Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ein Geschenk wird nur so viel gewürdigt, wie der Empfänger den Geber wertschätzt


News Report (aus dem Science News Magazine):
Die Menschen machen einen Fehler, wenn sie erwarten, dass je mehr sie in Geschenke investieren, desto mehr diese Geschenke wertgeschätzt werden … Empfänger bevorzugen Geschenke, die sie wirklich brauchen oder die eine spezielle persönliche Bedeutung haben. Der Preis spielt keine Rolle. … Es ist in der Tat der Gedanke der zählt …

Mein Kommentar: Wir können in unserer Welt nur so viel empfangen, wie dies ein Tier kann: nur das, was für unsere körperliche Existenz notwendig ist. In dieser Hinsicht sind wir einem Tier vollkommen gleich. Jedes Übermaß, das wir „empfangen“, ist nur zu unserem Nachteil. Es gibt einen weisen Spruch: „Ein bisschen schädliche Nahrung ist gesünder, als zu viel gesunde Nahrung.“ Maßlosigkeit schafft Leere in uns, macht depressiv und bringt uns zu einem endlosen Streben nach illusorischer Erfüllung.

Wie realisiert also der Schöpfer seinen Plan, „alle Geschöpfe mit absolutem und ewigem Vergnügen zu erfüllen“? Dies wird nicht durch die Erhöhung der Quantität der Erfüllung erreicht, sondern durch ihre Qualität. Wir sind nicht in der Lage, mehr aufzunehmen, als das, was für die Existenz unserer tierischen Körper notwendig ist. Wenn wir jedoch begreifen, dass es die Größe des Schöpfers ist, die uns gibt, wird unsere Empfindung von dem was wir von ihm erhalten unendlich erhöht. Denn Er ist unendlich. So können wir die Empfindung eines ewigen und vollkommenen Lebens erreichen. Folglich liegt das Ziel unserer Entwicklung in der Erkenntnis: „Koste und siehe, wie gut der Schöpfer ist.“

 

Er kann warten, ich nicht

Wenn wir spüren, dass wir in eine Art Schlaf verfallen und es uns schwer fällt, auch nur den kleinen Finger zu bewegen, müssen wir verstehen, dass es der Schöpfer ist, der uns diesen Zustand schickt. Er möchte uns anstelle der persönlichen zur allgemeinen Erweckung führen, damit wir gemeinsam beginnen, uns um einander Gedanken zu machen, und damit ich verstehe, dass, wenn ich die anderen nicht erwecke, ich auch selbst nicht erwachen werde.

Denn mein Ich ist das Maß, in dem ich die anderen erwecken kann. Nicht meine Person an sich – das ist alles die tierische Stufe, sondern diese zusätzliche Erweckung, die ich in das Gesamtnetz hineinbringen kann, wird als mein spirituelles Ich, mein spirituelles Gefäß (Kli, Verlangen) bezeichnet.

Jenes Maß an Erweckung, welches ich dort hineingebracht habe, liefert die Stärke des Verlangens, in dem ich die spirituelle Welt wahrnehme – ich nehme sie dort, im Inneren dieses Systems und nicht in mir wahr! In mir werde ich nichts spüren.

Das bedeutet, dass ich mich momentan der Erschaffung meines spirituellen Gefäßes entgegen bewege. Der Schöpfer organisiert absichtlich diesen Zustand für mich – Er lässt mich spüren, dass, wenn ich allein bleibe, mir nichts gelingen wird. Er scheint zu sagen: Du glaubst nicht – dann versuch mal! Zehnmal, hundertmal… Ich habe Zeit, Ich kann warten, bis die „Söhne Israel wegen ihrer Arbeit aufschreien“.

Nur wenn ich den nötigen Druck auf die anderen ausübe, wenn ich verlange und das gemeinsame Verlangen/Gefäß sich davon begeistern lässt, dann wird das mein Verlangen sein, dort werde ich die spirituelle Welt – jene spirituelle Erfüllung, die sie alle von mir bekommen haben, – wahrnehmen können.

