Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kenntnis'

Das Gefäß für Wissen

Baal HaSulam, „Frieden“: Das Wohlergehen der gesamten Welt ist davon abhängig, dass die Welt die Kenntnis über den Schöpfer erlangt.

Also, die Lösung aller Probleme ist- die „den Schöpfer zu kennen“. Solange die ganze Welt, von klein bis groß, sich nicht entsprechend den eigenen Wünschen, die vollständig enthüllt werden, mit der Kenntnis über den Schöpfer erfüllt – wird sie niemals die Vollkommenheit, Frieden und Ruhe erlangen können.

Bis dahin wird es immer die Kräfte geben, welche die Welt erschüttern, und zur Füllung mit der Kenntnis über den Schöpfer drängen – an den Zustand, in welchem der Schöpfer die Schöpfung erfüllt.

Wir sehen, wie sich der unglückliche Patient vor dem unerträglichen, von allen Seiten zugefügten Schmerz zusammenkauert und windet. Denn die Menschheit warf sich bereits den Rechtsradikalismus zu , den es in Deutschland gab, oder zu den Ultralinken, die es in Russland gab, aber dies hat ihre Lage nicht gelindert, und verschärfte sogar den Schmerz und die Leiden. Und die Wehklagen steigen wie man weiß bis zum Himmel.

Verstandesmäßige Ratschläge werden hier wenig helfen, da wir ständig nach links oder nach rechts ausweichen. Manchmal versuchen wir uns in der Mitte festzuhalten, aber üblicherweise erst infolge des Übergangs von einem Extrem zum anderen, mit dem Erfolg, dass wir uns von einem Unglück ins nächste rennen, und es wird solange kein Ende geben, bis wir die Kenntnis über den Schöpfer erlangen.

Und die Kenntnis über den Schöpfer bedeutet, dass wir unsere Wünsche so korrigieren, dass sie zum Gefäß für das Wissen (daat) werden – d.h. sie füllen sich mit dem Licht Chassadim und mit dem Licht Chochma, wie es die Sefirot Chochma (Weisheit), Bina (Verstand) und Daat (Wissen) – CHaBaD darstellen.

Frage: Inwiefern wird sich die Welt mit dem Wissen des Schöpfers erfüllen?

Meine Antwort: Die Menschen werden lernen, wie man das Geben erreicht und sich in einem globalen, integralen, analogen System aufhält, worin wir einander Zugeständnisse machen, zusammengeschweißt und nah an einander sind, in welchem gegenseitiges Geben und die Liebe herrschen.

Solange wir uns nicht in einem solchen System verbunden haben, worin jeder den allgemeinen Wunsch aller fühlen kann und sich dabei bemüht, diesen Wunsch zu erfüllen, dem Nächsten zu dienen, wie eine Zelle eines lebenden Organismus – solange werden wir niemals Vollkommenheit erreichen. Und bis dahin werden sich Unglücke und Katastrophen nur noch verschärfen und uns in die Richtung dieser Vollkommenheit voranstoßen.

Und das bedeutet die „Kenntnis über den Schöpfer“: Jeder von uns wird zum Gefäß des Wissens. Seir Anpin und Nukwa, die zu Chochma und Bina hinaufsteigen, empfangen darin ihre Erfüllung, welche dem Verlangen entspricht und werden „Gefäß des Wissens“ genannt. Zusammen erreichen sie die „erwachsene“ Stufe und werden dann zusammen mit dem elterlichen Parzuf Aba we Ima zum CHaBaD.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, Frieden, 30.05.2011

Matrix der Einheit

99.9 Prozent aller Veränderungen in uns erfolgen nicht sichtbar, und wir sind uns deren nicht bewusst, obwohl wir diese Handlungen beeinflussen und fördern, um korrigiert zu werden. Jedoch finden sie genauso wie physikalische Prozesse in unseren Körpern statt, über die wir auch nicht nachzudenken brauchen.

Nicht ich bin es, der Blut durch meine Arterien pumpt und es ist nicht meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass mein lymphatisches, und mein Nervensystem, ebenso wie alle meine Organe gesund sind. Ich kann im Gegenteil, alles völlig “abschalten“ und in einen Schlafmodus verfallen, muss mich um nichts sorgen und mein Körper wird weiterleben und sogar wachsen.

In der geistigen Entwicklung geschieht dies ebenso. Es gibt viele Prozesse, die wir nicht bewusst wahrnehmen und deren Gestalt und Anordnung wir nicht feststellen müssen. Es gibt einen sehr begrenzten Bereich, in dem wir unsere eigenen Entscheidungen machen und unsere Teilnahme einbringen. Und das genügt, das ist alles was wir benötigen, um alles zu erlangen.

