Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Bereitschaft, im Glauben über den Verstand zu gehen

Der Glaube über dem Wissen  ist kein Gewinn für den Verstand, sondern der Erhalt einer anderen Fähigkeit, die wir nicht besitzen. Es ist ein anderer, übernatürlicher Kanal, ein sechster Sinn, Spiritualität, die Korrektur vom Kli des Empfangs, die Kraft von Bina. Wie gelangt man dazu? Durch Nachdenken, Arbeit, Höhen und Tiefen.

Frage: Warum beschäftigen wir uns damit, wenn doch im Voraus bekannt ist, dass all dies der Schöpfer tut?

Antwort: Warum bist du dir so sicher, dass der Schöpfer dies tut? Denn für dich sind das alles nur Bezeichnungen, leere Worte, du lebst nicht darin. Es steht geschrieben, dass es eine höhere Kraft gibt, die alles lenkt, „es gibt niemanden außer Ihm“. Na und? Du hast davon gehört, aber du lebst nicht in dieser Offenbarung, identifizierst dich nicht damit.

Dabei bestimmt diese Identifikation all unsere Gedanken und Handlungen. Ich fühle mich wie ein Handschuh, der auf die Hand des Schöpfers gestülpt ist. Er bestimmt alles, was in mir geschieht, angefangen bei der Bewegung der Atome bis hin zur Bewegung der Gedanken und Wünsche. Von Ihm hängt jedes Ergebnis ab, sowohl am Anfang als auch am Ende. So spüre ich die Manifestation des Schöpfers in mir.

Kann ich behaupten, dass der Schöpfer der König ist, wenn ich das nicht habe? Kann ich sagen, dass ich damit einverstanden bin? Würde ich selbst, ohne Zwang, dasselbe tun, was Er tut? Das ist alles leeres Gerede. Ich weiß nicht, wer Er ist.

Deshalb sagt Rabash, dass es einen König der ganzen Welt gibt und einen König Israels. Über den König der ganzen Welt sagen alle: Der Schöpfer ist groß!

Den König Israels begreift man durch echtes Streben nach Ihm – „Yashar Kel“, direkt zum Schöpfer. Streben bedeutet die Bereitschaft, sein Wissen beiseite zu lassen und im Glauben über dem Verstand zu gehen. Darin liegt der Unterschied zwischen der Sichtweise der Tora und der Sichtweise der Massen.

Es reicht nicht aus, das nur zu sagen. Alle glauben, dass sie sich bereits in der Endkorrektur befinden, während die Zustände Israels durch sehr ernsthafte Arbeit erreicht werden, indem sie all ihre Wünsche und Absichten gegenüber dem Schöpfer so ausrichten, dass sie wie die Seinen werden. Erst dann gelangen sie zu dem Zustand, in dem sie sagen können, dass der Schöpfer der König der ganzen Welt ist.

Was ist die Welt? Die Welt ist mein ganzes Ich, und ich habe geprüft und gespürt und stimme zu, dass Er mich führt. Und worin besteht diese Zustimmung? Darin, dass ich selbst dann, wenn Er nicht existieren würde, dennoch dasselbe tun würde. So erschaffe ich das Bild des Schöpfers in mir. Das bedeutet, dass ich von Null bis zur Unendlichkeit wachse. Ich wachse und erreiche Seine Stufe.

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Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash, 10.062026

 

Mach Platz für den Schöpfer!

Kommentar: Willst du, dass Platz für den Schöpfer ist? Dann mach Platz! Tritt ein wenig zur Seite, mach Platz für Ihn! Das bedeutet die Einschränkung des eigenen Egos.

Dränge deinen Egoismus zurück, begrenze ihn und ziehe dich zurück, damit ein Raum für den Anderen entsteht. Wir müssen uns so weit einschränken, dass wir alle gemeinsam in einen zentralen Punkt der Schöpfung hineinpassen. Der ganze riesige Raum um uns herum, befreit von unserem Egoismus, wird zu einem Ort, den wir dem Schöpfer überlassen. Deshalb wird der Schöpfer „der Ort“ genannt.

