Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Umsturz

In dieser Welt existieren wir auf der tierischen Stufe, d. h. wir ordnen uns der Natur vollständig unter. Aber in dem Moment, wo wir offenbaren, dass ein solches Leben unbedeutend und ziellos ist, empfinden wir sofort den Wunsch, von dieser Stufe aufzusteigen.

Wie kann man über die tierische Existenz, welche automatisch und unfreiwillig ist, hinwegsteigen, um zum freien Menschen zu werden, der sich über den Tod des tierischen Körpers erheben kann? Denn „der Mensch“ bedeutet „ähnlich dem Schöpfer“ (Adam, vom Wort „Dome“, der ähnliche).

Um einen solchen Aufstieg zu machen, und innerhalb „des Tieres“ die neue Natur „des Menschen“ aufzubauen, welche dem Schöpfer ähnlich sein wird, müssen wir das Licht heranziehen, das zur Quelle zurückführt. Es ist eine besondere höhere Kraft, die uns so beeinflussen und verändern wird, dass wir in unserem Verständnis, in der Empfindung, in den Möglichkeiten und in der Wahrnehmung auf die höhere Stufe hinaufsteigen werden, die als Mensch bezeichnet wird.

Es ist kein einfacher mechanischer Aufstieg und keine Ansammlung von Wissen, sondern eher ein Übergang zur anderen Stufe der Natur. Uns ist noch unklar, wie er geschieht, denn wir sehen jetzt die Welt aus unserem tierischen Körper. Ich verstecke mich innerhalb dieses Tieres und nehme durch seine Augen, Ohren und alle übrigen Empfindungen diese Welt wahr. Ich bin so lange nicht in der Lage, die Welt mit anderen Augen zu sehen, bis das Licht von oben kommt und mir ermöglicht, mich von dieser tierischen Schale und ihren Empfindungen zu befreien, und die menschliche Gestalt anzunehmen – erst dann werde ich die neue Wirklichkeit sehen und fühlen können.

Momentan wissen wir nicht, in welcher Realität wir existieren, und wohin wir gehen sollen. Denn man kann das Eine nur anhand des Anderen bewerten. Um diesen Prozess dennoch zu starten, sind uns zwei Hauptkomponente gegeben: die Gruppe und das Studium der kabbalistischen Bücher. Durch die Gruppe und den Wunsch, sich gegenseitig zu verbinden, realisieren wir den Ausgang aus dem tierischen Körper und den Eintritt in das Gewand des Menschen. Der Mensch ist derjenige, der mit anderen verbunden ist und über die Fähigkeit verfügt, seinem Nächsten zu geben. Und das Buch zieht mit Hilfe unseres Wunsches das Licht heran und wandelt das Erwünschte in die Realität um. Folglich erreichen wir die menschliche Stufe – die Ähnlichkeit mit der höheren Wirklichkeit.

Jeder von uns hat diesen Wunsch, Mensch zu werden, und es gibt hierfür die Gruppe, die Möglichkeit, die Anstrengungen zu machen, aus der tierischen Empfindung hinauszugehen und sich gegenseitig zu verbinden. Unsere Verbindung wird eben zulassen, uns als Menschen zu empfinden. Und das höhere Licht, das wir mittels gemeinsamen Lesens heranziehen, wird für uns diese Arbeit beenden, und wandelt unsere Bemühungen in die neue Realität um.

Lasst uns mit einer solchen Hoffnung gemeinsam studieren.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 27.07.2010

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Schlage dich unterwegs nicht mit unnötigem Ballast herum

Die innere Arbeit offenbart sich uns in Teilen, die ihre Ausführung betreffen. Es bleibt uns versagt, die gesamte von uns geleistete Arbeit zu sehen, damit wir dadurch nicht gestört werden.

Der Mensch ist ständig mit jenem Verlangen beschäftigt, das in diesem Moment in ihm entsteht, und vergisst alles, was er früher gemacht hat, er fühlt sich jedes Mal leer.

Je mehr er arbeitet, desto mehr verbirgt sich vor ihm das, was er bereits gemacht hat.

Obwohl er viele Korrekturen vorgenommen hat und nichts verloren geht, wird ihm das Gefühl gegeben, als ob er nichts geleistet hätte, damit er immer die Gelegenheit hat, noch etwas zu tun, damit sich ihm ein neues Verlangen offenbart, wie beim ersten Mal.

