Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kind'

Und wer sind die Richter?

Meldung: Das oberste Gericht der USA hat entschieden, dass es einzelnen Staaten nicht erlaubt wird, den Verkauf von Videospielen mit einem grausamen Inhalt an Personen, die ein bestimmtes Lebensalter nicht erreicht haben, einzuschränken. Die Entscheidung soll dem Schutz der ersten Verfassungsänderung der USA und dem Recht auf eine freie Selbstentfaltung der Kinder dienen. Aus diesem Grund wurde die Entscheidung getroffen, die Verbreitung solcher Spiele zu erlauben.

Kommentar: Die Kabbala erklärt, genauso wie es auch unsere Lebenserfahrung zeigt, dass der Mensch nur unter dem Einfluss der Umgebung geformt wird (siehe Artikel von Baal HaSulam „Die Freiheit“) und nur in der Wahl seiner Umgebung frei ist. Aber nachdem er die Umgebung gewählt hat, ist er nicht mehr frei, zu entscheiden, wie und was er zu sein hat, – er wird zu dem, was das ihn umgebende und durch ihn gewählte Umfeld aus ihm macht.

Und jetzt die Frage: Wenn wir dem Kind die volle Freiheit überlassen, berücksichtigen wir, dass es unfrei ist, da es als Egoist und faul zur Welt kommt, nur Vergnügen und keine Verantwortung wünscht? Das Kind selbst ist unfrei, und aufgrund seiner egoistischen Natur wählt es unfreiwillig eine schlechte Umgebung, schlechte Bücher und TV-Programme, eine schlechte virtuelle Umgebung.

Die Richter haben offensichtlich nicht die Tatsache berücksichtigt, dass wir mit verdorbenen und nicht neutralen Neigungen zur Welt kommen. Aus diesem Grund ist es notwendig, das Kind vor schlechten Einflüssen, mit welchen unsere Umwelt überhäuft ist, zu schützen. Denn sie wird von verantwortungslosen Menschen erschaffen, die auf Kosten unserer zarten, sensiblen, empfindsamen Kindern nichts als Geld verdienen wollen.

Deshalb gibt die Bibel die Anweisung, dass die Eltern ihre Kinder erziehen sollen. Es ist eine Pflicht der Eltern. Und man sollte sich auf keinen Fall auf den Staat oder die Gesellschaft verlassen.

Die Antlitze des Schöpfers

Wir sind entsprechend unserer Natur und dem Charakter unseres Handelns Empfangende. Je mehr man aber empfängt, um zu geben, umso höher steigt man als Gebender auf. Die Handlung an sich ändert sich nicht, was sich ändert, ist nur dein Bezug dazu. Und genau das verwandelt dich von jemandem, der empfängt, in jemanden, der gibt.

Kann der Schöpfer es wahrnehmen? Man kann dazu sagen, dass sich für den Gebenden nichts ändert, aber es ändert sich nur für den Menschen etwas. Denn dem Vollkommenen kann man nichts hinzufügen. Alle Seine Resonanzen und Eindrücke offenbaren sich in Wirklichkeit immer in dir selbst – und zwar in der Gestalt des Schöpfers, die du geformt hast.

So kannst du dich in Übereinstimmung mit Ihm bringen: du glaubst, dass Veränderungen in Ihm stattfinden würden, dass du Ihm mehr oder weniger Genuss bereiten würdest. Du würdest in gleicher Weise mehr leiden oder Genuss von Ihm empfangen, wie sehr Er von dir leidet oder Genuss empfängt usw.

Alle diese Beziehungen zeigen sich in der Schöpfung selbst – und zwar nur, um sie auf die Stufe des Schöpfers zu erheben, d.h. sie mit Vollkommenheit zu vervollständigen, welche der Eigenschaft des Gebens hervorgeht. Aus diesem Grund erscheint es, als würde der Schöpfer mit der Schöpfung spielen, nur um sie zu erziehen.