In dem Maße, in dem wir unser egoistisches Verlangen zurücknehmen, machen wir Platz für den Schöpfer.

Wir verdichten all unsere egoistischen Wünsche zu einem einzigen Punkt, von dem der Schöpfer sagte: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen.“ Tatsächlich hat Er nichts anderes erschaffen als diesen Punkt, aus dem wir existieren. Und alles andere außer ihm sind Eigenschaften des Schöpfers.

Indem wir den gesamten Raum – bis auf diesen zentralen Punkt – von unserem Egoismus befreien, können wir uns an diesem Ort mit dem Schöpfer verbinden. So offenbaren wir Ihn in diesem Raum. Mit anderen Worten: Wir setzen Ihn als König über uns ein, damit Er über dem gesamten Ort herrscht. Wir geben Ihm den Platz, sich zu offenbaren und die gesamte Wirklichkeit zu lenken.

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Aus der Lektion „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala (Pticha)“ 16.02.2022

 

Wer steckt hinter dem Bild des Königs?

In der Purim-Geschichte gibt es so eine Figur – König Achaschwerosch, der manchmal mit einer positiven Kraft (Mordechai) und manchmal mit einer negativen Kraft (Haman) interagiert. Man weiß nicht, auf welcher Seite er steht, weil der Schöpfer, den der König repräsentiert, hier in doppelter Gestalt dargestellt wird.

Einerseits ist die ganze Schöpfung egoistisch, und wer mehr Macht hat, der regiert die Welt. Deshalb können wir nicht sagen, dass der Schöpfer gut ist und Gutes tut. Inwiefern ist Er gut? Inwiefern tut Er Gutes?! Es wäre besser, wenn es Ihn nicht gäbe, denn dann gäbe es auch kein Böses. Das ist Achaschwerosch.

Andererseits ist Er doch der Schöpfer, weil Er heimlich, hinter dem Rücken des Königs, sozusagen hinter seinem Rücken, die ganze Menschheit zu einem guten Ziel führt.

Das Problem ist, dass der Schöpfer eine absolut gute Kraft ist, die an und für sich selbst existiert. Sie braucht keine weitere Kraft, keine Grundlage für ihre Existenz.

Die Geschöpfe sind negativ und dem Schöpfer entgegengesetzt. Sie wurden erschaffen, um sich von Ihm zu unterscheiden und nicht in Ihm zu zergehen, denn dann hätten sie keine eigene Identität.

Es stellt sich heraus, dass es unmöglich ist, Geschöpfe zu erschaffen, die sich nicht vom Schöpfer unterscheiden. Und wenn der Schöpfer absolut gut ist, dann muss das Geschöpf anders sein, bis hin zum absolut Bösen.

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände. Purim – die innere Bedeutung des Festes“

 

Und nur die Helden werden das Schloss des Königs betreten…

Kommentar: Baal HaSulam, Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot:
„Und nur die Helden unter ihnen, die ein gewisses Maß an Geduld hatten, überwanden die Wächter, öffneten den Eingang und wurden sofort gewürdigt, das Antlitz des Königs zu erblicken…“

Frage: Was ist “das Maß an Geduld“?

Antwort: Ein Mensch kommt zur Kabbala, brennt vor Ungeduld, alles auf einmal zu erlangen. Wenn es ihm nicht gelingt, wird er wütend auf sich, auf den Schöpfer und auf die ganze Welt. So zeigt sich sein gesundes, starkes egoistisches Verlangen, das erkennt, dass es keine Chance hat, sich zu erfüllen, da es im völligem Gegensatz zur Quelle der Erfüllung steht.