Wir enthüllen „Einheit.“ Und durch diese Einheit, diesen Zusammenhalt, nach dem wir streben, erwerben wir die Kenntnis aller anderen Elemente des Systems, die uns unbekannt waren. Mir wurde ein freier Wille gegeben, so dass ich danach strebe, mich mit dem Schöpfer zu vereinigen. Mir wurde gesagt, wenn ich meine Handlungsabsicht zu einer Altruistischen umschalte, werde ich dazu gelangen, den Schöpfer zu verstehen. Und wenn ich den Schöpfer verstehe, dann öffnet sich das gesamte System für mich und ich verstehe alles.

Daher muss ich nicht am gesamten System arbeiten und es vollständig begutachten, erforschen, und all seine unglaubliche Vielfalt und unermessliche Menge verstehen, um es zu erlernen. Wenn ich das Verlangen zu schenken erlange, verstehe ich alles, was sich in ihm vollzieht.

Wie arbeiten in einem winzigen Bereich, während sich uns die ganze weite Welt enthüllt. Es steht geschrieben: „Schaffe mir eine Öffnung von der Größe eines Nadelöhrs und ich werde die Pforten der Höheren Welt für dich öffnen.“ Ansonsten wäre es unmöglich dieses unermessliche System unendlicher Komplexität zu erlernen, das eine unendliche Zahl von Teilen besitzt, verknüpft durch beständig sich verändernde, unendlich viele Verbindungen, und jedermann legt durch seine freie Wahl die Veränderungen für alle anderen fest.

In der Mathematik wissen wir, wie wir, durch eine Gleichung, einen unbekannten Faktor durch einen anderen bestimmen. Wenn wir zwei unbekannte Faktoren haben, dann benötigen wir zwei Gleichungen. In diesem Fall operieren wir jedoch mit einer unendlichen Zahl unbekannter Komponenten, also benötigen wir eine unendliche Anzahl von Gleichungen, die in einem System verbunden sind. Demzufolge ist dies eine Matrix mit einer unendlichen Zahl an Bedingungen, von denen sich jede gemäß ihrem Eigengesetz verändert.

Ein solches Problem können wir nicht lösen, da unser körperlicher Verstand außerstande ist, dies zu bewerkstelligen. Wir besitzen überhaupt keine mathematischen Werkzeuge für den Lösungsweg. Doch können wir dies in der spirituellen Welt zustande bringen, da wir die Kelim des Schenkens entwickeln (sich die Verlangen zu schenken aneignen) und darin die Kraft über alles empfangen.

Aus dem 3. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 24/02/2011, Talmud Eser Sefirot

Anderen zu geben, ist die vollkommene Erfüllung

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn die Welt einen Punkt erreicht, wo jeder den durchschnittlichen Lebensstandard haben wird und keiner außerhalb dieses Standards lebt, was wird dann die Leute antreiben, sich weiter zu entwickeln? Was wird Leute veranlassen, in ihrer Entwicklung voranzuschreiten?

Meine Antwort: Wenn eine Person Vergnügen darin fühlt, anderen zu geben, wenn sie fühlt, dass durch die Verbindung mit anderen, sie ein einziges Gefäß erschaffen, innerhalb dessen sie die Höhere Kraft (den Schöpfer) fühlt, dann wird die ständig anwachsende Kenntnis des Schöpfer, die sie fühlt, ihre Absicht und Belohnung sein. Wenn eine Person die „menschliche“ Stufe in sich erbaut, indem sie anderen gibt, korrigiert sie ihre Einstellung zu ihnen, und das gleicht sie dem Schöpfer an. So steigt sie entlang der 125 spirituellen Stufen zur Endkorrektur.

Wenn sie spirituell aufsteigt, fühlt sie Befriedigung und Erfüllung, und kommt so dem Schöpfer näher. Die Erfüllung, die sie davon wahrnimmt, ist vollkommen. Sie ist nicht temporär und vergänglich, sondern ewig. Sie erfüllt eine Person vollständig, ohne eine Leere zu hinterlassen. Außerdem gewinnt man unaufhörlich neue Möglichkeiten für noch größere Arten der Erfüllung.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Verwandtes Material:
Blog-post: Genieße deine Liebe für andere
Blog-post: Eine Studie mit den „Großzügigkeit-Pillen“ gibt einen Hinweis auf die Quelle der vollkommenen Erfüllung
Blog-post: Das Leben, das Ziel und die Seele
Baal HaSulam Artikel: „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu Geschöpfen“

Das Gute in dem erkennen, was schlecht zu sein scheint


Ein Mensch denkt immer, dass er recht hat. Er erwartet, dass ihm nur Gutes widerfährt und niemals Schlechtes. Heute betrachtet die gesamte Menschheit das Leben auf diese Weise. Die Welt leidet an einer Krise nach der anderen, immer mehr Probleme brechen über uns herein, doch niemand hält inne, um darüber nachzudenken, dass es für all das eine Absicht gibt. Jeder denkt, dass dies alles zufällige Ereignisse sind.