Auch den Kindern zeigen wir verschiedene Gesichtsausdrücke: wir lachen mit ihnen, machen ernste Gesichter, zeigen, dass wir uns ärgern – das alles der Erziehung wegen, um dem Kind möglichst viele Schattierungen zu zeigen, welche es lehren würden, mit sich selbst und der Umgebung richtig zu arbeiten. Aber in Wirklichkeit lenkt uns immer die Liebe, und nichts anderes.

Baal HaSulam schreibt darüber in der „Einführung zum Buch Sohar“ (Punkt 33):

Der Schöpfer wünscht sich, dass diese Bilder, die nur in den Seelen der Empfangenden gezeichnet werden, so gesehen werden, als würde Er selbst daran beteiligt sein, um die Erkenntnis der Seelen maximal zu erhöhen. So zeigt auch ein Vater, der mit seinem geliebten Sohn spielt, lediglich einen kleinen Teil von sich, indem er Bedauern oder Zufriedenheit ausdrückt, obwohl er weder das eine noch das andere empfindet. Er tut es lediglich, um seinen Sohn zu entwickeln und sein Verständnis zu erweitern.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 26.06.2011

Stimmt die Welt auf die Einheit ein!

Morgenunterricht aus Moskau

Frage: Während der Vorbereitung auf den Moskauer Kongress haben sich einige von uns auf den Gedanken eingestimmt, dass der Kongress bereits begonnen hat. Und es kam wirklich das Gefühl auf, als würde man sich tatsächlich auf dem Kongress befinden. Sollten wir uns vielleicht ständig auf einen Zustand des Kongresses einstimmen?

Meine Antwort: Wenn wir uns selbst nicht auf der nächsten, höheren Stufe sehen werden, werden wir niemals zu ihr aufsteigen können.

Wir sollten uns ein Beispiel an kleinen Kindern nehmen. Es ist ein Beispiel für uns, wie wir von der physischen Ebene aus die spirituelle Ebene studieren können. Wenn wir nicht danach streben, groß zu werden, werden wir niemals groß.

Deshalb ist es natürlich hilfreich, sich die Vereinigung als einen niemals endenden, ständig fortlaufenden Kongress vorzustellen.

Das Gleiche gilt in Bezug auf die Gruppe. Die Gruppe befindet sich in meiner Vorstellung immer in einem korrigierten Zustand. Der einzige Sünder, der unkorrigierte Egoist, bin ich. Deshalb muss ich ihnen entgegenstreben, ich muss mir vorstellen, dass ich bereits in sie eingebettet bin, und klären, was mir für diese Einbettung fehlt.

Unsere gesamte Welt ist eine Vorstellung. Sie ist so, wie wir sie uns vorstellen. Es gibt hier nichts Reales. Das alles sind lediglich unsere Vorstellungen.

Ordnet alles an! Verseht alles – die Gruppe, den Menschen, eine Eigenschaft – mit einem bestimmten Wert, mit einer bestimmten Stufe. Und ihr werdet sehen, dass ihr dabei die Welt wie ein Musikinstrument auf euch einstimmt.

Alles hängt davon ab, wie ihr sie einstimmt, was für euch einen höheren und was einen geringeren Stellenwert haben wird. Und in Übereinstimmung damit werdet ihr voranschreiten – entweder zum Bösen oder zum Guten, entweder zum Stehlen, zu Drogen oder zum Geben und zur Liebe. Es hängt von euch ab, wie ihr die Welt für euch erschaffen werdet. Die Welt hat an und für sich keine Form. Alles hängt nur davon ab, wie ihr euch einstimmt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 16.06.2011

Lasst keine Stufen aus, ihr werdet sie noch brauchen

Frage: Wozu sind alle diese Jahrtausende, Kreisläufe und Leiden nötig gewesen? Das Wichtigste geschieht doch jetzt.

Meine Antwort: Das Verlangen zu genießen muss diese ganzen Etappen durchlaufen und in jeder dieser Etappen, selbst in der kleinsten, eine Entscheidung für sich treffen, dass dieser Zustand miserabel ist und dass man den Weg fortsetzen, noch ein Gramm Verlangen hinzufügen und einen Millimeter höher zu einer neuen Eigenschaft aufsteigen muss.

