Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kritik'

Ich möchte lernen zu lieben

Kommentar:„Wir alle versuchen häufig, andere Menschen zu verändern – ihr Verhalten oder ihre Sichtweise“, sagen Psychologen. Das kennen wir nur zu gut: Der Chef möchte, dass die Mitarbeiter härter arbeiten. Die Mitarbeiter wollen, dass der Chef nachgiebiger ist. Wir versuchen, unsere Partner, Freunde und Kollegen zu verändern. Doch meist bleiben diese Versuche erfolglos.

Psychologen sagen: „Es gibt einen Ausweg. Mit vier Schritten kann man fast jeden ändern.“ Doch sie fügen hinzu: „Zuerst muss man sich selbst verändern.“

  1. Schritt: Vom Kritiker zum Verbündeten werden.

Frage: Wie kann man sich vom Kritiker zum Verbündeten wandeln? Ist das umsetzbar oder eher eine Utopie?

Antwort: Warum sollte man sich mit jemandem einig sein? Niemals im Leben! Sonst wird man von allen unterdrückt! Diese Haltung wird von Anfang an abgelehnt.

  1. Schritt: Gemeinsam ein Ziel definieren.

Frage: Ist das möglich? Ich bin gegen jemanden eingestellt, aber gemeinsam bauen wir ein Ziel auf, das wir erreichen wollen.

Antwort: Damit kann man einverstanden sein. Eine Zukunftsvision sollte gegenseitig sein. Auch bei Gegensätzen oder dem Wunsch, den anderen zu verändern, ist es entscheidend, ein gemeinsames Ziel zu definieren. Schritt für Schritt kann man sich annähern.

  1. Schritt: Gemeinsam besprechen, wie das Problem zu lösen ist.

Antwort: Das ist richtig. Unrealistisch, aber richtig.

  1. Schritt: Einen gemeinsamen Schritt-für-Schritt-Plan erstellen.

Antwort: Sehr schwierig. Jeder hat seinen eigenen Plan und will ihn durchsetzen. Am Ende stellt sich heraus: Wir sind doch nicht einverstanden.

Frage: Also lenkt der andere den Plan ständig in seine Richtung, und ich in meine?

Antwort: Natürlich.

Frage: Wie kann man also eine Beziehung aufbauen, ohne den anderen verändern zu wollen? Psychologen sagen: „Vier Schritte.“ Mein natürlicher Impuls ist es, den anderen an mich anzupassen. Wie kann man das vermeiden? Das ist doch die Ursache aller Kriege und Streitigkeiten.

Antwort: Einfach lieben. Das ist alles.

Wir kommen wieder zur ersten Frage zurück: Wenn wir verstehen, dass das Wichtigste im Leben ist, bei jemandem zu sein, der versteht, hilft, liebt und schätzt – dann muss man das sehr wertschätzen und alles dafür opfern.

Kommentar: Das heißt, ich opfere mein gesamtes „Ich“, das Bedingungen stellt. Und ich sage: „Ich möchte lernen zu lieben.“

Antwort: Genau. Ich will lernen, diesen Menschen zu lieben, weil ich mit ihm zusammen sein möchte. Das ist alles. Und wenn er dasselbe empfindet, entsteht ein großes, gegenseitiges und außergewöhnliches Gefühl.

Frage: Geht es dabei nur um Paare oder auch um Arbeitsverhältnisse und Staaten?

Antwort: Praktisch um alles. Über allem sollte dieser Wunsch leuchten: „lieben lernen“.

Das muss man anerziehen. Leider gibt es diese Erziehung nicht. Wenn wir älter werden und es verstehen, fehlt oft die Kraft. Deshalb gelingt es nicht, die junge Generation zu erreichen und ihr etwas zu vermitteln. Sie winken ab, und es kommt keine Annäherung zustande. „Wenn die Jugend wüsste, wenn das Alter könnte.“

Frage: Das heißt, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen?

Frage: Muss also jeder seine eigenen Erfahrungen machen?

