Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kontraktion'

Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 19

Anmerkungen in Klammern sind von mir

Warum ist der Schöpfer vor dem Menschen verhüllt?

Alles ist von Anfang an bereitet (in seinem vollkommenen Zustand erschaffen) und jede Seele weilt bereits in ihrem ganzen Licht, in Güte und Ewigkeit.

Nur wegen der „Scham“ (um sich nicht wegen der geschenkten Gabe erniedrigt zu fühlen) ist die Seele aus diesem (ursprünglich erschaffenen) Zustand (der völligen Erfüllung mit dem ewigen Genuss) mittels von Kontraktionen (immer größeren Verhüllungen dieses Zustandes) ausgetreten, bis sie sich schließlich in einen trüben (gänzlich die Erfüllung verhüllenden) Körper (das egoistische Verlangen) hüllte.

Nur (ausgerechnet) dank ihm kehrt sie zu ihrer Wurzel zurück, wo sie sich vor der Kontraktion befand, mit einer Belohnung von diesem ganzen schrecklichen Weg, den sie zurückgelegt hat. Im Grunde stellt diese Belohnung die wahre Verschmelzung dar.

Mit anderen Worten, befreit sich die Seele von der „Scham“ (der geschenkten Gabe), da ihr Gefäß des Empfangens (ihre egoistischen Verlangen) sich in ein Gefäß des Gebens (die altruistischen Verlangen) verwandelt, und sie sich in ihren Eigenschaften ihrem Erschaffer angleicht. (Aus diesem Grund kann sie das ganze Licht, welches sie ursprünglich erfüllte, wahrnehmen.)

Baal ha Sulam, Brief 25

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Die Liebe in einer bequemen Verpackung?

Frage: Ich las in der Zeitung, dass das Gefühl der Liebe von drei chemischen Verbindungen ausgelöst wird, welche man im Prinzip auch in Tablettenform erhalten könnte. Sollten wir uns nicht ein Paket der Liebe anschaffen, das leicht in die Hosentasche passt?

Meine Antwort: Das ist möglich, wenn es um sexuelle Anziehung geht oder um pharmakologischen Seelenfrieden, welcher durch Betrug und Betäubungsmittel einem Menschen vorgaukelt, dass er liebt. Eigentlich gibt es verschiedene Arten der Liebe.

Zum Beispiel liebe ich gebratenen Fisch, und du vielleicht diesen in Form einer Suppe. Aber in der Tat handelt es sich um „Liebe“, wenn ich die Wünsche des Nächsten spüre, die sich in ihm und nicht in mir befinden. Dafür ist zuallererst die Beschränkung der eigenen Wünsche nötig. Nur so bin ich der Eigenschaft des Gebens, Bina, die uns erlaubt, andere zu spüren. Dann kann ich an den Wunsch des Nächsten meinen eigenen anschließen und seine Wünsche mittels eigener Wünsche auffüllen. Das ist das, was wir Liebe nennen.

Auf dem Weg zu ihr erwartet uns ein langer Prozess. Zunächst einmal müssen wir mit uns die erste Kontraktion durchführen (Z“A – Zimzum Alef), die Aufgabe von persönlichem Engagement und vor allem, uns über alle eigenen Wünsche erheben. Dann bewahren sie Schweigen und stehen still. Dann komme ich aus mir heraus, um zu sehen, zu bekommen, um deine Wünsche zu spüren. Ich möchte deine Wünsche annehmen, um sie an mich anzubinden, mir vorzustellen, dass sie sich in mir zusammen mit meinen Wünschen befinden.

Zur dieser Zeit werden meine Wünsche sich oben befinden, ähnlich wie der Kopf des Parzufs, und deine werden wie der Körper des Parzufs sein, und ich kann sie auffüllen. Ich werde mich immer darum kümmern.

Das ist auch die Arbeit von Bina. In mir gibt es zwei Ebenen: Bina und Zon, d.h. „Kinder“. In abstracto, existiere ich nur in Galgalta we Ejnaim (G „E), wo ich außer dem Minimum nichts brauche. Dann hebe ich dich zu mir, und du wirst alles bekommen, was du willst. Ich befülle dich in mir selbst – in meinem „Leib“, in ACHaP.
Das ist das, was wir „Lieben“ nennen – dem anderen dienen, nach seinen Wünschen.

Gäbe es solche Pillen, würde ich sie in den Wasserspeicher schmeißen, von wo das Wasser in die Wasserleitung fließt. Aber die Pillen gibt es nicht und wird es nie geben, weil das große Sorgfalt erfordert – hier muss man Kraft investieren.

Es scheint unklar, warum der Schöpfer die Pille nicht vorgesehen hat? Genießt er es, wenn er auf unser Leid blickt? Tatsache ist, dass wir die negative Seite und den Weg zur Korrektur selbst erkennen müssen. Auf diesem Weg werden wir jedes Mal vom Schöpfer Kraft für die Analyse, sowie die Kraft für die Korrektur und die Füllung fordern. Dies sind die drei Etappen, ohne die man nicht auskommen kann.