Ein gewisses Maß an Geduld bildet sich im Menschen, wenn er zu verstehen beginnt, worin der spirituelle Weg besteht, die Notwendigkeit jeder seiner Etappe erkennt und wie mit einer Pinzette, gezielt alle angesammelten Eindrücke sammelt – im Bewusstsein, dass er ohne sie das„Lego- Stück“ seiner Seele nicht zusammensetzen kann.

Schließlich besteht die menschliche Seele aus Tausenden verschiedenen Teilen, von denen jedes bearbeitet werden muss. Daher ist es unmöglich, eine Stufe zu überspringen.

Baal HaSulam schreibt, dass derjenige, der den langen Weg der Korrektur geht, mehr gewinnt, da er tiefere Klärungen vornimmt. Denn unsere gemeinsame Seele ist kein einfaches zweidimensionales Puzzle, sondern eine komplexe Struktur, die sich in alle Richtungen ausdehnt,  in die Tiefe  erstreckt, denn jede Seele muss alle Seelen einschließen.

Es handelt sich um einen multidimensionalen spirituellen Raum, in dem der Mensch mit seinem Wesen vollständig mit jeder anderen Seele verbunden ist, als gäbe es außer ihr niemanden. Deshalb muss der Mensch sehr große Klärungen vornehmen.

Das Maß an Geduld bedeutet also nicht das Maß der Zurückhaltung oder das Gegenteil – die Ungeduld. Der Schöpfer ist ein unveränderliches Naturgesetz und nichts wird dem Menschen helfen. Man kann eine Maschine anschreien, die man nicht in Gang setzen kann, aber es wird sich nichts ändern.

Das Maß an Geduld besteht darin, dass der Mensch mithilfe der Umgebung versucht, den richtigen Zugang zu seinem spirituellen Fortschritt zu finden.

Mit anderen Worten, solange wir nicht alle miteinander verbunden sind, wird unser Kli/ Verlangen nicht vollkommen sein und wir werden nicht in den Palast des Schöpfers eintreten können. Wir müssen ein gewisses Mindestmaß an Verlangen erreichen, das so genannte „S’eah“ – erreichen, das erfordert Geduld.

Der Mensch muss sich ständig an die Gruppe wenden und sie um Unterstützung bitten, um von ihnen Geduld zu lernen. Es wird nur „Geduld“ genannt, in Wirklichkeit ist es ein gegenseitiges Einbeziehen in die anderen.

Geduld bedeutet, dass dem Menschen bewusst ist, dass er die Spiritualität nicht vor den anderen erlangen wird. Er muss sich mit ihnen verbinden, sie vorantreiben, und dann wird er die spirituelle Welt betreten.

Gerade das Wissen, dass man der Letzte ist, nennt man “das Maß an Geduld“. Es ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die aus dem Verständnis hervorgeht, dass es nichts anderes gibt außer dem einen Kli/Verlangen und dem Licht und dass man nur dazu da ist, sie zur Verbindung zu bringen.

Wenn alle danach streben, den Berg zum Palast des Königs zu erklimmen, dann rennt man nicht voraus, sondern schiebt die Freunde von hinten an. Selbst ist man der Letzte. Wenn der Mensch dazu bereit ist, bedeutet das, dass er ein Maß an Geduld hat. Wenn man allen hilft, dann wird man, nachdem sie korrigiert sind, auch korrigiert sein.

Niemand kann die Korrektur früher erreichen als das Umfeld. Das nennt man, dass ein Mensch sich nicht höher erheben kann als sein Kreis – denn es ist ein ganzheitliches System, in dem alle Teile miteinander verbunden sind. Wie kann dann ein Teil korrigiert werden, während ein anderes es noch nicht wird?

Je mehr man sich also bemüht, seine Umgebung zu erheben, desto mehr erhebt man sich selbst. Nur ein solcher Ansatz führt zum Erfolg.