Antwort: Ja, aber wir müssen trotzdem alles tun – intensiv, bei allen Arbeiten und in allen Schulen. Kurz gesagt: Menschen jeden Alters müssen darin unterrichtet werden, um den Zugang zur Liebe zu finden. Dann wird die ganze Gesellschaft von diesem Ansatz durchdrungen sein. Es wird in der Luft liegen: Es ist möglich zu lieben.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Kabbalistisches Haiku „Was tun mit den hinterlistigen Gedanken?“

Bemerkung: Es gibt ein solches Haiku von Ihnen: „Hinterlistige Gedanken haben sich in das Gehirn geschlichen, um zu sehen, was sie in die Finger bekommen können; ganz leise…“

Was meinen Sie damit? Was sind das für Gedanken, die in meinem Gehirn auftauchen, um zu sehen welchen Vorteil sie haben können, und trotzdem so leise sind?

Antwort: Ja, das fühle ich manchmal auch. Spüren sie nicht, dass etwas in ihnen zu entstehen beginnt – gewisse Gedanken, die in ihnen nach etwas suchen, aus dem sie einen Vorteil ziehen können, etwas das für sie spannend ist und an dem sie sich gütlich tun können?

Frage: Können Sie ein Beispiel geben? Welche Gedanken keimen in mir auf, um sich an mir gütlich zu tun?

Antwort: Wir haben viele solcher Gedanken in unserer spirituellen Arbeit! Es sind Gedanken gegen meine Freunde. Ich lebe ganz normal, und plötzlich tauchen solche Gedanken auf.

Frage: Habe ich etwas, von dem sie sich „ernähren“ können?

Antwort: Ja! Das hat jeder in sich! In mir entstehen auch solche Gedanken und finden ein großes Betätigungsfeld.

Frage: Entstehen bei gewöhnlichen Menschen auch diese Hassgedanken gegen andere?

Antwort: Ja, es ist unser großer egoistischer Wunsch. Er kann leicht erregt werden und ist sehr leicht auf andere zu übertragen und wirkt dort.

Frage: Gehört meine Kritik und mein Hass gegen andere zu diesen Gedanken, die in mir einen Boden gefunden haben und Wurzeln schlagen?

Antwort: Genau.

Frage: Wie kann ich sie davon abhalten, in mir Wurzeln zu schlagen?

Antwort: Sie müssen sie als ihre Feinde betrachten. Installieren sie in sich ein Gefühl der Ablehnung gegenüber dieser Empfindungen, so dass sie Angst davor bekommen, dass sie in ihnen auftauchen.

Frage: All diese Auseinandersetzungen, all dieser Hass sind Gedanken, die in uns auf fruchtbaren Boden fallen?

Antwort: Natürlich! Sie kommen in Form eines Embryos, wir nähren sie in uns und ziehen sie groß. Dann beginnen sie aufzuflammen und verbrennen alles in uns!

Frage: Wie kann man verhindern, dass sie kommen und reifen?

Antwort: Zerstöre jede schlechte Meinung, jeden Gedanken, jedes Verlangen, jeden egoistischen Impuls zu anderen. Dann wird es nichts geben, worauf sie fallen und aufgehen können.

Aus dem Fernsehprogramm „Nachrichten mit Michael Laitman“, 29.07.2021

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Höhen und Tiefen – Leben und Tod

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist ein uralter biblischer Spruch, eine Aufforderung, der im Prinzip jeder zustimmt, aber niemand weiß es umzusetzen.

Auch wenn wir es gerne erwähnen, stellen wir fest, dass es in unserer Welt nur schöne Worte sind. In der spirituellen Welt ist das hingegen eine unabdingbare Regel, entweder existiert man dort oder nicht.

Jene Freunde, die sich zu einer Einheit verbunden haben, den richtigen Kontakt zum Geben, zur Liebe gefunden haben, eine höhere spirituelle Stufe, ein Gefühl für den Ursprung der Kraft, die Quelle der Schöpfung, eine außerirdische Stufe der Existenz erreicht haben und sich in einem ewigen Informations- und Energiefluss, jenseits von Zeit und Raum befinden, entdecken plötzlich die nächste Schicht des Egoismus, die ihnen vorher verborgen war.

Anstelle von Liebe und Geben beginnen sie wieder, egoistische Gefühle füreinander zu empfinden, wie Kritik und Ablehnung. Dabei fallen sie von der Stufe, die sie erreicht haben, auf die irdische Stufe, als wären sie vom Himmel gefallen und betrachten wieder jeden auf eine völlig egoistische Weise.

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Was ist eine gezielte Kritik?