Auf diese Weise geht es immer weiter, bis ein bestimmtes Arbeitspensum erledigt ist – dann, in einer abschließenden Handlung „Rav paalim umekabziel“, wird ihm die gesamte von ihm in dieser Zeit angehäufte Korrektur offenbart.

Unterwegs müssen wir aber die ganzen durchgemachten Zustände immer wieder vergessen, um das Verlangen nach der nächsten Handlung zu erhalten. Sonst würden wir stehenbleiben und uns nicht vorwärtsbewegen können.

Solange der Mensch nicht alle Korrekturen beendet hat, wird seine ganze frühere Arbeit vor ihm verborgen, als ob er nichts gemacht hätte. Doch alles wird auf einmal enthüllt – am Ende der Korrektur!

Alles kehrt zum Ausgangspunkt zurück, da aber jedes Mal ein neues Verlangen entsteht, kommt es uns vor, als ob das ein vollkommen neuer Zustand wäre.

„Jeden Tag beginnen wir scheinbar alles aufs Neue“, indem wir sowohl in der materiellen Welt als auch in der spirituellen einen neuen Appetit, neue Geschmäcke entwickeln.

Deshalb, selbst wenn wir glauben, dass wir in der Spiritualität nichts geleistet und nichts erreicht haben, wird sich uns später enthüllen, dass dem nicht so ist. Doch bis zum Ende der Korrektur darf man nach keinerlei Abrechnung mit der Vergangenheit fragen oder verlangen.

Man muss im Gegenteil dankbar sein, dass die Vergangenheit vor uns verborgen ist und uns nicht blendet und unser Vorankommen nicht stört, sondern uns die ganze Arbeit von Anfang an beginnen lässt.

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 06.07.2010

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Gerecht ist derjenige, der den Schöpfer rechtfertigt

Mit der fortschreitender Entwicklung der Menschheit wird unser materielles Leben immer komfortabler, doch der Mensch in uns fühlt sich immer leerer. Dann heißen wir „Sünder“, denn, wenn wir leiden, legen wir das unvermeidlich dem Schöpfer zur Last.

Nur wenn wir sehen, dass der Schöpfer uns Genuss bringt, können wir Ihn rechtfertigen, wie die Weisen sagten: „Gerecht ist derjenige, der den Schöpfer rechtfertigt, d.h. der sagt, dass der Schöpfer die Welt gerecht regiert“.

Das heißt, wir müssen uns so korrigieren, dass wir spüren, dass die höhere Kraft, die uns lenkt, uns Gutes und nicht Böses bringt, so wie wir das heute empfinden.

Unser ganzes Leben wird in zwei Teile aufgeteilt: das Leben des tierischen Körpers und das Leben des Menschen als eines Teils der umgebenden Gesellschaft. Und wir können uns so korrigieren, dass wir unser Leben in jeder Hinsicht als vollkommen empfinden.

Ein solcher Mensch, der seine Wahrnehmung korrigiert hat, wird als Gerechter bezeichnet werden, denn er wird den Schöpfer rechtfertigen, weil er Seine gute Lenkung erkennen wird.

Diese Lenkung war von Anfang an gut und gerecht, doch wir sind als Egoisten erschaffen worden und nehmen alles aus dem uns umgebenden positiven Feld des Gebens, des Schöpfers, als negativ, mit einem Minuszeichen davor, wahr, weil wir ihm entgegengesetzt sind.

Unsere Aufgabe besteht darin, uns zu korrigieren und unsere Wahrnehmung zum positiven zu verändern. Indem wir auf diese Weise arbeiten, erweitern wir unsere Wahrnehmung immer mehr, von einem kleinen Plus zu einem immer größeren, bis es zu einem genauso unendlichen Plus wie der Schöpfer selbst geworden ist.

Genau diese Stufen meiner Annäherung an Ihn in der Wahrnehmung einer guten Lenkung der Welt sowohl hinsichtlich Quantität als auch Qualität, in der Größe und in der Kraft, sind auch Stufen der Erhebung, Stufen der „Gerechtigkeit“.

Baal haSulam schreibt im Brief 59, dass „der Gerechte einen ununterbrochenenen Genuss empfindet und den Schöpfer, der für ihn eine so gute und freudvolle Welt erschaffen hat, dafür preist“. Das heißt, es kann nicht sein, dass ich mich schlecht fühle und dabei den Schöpfer rechtfertige! Die Kabbala ruft zu keinen Einschränkungen auf.