Außerdem misst sich das Maß an Geduld eines Menschen daran, wie gut er die Leiden, die durch das Zurückhalten seiner Selbst entstehen, in Geben und Freude umwandelt. Dann wird das Maß der Geduld, das während dieser Arbeit „standgehalten“ hat, in ein großes Kli/Verlangen verwandelt.

Denn jegliche Ungeduld ist der wahre Ausdruck des Egos, das „brennt“, sich selbst erfüllen will und alles hasst, was es daran hindert, die Erfüllung zu erreichen. Das Maß der Geduld eines Menschen zügelt sozusagen dieses Ego, korrigiert es und ist das Kriterium für den spirituellen Fortschritt eines Menschen.

Letztlich ist das Maß an Geduld die, unkorrigierten Kelim/Verlangen, die zwischen mir und dem Schöpfer stehen. Denn darin erlebe ich die Ungeduld.

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(Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot“, 25.02.2011)

 

Die Geschichte von Purim – Umwandlung des Verlangens

Frage: In der Geschichte von Purim lädt König Achaschwerosch die Königin Vashti ein. Sie weigert sich, an dem Fest teilzunehmen. Das ist sehr merkwürdig. Wie kann es sein, dass eine Königin sich weigert?

Antwort: Königin Vashti repräsentiert die gesamte Schöpfung (gemeinsame Verlangen). Die Schöpfung ist noch nicht bereit bei einem so großen Fest des Schöpfers oder Königs teilzunehmen, denn noch ist nicht alles korrigiert. Deshalb weigert sich Vashti, da sie nicht bereit ist, zu empfangen und an dem Fest teilzunehmen.

Der König beschließt daraufhin dieses Verlangen zu ersetzen, d.h. die Königin auszutauschen. Er ruft einen Schönheitswettbewerb aus und wählt eine neue Königin – ein neues Verlangen, welches in diesem Zustand noch empfangen kann. So wird Esther, die Nichte von Mordechai, Königin.

Mordechai ist einer der Menschen, die im Palast des Königs lebten. Als er jung war, deckte er ein Komplott gegen den König auf und rettete ihn. Aus Sicht der Kabbala bedeutet dies, dass es sowohl in der spirituellen als auch in unserer Welt viele Kräfte für und gegen- positiv und negativ gibt.

Mit dem König ist der Schöpfer gemeint. Daher gibt es sowohl Kräfte gegen ihn als auch für ihn.

Die Geschichte von Purim erzählt, wie sich die Kräfte zusammenschließen, um die absolute Offenbarung der ganzen Macht des Schöpfers herbeizuführen.

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Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“

Alles vergeht

Frage: Es gibt ein jüdisches Gleichnis über einen Mann, der eines Tages einen Weisen besuchte und anfing zu klagen: „Alles ist schlecht für mich: Ich habe meine Arbeit verloren, meine Frau ist krank, meine Tochter kann immer noch nicht heiraten, und mein Sohn will nicht studieren. Was soll ich tun?“ Der Weise sagte: „Es gibt ein altes Heilmittel. Du musst viele Zettel nehmen, darauf schreiben: ‚All dies wird vorübergehen‘, und die Zettel in jedes Zimmer legen. Der Besucher verstand nicht, was gesagt wurde, und ging. Aber da der Weise es sagte, tat er, was ihm gesagt wurde. Nach ein paar Jahren kehrte dieser Besucher glücklich zu dem Weisen zurück. „Wie dankbar ich dir bin! Ich habe eine großartige Arbeit gefunden, meine Frau hat sich erholt, meine Tochter hat geheiratet, mein Sohn hat sein Studium beendet und ist vollkommen zufrieden. Alles ist gut! Ich danke dir sehr! Dann fügte er hinzu: „Ich wollte nur fragen: Diese Zettel, die ich im Haus in den Zimmern angebracht habe, können die schon entfernt werden?“ „Warum willst du sie entfernen? „, sagte der Weise, „lass sie erst einmal ruhen.“ Das heißt, auch dies wird vorübergehen.