Auszug aus dem Unterricht zu Die Zehn Sefirot

Beispiele des Höheren

Der Schöpfer wird durch verschiedene Formen des Gebens enthüllt, jedoch wird er in uns enthüllt, dem empfangenden Verlangen. Andernfalls würden wir diese Ausdrucksformen nicht empfinden. Sie kommen von oben, allerdings müssen wir diese annehmen und ihnen von unten, von unserem Ende her, ähnlich werden.

Das macht den ganzen grossen Unterschied aus. Wir haben ein ähnliches Beispiel in unserer Welt, wenn wir etwas begreifen, sehen, fühlen und schmecken, aber dann müssen wir es selbst kopieren. Hierin steckt eine enorme Anstrengung. In der spirituellen Welt senkt Ima ihren unteren Teil in Seir Anpin ab und gibt ihm ein Beispiel mit ihrem Reflektierendem Licht (Or Choser). Wenn das Höhere auf diese Weise handelt, kann das Niedrigere nicht scheitern, denn es sieht ein fertiges Beispiel.

Auf die gleiche Weise geben wir kleinen Kindern erprobte, zuverlässige Beispiele, die es ihnen nicht erlauben, Fehler zu machen. Wenn jedoch ein Kind selbst nachahmen möchte, was wir ihm gezeigt haben, dann ist das bereits ein Problem. Es macht einen Fehler und erkennt, dass es zuerst Kraft und Wissen erlangen muss.

Entsprechende Prozesse geschehen in der spirituellen Welt. Auch wenn der Schöpfer uns Beispiele gibt, und obwohl alle Stufen von Oben kommen, kommen sie in der entgegengesetzten Form. Ihnen fehlen unsere Anstrengungen, verbunden mit Verlangen als auch Verständnis, was Bemühungen im Herzen und im Verstand bedeutet.

Nur durch beifügen unserer Anstrengungen zu Verlangen und Verstand, erkennen wir die durch den Höheren gegebenen Beispiele, folglich wandeln sich diese dadurch von Finsternis in Licht. Schliesslich sind sie für uns zuerst in Finsternis getaucht, weil wir spüren, dass wir ausserstande sind, dies selbst zu tun. Rabash schreibt davon im Artikel: „Die Einbeziehung der Eigenschaft der Gnade in das Urteil.“

Der Schöpfer wird ein „Weiser“genannt, denn Er besitzt das Licht Chochma und alle notwendigen Kräfte. Ein Mensch, der sich ein Beispiel am Schöpfer nimmt, wird ein „Schüler eines Weisen“ genannt, denn er kopiert des Schöpfers Formen des Gebens.

Trotzdem müssen wir verstehen, dass dies nicht nur das Kopieren einer Handlung ist. Zunächst müssen wir damit einverstanden sein, diese Form anzunehmen, weil das etwas ist, was wir überhaupt nicht wollen. Wenn wir damit einverstanden sind, bedeutet das, dass wir uns irgendwie selbst einschränken und einen Ort in uns schaffen, wo diese sich offenkundig machen können, dann sind wir bereit diese Formen in unserem empfangenden Verlangen wahrzunehmen, und sodann zu verstehen, wie sie gebildet wurden und sie zu wiederholen. Dies bedeutet, ungeachtet unseres Verlangens zu studieren, zusammen mit dem Verlangen und dem Verstand, bis wir erkennen, wie wir die Beispiele des Schöpfers in der Praxis an uns selbst ausdrücken und ausführen können.

Eine lange Kette von Handlungen liegt zwischen unserer Bereitschaft, ein Beispiel zu empfangen und es lebendig werden zu lassen. Und all dies, wird „das Werk des Schöpfers“ genannt, da wir das Beispiel, das wir erhielten und selbst verwirklichen, mittels der Kraft und der Weisheit, die auch von oben kommen.

Während des ganzen Prozesses müssen wir nur das Verlangen haben aufzusteigen – das Verlangen, das wir von der Umgebung empfangen.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 02/03/2011, Schriften von Rabash

Das Trugbild (Fata Morgana)

Eine Frage, die ich erhielt: Stimmt es, dass die Nächstenliebe nur bezüglich des Wunsches zur Spiritualität möglich ist, und ich soll die materiellen Wünsche eines Freundes nicht erfüllen?

