Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wonach verlangt der Punkt im Herzen?

Frage: Wie wächst die Seele des Menschen?

Antwort: Wenn ein Mensch beginnt, dass er oder sie das Verlangen hat, den Sinn des Lebens spüren zu wollen: wozu, wofür und wie – das sind die ersten Anzeichen der Seele.

Es lässt uns keine Ruhe und wir fühlen es in uns – jeder nach der Stärke seiner Seele. Zuerst denkt der Mensch, dass dieses Gefühl etwas sehr Kleines, Flaches ist, aber das ist nicht so.

Frage: Wir sagen die ganze Zeit „Seele“, „Seele“. Wie definiert der Mensch diesen Begriff?

Antwort: Leider versteht der Mensch nicht, was das ist. Er versteht nicht, worin der Sinn des Lebens liegt.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens besagt im Prinzip, dass es keinen Sinn im Leben gibt. Denn wenn es ihn gäbe, würde man ihn im Bestreben der Menschen sehen: der eine will Konstrukteur sein, der andere Dichter, der Dritte jemand anderes. Sie wollen es nicht, um ein Stück Brot zu verdienen, sondern um sich darin zu verwirklichen.

Wenn ein Mensch das Gefühl bekommt, dass er sich nirgendwo verwirklichen kann, dass alles leer ist, beginnt er zu verstehen, dass der Sinn sich nicht in dieser Welt, sondern außerhalb von ihr, über ihn befindet. Wenn ihn das anzieht, dann begibt er sich auf eine ernsthafte Suche.

Das ist heutzutage möglich. Ich habe auch so angefangen. Ich brauchte viele Jahre, um herauszufinden, wo und wie: ein Jahrzehnt, bevor ich nach Israel ging und dann noch einige Jahre in Israel. Wie auch immer, es nimmt Zeit in Anspruch.

Jeder Mensch hat einen Punkt im Herzen. Er wird so oder so auf die eine oder andere Weise aufwachen, die Frage ist, wann. Heutzutage kann das mit vielen Menschen sehr deutlich und schnell geschehen. Früher offenbarte Er sich einmal in Dutzenden oder gar Hunderten von Jahren und nur in besonderen Menschen.

Frage: Gab es früher schon solche großen Gruppen wie Bnei Baruch?

Antwort: Nein. Sehen Sie, was wir für eine große Gruppe haben und wie weit sie über die Welt verstreut ist! Das ist eine sehr gewichtige Organisation, die es noch nie gab. Ich habe nicht einmal damit gerechnet.

Als ich anfing, Kabbala zu studieren, hat sich niemand ernsthaft damit beschäftigt. Es gab ein paar ältere Herren, buchstäblich zwei oder drei Menschen, das war alles. Ich habe ihre Unterrichte besucht, aber ich habe gesehen, dass ich von ihnen nichts lernen kann. Sie lasen lediglich die Quellen, ich brauchte aber Erklärungen mit Antworten auf Fragen, die in mir auftauchten.

Schließlich fordert der Punkt im Herzen Wachstum. Wir müssen in jedem Augenblick spüren, was er will und ob wir auf seine Aufforderung reagieren können. Die Hauptsache ist, ihn richtig auszurichten, denn er befindet sich in einer egoistischen Umgebung. Der Punkt im Inneren ist absolut altruistisch.

Es ist die Frage, wie man diesen Punkt in einem egoistischen Umfeld zu einer altruistischen Wirkungsweise bringt, damit er Nahrung bekommt und zu keimen beginnen kann.

Frage: Ist das wie bei einer Frucht in der Schale?

Antwort: Ich würde ihn eher wie ein Korn im Stallmist sehen. In Wirklichkeit ist das so. Der Mensch muss in diesem Mist wühlen, um das Korn zu entnehmen und sich dann selbst entwickeln. Das ist nicht einfach.

Heute ist alles zugänglich. Wir haben ein riesiges Archiv mit verschiedenen Materialien vorbereitet. Wir müssen uns also weiter mit der Verbreitung beschäftigen.

Ich bin sehr froh, dass wir für unsere jüngeren Freunde, Unterrichte und Vorträge abhalten. Wir müssen es so einrichten, dass sie unser Archiv kennen lernen und uns sagen, wie wir es so verbessern können, dass es für alle die zu uns kommen wollen, bequem, verständlich und einfach zu verwenden ist.

Aus dem Unterricht, 09.02.2020

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Sinn des Lebens Teil 6.

Patent für den endlosen Genuss

Frage: Wird im materiellen Leben die Erfüllung unserer Wünsche in der Konfrontation mit dem Verschwinden des Genusses empfunden? Wenn ich zum Beispiel durstig bin, trinke ich einige Schluck Wasser und empfinde dabei Genuss, dann verschwindet er. Gibt es in der Kabbala ein Patent für den endlosen Genuss?

Antwort: Die Kabbala hat in der Tat ein Mittel das uns ermöglicht, kontinuierlich und immer mehr zu genießen.

Die Genüsse in dieser Welt werden durch unsere Verlangen auf unbelebter, pflanzlicher und tierischer Stufe neutralisiert. Es verschwindet sowohl das Verlangen als auch der Genuss – ich fühle mich doppelt leer, d.h. ich bringe mich fast um.

Nach der Kabbala muss ich den Genuss auf eine Art und Weise erhalten, dass mein Verlangen nicht ausgelöscht wird. Erst dann werde ich diesen Genuss als unendlich empfinden. Je mehr ich Genuss und Verlangen haben werde, werde ich noch mehr Genuss und Verlangen erhalten – ich werde eine stetig sich steigernde Erfüllung empfinden. Aus diesem Grund wird die Kabbala als die Wissenschaft des Empfangens bezeichnet.