Kritik ist ein Charakterzug, der in jedem von uns in dem einen oder anderen Maße vorhanden ist. Sie ist eine direkte Folge unserer egoistischen Natur. Der Egoismus drängt uns ständig dazu, uns mit anderen zu messen und zu testen, um die beste und bequemste Position in Bezug auf sie zu erlangen. Doch dieser ständige Vergleich sitzt als Last in unserem Kopf, hebt die Fehler hervor und ortet prompt die Unzulänglichkeiten in jeder Angelegenheit. 

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Kritik – eine Nachkommenschaft des Egos

Bis zu einem gewissen Grad sind wir alle kritisch gegenüber anderen. In der Tat ist es ein Vergnügen, andere zu kritisieren, auf das nur wenige verzichten können. Bedauerlicherweise ist Kritik eigentlich eine Selbstbestätigung unseres eigenen Egos. Selbstgerechtigkeit und gerechte Empörung geben uns ein solches Gefühl der Überlegenheit, dass die meisten von uns nicht widerstehen können.

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Über das Bedürfnis, andere zu kritisieren

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz, Neues Leben #684

Zusammenfassung

Es ist ganz natürlich, andere zu kritisieren, weil wir alle Egoisten sind. Jeder will der King sein und herrschen und sogar in der Schule können wir bereits sehen, wer die kritisierenden und schlauen Kinder sind. Diese Qualitäten begleiten sie in wichtige Positionen tw. von internationalem Niveau. Je stärker das Ego eines Menschen wächst, umso größer empfindet er den Unterschied zu anderen und umso größer ist seine Kritik an anderen.

Heute erlauben uns die sozialen Netzwerke und das Internet, alles zu kritisieren und alles zu äußern, was uns durch den Kopf geht, um Dampf abzulassen. In Zukunft wird das Ego sogar noch komplexer sein, der Stolz wird wachsen, und nur sehr wenige Menschen auf der Welt werden sich normal verhalten. In den ersten Tagen der Menschheit war das Ego kollektiv, aber da sich das Ego immer weiter entwickelt hat, fühlte jedes Stammesmitglied die Trennung voneinander. Der kritische Geist entwickelte sich weiter, um die Menschen voneinander zu trennen, bis zu unserem gegenwärtigen Zustand, wo jeder jeden hasst.

Ein Mensch attackiert denjenigen, der ihn kritisiert, während er sich selbst herausnimmt, jeden zu kritisieren, da er sich für den Schlaueren hält. Auf der nächsten Stufe der egoistischen Entwicklung wird sich der Mensch so weit entfernt von anderen fühlen, dass er mit ihnen nichts zu tun haben möchte, weder in wirtschaftlichen noch irgendwelchen anderen Belangen. Jeder von uns wird alleine zuhause sitzen und Maschinen werden die Arbeit für uns erledigen. Die Menschen werden sich noch nicht einmal sportlich betätigen, alles wird einfrieren.

Konstruktive Kritik kann es nur bei einem Menschen geben, den wir lieben, aber heutzutage hasst jeder jeden. Wenn sich jeder isoliert und einsam fühlt, und die Frage „Wofür lebe ich?“ in ihm erwacht, dann wird es zur Korrektur des Egos kommen.

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Frieden von Selbstkritik

Zum Video in englisch: Hier klicken.

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

Bis heute hat uns Kritik dabei geholfen, uns zu entwickeln. Heutzutage gibt es keine richtige Kritik mehr. Jeder „flippt“ gleich über die Schlechtigkeiten der anderen aus. Selbstkritik ist die notwendige Fähigkeit, Dinge ohne Vorurteile, von der Seite aus, zu bewerten. Heute kann keiner mehr mit einem anderen auskommen; keiner ist in der Lage, wertvolle Kritik anzunehmen. Die Menschheit versteht nicht, was passiert; die Selbstzerstörung und das Scheitern der Familieneinheit schreiten voran.

Das System der Selbstkritik baut sich bei einem Menschen der Kabbalist ist in Übereinstimmung mit dem höheren Wert „du sollst deinen Nächsten wie dich selbst lieben“ auf (Leviticus 19:18). Der Mensch zieht mit Hilfe der Methode der Weisheit der Kabbala das erneuernde Licht an. Wenn er durch ausreichend Selbstkritik die positive Kraft, entgegen der schlechten Kraft anzieht, wird ihm die richtige Perspektive gezeigt.