Denn ich sehe jetzt, dass ich nicht mal bereit bin, das Fleischstück am Tisch zu teilen.

Meine Antwort: Anfangs reicht uns die Verbindung zum Nächsten in seinem Wunsch, den Schöpfer zu erreichen.

Und später wirst du dich so fühlen, als ob neben dir am Tisch dein kleiner Sohn sitzt – wirst du ihm dann das Stück Fleisch wegnehmen können, um es selbst aufzuessen? So wirst du dich zur ganzen Welt verhalten.

Es ist unverständlich, warum es notwendig ist und was du im Endeffekt bekommen wirst? – Die Antwort auf diese Frage, d.h. das Ziel des Gebens, wird oft vergessen, weshalb uns diese Handlung  als künstlich vorkommt: Du wirst fühlen, dass du dem Schöpfer ähnlich bist und Ihm dadurch den Genuss bereiten, wenn du solche Korrektur erreichst!

Jetzt hast du kein solches Bedürfnis, weshalb die Handlung des Gebens grundlos, gewaltsam aussieht. Es gibt kein anderes Ziel, außer der Ähnlichkeit zum Schöpfer.

Denn dir scheint es nur so zu sein, dass die ganze Welt leidet, und dass es die armen und unglücklichen Menschen gibt. Wenn du dich korrigieren wirst, dann wirst du sehen, dass sie alle reich und glücklich, klug und gesund sind. (Siehe den Artikel von Baal HaSulam „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“).

Wir verstehen nicht, welche Illusion es ist, in der Welt die Leiden zu sehen. Jedem Menschen wird absichtlich die hässliche Welt gezeigt, um ihm die Empfindung zu geben, wie viel  korrigiert werden soll, um die Vollkommenheit zu erreichen.

Wir sehen, dass jeder anders denkt und die eigene Meinung hat. Woher kommt es? – Weil jeder ein anderes Weltbild sieht. Denn die Welt hat in Wirklichkeit kein Bild, keine Form – alles wird innen, in den Eigenschaften des Menschen geöffnet!

Und wenn ich beginne, die Wahrheit zu öffnen, dann verstehe ich, dass sich hinter allen Bildern dieser Welt, die vor mir wie die Trugbilder in der Wüste entsteht, ein Gedanken verbirgt, der mir solche Realität bildet. Und diese Form ist so schwankend wie das Trugbild selbst, das in der Luft schwebt und sich die ganze Zeit verändert.

Und sich durch diese Gespenster und die Ungewissheit durchzukämpfen, ist nur in der Gruppe möglich, die dir die ganze Zeit den Fokus der Sehkraft auf die Wahrheit korrigiert.

Die Wahrheit ist das Begreifen der Kraft, die das ganze Trugbild verwaltet, damit es uns klar wird, wie und warum diese Kraft gerade diese Formen schafft, und damit wir uns mit dieser Kraft auf der anderen Seite des sichtbaren Bildes dieser Welt verbinden und zusammen arbeiten.

Wie es gesagt ist: „Der Mensch wird geben, um die Wahrheit zu finden“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“

Der Gegensatz von Religion und Kabbala: Handlungen versus Absichten


Eine Frage, die ich erhielt: Gemäß Rabash sind diejenigen, die von der Äußerlichkeit zur Innerlichkeit wechseln können, das auserwählte Volk, und unser Herz wird sich mit Hilfe unserer Handlungen verändern. Gleichzeitig erinnern Sie uns ständig, dass die äußeren Handlungen nichts weiter als äußere Zeichen sind, und in keiner Verbindung zur Korrektur der Seele stehen.

Meine Antwort: Wenn Rabash von „äußerer Einhaltung“ spricht, meint er nicht die physische Einhaltung, sondern die Absicht „für sich selbst“. Und die „innere Einhaltung“ zeigt die Absicht „für den Schöpfer“.