Wenn ich mich nach diesem Bild innerlich aufstelle, beginne ich zu verstehen, was er geschaffen hat. Ich begreife seine Absicht, sein Programm und werde ihm in Status und Niveau immer ähnlicher. Ich verstehe die ganze Wirklichkeit und nehme sie an, durchbohre mit dem Blick die gesamte Breite und Tiefe ihrer Existenz, in vollem Umfang. Diesen Zustand, kann man nicht als Ausgangsposition bekommen. Denn die Schöpfung befindet sich in der Welt der Unendlichkeit, voller Licht, fühlt sich aber an wie ein winziger Tropfen in seinem Ozean.

Ich muss in mir selbst den Wunsch, in die Unendlichkeit zu steigen, enthüllen. Ich muss es selbst verstehen, spüren, es in eigene Verfügung bringen, es unter die Kontrolle des eigenen Strebens bringen, in die eigenen Wünsche einbeziehen. Pillen sind hier machtlos.

Aus dem Unterricht nach der Zeitung „Das Volk“

Die Scham, die das Geschöpf in sich entstehen läßt

Eine Frage, die ich erhielt: Was bringt die Schöpfung dazu, sich für die Kontraktion (Zimzum) zu entscheiden?

Meine Antwort: Die Scham! Das Geschöpf empfindet das Schamgefühl in allen seinen Wünschen, diese Entscheidung trifft nicht der Verstand – sondern das Gefühl. Ich fühle, dass ich nicht mehr bereit bin, zu empfangen!

Das Licht, das mich ausfüllt, wandelt für mich den Genuss in den Tod um. Es gibt mir ein solches Gefühl, dass ich das gesamte Licht, die gesamte Erfüllung verliere.

Denn das Licht stellt Genuss dar, und in dem Augenblick, in dem ich Genuss erfahre, fühlt es sich so an, als ob ich schon so viel bekommen habe – ich habe mich nicht nur vollständig erfüllt, sondern auch den riesigen, unendlichen Genuss empfunden.

Folglich beginne ich zu enthüllen, dass ich Genuss von jemandem bekommen habe, und mir wird es deshalb peinlich, mich verbrennt das Feuer des Schamgefühls. Ich fühle ein riesiges Unbehagen, denn diese Tatsache hebt meine eigene Persönlichkeit auf. Ich schäme mich und hasse mich selbst, Ihn…

Das bedeutet eben das Verschwinden des Lichtes, und hierfür sind keine vernünftige Schlussfolgerungen oder Entscheidungen notwendig. Sie alle sind die sinnlichen Empfindungen, weil der Genuss verschwindet, und ich später keine Erfüllung spüre.

Das Schamgefühl infolge des Empfangens ist ein sehr erhobenes Gefühl, und deshalb wünsche ich jedem, es zu erreichen.

Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“, 14.05.2010

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Das Schamgefühl, das stärker als der Tod ist

Eine Frage, die ich erhielt: Wie können wir die Empfindung eines solchen Schamgefühls erreichen, welches folglich zur Kontraktion des Egoismus führen wird?

Meine Antwort: Die Scham ist ein sehr erhabenes Gefühl, das nicht direkt am Anfang des Weges empfunden wird. Dies ist die Scham vor dem Schöpfer, vor dem Gebenden, weil Er das Geben ist und ich das Nehmen.

In unserer Welt beschränken wir uns ständig, um nicht zu erhalten, um uns deswegen nicht zu schämen. Wir wollen das Empfangen irgendwie rechtfertigen.

Wir sind bestrebt, das Selbstwertgefühl zu vergrößern, wobei uns das eigene Ich teurer als das Leben ist. Wir sind einverstanden, zu sterben, um nur nicht demütigt zu werden.

Auf diese Weise ist unsere Natur programmiert. Die Menschen sind bereit, den Tod zu akzeptieren, nur um das eigene Ich, den Ehrgeiz, beibehalten zu können.

Die Scham bedeutet eigentlich, wenn ich das Gefühl bekomme, dass mein Ich aufgehoben wird und später verschwindet. Wenn ich den Wunsch und die Erfüllung verliere und nicht dabei spüre, dass ich aufhöre, zu existieren.

Der Mensch stirbt und fühlt nicht, dass er absolut aus dieser Realität verschwindet. Er hat nur das Gefühl, dass er einen Teil verliert, bzw. von der Vergangenheit befreit wird.

Aber wenn ich mich schäme, dann wird  meine geistige Existenz gestrichen. Dieses Gefühl gibt mir zu spüren, dass von mir jetzt nichts übrig bleibt!

Diese Empfindung ist höher als Leben und Tod, sie ist sehr tiefgehend. Man kann ihr nicht widerstehen. Der Mensch ist bereit, sich selbst zu töten, um nur nicht den Punkt seines Ich zu verlieren.

Denn der Körper ist einfach das Tier, und wir haben keine große Angst, ihn zu verlieren. Wir sehen auch, wie die Menschen ihr Leben riskieren. Aber der Schöpfer spielt mit uns, indem Er den Punkt unseres Ichs  konsequent und methodisch aufreizt. Und uns bleibt keine andere Wahl, denn wir sind verpflichtet, irgendwelche Handlungen zu unternehmen, um die eigene Persönlichkeit zu retten.