Auf der neuen Stufe angekommen, erscheint alles wunderbar, doch einige Augenblicke später fehlt bereits etwas, etwas stimmt nicht. Und wieder wird das Böse enthüllt – bis hin zu einem Punkt, an dem es einfach nicht mehr weiter geht. Anfangs schien alles so schön zu sein, und nun ist es nicht auszuhalten, und man ist gezwungen, zur nächsten Stufe aufzusteigen.

Auf diese Weise überwinden wir eine Unmenge an Stufen, wobei wir am Anfang gerührt sind und uns zum Schluss vor Schmerz krümmen. Ohne diese Eindrücke nehme ich keinen Kontrast zwischen Licht und Finsternis wahr, ich habe kein Gefäß, das aus diesen beiden gegensätzlichen Details der Wahrnehmung aufgebaut ist. Und ohne das Gefäß werde ich nichts haben, womit ich letztendlich nach dem Licht der Unendlichkeit verlangen kann.

Aus diesem Grund muss ich diesen ganzen Weg, viele Tausende von Stufen durchlaufen und die ganze Schönheit und Unerträglichkeit jeder von ihnen erfassen. Auf diese Weise nähern wir uns der letzten Stufe an, und selbst hier, im Geben und in der Liebe, steigen wir ab, ähnlich Rabbi Schimon, der zu einem „Markthändler“ werden musste, bevor er das Ende seiner Korrektur erreicht hat.

Was ist das für ein Zustand? Wohin ist er abgestiegen? Auf der vorletzten 124. Stufe musste er feststellen, dass sie die schlimmste von allen ist – wie „Schimon vom Markt“. Und dann, nachdem er sie mit der nächsten Stufe verglichen hat, ist er zur Vollkommenheit aufgestiegen.

Je höher du aufsteigst, desto schlimmer kommt dir die Stufe vor, von der du zur nächsten übergehen musst, und zwar dermaßen schlimm, dass du nicht in der Lage bist, sie auszuhalten.

Letztendlich, wenn du alle positiven und negativen Eindrücke gesammelt hast, bringst du sie hoch. Das Negative wird zur Tiefe deines Gefäßes und das Positive zu deiner Reaktion auf das Geben, und du erhältst ein ganzheitliches Gefäß.

Wir hoffen auf einen gewissen „Sprung“, doch es gibt keine Sprünge. Ein Kind, was erst ein Jahr alt ist, kann nicht gleich ins Alter von fünf Jahren überspringen. Kann es etwa auf eine langsame, schrittweise Entwicklung verzichten? Diese verlorenen Jahre würden ihm später sein ganzes Leben lang fehlen. Seine Wahrnehmung wäre in allen Bereichen mangelhaft. Die Vorbereitung des Gefäßes ist notwendig, und daran führt kein Weg vorbei.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“, 13.05.2011

Studium – nicht für uns?

In Wirklichkeit hat die Menschheit bei ihrer Suche nach Glück noch keinen einzigen realen Schritt gemacht.

Wenn ich schon nach Glück strebe, muss ich vor allem begreifen, was das ist. Was bedeutet in der Natur jenes Glück, welches ich erreichen soll? Ich muss verstehen: alles ist auf eine solche Art und Weise programmiert worden, dass mir alle Mittel und Naturgesetze zur Verfügung stehen. Ich muss sie lediglich richtig nutzen – dann werde ich Glück erlangen.

Doch stattdessen erschafft die Menschheit künstliche Richtlinien für sich und versucht, nach eigenem Ermessen zu handeln, wie ein Kleinkind, das etwas einfach will. Wir erforschen nicht die Naturgesetze und wollen sie nicht befolgen, wir wollen die Tatsache der Existenz eines gemeinsamen globalen Systems nicht akzeptieren. Physikalische Gesetze und andere naturwissenschaftliche Tatsachen nehmen wir an, doch Gesetze der zwischenmenschlichen Beziehungen sind für uns Unsinn. Diese werden von uns unbegründet verworfen.

Der Familienzerfall schreitet voran, Depressionen breiten sich aus – doch aus irgendeinem Grund sind wir uns sicher, dass der Grund dafür nicht in den Naturgesetzen liegt. „Nicht ich habe es fallenlassen, es ist mir von allein runtergefallen“.