So stand es auch auf König Salomons Ring geschrieben: „Alles geht vorüber.“ Was für eine Weisheit ist das? Was sind das für Worte, die alles verwandeln, all den Kummer verschwinden lassen? Was sind sie?

Antwort: Es ist eine andere Art, die Welt zu betrachten. Nicht mehr als das. Nichts ändert sich. Nur die Sichtweise einer Person ändert sich.

Kommentar: Trotzdem sagte er, dass mit ihm alles in Ordnung sei und sich alles geklärt habe.

Antwort: Ja, seine Einstellung zum Leben, zur Welt und seine Sichtweise haben sich geändert, und deshalb hat sich alles beruhigt.

Frage: Welchen Rat kann man der Menschheit und dem Menschen geben, wenn es ihm hier und heute nicht gut geht?

Antwort: Es gibt nichts, was heute nicht in Ordnung ist. Heute ist bereits alles in Ordnung.

Frage: Ist es das, was man „alles geht vorbei“ nennt?

Antwort: Ja. Auf jeden Fall ist alles in einem guten Zustand, und man sollte nicht selbst schlechte Zustände erfinden.

Frage: Und wenn ich mich dennoch schlecht fühle?

Antwort: So etwas wie schlecht gibt es nicht. Es ist das, was man für sich selbst zeichnet.

Frage: Glauben Sie nicht, dass es so schreckliche Zustände gibt, wenn sich ein Mensch schlecht fühlt? Wirklich schlecht!

Antwort: Eigentlich ist es keine schlechte Sache. Es ist alles in Ordnung.

Kommentar: Es ist nicht leicht für eine Person, sich selbst davon zu überzeugen.

Antwort: Es ist nicht nötig, überzeugt zu werden. Man muss es einfach akzeptieren und das war’s.

Frage: Was bedeutet es, Zettel in alle Räume zu legen und dass alles vorübergehen wird?

Antwort: Es bedeutet, sich daran zu erinnern, dass man jede Minute in einen Zustand zurückkehren muss, in dem alles vergeht.

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Aus der Sendung „Nachrichten mit Dr. Michael Laitman“ 

Demokratie oder Dynastie?

Anmerkung: Sie betonen immer wieder: Es ist gut, einen König in einem Staat zu haben.

Antwort: Das ist besser als die sogenannten demokratischen Regierungen, die wir heute in verschiedenen Ländern sehen.

Die Menschen denken, dass Demokratie etwas ist, wo sie sich versammeln, schreien, kritisieren und den Anschein eines ideologischen Kampfes oder einer Gegenströmung erwecken können. Gleichzeitig sind sie angeblich dabei, die Wahrheit herauszufinden.

Frage: Es heißt: „Die Wahrheit wird in der Diskussion geboren“. Sind Sie damit nicht einverstanden?

Antwort: Die Wahrheit kann nicht dort geboren werden, wo sich alle gegenseitig anschreien.

Die Wahrheit wird dort geboren, wo es eine Familie gibt, die seit Jahrhunderten an der Macht ist und so nach und nach sich selbst, ihre Kinder, Enkel, den adeligen Stand und alle anderen erzieht. Dann entwickeln sie ganz andere Kriterien. Sie streiten sich nicht darum, wer welche Position besser verkaufen kann. Es liegt alles in ihren Händen. Und so ist die herrschende Familie alles. 

Natürlich können sie getötet oder gestürzt werden, was in der Geschichte schon oft geschehen ist. Aber im Großen und Ganzen gibt es in unserer Welt keine andere Regierungsform als die dynastische Form: das Königreich, die Monarchie.

Das Volk  ist mit einem solchen Herrscher zufrieden – er ist der König. Er ist alles! Wenn ich ihn ansehe, brauche ich niemanden sonst, noch irgendetwas anderes. Und wenn jemand aufspringt und sagt: „Ich, ich, ich!“, dann gibt`s kein Volk, keinen Herrscher und alle sitzen auf einem Pulverfass.