Die einzige Sorge des Menschen sollte es sein, wie er die positive Kraft, welche in der Natur verborgen ist, anzieht, um ein Gegengewicht zum Schlechten in ihm zu schaffen. Nur dann wird die menschliche Selbstkritik nützlich sein.

Von KabTV`s „Neues Leben“ 4/2/16

Sich klein fühlen

Frage: Der Mensch kommt zum Studium, wenn er erwachsen ist und bringt eine vorgefertigte Einstellung dem Leben gegenüber mit. Dementsprechend stimmt er nur teilweise mit seinem Lehrer überein und trägt dies weiter; in manchen Punkten ist er anderer Meinung. Kann er sich mit derart gespaltenen Gefühlen spirituell entwickeln?

Antwort: Es ist ganz natürlich für einen Menschen, der die spirituelle Welt noch nicht gefühlt hat. Genau aus diesem Grund kann er das alles noch nicht im Lehrer wahrnehmen. Es steht geschrieben: „Jeder urteilt anhand seiner eigenen Mängel.“ Du siehst die Verdorbenheit in dem Lehrer entsprechend deiner eigenen. Hier brauchst du die Kraft der Gruppe, die dich überzeugt und daran erinnert, dass der Lehrer groß und wichtig ist. Wenn du deine Freunde wertschätzt und respektierst und mit ihnen arbeitest, wirst du durch die Hilfe der Gruppe in der Lage sein, diese Gefühle der Respektlosigkeit sehr schnell zu überwinden.

Die Respektlosigkeit ist natürlich und ganz logisch und es kann nicht anders sein. Es wird dir mit Absicht von Oben gegeben. Gleichzeitig gibt man dir aber auch die Werkzeuge, um diese Zustände zu überwinden. Durch die Nähe zur Gruppe erlangst du die Nähe zum Schöpfer. Deshalb wurde diese Reihenfolge der Arbeit für dich vorbereitet. Aber wenn es nicht funktioniert, liegt das Problem nicht an deiner Respektlosigkeit dem Lehrer gegenüber. Es ist ein natürlicher Phase, ihn gering zu schätzen. Der Punkt ist, dass du die Gruppe nicht ausreichend respektierst! Du kannst dich nicht mit den Freunden verbinden, um die Kraft zu erlangen, die du benötigst, um alle diese Barrieren zu überwinden.

Du musst die egoistische Ablehnung den Freunden gegenüber überwinden: Versuche ihnen während der Mahlzeiten näher zu kommen, während des Singens und anderer angenehmer Momente. Beginne, dein Ego auf Distanz zu halten und fühle, wie sinnvoll es ist, sich mit den Freunden zu verbinden. Du hast eine Chance erhalten, die Kraft der Gruppe zu empfangen und eben dadurch die Anhaftung an den Lehrer zu erlangen. Durch den Lehrer erlangst du die Verbindung zum Schöpfer und dadurch allmählich das Licht der Korrektur.

Es ist ganz natürlich, dass dein Ego instinktiv gegen die Worte deines Lehrers Einwände erhebt. Nur ein Narr stellt nichts in Frage, da er keine Vorstellung davon hat, wo er sich befindet. Deine Natur lehnt den Schöpfer ab, wie geschrieben steht: „Des Menschen Neigung ist von Jugend an eine verdorbene“ – dementsprechend bist du entgegen gesetzt zur Spirituellen Arbeit und zu deinem Lehrer. Du bist der Inneren Essenz der Gruppe entgegengesetzt, aber die Gruppe hat eine äußere Form, durch die du dich an sie annähern kannst. Die größte Schwierigkeit ist, dass der Mensch die Gruppe nicht als ein Mittel wahrnimmt, das ihm ermöglicht, sich mit den Freunden zu verbinden, um dadurch die Anhaftung an den Lehrer zu erlangen. Der Lehrer wird euch alle mit dem Schöpfer verbinden.

Wir müssen uns nicht in Chassadim verwandeln, aber du musst fühlen, dass du im Vergleich zu deinem Lehrer klein bist. Auch bist du klein im Bezug zur Gruppe und noch viel kleiner im Bezug zum Schöpfer. Beginne dein Leben zu ordnen, indem du alle dir gegebenen Mittel richtig organisierst: Das bin ich, das ist die Gruppe, das ist das Studium und das ist mein Lehrer. Alles andere ist unbekannt, weil es vom Schöpfer kommt, aber genau dort befindet sich dein Eingang in die Heiligkeit, wo du plötzlich eine Türe wahrnimmst, die zu einer Öffnung wird und du trittst ein.

