Ort der Zerstörung, um sie zurück an die Macht zu bringen, d.h. zum mittleren Punkt des zerstörten Teils der Welt.

In allen kabbalistischen Bücher lesen wir über Handlungen, die wir ausführen sollen, um die wirkliche Welt zu enthüllen und ein richtiges Sehen und Spüren zu erlangen.

Nehmen wir an, ich weiß nicht, wo ich mich befinde. Dann versuche ich, meine Gefühle zu verschärfen, die Brillengläser zu säubern, einen Nebel vor meinen Augen zu zerstreuen, ich führe verschiedenste Handlungen aus, die mir helfen können, mich an diesem unklaren, nicht spürbaren Ort zurecht zu finden.

Genau solche Vorschriften geben uns die Kabbalisten: Wie wir unsere Wahrnehmungskanäle, d.h. alle unsere Wahrnehmungsorgane – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken (5 Sefirot) – klären können, um uns in diesem neuen Raum zu orientieren, ihn zu erkennen.

Deshalb wird im Sohar erzählt, dass wenn du ein Hindernis hast, das deine Wahrnehmung stört (ein Hindernis, das GaR der linken Linie heißt),  sollst du es nicht mehr verwenden, in anderen Worten „in die Wüste schicken“.

Also, es wird im Sohar beschrieben, wie man mit seinen Wahrnehmungsorganen arbeiten soll, wie man sich immer mehr einer richtigen Orientierung im Raum, in welchem man sich befindet, annähert.

Im Wesentlichen spricht die ganze Wissenschaft der Kabbala nur davon, wie man statt dieser erfundenen Welt die Wahrnehmung einer neuen Realität erreichen kann.

Denn wir fahren nirgendwo, fliegen nirgendwo, gehen nirgendwo, sondern befinden uns an demselben Ort, im gleichen Zustand, aber bilden unsere Wahrnehmungsorgane immer mehr aus.

Deshalb heißt Kabbala die Wissenschaft des Empfangens (im Hebräischen kommt das Wort „KaBBaLa“ vom Wort „leKaBeL“, „empfangen“).

Aus einem Unterricht nach dem Buch Sohar, 03.06.2010

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