Aus der Fernsehsendung „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“, 26.07.2021

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 5

Anmerkungen in Klammern sind von mir.

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Das Wesen der Seelen der Söhne Israels (die zum Schöpfer streben, unabhängig von der irdischen Abstammung) ist das Geheimnis (das Wesen) des Göttlichen Teils (der Eigenschaft des Gebens) von oben, wobei die Seele Stufe um Stufe, nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung, abstieg (ihre Eigenschaften des Gebens verringerte), bis sie sich eignete, in diese Welt zu kommen und sich in den unreinen (egoistischen), materiellen (das Verlangen alles zu empfangen) Körper einzukleiden.

Doch mittels der Einhaltung der Tora (des Studiums zur Anziehung des Lichtes der Korrektur) und der Erfüllung der Gebote (des Aufbaus der Gruppe nach der Bedingung des Empfangens der Tora  – Arvut, gegenseitige Bürgschaft) steigt sie von einer Stufe zur anderen (in der Erlangung der Eigenschaft des Gebens) wieder auf, bis sich ihr Umfang auffüllt (alle ihre 613 egoistischen Verlangen korrigiert werden), und sie sich als würdig erweist, ihre Belohnung vom Vollkommenen (dem absolut liebenden und gebenden Schöpfer) zu erhalten, die für sie von vornherein (noch beim Schöpfungsgedanken) vorbereitet wurde. Das heißt, die Erkenntnis der heiligen (Heiligkeit = Geben und Liebe außerhalb des eigenen Interesses) Tora in Form der Namen des Schöpfers (Seiner Eigenschaften, d.h. Ihm ähnlich) ist das Geheimnis (das Wesen) der 613 Gebote des Empfangens der Lichter.

Baal haSulam, Vorwort zum Buch „Der Mund des Weisen“

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Was werden unsere Kinder erben?

Meinung: (M.A. Kravchuk, Y.I. Krasnov, V. N. Malinin): Sogar ein Massenübergang zu neuen Technologien wird wenig effektiv sein, wenn die Nutzer dieser Technologien ihr Verhalten gegenüber der sie umgebenden Welt nicht verändern. Sie sollten einsehen, dass die Welt einen Organismus darstellt und die Menschen nur einzelne Bestandteile dieser verbundenen Welt sind.

Der Mensch hat den natürlichen, ausbalancierten Kreislauf der Naturkomponenten zerstört. Die Mehrzahl der in den letzten dreihundert Jahren entstandenen Produktionsstätten beruht auf  Technologien und Erfindungen, welche einseitig auf den Verbrauch und die Vernichtung ausgerichtet sind. Diese Produktion hat katastrophale Folgen für den Planeten hinterlassen.

In seinen Handlungen hat sich der moderne Mensch der Natur entgegengesetzt, er bekam das Gefühl, er könne über die Natur wie ein König herrschen. Aber die Natur beeinflusst den Menschen mittels ihrer komplexen Verbindungen.

Wir bekommen von den Weltführungskräften ständig die Vorstellung vermittelt, dass die moderne Zivilisation keine Alternative hätte, und dass die gegenwärtige Lage ein unvermeidbarer Preis für ein komfortables Leben wäre.

Die Behörden erklären uns, sie würden die Welt mit Energie und Nahrung versorgen, uns Arbeit verschaffen – dabei wird die Tatsache außer Acht gelassen, dass durch die von uns genutzten Technologien bereits den Kindern und Enkelkindern keine Überlebenschance mehr gelassen wird.

Somit stellt sich die Frage, wem solche Produktionsstätten und ihre Produktion nützen, wenn sie mit solchen Risiken für das zukünftige Leben der Menschheit verbunden sind? Für die Behörden und die Wirtschaftsführer lohnt es sich nicht, die globale Krise zu akzeptieren. Denn sie haben keine Lösung für sie.