Wenn du diese Konditionen nicht erfüllst, wird nichts funktionieren. Der Mensch muss sich das alles vorstellen, sogar zeichnen und schreiben, um es jeden Tag fortzusetzen und zu korrigieren. Du solltest diese Fragen täglich, Schritt für Schritt in Klärung bringen, bis du in der Lage bist, alle Voraussetzungen zu erfüllen. Du solltest verstehen, dass es sich hier um klare und angemessene Gesetze handelt. Wenn du diese nicht einhältst, wirst du nicht nur dieses Leben benötigen, sondern noch viele weitere Inkarnationen. Egal wie oft du in diese Welt zurückkehrst, die Voraussetzungen werden immer die gleichen sein. Die spirituellen Reshimot (Erinnerungen) werden nicht in allen Ebenen erfüllt, solange sie nicht durch diese speziellen Konditionen laufen!

Alles arbeitet nach diesen speziellen Gesetzen der Natur. Es mangelt uns an Verständnis, wenn wir glauben, das es diese Gesetze nicht gibt; aber wo auch immer wir sie erkennen, offenbart sich: „Er hat uns Gesetze gegeben, die nicht gebrochen werden können.“ Wir müssen dies verinnerlichen, um diese Gesetze zu verstehen und einzuhalten. Unser Ego stimmt nicht zu, aber darüber können wir uns erheben.

Warum sollten wir auf die Leiden warten, die uns zwingen, uns vom Ego zu distanzieren? Es ist ratsam, dies aus unserem eigenen freien Willen heraus zu machen, mit unserem Verstand, durch die Werte, die uns die Gruppe ermöglicht und sichtbar macht. Die Gruppe wird uns helfen uns von unserem Ego zu distanzieren. Die Gruppe wird helfen das korrigierende Licht anzuziehen, welches in uns eine neue Skala von Prioritäten und Denkwegen ermöglicht. [123150]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 13/12/13

 

 

Wir brauchen einen Neuanfang!

Feiertage und besondere Tage, über die in der Kabbala gesprochen wird, sind keine gewöhnlichen Kalendertage, sondern Erlangung durch den Menschen seines persönlichen besonderen Zustandes, in dem er eine prinzipielle innere Berechnung mit sich selbst durchführt. Und wenn der Mensch zu einer solchen Berechnung kommt, dann bedeutet es, dass er tatsächlich einen Neuanfang erreicht hat, der als Neujahr, Rosch ha Schana bezeichnet wird. Dementsprechend erreicht er auch das Feiertagsgebet.

Jeder Feiertag bedeutet eine seelische Berechnung und ein Gebet, denn es gibt nichts außer der Korrektur unserer Verlangen. Doch der Anfang eines neuen Jahres ist dadurch besonders, dass er nach vielen Klärungen kommt. Er kommt nicht, bevor der Mensch sich selbst, alle Verlangen, die sich ihm enthüllen, nicht vollständig geprüft hat – denn jede höhere Stufe schließt alle vorangegangenen als einen winzigen Teil von sich mit ein.

Wenn der Mensch jedoch eine Berechnung seiner gesamten Handlungen und Gedanken durchführt, erkennt er, dass er keinen Erfolg erzielt hat, dass er nicht vorankommt, denn er ist überhaupt nicht für die spirituelle Erhebung erschaffen. Schwere Gedanken hinsichtlich der Spiritualität sowie Zweifel und Neid in Bezug auf die anderen übermannen ihn – er will höher als sie sein und denkt: „Warum sie und nicht ich?“

Und nach vielen solchen Berechnungen, wenn er vollkommen verloren ist, spürt er endlich, dass er einen Neuanfang braucht. Es gibt keinen Ausweg, denn an diesen ganzen Berechnungen, Klärungen, Kritik, Neid und Hass ändert sich jahrelang nichts. Und das einzige, was ihm bleibt, ist das Gebet, der Hilfeschrei, weil nur die höhere Kraft hier helfen kann. Genau dieser innere Schrei wird als Gebet von Rosch ha Schana, von Neuanfang, bezeichnet.