Mit anderen Worten, wir lernen nicht aus unserer Erfahrung. Wir sind uns dessen nicht bewusst, dass wir die Ursache für diese Ereignisse sind.

In unserem jetzigen Zustand wird dieses Problem mehr und mehr akut. Ab diesem Punkt ist der einzige Weg, wie wir vorankommen können, uns zu einem Ganzen zu verbinden.

Und das ist nur durch das Heranziehen der Höheren Kraft – des Schöpfers – möglich. Daher ist es so entscheidend, die Kenntnis, wie man die höhere Kraft der Natur gebraucht, zu verbreiten. Nur dann wird jeder Mensch fähig sein, über das Gute in dem, das zuerst schlecht erscheint, lernen zu können.

Zum Kabbalalernzentrum –>

Verwandtes Material:
Blog-post: Können diejenigen, die leiden, die Welt retten?
Blog-post: Was für einen Zweck hat unser Leiden?
Blog-post: Kabbala ist die Wissenschaft über die Korrektur der Welt

Was für einen Zweck hat unser Leiden?


Wir existieren innerhalb des Naturgesetzes, welches nun enthüllt wird und uns zwingt, ihm bedingungslos zu gehorchen. Da es ein Gesetz ist, ist es unmöglich, ihm nicht zu folgen.

Nehmen wir zum Beispiel das Gesetz der Anziehungskraft. Mit Kenntnis dieses Gesetzes können wir ein Flugzeug bauen, welches sich leicht durch die Luft bewegt, obwohl es schwerer als Luft ist und diesem Gesetz gegenüber steht. Würden wir nichts von diesem Gesetz wissen, dann würden wir abstürzen. So ist der Lauf der Naturgesetze, wenn man ihnen nicht folgt, dann bringt man sich um.

Wir merken immer noch nicht, dass wir nun unter dem Einfluss eines neuen Naturgesetzes stehen – dem Gesetz der gegenseitigen Abhängigkeit der Menschen voneinander. Dieses Gesetz verpflichtet uns, uns gänzlich miteinander zu vereinen – unsere Gedanken und Wünsche zu verbinden. Das steht jedoch völlig und ganz unseren jetzigen Wünschen und Gedanken gegenüber.

Dennoch wird uns dieses Gesetz der universellen gegenseitigen Abhängigkeit oder gegenseitigen Bürgschaft Schritt für Schritt enthüllt, weil wir uns bis zur notwendigen Stufe entwickelt haben. Früher haben wir dieses Gesetz nicht gespürt, weil wir diese Endstufe unserer egoistischen Entwicklung noch nicht erreicht hatten.

Daher beginnen wir nun langsam zu merken, dass wir nicht wissen, wie wir alles um uns herum verwenden sollen. Wir wissen nicht, was wir mit unseren Wünschen, Gedanken und Handlungen tun sollen, um auch nur den geringsten Genuss empfangen zu können, so wie wir es vorher taten. Sobald ein Mensch nun versucht andere auszunützen, wird er mit einem Schlag niedergeworfen. Und wenn dies noch nicht allen klar ist, dann wird es ihnen bald enthüllt werden Was soll man nun tun?

Um die Schläge zu reduzieren, müssen wir uns die Ursachen näher anschauen. Wir werden dann merken, dass diese „ägyptischen Plagen“ dazu da sind, uns von unserem Egoismus zu trennen, und zu erkennen, dass der Egoismus die Ursache aller Leiden ist. Aber ist dies möglich? Können wir uns wirklich von unserer eigenen Natur trennen?

Es ist möglich, denn wenn wir diesen Zustand erreichen, dann enthüllen wir die Notwendigkeit der Hilfe von Oben. Doch bis dahin ahnen wir nicht einmal diese Möglichkeit. Daher hilft uns nur das Leiden, zur richtigen inneren Bitte zu gelangen: „Lass die Höhere Kraft kommen und mich korrigieren“.

Wir sehen dann, dass der Schöpfer dies mit Absicht tat – damit wir spüren, wie sehr wir Ihn brauchen und dann wachsen und so wie Er werden.

Zum Kabbalalernzentrum –>

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir kommen dem Gesetz der universalen Verbindung näher
Blog-post: Die Enthüllung des Schöpfers findet hier und jetzt statt