Von den physischen Handlungen sagt der Schöpfer: „Es ist mir egal, wie ein Vieh geschlachtet wird; die Gebote wurden zur Korrektur des Menschen gegeben.“ Mit anderen Worten: Die gesamte Verbindung zwischen den Handlungen und den Geboten liegt in unseren Absichten und nicht in den Handlungen selbst. Würde ein Mensch über die Erfolglosigkeit seiner Handlungen Bescheid wissen, wäre er der Kabbala äußerst dankbar dafür, dass sie ihm im Leben die richtige Führung gibt!

Den ganzen Gegensatz zwischen Religion und Kabbala kann man auf die Bewertung der Wichtigkeit von Handlungen und Absichten reduzieren: Was ist wichtig, die Handlungen oder die Absichten? In Wirklichkeit bestreitet die Kabbala die Wichtigkeit der Handlungen (Traditionen) in der Formung und Regelung sozialer Grenzen nicht. Doch die Religion muss ebenfalls akzeptieren, was geschrieben steht – dass die Handlungen ohne die Absichten tot sind und einen Menschen nicht korrigieren können. Die Absichten können nur durch das korrekte Studium der Kabbala geändert werden.

Man muss mit dem Eingeständnis beginnen, dass man nicht perfekt ist – das ist der Stein des Anstoßes! Denn das Hauptziel der Religion liegt darin, dem Menschen ein Gefühl von Stolz und Vollkommenheit für die Einhaltung der Vorschriften zu verleihen. Er denkt, er diene dem Schöpfer und der ganzen Welt, wenn er dies tut, und jeder stehe in seiner Schuld.

Die Kabbala zeigt einem Menschen andererseits nur, wie falsch und unvollkommen er wirklich ist. Er sieht dies im Lichte des Schöpfers, das während des Studiums auf ihn herabsteigt. Dann ist ein Mensch unglücklich über die Ergebnisse seines Studiums. Wenn er jedoch über diese Empfindung hinauswachsen und die Wahrheit über diese Qual hervorheben kann, wird er vorankommen. Und wenn er dazu nicht in der Lage ist, kommt er vom Weg ab.

Punkt 66 von der „Einführung zum Buch Sohar“ erörtert die Notwendigkeit, die Wichtigkeit der Absicht über die physische Einhaltung zu stellen. Der ganze Widerspruch zwischen der Religion und der Kabbala liegt in ihrem Anspruch hinsichtlich dessen was wichtiger ist.

Blog-post: Der Schöpfer hat weder Arme noch Beine
Baal HaSulam Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel
 
Kabbala Akademie

Popularisierung der Kabbala

Kommentar: Der bekannte Kabbalist Berg zieht Menschen durch allerlei Mythen an. Er bietet ihnen sozusagen eine „Süßigkeit“ an, also das, was sie sich wünschen.

Antwort: Ich denke, dass Berg viel zur Popularisierung der Kabbala beigetragen hat. Ich kenne ihn persönlich. Natürlich ist die Kabbala bei ihm keine authentische Kabbala. Vielmehr hat er sie vom Sockel der dunklen Mächte auf einen leicht verständlichen Weg heruntergebrochen, der den Menschen im Leben helfen kann, etwas Angenehmes zu tun.

Natürlich hat er, wie jeder Amerikaner, daraus ein leichtes, aber auch ein großes Geschäft gemacht. Er hat aus einer dunklen, geheimnisvollen Kraft, aus einer Geheimlehre, die etwas Düsteres und Bedrohliches hat, eine „Madonna“ gemacht. Das ist bedeutsam.

Man sieht, wie der Schöpfer für jeden seinen Nutzen findet und die Kabbala nach und nach den Menschen näherbringt. Ich bin dazu nicht in der Lage. Ich bin von Natur aus Wissenschaftler, Methodiker, Lehrer und Organisator. Er ist es nicht. Sein Beruf ist Versicherungsvertreter. Und er ist wirklich ein Vertreter. Er hat das Richtige getan.

Heute ist das Wort „Kabbala“ nicht mehr unheimlich, geheimnisvoll oder beängstigend. Es wurde den Menschen schon immer beigebracht, dass man sich vor ihr in Acht nehmen sollte. Berg hat daraus etwas sehr Gutes gemacht. Besser gesagt, nicht er hat es getan, sondern der Schöpfer durch ihn. So hat er die Idee vermittelt: „Habt keine Angst vor der Kabbala.“

Wir erklären weiter, dass die Kabbala über Liebe, Gleichheit und Verbindung zwischen uns spricht, in der sich der Schöpfer, die höhere Welt, das höhere Leben – ewig, vollkommen- offenbart.