Und bis dahin sieht sich der Mensch als vollkommen verloren, er sieht, dass die ganze Welt damit, was er macht, nicht einverstanden ist, und er selbst begreift nicht, was mit ihm los ist und was das für ein Weg ist. Seine ganze Kritik entspringt dem Egoismus.

Darum geht es in dem Gebet um die Erinnerungen – um die Notwendigkeit, seine gesamten Verlangen und Handlungen zu analysieren, und um das Blasen des Horns (des Schofar) – denn wir müssen unseren spirituellen Weg trotz allem erheben („Schufra“ bedeutet auf Aramäisch „Schönheit“). Und um hier voranzukommen, müssen wir uns an die authentischen Quellen wenden.

Es existiert in der Welt eine Vielzahl von Meinungen, eine Vielzahl von Menschen, die einen beeinflussen, ihm ihre Gedanken einflößen und ihn in verschiedene Richtungen zerren. Man muss jedoch einen strengen Richter über sich selbst stellen und sich fortwährend in dem Maße seines Verständnisses für das Geschriebene mit den Quellen vergleichen – unabhängig von seinem Ego, vom Verlangen, sich zu erheben und zu verdienen, höher als die anderen zu sein, sondern umgekehrt, indem man nur wünscht, die Kraft des Gebens zu erlangen und in jenem Volk, in dem der Schöpfer wohnt, aufzugehen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 26.09.2011


Verliert nicht euch selbst, wenn ihr in den Anderen aufgeht!

Frage: Der Sohar erklärt, dass das Zerbrechen obligatorisch für die Erreichung der Einheit ist. Müssen wir auf dem bevorstehenden Kongress in New Jersey der Enthüllung des Zerbrechens zwischen uns entgegensehen oder haben wir bereits genug enthüllt, und es ist an der Zeit, die Einheit zu erlangen?

Meine Antwort: Während des letzten internationalen Kongress in Israel haben wir das Zerbrechen zwischen uns, die Entfernung voneinander ein wenig „gekostet“. Das hatte eine ziemlich starke Wirkung gehabt, die Menschen haben gespürt, dass sie nicht in der Lage sind, sich zu verbinden: „Nur nicht das!“

Diese Empfindung muss uns zum Gebet führen, zu einer solchen Handlung, dass wir darum bitten, uns über diese Trennung erheben zu können. Wir sind nicht in der Lage, sie zu korrigieren – also soll das Licht kommen und korrigieren, wir müssen uns über die Abstoßung erheben, wie geschrieben steht: „Die Liebe wird alle Vergehen bedecken“.

Deshalb empfindet mitunter jeder von uns, während er versucht, sich auf solchen Kongressen mit den Anderen zu verbinden, Abstoßung den Anderen gegenüber und vertieft sich in egoistische Berechnungen: „Wozu brauche ich das überhaupt?“ Oder er spürt im Gegenteil, wie er sich in die Anderen einfügt, als ob er in ihnen aufgehen würde, und kann nicht mehr unterscheiden, wo seine Ansichten, sein Verstand, sein eigenes Ich sind und wohin seine Kritik den Anderen gegenüber verschwunden ist.

Auf diese Weise, bei den scheinbar erfolgreichen oder nicht erfolgreichen Versuchen, sich in die Anderen einzufügen – indem der Mensch sich annulliert, in den Anderen aufgeht, sich verliert oder indem er im Gegenteil seine Unfähigkeit, sich mit den Anderen zu verbinden, erkennt – klärt er, wie er sich mit ihnen verbinden kann, ohne sich selbst, sein Ich zu verlieren, wie er sich mit allen vereinen und an diese Verbindung sein ganzes Übel, mit all seinem Widerstand und zugleich mit all dem Guten, was es in ihm gibt, anschließen kann, ohne etwas Schlechtes oder etwas Gutes in sich zu annullieren.

Eine solche richtige Klärung ist bereits die mittlere Linie. Das Wichtigste ist, dass der Mensch, indem er sich vor der Gruppe oder einer großen Menschenversammlung auf dem Kongress annulliert, nicht die Fähigkeit verliert, kritisch zu denken, sondern mit der linken Linie weiter arbeitet, in dem Wissen, warum und wie er handelt. Auf diese Weise gibt er seine Awiut/die Dicke des Verlangens an die Anderen weiter, und es entsteht ein starkes Kli, das nach einem Gebet verlangt. Denn wir wollen so, wie wir sind, geliebt werden…

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 10.03.2011