Alles wird nur von der Wahrnehmung des Menschen, in der Tiefe des Herzens, bestimmt. Wenn es ihm schlecht geht, wird er unweigerlich den Schöpfer rügen, und wenn es ihm gut geht, wird er Ihn preisen.

Deshalb müssen wir uns so korrigieren, dass wir all Seine Güte und Sein Geben wahrnehmen können, dann werden wir zweifellos zu den Gerechten. Gerecht ist nicht derjenige, der alles demütig erträgt, sondern derjenige, der sich korrigiert hat, um die Wahrheit zu erkennen!

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Vorwärts auf den Wellen der Kongresse

Wir müssen uns im Voraus darauf vorbereiten, wie man die Kräfte zu verwenden hat, die man während der Vorbereitung auf den großen Kongress im November bekommen wird – sowohl die alten als auch die neuen Studenten sollen sich vorbereiten.

Denn gerade nach solchen Treffen fängt die eigentliche Arbeit an, wenn als Antwort auf die Kraft, die man bekommen hat, die neuen leeren Gebiete für die Arbeit geöffnet werden.

Das gleicht den Wasserwellen: Die Vorbereitung auf das Treffen erfolgt im Aufstieg, und später führt der Kongress zum heftigen Aufschwung nach oben – aber danach fängt das Fallen an, aus dem man zum neuen, größeren Aufstieg kommen muss – das heißt, man muss den Abstieg in den Aufstieg umwandeln.

Deshalb müssen wir schon jetzt an die Vorbereitung, an den Kongress, an das folgende Fallen und daran denken, wie wir dieses Fallen richtig verwenden können; denn später beginnt schon die Vorbereitung auf das nächste Treffen.

Folglich wird dieser Prozess wie die Atmung in unserem Körper fortdauern – die Erweiterung und die Beschränkung usw. funktionieren genauso wie alle unsere Organe, die Lungen, das Herz und die Nieren; denn jeder beliebige lebendige Organismus existiert davon, was er in sich einsaugt und wovon er sich trennt (vgl. Baal ha Sulams „Die Beschränkung und die Erweiterung“ („Itkabzut we Itrachwut“)).

Deshalb muss man sich jetzt nicht auf ein paar Tage des Kongresses vorbereiten, sondern den gesamten Prozess in Betracht ziehen, als würde man die Wasserwellen beobachten, welche ununterbrochen ans Ufer kommen und immer stärker werden, bis sie letztendlich die ganze Welt überfluten, und die ganze Welt dann zu einer großen Versammlung – zur Vereinigung kommen wird.

Aus dem Unterricht zum Thema „die Fragen über die Rolle des Volkes“, 12.08.2010

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Die einzige Möglichkeit

Sowohl Baal HaSulam und Rabasch, als auch andere große Kabbalisten, erzählen uns darüber, dass, wenn wir uns wünschen, voranzukommen, dann haben wir keine bessere Möglichkeit, als uns die ganze Zeit vorzustellen, dass wir eine Einheit sind. Denn sie beschreiben die geistige Realität, in der sie sich bereits befinden. Und wie können wir diese erlangen? Hierfür hat man uns das Hilfsmittel gegeben: sich verbunden in der Liebe und in der Bürgschaft mit den Freunden vorzustellen, die eine vergleichbare Realität erreichen möchten.
Somit gehe ich aufgrund der inneren Arbeit in den von mir verborgenen Zustand ein, worin ich anfangs nichts sehen, vorstellen und verstehen kann. Lasst uns deshalb die Einheit zwischen uns allen vorstellen. Sie wird uns gewiss jener Realität näher bringen, welche im Sohar beschrieben ist.
Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 16.08.2010

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Der finstere Glanz der Malchut