Der Mensch findet sich nur schwer mit der Tatsache ab, dass er sich in einem gewissen System befindet, welches auf ihn einwirkt und ihn mit tausenden Fesseln fesselt. Und nichts lässt sich dagegen tun, es bleibt nur, dessen Gesetze zu erforschen. Je besser wir es schaffen, sie einzuhalten, desto mehr werden wir erreichen. Wenn der Mensch sie alle erfüllt hat, erreicht er den Punkt der Harmonie und Vollkommenheit. Er möchte aber nichts davon wissen: „Ich werde es auf meine Weise tun, Studium ist nichts für mich“.

Nun gut, die Leiden werden einen trotzdem eines Besseren belehren. Diesbezüglich ist die Menschheit kein Deut schlauer als ein trotziges, ungezogenes Kind. Bereits vor dreißig Jahren wurde auf den internationalen Foren auf die Notwendigkeit von dringenden Veränderungen in der Gesellschaft und in unserem Verhalten der Umwelt gegenüber hingewiesen, seitdem hat sich jedoch nichts getan. Ein Kind ist von Natur aus trotzig, ihm fehlt es noch an Verständnis, doch die „Starken dieser Welt“, die den Kinderschuhen eigentlich entwachsen sein sollten, demonstrieren ihre Beschränktheit…

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“, 11.05.2011

Der Weg zum Schöpfer ist für alle gleich

Frage: Kann sich eine Frau nur durch die Männergruppe auf den Schöpfer ausrichten?

Meine Antwort: Auf keinen Fall! Eine Frau muss sich ebenfalls persönlich auf den Schöpfer ausrichten! Das Vorankommen über die Männergruppe ist nur dazu da, um uns alle an diese Stufe heranzuführen. Die Ausrichtung ist dennoch individuell.

Hat eine Frau etwa keine Verbindung zum Schöpfer?! Wir schreiten gemeinsam voran: die Männer können nicht ohne das weibliche Verlangen vorankommen, und die Frauen können sich ohne die Anstrengung von den Männern nicht dem Schöpfer entgegen bewegen. Alles muss gleichermaßen vorhanden sein, genauso wie wenn wir Kinder zur Welt bringen.

Vorankommen bedeutet Geburt in jedem Stadium, wenn wir unseren nächsten Zustand entstehen lassen. Eine Frau kann allein kein Kind zur Welt bringen – genauso wenig wie ein Mann. Sie müssen zusammen sein, eine Familie gründen, sich um das gemeinsame Familienumfeld kümmern, und dann entstehen neue Zustände.

Und die Beziehung zum Schöpfer ist sowohl für Männer als auch für Frauen persönlich. Das Vorankommen kann jedoch nur als Gruppe erfolgen. Ich persönlich richte mich auf den Schöpfer aus. Doch woher empfange ich? Ich empfange durch die Gruppe.

Der Einfluss der Umgebung ist sowohl auf Männer als auch auf Frauen entscheidend. Auch eine Frau kann nicht vorankommen, wenn sie nicht durch die Umgebung beeinflusst wird, jedoch nicht durch die weibliche Umgebung, sondern durch die männliche.

Auszug aus einem Festtagsunterricht auf Russisch, 21.04.2011

Pharao: Der treue Sklave des Schöpfers

Wenn wir das Spiel, das der Schöpfer mit uns spielt, sehen könnten, würden wir verstehen, dass alles, was in unserem Leben geschieht, dazu da ist, uns zu einem einzigen Ziel zu führen: der Notwendigkeit, uns an den Schöpfer zu wenden. Und die Kraft, die uns allmählich entwickelt und uns zwingt, uns an Ihn zu wenden, heißt „Pharao“, der treue Sklave des Schöpfers.

Der Pharao täuscht uns in schlauer Weise, gibt uns Schläge und legt uns auf dem Weg Hindernisse in den Weg: das ist alles die Arbeit des Pharao. Unser Fortschritt hängt davon ab, wie wir diese Schläge, Enttäuschungen und gegebenen Möglichkeiten annehmen. Wir sollten sie nie als zufällige Ereignisse betrachten, sondern in ihnen die „lenkende Hand“ des Schöpfers sehen und darüber nachdenken, wie wir darauf reagieren sollen. Diese Situationen zu klären hilft uns, voranzuschreiten.