Das heißt, wir verkaufen in diesem Leben nichts: Komm, zahle, kaufe, und es wird gut. Vielmehr sagen wir: Komm, lerne, dich zu verändern und erreiche alles von selbst – kostenlos. Der Mensch hat keine Angst mehr und denkt nicht, dass wir ihn täuschen, denn die einschüchternde Maske der Kabbala ist weg.  

Frage: Sind Sie gegen die „Süßigkeiten“, die das Wahre überschatten?  

Antwort: Natürlich. Ich verstehe, wie sehr sie in der Welt gewirkt haben. Nach ihnen ist die Einstellung zur Kabbala völlig anders. Natürlich sind das alles Lügen. Was soll man machen? So lernen wir. Wenn wir als Kinder mit Spielsachen spielen, ist das nicht ernst? Doch durch das Spielen werden wir ernsthafte Menschen. So durchläuft die Menschheit verschiedene Entwicklungsstufen.

Man sollte nichts ablehnen. Für alles gibt es einen Platz in der Welt. Man muss es nur richtig anwenden. Ich bin der Meinung, dass Berg seine Mission erfüllt hat.

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Aus dem Gespräch: „Mein Telefon klingelte.“ KGB, Mossad, Madonna“

 

Den Schöpfer hören

Frage (Idan, 11 Jahre alt): Wenn der Schöpfer mit den Menschen in der Bibel und im Pentateuch sprach, warum spricht Er heute nicht mit uns? Und wenn Er doch mit uns, mit der heutigen Generation, spricht, wie kann man dann davon erfahren?

Meine Antwort: Der Schöpfer spricht ständig mit dir, doch du hörst es nicht. Er wohnt in deinem Herzen und spricht zu dir, doch du willst dein Herz nicht öffnen!

Er klopft an dein Herz, wie an eine Tür, doch du machst nicht auf, weil du Seine Klopfzeichen nicht hörst, dir fehlt das Gehör, Bina, die Eigenschaft des Gebens. Wenn jemand an die Tür klopft, du aber Probleme mit dem Gehör hast, dann hörst du es nicht. „Das Ohr“, das Gehör bedeutet in der Spiritualität die Stufe der Bina, die Kraft des Gebens. Wenn du empfänglich für das Geben, für die Nächstenliebe gewesen wärest, würdest du hören, dass Er zu dir spricht.

Frage: Was sagt Er?

Meine Antwort: Er sagt: „Lass uns umarmen! Lass uns zusammen sein!“ Doch sich mit dem Schöpfer zu umarmen bedeutet, genauso wie Er zu sein, in der Eigenschaft des Gebens und der Nächstenliebe zu leben, und das will ich nicht. „Gib mir etwas für mich persönlich, dann kannst du kommen! Doch damit, was du mir anbietest, komme nicht! Ich will dir die Tür nicht öffnen“, – das sagen wir zu Ihm.

Auszug aus dem Programm „Frage den Kabbalisten“, 18.04.2010

Unser Leben hängt von unseren Einstellungen ab


Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es, eine „gute Einstellung zu anderen“ zu haben? Eine durchschnittliche Person steht morgens auf, geht zur Arbeit und hat nur wenig Zeit für die Familie. Er sagt sich „Ich arbeite, ich bin ein gesetzestreuer Bürger, gut zu meiner Familie und verhalte mich gut zu anderen.“ Ist das genug?

Meine Antwort: Es muss ein Gefühl der Gemeinsamkeit sein, das uns hilft, etwas Höheres zu erreichen. Zunächst sollte ein Mensch verstehen, dass er sich ein Leben nur verdienen kann unter der Bedingung, dass er innerlich aufrichtig ist. Das ist nicht einfach, es muss erlernt werden.