Auf dem einem Pol befindet sich die Welt der Unendlichkeit – sie ist der vollkommene Genuss in jeder Hinsicht: Begreifen, Verständnis, Empfindung, Ewigkeit, Vollkommenheit. Und auf dem anderen Pol – ist diese Welt, in welcher der Mangel an allem empfunden wird.
Um uns zu ermöglichen, darin irgendwie zu existieren, wird die Verhüllung der Welt der Unendlichkeit durchgeführt, sodass ihre Abwesenheit in dieser Welt weniger tragisch empfunden wird – gerade deshalb, weil der unendliche Überfluss vor uns verborgen ist.
Die Welt der Unendlichkeit verringert sich stufenweise, sie schafft die Stufen der Verhüllung – die fünf Welten. Und wir befinden uns unterhalb dieser Welten und fühlen deshalb nicht, wie viel uns fehlt!
Aber je nach unserer Entwicklung, wächst unsere Selbstsucht, und das Licht wird uns allmählich enthüllt – wonach wir den größeren Mangel, noch größeres Übel fühlen.
Wenn wir uns dem Licht nicht angleichen werden, dann wird sich unser Zustand verschlechtern! Man braucht nicht verwundert zu sein, dass in der modernen Welt solche Katastrophen geschehen. Denn das Ego wächst ununterbrochen und macht uns dem Licht noch entgegengesetzter.
Der Unterschied zwischen dem Wunsch und dem Licht wird noch deutlicher sein, infolge dessen wir noch mehr leiden werden. Wenn es keine Verhüllung, keine dieser Welten gäbe, dann könnten wir uns selbst überhaupt nicht aushalten, denn wir hätten uns bezüglich des Lichtes der Unendlichkeit empfunden. Der Unterschied zwischen uns wäre so riesig, dass dieses furchtbare Empfinden unmöglich ertragbar wäre.

Möglicherweise erlebten Sie schon eine solche Empfindung, und wenn nicht, dann werden Sie diese irgendwann empfinden, denn jeder soll einmal im Leben diesen Zustand erleben – der „Das Leuchten von Malchut“ heißt; es ist die Empfindung von absolut schwarzer Finsternis, von etwas schrecklich furchtbarem. Dadurch wird uns der Unterschied zwischen dem Punkt unserer Welt und der Unendlichkeit gezeigt, er lässt uns diese schreckliche Finsternis fühlen.
Aber alle 125 Stufen der Verhüllung, die uns von der Unendlichkeit abtrennen, sind gerade dafür geschaffen, um den Zustand ertragen zu können. Hinter diesen Schirmen, Verhüllungen fühlen wir uns sicher, wie das Kleinkind neben der Mutter, das selbst nicht fähig ist, etwas zu machen, es fühlt sich geborgen. Wir empfinden uns genauso hinter dem Schutz dieser verbergenden Schirme, andernfalls könnten wir den Druck des höchsten Lichtes nicht aushalten.
Das Licht würde sich als die Finsternis empfinden! Die so genannte „Pulsa de-nura“ – der Lichtschlag, wenn das Licht größer ist, als Kli bereit ist zu nehmen. Dies ist eine sehr unangenehme Empfindung, denn wir müssen uns ständig im Gleichgewicht bezüglich aller Einwirkungen befinden- sowohl der guten, als auch der schlechten. Selbst wenn das Gute im Überfluss gegeben wird, d.h. die Möglichkeiten unseres Kli überschritten werden, können wir es nicht ertragen. Es ist bekannt, dass alle die Wärme der Kälte bevorzugen, aber wenn es schon viel zu heiß ist, dann ist es auch schlecht, keinesfalls besser als Frost.
Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 13.08.2010

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Каbbalisten – über das Wesen der Wissenschaft der Kabbala, Teil 5

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten der großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Was ist die Grundlage der Wissenschaft der Kabbala?

Der Mensch soll die Weisheit ergreifen: um (noch nicht enthüllten) Geheimnisse des Schöpfers zu begreifen und zu erschauen, um sich selbst zu erkennen und zu verstehen, wer er ist, wie er erschaffen wurde, woher er kommt und wohin er geht, wie kann er seinen Körper (seine Wünsche) korrigieren, wie wird er in der Zukunft vor dem Gericht des Herrschers der Welt erscheinen.

Man muss das Geheimnis der Seele erkennen und ersehen: was ist meine Seele, woher kommt sie, wofür stieg sie in diesen Körper hinab, der dem giftigen Tropfen ähnlich ist, der heute – hier, und morgen – im Grab sein wird.

Er soll diese Welt anschauen, um die Welt zu verstehen, in der er sich befindet, um zu entscheiden, was man darin korrigieren muss. Und danach wird er die höheren Geheimnisse der Höheren Welt sehen und erkennt den Schöpfer. Und das alles wird der Mensch aus den Geheimnissen der Tora begreifen.

„Neuer Sohar“ mit dem „Sulam“ Kommentar, „Lied der Lieder“, 482-487

Die Wissenschaft der Kabbala unterrichtet uns darin, wie man den Vergleich (die Ähnlichkeit) in den Eigenschaften mit dem Schöpfer erreichen kann, und wie man Fehler zu vermeiden hat.

Rav Kuk. Orot Kodesch. Т.2, s.393.

