Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kedusha'

Lebenskraft anziehen

Kommentar: Vor dem Sündenfall am Baum der Erkenntnis war der Unterhalt des Menschen nicht vom Brot abhängig, das heißt, er musste kein Licht und keinen Unterhalt anziehen – das Licht leuchtete ihm auch so. (Baal HaSulam, Shamati 36. Was sind die drei Körper im Menschen?)

Frage: Was bedeutet „Lebenskraft anzuziehen”?

Antwort: Solange man nicht mit dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse arbeitet, besteht keine Möglichkeit, in Verbindung mit Gut und Böse zu sein, um sie voneinander zu unterscheiden, voneinander zu trennen und sich selbst zwischen ihnen einzuordnen.

Frage: Können wir diese Lebenskraft im Zehner erkennen?

Antwort: Nein. Im Zehner müssen wir so handeln, dass wir mit dem inneren Körper arbeiten, d. h. mit dem, was die Heiligkeit betrifft (Guf de Kedusha), und das von der Klipa Noga trennen, was wir trennen können und es dem inneren heiligen Körper anhaften. Was wir im Moment noch nicht korrigieren können, lassen wir unberührt.

[323355]

Aus dem Unterricht zum Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

„Nach seinem Schatten sehnte ich mich“

Artikel „Was ist der Unterschied zwischen dem Schatten der Heiligkeit und dem von Sitra Achra?

(„Shamati“, Nr. 8): Der Schatten der Klipa heißt: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und kann keine Früchte tragen“, während es über die Heiligkeit (Kedusha) heißt: „Seinen Schatten begehrte ich, und ich sitze, und seine Frucht ist für meinen Gaumen süß“, das heißt, er sagt, dass alle Verhüllungen und Leiden, die er verspürt, aus dem Grunde kommen, dass der Schöpfer ihm diese Zustände schickte, damit er Raum haben würde, Arbeit über dem Verstand zu verrichten.

Schließlich will er um das Geben willen arbeiten, also um dem Schöpfer Freude zu bereiten und deshalb fühlt er bei dieser Arbeit keinen Nachteil – er ist mit der Lenkung des Schöpfers einverstanden und nimmt mit ganzem Herzen und ganzer Seele das Gefühl der Wirklichkeit an, das der Schöpfer ihm bei dieser Arbeit geben will. Er schaut nicht auf das, was er selbst genießen könnte – sondern sucht danach, womit er dem Schöpfer Freude bereiten kann. Und so kommt es, dass ein solcher Schatten ihm Leben schenkt.

Glaube über dem Verstand bedeutet, alles, was einem widerfährt, als vom Schöpfer gesandt wahrzunehmen, als die einzige Kraft, außer der es nichts gibt. Sie ist gut und Gutes tuend, auch wenn man etwas anderes empfindet.

Die ganze Arbeit besteht darin, zu erkennen, dass wir nichts tun und nichts tun wollen: weder äußerlich, noch innerlich, weder mit unseren Händen, noch mit unseren Füßen, weder mit Werkzeugen dieser Welt, noch mit unseren inneren Wünschen und Gedanken, sondern mit allem einverstanden sind, was wir im Augenblick haben. Dieser Moment wird Ende der Korrektur genannt.

Bis wir ein solches Gefühl erreicht haben, dass wir uns im besten Zustand befinden, unter der Kontrolle einer guten Kraft, die sowohl den Sündern als auch den Gerechten Gutes bringt, wird es Schatten in der Welt geben.

Der Schöpfer wird uns solange in solche Zustände bringen, bis wir das Verlangen verspüren, sie zu verändern. Zuerst wollen wir die Welt ändern, dann wollen wir uns selbst ändern. Doch am Ende verstehen wir, dass unsere ganze Arbeit genau das Gegenteil ist: unsere Einstellung und Wahrnehmung gegenüber der höheren Lenkung, dem Herrn der Welt, zu verändern – damit wir uns nach seinem Schatten sehnen.