Diese Klärung findet nur durch das Mittel unserer Verbindung statt; denn nur dann haben wir die richtige Sichtweise, die es uns ermöglicht zu verstehen, was der Schöpfer will. Letztendlich wird Er von uns fordern, dass wir uns als „ein Mann mit einem Herzen“ vereinen. Wenn wir alles, was uns geschieht, aus diesem Blickwinkel betrachten, werden wir sofort und in der richtigen Weise das enthüllen, was die Höhere Kraft von uns will. Das ist sehr einfach, doch nur, wenn ein Mensch nicht darin versagt, alles, was uns geschieht, von diesem korrekten Blickwinkel aus zu betrachten.

Alle Schläge und Angelegenheiten führen uns dahin, die Eigenschaft des Gebens zu erwerben. Wir bekommen wegen unseres Egoismus und unseres Stolzes diese Schläge und Veränderungen, bis alle diese Schläge und Veränderungen die richtige Einstellung in uns formen, die es uns ermöglicht zu verstehen, wo wir uns in Bezug zur Kraft des Gebens befinden.

Doch in dem Augenblick, wenn wir uns verändern, verstehen wir, dass all das aus Liebe geschah. Der Schöpfer möchte Seine Kraft nicht geltend machen und uns dazu bringen, uns zu beugen. Er war auf unsere Liebe und Hingabe zum Pharao nicht eifersüchtig. Es war nur Seine große Liebe zu uns, die Ihn dazu trieb, uns Schritt für Schritt zu lehren. Und Er hat mehr als wir unter all dem gelitten, was uns geschah, ähnlich dem, wenn Eltern leiden, wenn ihr krankes Kind Impfungen bekommt und sie ihm bittere Medizin geben.

Es gab nie, noch wird es jemals eine negative Behandlung durch dem Schöpfer geben. Es kann nur absolute Liebe geben.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 20.04.2011, Brief 10 von Baal HaSulam

Es darf keine Abstiege geben!

Frage: Wie können wir uns nach dem Kongress an dem Zustand festhalten, den wir dort erreicht haben, denn für gewöhnlich kommt immer ein Abstieg danach?

Meine Antwort: Wir können es uns nicht leisten, wie auch eine Mutter es sich nicht leisten kann, krank zu sein, wenn sie ein kleines Kind hat. Es gibt Situationen, in denen die Notwendigkeit alles andere in den Hintergrund drängt. Und nur wenn die Mutter im Sterben liegt, kümmert sich jemand anders um ihr Kind.

Und in unserem Fall haben wir keine Zeit für Entspannung, Gerede oder Abstiege. Die Welt um uns herum entwickelt sich rasant, und wir hinken hinterher, müssen aber mit ihr „Schritt halten“.

Wir werden immer mehr spüren, wie sehr alles Schlechte in der Welt mit uns zusammenhängt, weil wir in unserer Entwicklung zu spät sind.

Aus diesem Grund lasse ich nicht einmal einen Gedanken an einen Abstieg nach dem Kongress zu – es darf nicht sein!

Abgesehen davon steht uns bis in den Sommer hinein eine Reihe von Ereignissen bevor: Kongresse in Italien, Spanien und Moskau. Wir müssen uns alle vereinen und uns gemeinsam darauf vorbereiten. Deshalb gönnen wir uns keine Pausen, alles ist zeitlich sehr konzentriert. Und das ist auch gut so, weil es dem Tempo der Veränderungen in der Welt entspricht.

Auszug aus dem Gespräch über den Kongress, 25.03.2011

Die richtige Art von Bedrängnis

Frage: Sollten Frauen auf die Männer in der Art Druck ausüben, wie eine Mutter Druck auf ein Kind ausübt, so dass die Männer an der Einigkeit arbeiten?