Mein Kommentar: Die Wissenschaftler sehen die Wurzel des Problems im Widerstand der Menschheit gegen die Naturkräfte, und die Lösung der Krise in einem Austausch der egoistischen Instinkte gegen spirituelle Bestrebungen. Aber eine Methode zur Realisierung dieses Vorhabens haben sie momentan noch nicht gefunden.

Und entsprechend ihrem Charakter sind sie weit entfernt von der praktischen Umsetzung ihrer Theorien. Notwendig ist der Aufbau einer breiten und starken öffentlichen Meinung, sowie die Überzeugung der weltweiten Gemeinschaft der Wissenschaftler, damit sie „nach oben“ auf die Regierungen und „nach unten“ auf das Volk ihren Einfluss ausüben können. Dadurch wären die Lösungen seitens der Regierungen gewählt, welche die Wichtigkeit einer integralen und globalen Erziehung der gesamten Menschheit hervorheben würden.

Endlich!

Frage: Wozu brauchen wir einen „internen“ Kongress in den Zeiten, in denen wir mit der Massenverbreitung beginnen?

Meine Antwort: Gerade jetzt brauchen wir es mehr denn je. Früher konnten wir kleinere Versammlungen von Freunden veranstalten, und das hat fürs Voranschreiten genügt – aber für ein leises, persönliches Voranschreiten.

In Wirklichkeit haben wir darauf gewartet, dass die Welt erwacht. Denn wir, Galgalta we Ejnaim, haben kein Bedürfnis danach, uns selbst zu korrigieren. Unsere Aufgabe besteht darin, mit dem Erwachen von ACHaP die Korrektur zu empfangen und ihnen zu dienen. Baal HaSulam schreibt darüber in dem Artikel „Gabe der Tora“. Genau das bedeutet, ein „Königreich der Priester“ und ein „heiliges Volk“ zu sein.

Wir versuchen nichts mit Gewalt aufzuzwingen, und unser Unterschied besteht darin, dass wir der ganzen Welt dienen können und müssen. Das ist das Besondere an Israel, an Galgalta we Ejnaim. Und wenn uns irgendetwas „zustehen“ soll, dann ist es dieses Dienen, diese Arbeit.

Heute erwachen die Völker der Welt, es entstehen Unruhen, die Welt versinkt in Problemen – für uns ist es ein Zeichen dafür, dass wir uns an ähnliche Handlungen wie den Kongress im Dezember machen müssen, um eine größere Kraft des Gebens, der gegenseitigen Bürgschaft in uns sammeln zu können. Erst dann werden wir uns an die Welt wenden und die Menschen anziehen können, was uns erlauben wird, das Licht Chochma zu empfangen.

Unsere Enthüllung besteht darin, dass wir, Galgalta we Ejnaim, die Einheit, die gegenseitige Bürgschaft erlangen müssen, und zwar in Verbindung mit ACHaP. Wir müssen auch in ihnen die gegenseitige Bürgschaft hervorrufen. Daraufhin werden sie sich uns als einem Faktor ihrer Verbindung anschließen, und alle gemeinsam werden wir zu den zehn vollständigen Sefirot. Es wird ein echter Parzuf sein, auf den das höhere Licht einwirken kann, – und dann wird es uns erfüllen können.

Das Licht wird nicht nur an Galgalta we Ejnaim, an der „Hälfte des Körpers“, sondern an der gesamten Stufe arbeiten. Heute stehen wir vor der Umsetzung dieser Etappe: wenn wir uns mit den Massen verbinden, wenn wir sie und uns an die kleinste Stufe der gegenseitigen Bürgschaft heranführen, wird uns das höhere Licht erfüllen. Und zwar wird es uns alle erfüllen. Denn Galgalta we Ejnaim selbst verlangen von Natur aus keine Erfüllung und arbeiten nur für ACHaP.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Ein Gebot“, 21.10.2011