Wir könnten bald eine Situation erreichen, wo wir nichts zu essen haben und die Menschen verstehen werden, dass die Verfügbarkeit von Nahrung nicht von der Ernte abhängt, sondern allein von ihrer Einstellung.

Wir könnten eine Situation erreichen, wo wir zwar den Erdboden mit allem nähren, was er braucht, aber unsere Einstellung zu den Menschen, für die wir das tun, falsch ist, und wir deshalb von der Erde nichts erhalten werden, nicht ein Samenkorn, nicht eine Tomate, nichts.

Wir können einen Film darüber machen. Ein Mensch pflanzt ein Feld mit Tomaten, aber ungeachtet seiner Bemühungen wächst dort nichts außer Unkraut, bis er seine Natur ändert. Das ist deshalb so, weil wir unsere Natur korrigieren müssen und zwar nicht auf der tierischen, pflanzlichen und unbelebten Ebene, sondern auf der menschlichen Ebene. Es ist nichts fantastisches, worüber ich spreche, es ist alles rational. Tatsache ist, dass die Menschen die Natur auf all den Ebenen unter ihnen negativ beeinflussen.

Wir werden eine Situation erreichen, wo Menschen spüren werden, dass, wenn man nicht die richtige Absicht hat, nichts geschehen wird, aber sobald man die richtige Absicht erschafft, man einen Segen empfängt. Dies wird „Offenbarung“ genannt, aber sie geschieht auf dem Weg solcher Leiden. Das ist ein schwieriger Weg des Lernens! Durch unterschiedliche Systeme wird die Natur uns zwingen, zu sitzen und zu lernen, wie korrekte Absicht und Einstellung erzeugt werden. Durch riesige Leiden, Schwierigkeiten, Krankheit und Chaos werden wir erkennen, dass wir nur zu lernen brauchen, wie die richtige Absicht hervorzubringen ist.

(Aus dem Unterricht von Baal HaSulam’s Artikel „Ein Gebot“ 

Das Ende der ägyptischen Sklaverei

Es ist nicht leicht die Frage zu beantworten, wo der Punkt ist, von dem aus ein Mensch bestimmen kann, ob er Genuss vom Egoismus oder vom Geben haben wird. Möchte der Mensch ein Sklave des Pharao oder des Schöpfers sein?

Unsere Hauptaufgabe ist es, einen Punkt zu erreichen, an dem wir darum bitten, einen anderen Herrscher zu bekommen, sodass die Kraft des Gebens, anstatt des Empfangens über uns herrschen wird. Wir studieren Kabbala und führen alle Ratschläge der Kabbalisten aus, damit wir diese Wahl haben können.

Entweder kommen wir durch den Weg des Leidens zu dieser Entscheidung, durch die natürliche Entwicklung der Zeit (Beito) oder durch den Weg des Lichtes (Achishena). Auf dem Weg der natürlichen Entwicklung erwarten uns nur Schläge. Dies geschieht dann, wenn der Schöpfer dem Pharao, unserem Egoismus oder dem Verlangen für sich zu empfangen, jeden möglichen Genuss wegnimmt, und darum erleben wir Leiden. Deshalb sind wir bereit, der Herrschaft des Pharao zu entfliehen und unser Selbst von ihm zu distanzieren. Schließlich zwingt uns die Natur selbst, alles zu vermeiden, was für uns Leiden hervorruft.

Und dann gibt es den Weg des Lichtes, die “Beschleunigung der Zeit” (Achishena). Dies geschieht dann, wenn unser egoistisches Verlangen uns noch erlaubt, Genuss zu empfangen, wir jedoch verschiedene Handlungen ausführen, um eine neue Einstellung zum Verlangen zu geben zu entwickeln. Und obwohl ich egoistischen Genuss empfange und unter der Herrschaft des Pharao stehe, empfinde ich dies nicht als etwas Negatives: Ich genieße das Leben. Aber ich fange an, nach einem Weg zu suchen, mich über ihn zu erheben und nicht länger auf ihn angewiesen zu sein, beginne, die Eigenschaft des Gebens zu schätzen.