 

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

 

Wie man das Höhere Licht sehen kann

Eine Frage, die ich erhielt: Mich interessiert sehr, was das „Licht, das zur Quelle zurückführt“ ist? Wie nehmen wir es wahr? Als etwas Angenehmes? Als etwas, was uns den Weg ausleuchtet?

Meine Antwort: Dieses Licht ist die Kraft, die etwas in mir verändert. Ich beginne zu spüren, dass ich die Welt mit anderen Augen sehe – ich nehme die Sachen anders wahr, ich verhalte mich anders gegenüber den Menschen.

Ich bin toleranter den anderen gegenüber, ich beginne sie zu verstehen und ihnen zuzustimmen. Ich werde barmherzig und kann die Menschen so akzeptieren, wie sie sind. Ich spüre, dass wir alle in einem System verbunden sind.

Sie kommen mir näher! Und aus diesem Grund fange ich an, ihnen wie meinen eigenen Kindern zu vergeben. Ich sehe sie wie Teile von mir selbst an. Es kann sogar sein, dass ich mir darüber nicht im Klaren bin, doch es passiert einfach – ich sehe, wie ich plötzlich anfange zu vergeben.

Das, was ich vorher gehasst habe und nicht leiden konnte, kommt mir nicht mehr so schrecklich vor. Ich gebe nach wie bei jemandem, der mir sehr nahe steht.

So wirkt das Licht auf uns. Wir sehen es nicht, es leuchtet uns nicht in die Augen wie mit einer Taschenlampe – es enthüllt sich in uns drin. Wir ziehen es an, damit es in uns arbeitet und unsere Eigenschaften korrigiert.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 16.07.2010

Helft mir heute und ich werde euch morgen helfen!

Eine Frage, die ich erhielt: Kann ein einziger Mensch, der die richtige Absicht hat, eine ganze Gruppe beeinflussen, die den Sohar ohne jegliche Absicht liest?

Meine Antwort: Während wir den Sohar lesen, versuchen wir uns alle zu verbinden, damit es keinen Unterschied gibt zwischen demjenigen, der schon lange studiert und demjenigen, der gerade erst angefangen hat, zwischen klein und groß – damit sich alle zu einer Gruppe versammeln. Eine Gruppe gibt es nur, wenn alle gleich sind!

Jeder von uns kann sich in seinem eigenen Zustand befinden: der eine ist gerade erst gekommen und versteht noch nicht, wo er gelandet ist. Es gibt aber auch andere, die schon lange studieren und es entsteht bereits ein bestimmtes Bild vom Lesen des Sohar in ihnen – doch auch sie durchlaufen unterschiedliche Zustände.

Es kann sein, dass man heute besonders feinfühlig und inspiriert ist, es kommt aber auch vor, dass man überhaupt nicht einsteigen kann und „bewusstlos“ ist. Gestern noch war alles so klar, und heute kann man sich überhaupt nicht konzentrieren.

Deshalb hängt alles von der Masse, die zusammenstudiert, ab, inwieweit sie durch gemeinsame Anstrengungen das Ziel ermittelt und in der Lage ist zu spüren, dass sie alle in sich mit einschließt. Diejenigen also, die heute deutlich spüren, helfen denjenigen, die heute „tot“ sind. Dabei gewinnen sowohl die einen als auch die anderen.

Denn derjenige, der im Moment Begeisterung spürt, verfügt nicht über genügend egoistisches Verlangen (Awiut), doch er bekommt es von denjenigen, die sich momentan in einem toten Zustand befinden. Und umgekehrt!

Auf diese Weise, indem wir einander helfen, haben wir die Möglichkeit, voranzukommen – eben alle gemeinsam, wenn wir zur gleichen Zeit in der Gruppe sowohl große Begeisterung als auch große Awiut haben! Und wenn wir das eine mit dem anderen verbinden, funktioniert es und führt zu einem Ergebnis.

Wenn aber heute nur diejenigen zum Studieren gekommen wären, die vor Begeisterung brennen und diejenigen, die sich tot fühlen, zu Hause in ihrem Bett geblieben wären, hätten wir nichts verdient. Wir hätten nicht genug Kraft des egoistischen Verlangens zum Vorankommen gehabt.

Du ziehst mit deinem riesigen Verlangen das Licht, das zur Quelle zurückführt, an, brennst darauf, es zu bekommen, und es kommt – doch wo soll es rein?! Wo ist dein egoistisches Verlangen, auf welches es einwirken kann?