Die Empfindung, dass ich über dieses Leben hinaufsteigen soll, höher als der Tod hilft mir, meine zweite Natur zu enthüllen. Ich bin bereit, mir sie anzueignen! Man sagt mir „du sollst geben“  und ich bin dazu bereit! Ich bin sogar einverstanden, mich selbst zu verlieren! Damit dieser Punkt meines Ich, weiterhin existiert.

Solche Empfindung kann nur das Licht geben, das zur Quelle zurückführt. Das Licht wirkt auf uns ein und erweckt in uns diesen Punkt, der in unserem Inneren begründet ist – ein Ausgangspunkt “Jesh mi ajin” („Nichtvorhandensein“ bzw. Aus dem Nichts geschaffen sein). Dies ist nicht das Wesentliche des Wunsches „zu genießen“, sondern etwas viel tiefer Gehendes.

Um ein solches Gefühl zu erreichen, sind die kabbalistische Gruppe und das Studium notwendig. In der Gruppe bemühen wir uns, das Modell der geistigen Einheit aufzubauen, wie sie in der Welt der Unendlichkeit existiert.

Während des Studiums und unter Bedingung der Einheit, ziehen wir das Licht heran, das uns folglich zu diesem Zustand erhebt. Es gibt keine anderen Mittel! Nur die Gruppe und das Studium innerhalb der Gruppe.

Gerade dieses beängstigende Gefühl bringt uns der Rettung näher.

Aus dem Unterricht zum Artikel “Einführung in die Wissenschaft der Kabbala”, 14.05.2010

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Wir befinden uns im Zentrum aller Welten

News Report (übersetzt von CNews.ru): Eine Gruppe von in Oxford ansässigen Forschern hat Physical Review Letters (einer der weltweit angesehensten Physik-Zeitschriften) ein Papier vorgelegt, mit dem Bestreben, die beobachtete Dynamik des Universums zu erklären. Darin wird behauptet, dass wir uns an einem speziellen, einzigartigen Ort im Universum befinden, wo die Stoffdichte abnormal niedrig und atypisch für das gesamte Universum ist. Diese Theorie – Geozentrismus genannt – nimmt an, dass wir uns im Zentrum des Universums befinden.

Der alternative Standpunkt ist das kopernikanische Prinzip, welches postuliert, dass das Universum gleichartig ist und keinen speziellen Platz für die Erde oder das Sonnensystem hat. Dies ist der Grundsatz, auf welchem die gegenwärtigen wissenschaftlichen Theorien basieren. Allerdings ist er untauglich, die moderne wissenschaftliche Auffassung über die Welt zu erklären.

Mein Kommentar: Gemäß der Wissenschaft der Kabbala (Teil 16 von Talmud Esser HaSfirot) ist unsere Welt die letzte Stufe der niedrigsten spirituellen Welt, der Welt von Assija. Sie befindet sich im Zentrum aller Welten, im Zentrum unserer Welt liegt das Sonnensystem und in seinem Zentrum liegt der Planet Erde. Im Zentrum der Erde befindet sich Israel, in dessen Zentrum Jerusalem, in dessen Zentrum der Berg Moriah, danach der Tempel und schließlich – das Heilige vom Heiligsten (ein Raum mit besonderen Reliquien). All das spiegelt den Einfluss und die Größenverhältnisse der spirituellen Kräfte wider.

Die moderne Wissenschaft nähert sich ihrem Ende, der Decke ihrer qualitativen Entwicklung. Sie findet bereits eine Barriere vor, die sie nicht überschreiten kann, und folglich gleicht sie ihre Theorien an, um sich an das, was die Kabbala seit Jahrtausenden sagt, anzupassen. In Teil 1 des „Baum des Lebens“ schreibt der Kabbalist Ari, dass unsere Welt der Materie innerhalb all der Sphären der spirituellen Kraftfelder liegt:

Und als in Seinem einfachen Willen der Wunsch wach wurde,
Die Welten zu erschaffen
Und die Emanationen zu emanieren,
Und dabei die Perfektion Seiner Taten,
Seiner Namen, Seiner Bezeichnungen erleuchten zu lassen,
Wurde das zum Grund der Erschaffung der Welten.
Und siehe, sodann schränkte sich
Die Unendlichkeit in ihrem zentralen Punkt ein,
Exakt im Zentrum
Und jenes Licht kontrahierte
Und entfernte sich weit an die Ränder dieses Punktes.
Und sodann blieb leerer Raum, ein Vakuum,
Von diesem mittleren Punkt.
Und siehe, diese Kontraktion war vollkommen gleichmäßig
Um diesen leeren mittleren Punkt herum.
So, dass jener leerer Raum
Von allen Seiten in vollkommener Gleichmäßigkeit
Kreisförmig wurde.
Und siehe, nach der Einschränkung
Nach welcher leerer Raum und Vakuum entstand,
Im exakten Zentrum des unendlichen Lichtes,
War nun Raum da,
In dem Geschöpfe, und Emanationen und Kreaturen
Existieren konnten.

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