Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kurzschluss'

Den Egoismus in die allgemeine Kette einbauen

Frage: Wie kann ich mich in der Praxis davon überzeugen, dass die ganze Realität sich in mir befindet?

Meine Antwort: Du musst wollen, dass dieses Bild sich auf natürliche Art und Weise in dir abzeichnet, damit du darin leben kannst. Denn genau das ist die wahre Wahrnehmung.

Auf diese Weise realisierst du vor allem das Prinzip der Liebe zum Nächsten wie zu dir selbst. Es gibt keine Teile, die getrennt von dir existieren, die gesamte Realität befindet sich in dir, und nur der Egoismus liegt zwischen ihr und dir – ein eingebildetes Hindernis, das dich von deinen eigenen Teilen fernhält.

Wenn du dieses Hindernis überwindest, wenn du Verbindungen über ihm aufbaust, bedeutet das, dass du das Zerbrechen korrigierst. Der Egoismus bleibt und kommt sogar immer mehr zum Vorschein, und du stärkst die gegenseitige Verbindung aller Teile über ihm immer weiter und versuchst, sie in dir zu verbinden. Und dann entsteht ein Kli, das 620-mal stärker ist, als vor dem Zerbrechen.

Du verwendest deinen Egoismus als Resistor, indem du seinen ganzen Widerstand nutzt. Du erzeugst keinen Kurzschluss, indem du ihn umgehst, sondern setzt sein Potential um, jedoch mit der Absicht zu geben. Auf diese Weise erzeugt Awiut, die egoistische Dicke des Gefäßes, Kashiut, die Härte des Schirms – mit anderen Worten, erzeugt die Tiefe, die Stärke des Verlangens die Härte der Absicht.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash vom 30.12.2010

Den Kurzschluss zu verhindern

Was ist eigentlich die Quelle der Freude? Wenn man über die egoistische Freude spricht, dann stellt die Füllung ihre Grundlage dar. Das Kind freut sich, wenn man ihm etwas gibt und weint, wenn man ihm etwas wegnimmt.

Der Mensch empfindet die Freude von den guten oder schlechten Taten. Ich habe gestohlen, ohne dabei erwischt zu werden – dann bin ich glücklich, möglicherweise habe ich jemandem etwas Gutes gemacht und es erfreut mich genauso.

Alles hängt davon ab, was den Menschen befriedigt. Aber die Freude kommt mit der Erfüllung der egoistischen Wünsche.

Unsere Hauptgenüsse sind: das Essen, Sex, die Familie, das Geld, die Macht und das Wissen. Aber das Problem liegt darin, dass wir uns damit nicht ausfüllen können. Das Höhere Licht, der Genuss, der unseren Wunsch ausfüllen will ist ein Plus, und der Wunsch – ist das Minus.

Wenn das Plus mit dem Minus zusammenstößt, dann geschieht der Kurzschluss, das heißt der Genuss geht sofort verloren.

Aber es gibt eine andere Form des Genusses, die wir in der Technik sehen können.

Anstatt das Plus und das Minus direkt zu verbinden, das heißt den Genuss in den Wunsch zu bekommen, stelle ich zwischen ihnen den Resistor, den Widerstand auf.

Die Vereinigung des Plus mit dem Minus, des Wunsches und des Genusses, kann mit Hilfe des Widerstandes ununterbrochen existieren, weil sie einander nicht annullieren, und das erwünschte Ergebnis bringen. Darin wird eben das Leben empfunden.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 28.10.2010

Halte den Atem an und du wirst aus dem Strudel herauskommen!

In diesen letzten Tagen, die noch vor dem Kongress bleiben, müssen wir bereit sein, dass sich die Hindernisse und Störungen von allen Seiten verstärken und wir sollen dabei einander unterstützen.