Meine Antwort: Ihr solltet die Männer wie Kinder behandeln – mit Liebe. Wenn sie sich jedoch nicht vereinigen, dann gibt es keinen Zweifel, dass ihr Druck auf sie ausüben sollt. Es steht geschrieben, dass „wir durch die Tugend rechtschaffener Frauen aus Ägypten herauskamen“, wobei „aus Ägypten herauskommen“ aus dieser in die spirituelle Welt überwechseln bedeutet und dies geschieht nur durch die Rechtschaffenheit der Frauen.

Wir lernen, dass der Aufstieg von MAN von Malchut aus geschieht und sich all die Verlangen in Malchut befinden. Folglich beginnt alles mit den Frauen. Wenn es nicht ihre Verlangen gäbe, gäbe es keine Familie und keine neue nachfolgende Generation.

Die treibende Kraft der Menschheit ist die Kraft der Frauen, die nach Geburt und danach verlangt, Leben weiter zu geben. Ein Mann steuert die ausführende Kraft hinzu, jedoch nur unter der Bedingung, dass Bedarf danach besteht. So ist die Natur beschaffen.

Mithin ist die bedeutendste Sache, die wir benötigen, die Empfindung der Bedürfnisse durch die Frauen. Wenn zu Rabash neue Studenten kamen, organisierte er unmittelbar eine Frauengruppe, die aus deren Frauen bestand. Diese Frauen versammelten sich einmal in der Woche, lasen einen Artikel und diskutierten ihn. Rabash interessierte sich sehr dafür, wie sie auffassten, was geschrieben ist und dafür, was mit ihnen geschah.

Es muss zweifellos eine starke Frauenorganisation geben, die von den Männern die Ausführung dessen verlangt, was sie in der Spiritualität benötigen. Allerdings sollten die Frauen dies nicht mit Gezeter, sondern durch den Bedarf des Herzens tun. Dann werden es die Männer spüren. Doch dies geschieht noch nicht.

Das heisst, dass die Frauen von Natur aus nicht wissen, wie man sich miteinander vereinigt und sind unfähig dazu. Jede Frau ist separat. Um jedoch Druck auf die Männer ausüben zu können-und nur um dieser Sache willen -sind sie imstande, sich zu vereinigen um ein einziges, gewaltiges Verlangen zu werden. Und dieses Verlangen ist für uns wesentlich.

Aus der 2.Lesung auf dem WE! Kongress, 01/01/2011

Keine Zeit für Melancholie!

Der Kongress in Amerika ist zu Ende gegangen, und wir müssen umgehend damit beginnen, uns auf den nächsten Kongress, der im Sommer in Moskau stattfindet, vorzubereiten. Wir haben keine Zeit, schwermütig zu werden und uns dann zu überlegen, wie wir aus dem Abstieg herauskommen können. Wir haben kein Recht dazu.

Nehmen wir an, ich habe mich erkältet, doch ich habe auch ein kleines Kind zu Hause, das ebenfalls krank ist. Woran werde ich denken – an meine Krankheit oder an seine? Es ist klar, dass ich alles dafür tun werde, das Kind wieder gesund zu kriegen.

Das Gleiche auch hier! Vor uns steht im Moment ein viel ernsteres Problem – können wir uns etwa erlauben, schwermütig zu sein? Dafür haben wir keine Zeit, für die Vorbereitungen bleiben nur zwei Monate! Später wird die Zeit noch mehr zusammengepresst, und wir müssen uns bereits jetzt darauf vorbereiten. Punkt!

Und ihr erklärt mir, dass ihr euch heute in einer Art Melancholie befindet, wie im Nebel. Worüber sprecht ihr?! Wir haben keinen einzigen Augenblick Zeit dafür, uns zu entspannen. Gleich nach dem Kongress habe ich damit begonnen, an den nächsten zu denken, bereits unterwegs von New York nach Toronto.

Unsere Arbeit ist einfach: die Verbindung zwischen uns zu stärken, bis ihre innere Erfüllung – das gegenseitige Geben aneinander – sich dem Geben an den Schöpfer angeglichen hat, ihm vollkommen ähnlich und gleich in der Größe und der Qualität geworden ist.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Pticha“, 08.04.2011