Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Krug'

Genüsse der Zukunft

Der Mensch ist ein leerer „Krug“, der sich ständig zu füllen wünscht. Wenn dieser Wunsch im Menschen nicht vorhanden wäre, würde er sterben oder erlöschen. Und umgekehrt, je mehr seine Wünsche brennen, und je größer sie sind, desto größer ist der Mensch. Das heißt, wir bewerten den Menschen nach seinen Wünschen: nach deren Anzahl, Kraft und Qualität. Somit ist es gut, wenn der Mensch viele starke und gute Wünsche hat.

Wir selbst stellen einen einzigen Wunsch dar, den Wunsch, sich zu füllen und Genuss zu empfinden. Was genießen wir? Das hängt alleine von unserer Erziehung ab. Für einige sind Schnecken oder Frösche ein Genuss pur; für die anderen – der Kuchen; für eine dritte Gruppe – Marathonlauf oder Billard; für die Vierten – das Lesen usw.. Das heißt, alle Menschen genießen auf unterschiedliche Weise.

Wir müssen den Menschen so erziehen, dass alle seine Vergnügen und Genüsse unter einem gemeinschaftlich-nützlichen Aspekt erfolgen. Man muss ihn dazu ermuntern und im Menschen allerlei derartige Wünsche anregen.

In einer integralen Gesellschaft wird der Mensch den Genuss durch seine Teilnahme an der gesellschaftlichen Arbeit, am öffentlichen Leben, an der Erziehung der jungen Generation, an der normalen Freizeit empfinden. Alles hängt davon ab, wie wir den Menschen erziehen werden.

Auszug aus der TV-Sendung „Die integrale Welt“, 30.10.2011

Wo finde ich ein Becher für das Licht der Unendlichkeit

Rabash, Artikel „Kommentar zur Einführung in die Weisheit der Kabbala“: Es gibt ein Parabel über zwei Kindheitsfreunde, einer wurde König, der andere ein Bettler.

Nach vielen Jahren haben sich die Freunde getroffen und der König wollte seinem Freund helfen. Er schickte ihn in seine Schatzkammer und sagte: „Ich gebe dir zwei Stunden Zeit. Nimm dir so viel Geld wie du möchtest.“

Der Bettler freute sich sehr. Er betrat die Schatzkammer und nach fünf Minuten war er schon draußen mit einem Krug voller Goldmünzen. Aber der Wächter am Eingang drehte seinen Krug herum und schüttelte das ganze Geld auf die Erde.

Der Bettler weinte und kehrte in die Schatzkammer zurück. Dort füllte er seinen Krug wieder und ging wieder raus. Da wiederholte sich das Ganze noch einmal.

So ging der Bettler die ganzen zwei Stunden hin und zurück und jedes Mal schüttelte der Wächter sein ganzes Geld auf die Erde. Als die Zeit um war bettelte der Bettler um seinen letzten Krug, dass der Wächter das Geld ihm überlasse.

Daraufhin sagte der Wächter: „Nicht nur dieser Krug, sondern das ganze Geld, das ich vorher auf die Erde ausgeschüttelt habe, gehören dir. Ich sah aber, dass dein Krug sehr klein ist und wollte dir helfen, mehr Geld mitzunehmen.“

Wir sind nicht in der Lage, das ganze Licht der Unendlichkeit auf einmal zu bekommen, deshalb unterteilt sich unsere ganze Arbeit auf viele Zeiten und Zustände.

Und alle unsere früheren Zustände, die wir durchgemacht haben, sammeln sich zu einem gemeinsamen Zustand, in welchem alle Wünsche / Kelim und alle Lichter sich verbinden, bis wir zu einem korrigierten Zustand (Gmar Tikun) gelangen, wo alles wieder zu einer Einheit verschmilzt und Malchut der Unendlichkeit, die mit dem ganzen unendlichen Licht erfüllt ist, sich enthüllt.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash “ Kommentar zum „Vorwort in die Weisheit der Kabbala„“, 17.12.2010