Versucht zu klären, dass wir keine andere Wahl haben. Die Bewegung nach vorn ist nur durch die Anstrengung über der Vernunft und dem Gefühl möglich, wie ein Ochs unter dem Joch und ein Esel unter der Bürde, nur indem wir uns bemühen, ohne Vernunft oder Gefühl zu handeln.

Wir müssen versuchen diese Kraft der Verbindung von der Gruppe zu empfangen, da innerhalb er Gruppe der Schöpfer herrscht: „inmitten seines Volkes“ – und so erheben wir uns!

Im Gegensatz zu allen Religionen und spirituellen Methoden vernichten wir in der Weisheit der Kabbala den Egoismus nicht. Wir möchten ihn entwickeln und seine Explosionen sammeln, denn wir wollen uns über ihn erheben.

Deshalb soll jeder mit seiner Last des Egoismus kommen, mit allem was er hat und gerade auf dieser Basis sollen wir eine Verbindung zwischen uns schaffen.

Und dann statt einem Kurzschluss, der entsteht wenn kein Widerstand zwischen uns existiert, erheben wir uns über diesem Widerstand und bekommen ein Ergebnis.

Deshalb sollen wir uns in der verbleibenden, sehr intensiven und kritischen Zeit, in der wir in unterschiedliche Richtungen, zwischen Gut und Böse, Verwirrung und Klarheit hin und her geworfen werden, freuen, dass wir zu solchen Zuständen gelangt sind. Die Hauptsache ist, nicht gleichgültig zu bleiben.

Und wenn der Mensch endlich, nach all dem durchgemachten Wirbel, zum Kongress kommt, hat er etwas womit er kommen kann! Und den Rest korrigieren wir zusammen!

Aus dem Unterricht über den Artikel „600 000 Seelen“, 26.10.2010

Wir müssen alles durchleben, worüber wir in Talmud Esser HaSefirot lesen

Eine Frage, die ich erhielt: Muss ich mir während der Unterrichte über Talmud Esser HaSefirot oder Pticha (der Artikel „Einführung in die Weisheit der Kabbala“) vorstellen, dass alles, worüber wir lesen, sich in mir befindet, so wie beim Lesen des Sohar?

Meine Antwort: Es ist gut, sich mit dem Text zu identifizieren und ihn in sich selbst fühlen zu wollen. Während wir allerdings das Buch Sohar lesen, lagern sich die Einstellung und das System, welche in dem Text eingebaut sind, in uns ab und zeigen uns die Formen, Bilder und Abfolgen, durch welche wir Spiritualität betreten. Hingegen arbeitet der Talmud Esser HaSefirot auf andere Weise. Dennoch ist man während des Lesens des Talmud Esser HaSefirot fähig, sich innere Handlungen vorzustellen, welche mit unseren Verlangen harmonieren oder ihnen entgegengesetzt sind. Wenn man beginnt zu spüren, dass die Dinge, die im Talmud Esser HaSefirot beschrieben werden, über einen selbst sprechen, dann wird man davon nicht weniger beeinflusst als durch den Sohar.

Wir müssen verstehen, wie dies alles funktioniert und uns vorstellen, dass der Wille nach Genuss erschaffen wurde, dann „empfangen um zu geben“ wollte und danach zerbrach. Was geschah mit diesem Verlangen, nachdem es seinen Schirm verloren hatte und wie verhalten sich nun alle fünf Komponenten dieses Verlangens? Wie hat es sich selbst vom Licht entleert? Es will nicht sein Licht verlieren, aber das Licht entfernt sich, weil die Kräfte der Verhüllung von Oben handeln. Die schlechten egoistischen Kräfte des Verlangens stoßen das Licht ab.