Und wenn neben dir noch ein paar Freunde sitzen, die scheinbar ganz tot sind, wirkt das Licht auf sie ein und bringt sie ins Leben zurück! Und morgen tauscht ihr die Plätze und alles läuft umgekehrt ab.

Wir begreifen nicht, welches einzigartige Patent sich in der Gruppe verbirgt. Ohne sie ist die spirituelle Entwicklung absolut unmöglich!
Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.07.2010

interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

Wofür existiert das alles?!

Unsere gesamte Wirklichkeit ist in einen für uns offenbarten und einen vor uns verborgenen Teil, von dem wir nichts wissen, unterteilt.

Indem wir herkömmliche Wissenschaften entwickeln, können wir natürlich den offenbarten Teil für uns erweitern, doch nur, indem wir die bereits vorhandenen Sinnesorgane ausbauen, und nicht mehr. Auf diese Weise ist es unmöglich, einen qualitativen Sprung zu machen und eine zusätzliche Dimension zu entdecken.

Doch Kabbala sagt, dass wir eine zusätzliche Wahrnehmung in uns entwickeln können, in der wir eine Realität enthüllen werden, die sich außerhalb von uns befindet. Doch du musst dabei bedenken, dass sie entgegengesetzt der, die du heute wahrnimmst, sein wird!

Denn heute enthüllst du die Realität in dem Maße, in dem du sie in dich einsaugen, durch deine fünf physischen Sinne – Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten – wahrnehmen kannst. All diese Wahrnehmungen nennen sich auch meine Welt.

Doch ich habe die Möglichkeit, zusätzliche Wahrnehmungen in mir zu entwickeln. Nicht zusätzliche Arme, Beine, Geschmäcke oder ähnliches zu bekommen, sondern in meinen Wahrnehmungen aus mir herauszugehen, fünf andere Wahrnehmungsorgane, die Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut heißen, zu entwickeln.

Und in diesen zusätzlichen Wahrnehmungsorganen, welche meinen vorherigen völlig entgegengesetzt sind, fange ich an, das wahrzunehmen, was außerhalb von mir geschieht.

Das bedeutet, meine Wahrnehmung wird durch nichts begrenzt, ich gehe in einen offenen Raum hinaus! Und alle Welten befinden sich vor mir – alles hängt nur davon ab, inwieweit ich meine spirituellen Wahrnehmungsorgane entwickeln werde.

Ich bin nicht durch meinen Umfang begrenzt, durch die Menge dessen, was ich in der Lage bin, in mich hineinzusaugen, bis ich voll bin. Jetzt hängt alles davon ab, inwieweit ich mich erweitern kann.

Dann fange ich an, alle Kräfte, alle Gedanken, alle Verlangen, die Aufgabe und das Ziel der Schöpfung – die gesamte Welt um mich herum – aufzufangen und zu verstehen, was mit mir geschieht. Ohne dieses Wissen, was um mich herum geschieht und auf mich einwirkt, verstehe ich nichts – weder von der Welt, noch von mir selbst.

Die Wissenschaft darüber, wie man aus sich herausgeht und alles, was in der höheren Dimension geschieht, enthüllt, nennt sich die Wissenschaft der Kabbala. Und wenn wir aus unserem Ego herausgehen und beginnen, das Universum zu enthüllen, enthüllen wir auch das Ziel der Schöpfung, d.h., wofür das alles existiert!

Indem ich herausgehe, befreie ich mich von den Beschränkungen meines materiellen Körpers und erhebe mich über die Zeit, die Bewegung und den Raum, über eine übliche Wahrnehmung der Realität durch drei Koordinatenachsen: oben-unten, rechts-links, vor-zurück. Ich höre auf, die Zeit wahrzunehmen, denn dort existiert keine Zeit.

Ich sehe andere Ursachen und Folgen, d.h., ich erhalte eine vollkommen neue, unbegrenzte Wahrnehmung der Welt. Ich erhalte neue Eigenschaften und neue Möglichkeiten, außerhalb von jeglicher Verbindung mit meinem tierischen Körper.

Und so, wie ich jetzt einen Menschen vor mir sehe, wahrnehme und verstehe, muss ich genauso gut all jene Realität, die sich „Schöpfer“, höhere Kraft nennt, kennenlernen und erfassen.

Und bis dahin wird es uns immer enger und schlechter in unserer begrenzten Realität gehen, bis wir es schaffen, aus ihr in die offene Welt herauszugehen!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 09.07.2010