Alles, was wir empfangen wird für uns begehrenswert, auch wenn es in einer unangenehmen Form kommt – schließlich ist es ein Schatten, eine Verhüllung. Doch wir arbeiten über dem Verstand hinaus, damit diese Früchte für uns süß werden. Darin besteht unsere ganze Korrektur.

Alles beginnt damit, dass wir alles was geschieht, als vom Schöpfer kommend wahrnehmen – nicht als leere Worte, sondern im Inneren spürbar. Man muss den Schöpfer nicht bitten sich zu offenbaren, sondern nur in der Lage sein zu erkennen, dass alles von ihm kommt. Dann wird es für den Menschen sehr angenehm sein, mit dem Glauben über dem Verstand zu arbeiten und alle schlechten Zustände als die Besten, die Unangenehmen als Angenehme zu akzeptieren – bis sie ihm alle süß sind.

Das bedeutet, dass er den Glauben erlangt hat. Es ändert sich absolut nichts in der Welt, nur die vollkommene Lenkung des Schöpfers wird dem Menschen offenbart. Das allein macht diese Welt zu einer höheren, vollkommeneren Welt.

Es stellt sich heraus, dass keine äußeren Veränderungen notwendig sind – es ist keine Arbeit erforderlich: weder äußerliche, materielle, mit Händen und Füßen, noch solche Arbeit, wie wir sie uns unter spiritueller Arbeit vorstellen. Letztlich läuft alles auf einen Zustand hinaus: den Kontakt des Menschen mit der verhüllten Lenkung. Er möchte diesen Kontakt ständig aufrechterhalten und verlangt keine Veränderung: Er möchte in der Verhüllung bleiben.

Davor bat er um die Offenbarung, doch nun will er die Verhüllung bewahren. All seine Energie, mit der er nach Offenbarung suchte, all sein Verlangen, wendet er im Gegenteil dazu an, sie zu verhindern. Schließlich kann die Offenbarung all sein selbstloses Streben, seine ganze Beziehung zum Schöpfer zunichtemachen, ihn seiner Arbeit über dem Verstand berauben. Deshalb möchte er das Maß der Entfernung, der Sehnsucht, die er empfunden hat, bewahren, um ständig mit dem Schöpfer verbunden zu sein.

[113293]

Aus der Unterrichtsvorbereitung

 

Liebe sie wie deine eigene Seele, schlage sie wie einen Sandsack

Frage: Warum ist das so: Während der Verhüllung fühlt man sich wie in einem dunklen Raum, von allen Seiten Schläge bekommend? Es ist so, also ob der Schöpfer nur darauf warten würde, dass du wahnsinnig oder apathisch wirst…Und all das passiert, obwohl du in der Verbreitung und in der Gruppe mitarbeitest. Ist es so, wie das russische Sprichwort sagt: „Liebe sie wie deine eigene Seele, schlage sie wie einen Sandsack“ (das bedeutet, „jene, die wir am meisten verletzen, sind häufig jene, die wir am meisten lieben“)?

Antwort: Das ist vollkommen richtig, „wenn ich sie wie meine eigene Seele liebe, schlage ich sie wie einen Sandsack“, denn der Egoismus muss aus dem Menschen herausgestanzt werden oder er aus seinem Egoismus, so dass er nichts mehr damit zu tun haben möchte. Die unerfreulichen Phasen sind diejenigen, die uns aus dem allgemeinen egoistischen Sumpf herausziehen, zum Schöpfer hin.

„Der Schöpfer spart nicht mit Schlägen bei denen, die er liebt“ – das wird in der Kabbala ausführlich erklärt. Kein Kabbalist verbirgt die Tatsache, dass der „wahre Weg zu der Rose über die Dornen führt“ (durch die Dornen zu den Sternen). Nicht indem man ein rotes Bändchen für fünfzig Dollar kauft oder meditiert, um sich zu entspannen.

Kabbala Akademie