All dies spricht über mich. Zum Beispiel weise ich innerhalb meines korrigierten Galgalta we Ejnaim das Licht ab und errichte einen Schirm (Verhüllung) zwischen mir und dem Licht. So bleibe ich Angesicht zu Angesicht mit dem Schöpfer; ich verbinde mich nur mit Ihm, aber ich empfange nicht von Ihm, da ich das Licht abweise. Somit bleibe ich bei Ihm, da ich die Kraft besitze, meinem Willen nach Genuss zu widerstehen. Jedoch ist meine Verbindung mit dem Schöpfer (dem Licht von Chassadim) sehr schwach.

Während ich studiere, muss ich mir all diese Prozesse vorstellen: Wie mein Schirm verschwindet, wie das Licht sich von mir entfernt, wie ich meinem Egoismus widerstehen und die Kraft des Gebens bewahren möchte, denn immer noch verschwindet sie, weil mein egoistisches Verlangen größer als mein altruistisches Verlangen ist. Ich kann mein Verlangen nicht beherrschen, weil die Verbindung zwischen dem Verlangen und dem Genuss größer als meine Widerstandskraft ist. Ich muss meinen Widerstand zwischen zwei Polen (Plus und Minus) errichten, jedoch ist mein Widerstand so klein, dass er ausbrennt. Ein Kurzschluss geschieht und als Resultat davon brenne ich. Was kann ich folglich tun, wenn ich nicht länger in der Lage bin, das Licht zu empfangen?

Wenn sich ein Mensch spirituelle Zustände auf diese Weise vorstellt, wird er den Text wieder und wieder lesen wollen. Anstatt den Text als trockene technische Details über etwas wahrzunehmen, die irgendwo entfernt oben geschehen, wird er sie als Geschehnisse in sich selbst sehen, hier und jetzt.

Wie man aus der Verhüllung zur Enthüllung kommt

Wir befinden uns bereits jetzt in der Welt der Unendlichkeit. Wir handeln in dieser Welt, doch während der Zeit der Verhüllung werden uns die Resultate unserer Handlungen nicht offenbart. Jedoch befinden wir uns in der gleichen Verbindung zwischen den Seelen und dem gleichen gemeinsamen Kli der Unendlichkeit.

Die Verhüllung bezieht sich nur auf uns. Während wir in dieser Welt sind, sind wir gleichzeitig in der Welt der Unendlichkeit, doch spüren wir sie nur durch fünf Welten oder Schichten der Verhüllung. Die Welt der Unendlichkeit, die wir in uns spüren, wird dann unsere Welt genannt.

In der Vorbereitungszeit zur Enthüllung arbeiten wir der Verhüllung entgegen, die unsere Welt genannt wird. Wir möchten eine Verbindung, Korrektur und Enthüllung erreichen, sind jedoch nicht dazu in der Lage. Wenn unsere Bemühungen jedoch ihren Höhepunkt erreichen, dann werden sie zu einer Bitte.

Ein Mensch fordert das Licht von oben, dass es kommen und ihn korrigieren möge, welches dann einen Zustand enthüllt, in welchem er sich vorher befand. Es ist, als ob jemand eine Glühbirne angemacht oder eine kleine Kerze in einem riesengroßen Raum angezündet hätte, und man sieht bereits den gleichen Zustand, die gleiche Welt der Unendlichkeit. Dies ist die Welt von Assija.

Somit handeln wir in der gleichen Welt, mit der gleichen Kraft und den gleichen Verlangen, doch im Ausmaß, in dem du fähig bist, mit ihnen zu arbeiten, wird dir enthüllt werden. Man erhebt selbständig all seine Verlangen und setzt die Arbeit fort. Nichts, was vorher existierte, wird verschwinden. Man fügt lediglich jedesmal eine erobernde Kraft hinzu und kommt so voran.

Die Enthüllung ist ein Zustand, in welchem die vorherige Verhüllung nicht mehr im Wege steht. Du kannst in der gleichen Verhüllung arbeiten, was Enthüllung genannt wird. Du erhältst solche Kraft, dass du dich in der gleichen Verhüllung zurecht finden kannst, obwohl sie besteht. Dass du mit dieser Schwere arbeiten kannst, bedeutet, dass du dich darüber erhoben hast. Dann enthüllst du eine noch größere Schwere, mit der du ebenfalls eine Verbindung erreichen kannst.