Das bedeutet, dass ich versuche, den Weg des Lichtes zu gehen, so dass die Eigenschaft des Gebens auf mich wirkt und mich verstehen lässt, dass der Pharao ein böser Herrscher ist. Das Böse ist nicht der Genuss, den er gibt, sondern das Empfangen dieses Genusses für mich selbst. Dieses völlig neue Kriterium basiert nicht auf Genüssen, sondern auf ihrer Ausrichtung, darauf, wer empfängt: Ich oder die anderen (oder der Schöpfer zusammen mit anderen).

Und dann, anstatt den Weg durch Empfindungen entsprechend von Genuss oder Leiden zu beurteilen, wechsle ich zu einer logischen Berechnung von Gut und Böse, wahr oder falsch. Ich erkenne, dass Wahrheit, das Geben, die Höhere Kraft, der Schöpfer ist und ich will dieses Wahrheit! Und selbst wenn ich mich unter der Herrschaft des Pharao gut fühle, möchte ich mich immer noch am Geben festhalten.

Wenn ein Mensch zu solch einer Erkenntnis kommt, erhebt er sich über die natürliche oder tierische Bewertung (Beito) und trifft auf der Ebene von “Achishena” Entscheidungen und dadurch treibt er sich selbst dazu, aus der Herrschaft des Pharao zu entkommen. Und dann braucht er keine physischen Leiden und Schläge zu erleben, die wir als verschiedene Krisen für das Verlangen zu empfangen in der Welt spüren und die in der Zukunft nur zunehmen werden, wenn wir fortfahren, uns durch den natürlichen Fluss von Eregnissen (Beito) zu entwickeln.

Sein Leiden wird zum Leiden auf dem Weg von “Achishena”, zum Leiden aus Liebe. Letztendlich strebt er zum Geben oder Höheren Licht, um seinen Genuss von egoistisch zum Genuss zu geben zu ändern. Auf diese Weise macht ein Mensch Fortschritte.

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Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, Schriften von Rabash

Wenn du nicht empfangen kannst, wirst du nichts zu geben haben


Bina enthält das gesamte Licht von Chochma, jedoch nur, um darüber dem Licht Chassadim den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten, sie bevorzugt das Geben gegenüber der Erfüllung. Was bedeutet das?

Das ist, wenn ich nichts anderes will, als zu schenken! Jemand gibt mir eine Million Dollar, aber ich weigere mich, diese anzunehmen. Sie können mir 100 Millionen oder eine Milliarde anbieten, jedoch immer noch werde ich mich weigern. Das nennt man Chassadim: Das Geben gegenüber dem Empfangen vorzuziehen.

Es ist unmöglich, das Geben zu messen, es hat keine Grenzen. Man kann nur etwas messen, wenn es sich innerhalb der Verlangen des Empfangens befindet. Wenn ich eine Milliarde Dollar empfangen könnte und ich möchte dieses Geld auch, ziehe aber das Geben vor, dann ist dies das Maß meines Verlangens zu geben. Wenn ich jedoch kein Verlangen zu empfangen habe, dann besitze ich nichts, mit dem ich das Verlangen zu geben messen könnte.

Diese beiden gegensätzlichen Verlangen müssen sich vereinigen: Ich benötige ein großes Verlangen und eine Empfindung einer großen Freude, dass ich empfangen kann und gleichzeitig brauche ich einen Schirm (Massach) über dem Verlangen zu empfangen. Auf diese Art werde ich das Geben über alles andere stellen. Aber unter welchen Umständen können wir diese Korrektur erlangen?

Nur das Licht – Or Makif – kann uns diese Korrektur gewähren. Wenn ich das Licht Chassadim bevorzuge und das Licht Chochma zurückweise, dann messe ich dementsprechend die Höhe des Lichts Chassadim, obwohl es sich nach außen ausbreitet. Das Licht Chochma andererseits breitet sich vertikal aus, von Oben nach unten.

Bina hat in und aus sich selbst keine Höhe. Wenn du geben willst, schreite voran. Du solltest dich nicht darum kümmern, wie viel und an wen du schenkst. Jedoch die Höhe des Gebens wird am Verlangen zu empfangen gemessen, welches gegensätzlich zum Geben ist und von diesem bezwungen werden kann.

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