Frage: Muss es also eine Art Schirm, einen Widerstand erzeugen, der das Vergnügen, das Verlangen nicht auslöscht? Was ist das?

Antwort: Es ist ein Aufstieg über unsere egoistischen Verlangen. Das heißt, dass ich mich von diesem Verlangen loslöse, es unabhängig von meinen Gefühlen für Seine Absicht benutze, um es mit Genuss zu füllen. Ich brauche den Genuss nicht für mich selbst zu empfinden, sondern dafür, dass Andere und der Schöpfer Freude daran haben.

Frage: Kann ich durch diesen Widerstand zu einem anderen Mensch werden?

Antwort: Ja, denn wenn ich das für einen anderen Menschen mache, dann isoliere ich mich. Durch diesen Menschen trenne ich mein Verlangen von der Erfüllung ab, da ich es seinetwegen mache. Dann verschwindet mein Verlangen, der Genuss wird dabei nicht neutralisiert, da sich der Genuss auf den Nächsten bezieht. In diesem Zustand kann ich den Genuss unendlich empfinden.

Frage: Dies ergibt ein Modell: Ich, ein Anderer und der Genuss. Reicht dabei ein Mensch aus, oder muss es eine Gruppe von Menschen, oder sogar die ganze Menschheit sein?

Antwort: Das spielt keine Rolle. Das Wichtigste ist, dass sich der Genuss außerhalb von mir befindet, dann kann ich ihn tatsächlich ständig und zunehmend erleben.

Frage: Was hat das mit dem Schöpfer zu tun? Wo ist hier der Schöpfer?

Antwort: Der Schöpfer ist die Ursache für all das. Er lehrt uns mit seinen immerwährenden positiven und negativen Einflüssen wie wir ein Werkzeug bauen können, um den kontinuierlich zunehmenden Genuss zu erhalten.

Frage: Warum heißt es nicht „Ich, der Schöpfer und der Genuss“, sondern „Ich, der Nächste und der Genuss“?

Antwort: Es spielt keine Rolle, ob es der Schöpfer oder ein anderer Mensch ist. Es ist so, dass der Schöpfer als eine dritte Person handelt, die absolut alle ersetzt. Indem man sich daraufhin ausrichtet, die Anderen zu füllen, um so den Schöpfer zu erfüllen, löst man sich von sich selbst vollständig los.

Frage: Wenn ich jetzt Genuss empfinden möchte, muss ich mich dann nach einem, mir unbekannten Menschen umschauen, um ihm etwas Gutes zu tun?

Antwort: Nein, so funktioniert das nicht. Auf diese Weise beginnt man diesen Menschen als sich selbst zu betrachten, dadurch wird er dir sehr nah. Hier besteht die Gefahr, dass man diesen Anderen rein egoistisch erfüllt.

Bemerkung: Wenn es zum Beispiel mein Kind ist, dann kann ich es verstehen.

Antwort: Auch wenn es sich nicht um dein Kind, sondern um einen Fremden handelt. Deshalb muss alles durch den Zehner fließen, durch die Gruppe, hin zum Schöpfer. Es muss auf eine sehr ernsthafte Stufe erhoben werden.

Frage: Wie zeigt sich hier der Schöpfer? Äußert Er sich wie der Treibstoff, der mir die Möglichkeit gibt etwas zu machen?

Antwort: Der Schöpfer zeigt sich als Ziel, als die Adresse, an die sich mein Handeln richtet. Ich mache es für ihn. Durch die Gruppe hin zum Schöpfer, dann erhalte ich die klare Absicht zu Geben.

Frage: Woher weiß ich, was der Schöpfer braucht?

Antwort: Das ist unwichtig. Wenn ich auf diese Weise meine Handlungen aufbaue, löse ich mich von meinem Egoismus. Den Schöpfer gibt es nicht. Ich brauche dieses Konstrukt, um aus mir herauszukommen, um den absoluten und konstanten Genuss zu erreichen.

Frage: Was muss ich für andere tun? Muss ich ihnen etwas geben?

Antwort: Du wirst das Bewusstsein erlangen, zu merken was ihnen fehlt und wirst die Möglichkeiten sehen, sie durch dich zu erfüllen – sie so zu behandeln, dass das höhere Licht durch dich hindurchfließt und sie erfüllt.

Bemerkung: Hier läuft man Gefahr, sich in einer Illusion zu verfangen.

Antwort: Du kannst dich nicht in einer Illusion wiederfinden, da es von deinem Ego losgelöst ist. Der Egoismus kann hier nicht mit dir spielen. Das ist sehr real, sogar so real, dass Jahre vergehen, bis wir zu diesem Zustand kommen.

Frage: Woher weiß ich, was die anderen brauchen? Angenommen, ich habe ein paar Freunde, muss ich versuchen, etwas für sie zu tun, wenn sie mich darum bitten?

Antwort: Sie brauchen dasselbe wie du, absolut dasselbe.

Bemerkung: Sagen wir, ich muss den Sinn des Lebens finden.

Antwort: Sie möchten das Gleiche, denn sie sind mit dir in derselben Gruppe.

Frage: Wenn ich ihnen helfe, den Sinn des Lebens zu finden, den Schöpfer zu offenbaren, ich mich darum kümmere, dass sie es verstehen können, gebe ich ihnen dann?

Antwort: Ja, ihr helft euch gegenseitig. Diese gemeinsame Arbeit führt euch zu einem gemeinsamen Verlangen, zu einer gemeinsamen Absicht. Ihr werdet euch als so verbunden ansehen, dass ihr nicht mehr fühlt, wo der eine und der andere ist.

Durch eure gemeinsamen Verlangen und Absichten, offenbart ihr, durch die Gruppe, den Plan des Schöpfers.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“ von 14.01.2019

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