Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Krokodil'

Achtung: Halte dich von hungrigen Krokodilen fern, wenn du den Sohar liest!



Eine Frage, die ich erhielt: Beschreibt alles, was wir jetzt im Buch Sohar lesen, meinen jetzigen oder meinen zukünftigen Zustand?

Meine Antwort: Das spielt keine Rolle. Es gibt keine Gegenwart oder Zukunft. Alles findet hier und jetzt statt. Wenn ich eine Novelle lese, dann erlebe ich alles, was der Held darin erlebt. Ich fühle mich, als ob ich wirklich mit ihnen auf einem Schiff inmitten eines brausenden Sturmes bin. Mich ereilen Sorge und Furcht, wenn ich plötzlich eine schöne und rätselhafte Insel sehe…

Bin ich wirklich dort oder nicht? Nein – es ist nur meine Vorstellung. Wenn ich dieses Buch schließe, bin ich wieder in der „wirklichen“ Wirklichkeit.

Wenn ich jedoch ein Buch über die spirituelle Welt lese und mich mit ihren Charakteren, Kräften und Eigenschaften identifiziere, dann befinde ich mich in meinem Verlangen tatsächlich dort und ich enthülle durch das Lesen mehr und mehr mein wahres Selbst. Ich enthülle eine neue Welt, in der ich wirklich lebe.

Der Sohar beschreibt alles, was in deinem Verlangen geschieht. Wenn du dich mit diesem Buch vereinst, gehst du tatsächlich durch die Phasen, die es beschreibt. Du lebst tatsächlich in dieser spirituellen Wirklichkeit und wirst womöglich von einem hungrigen Krokodil verschlungen…

Eine Wand ist der einzige Ort, um eine Türe zu finden

Sohar, Kapitel „Komm zum Pharao“, Punkt 41: Dieses monströse Krokodil erscheint in der Quelle (Keter)des Nilflusses und wird immer kräftiger darin. Es schwimmt und gelangt bis zum Meer, Malchut de Azilut, wo es allerlei Arten von Fische verschlingt, welche Stufen innerhalb des Meeres darstellen und ihm untergeordnet sind. Es herrscht über sie und verschlingt sie. Sie werden in seinem Innern vervollständigt und es kehrt zum stillen Nil zurück.

Es ist sehr schwer für uns, sich diese Dinge in uns vorzustellen! Wo ist das Verlangen, das man „Nil“ nennt und wo ist das „Krokodil“ in mir – wo ist all dies? Wir wissen nicht, was wir über diese Eigenschaften denken und welches Bild wir uns vorstellen sollen, wenn wir über die 10 Sefirot, die 10 Flüsse (einer davon ist Keter und alle anderen sind unter ihm) und über alle Arten von Ungeheuern lesen.

Doch es spielt keine Rolle, dass wir darüber nichts Genaues sagen können. Es ist sogar besser, wenn wir uns kein Bild über den Sohar machen können. Es ist besser, als wenn wir uns etwas, das wir kennen, vorstellen würden, worüber wir bereits ein Konzept haben. Wenn wir über Moses, die Bundeslade, den Tempel, Pharao, Schafe, Kühe, usw, lesen, wissen wir nicht, was dies alles wirklich ist und deshalb stellen wir uns dies nur als Eigenschaften vor.

All diese Namen sind nicht von Bedeutung, da dahinter spirituelle Eigenschaften stehen, von welchen wir noch keine Ahnung haben. Wir versuchen, etwas zu lernen, das unmöglich zu begreifen ist.

Deshalb müssen wir verstehen, dass unsere Bemühungen niemals erfolgreich enden werden. Wir sollten uns darüber keine Illusionen machen. Vielmehr wird unser Erfolg kommen, wenn wir einer undurchdringlichen Wand gegenüber stehen und erkennen, dass wir nicht wissen, was die spirituellen Eigenschaften bedeuten, trotz aller Anstrengungen, die wir gemacht haben, um sie zu enthüllen.

Wenn wir das notwendige Maß an Anstrengung vervollständigen (genannt „Se´a„), wird unser Gefäß überfließen und die spirituelle Welt wird sich uns enthüllen, entsprechend dem Gesetz, „Ich habe mich bemüht und habe gefunden“ (Higati ve Matzati).