Je höher die Stufen sind, die du erklimmst, desto größer wird die Verhüllung. Mit dem einzigen Unterschied, dass du nach dem ersten Schritt, der Machsom genannt wird, bereits weißt, wie du dich über die Verhüllung erheben musst und mit ihr arbeiten und sie annehmen sollst. Immerhin ist es verboten, die Verhüllung zurückzuweisen, sonst wird es einen Kurzschluss zwischen dem Licht und dem Verlangen geben.

Unendlicher Genuss befindet sich genau vor dir (Fortgeschrittene)


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ein Mensch den Machsom überquert, wo empfindet er diese Erlangung?

Meine Antwort: Alles wird im Innern empfunden. Es ist dem ähnlich, wie man sich und die Welt heute wahrnimmt. Entweder spürt man Leiden oder Genuss im Innern. Genauso wird man die Spiritualität wahrnehmen.

Die Methode ist sehr einfach. Man lernt, was Genuss und Leiden sind, wie man sie gegenwärtig wahrnimmt, und wie man beginnen kann, damit umzugehen, es zu genießen und darüber die Kontrolle zu erlangen.

Schließlich ist unser Material das Verlangen zu genießen und der Schöpfer ist der Genuss, der in diesem Verlangen enthüllt wird – gemeinsam mit der Quelle des Genusses. Darum gibt es nichts außer diesen Kelim und man nimmt die spirituelle Welt in der gleichen Weise wahr wie die physische Welt. Denkt nicht, dass Spiritualität weit weg oder irgendwo im Weltraum ist. In der Kabbala lernt man präzise, was gegenwärtig in einem geschieht, als auch das, was in der Zukunft geschehen wird.

Es gibt jedoch einen großen Unterschied in der Spiritualität. Heute nehme ich mein Leben und meine Existenz im Innern meines kleinen Kli wahr. Tatsächlich ist es so klein und eingeschränkt, dass unser Leben nicht wirklich als ein Leben betrachtet werden kann. Wenn wir einmal unser Kli vergrößert haben, werden wir das Leben und die Existenz unter neuen Bedingungen wahrnehmen: Wir werden unser Leben als ein Mittel gebrauchen, um anderen Genuss zu geben, zu lieben und aus uns selbst herauszukommen. Andernfalls wenn das Kli egoistisch bleibt, wird der Genuss im Innern ausgelöscht.

Mit anderen Worten sind wir sogar jetzt mit unendlichem Licht erfüllt. Doch wir neutralisieren dieses Licht mit unserem Egoismus, denn wenn das Licht der Unendlichkeit ein Verlangen erreicht, erlischt es sofort, als ob es zu einem Kurzschluss ohne einen Widerstand zwischen zwei entgegengesetzten Enden kommt. Man muss seinen eigenen Egoismus als diesen Widerstand benutzen und dann wird man den Genuss spüren. Andernfalls wird der Genuss nicht empfunden und verschwindet. Wir haben nichts, außer dieses unbedeutende körperliche Leben, in dem wir nur einen Funken des Lichts wahrnehmen, um etwas zu haben, an das wir uns klammern.

Doch der Genuss, der vor uns liegt, ist Milliarden mal größer. Es gibt kein Hindernis, um an diesen Genuss zu kommen – man muss nur sein Kli vergrößern. Alles hängt von uns ab. Du brauchst nur das Kli, aber der unendliche Genuss befindet sich genau vor dir.

Was bedeutet „unendlich“ und wie kann das Kli unendlich sein? Wenn unser Kli die Größe erreicht, die anfangs vom Schöpfer beabsichtigt war, wird es unendlichen Genuss verspüren. Das ist ein unendliches Kli.

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