Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Shamati – Das wertvollste Buch der Welt


In einem der letzten Blogeinträge schrieb ich, dass wir gerade eine neue Ausgabe der gesammelten Arbeiten von Rav Baruch Shalom Ashlag – dem Rabash – veröffentlicht haben. Hier möchte ich einige Einblicke in die Geschichte und das Entstehen dieses äußerst kostbaren Textes geben, den uns Rabash hinterlassen hat – das Buch Shamati:

Shamati ist das wertvollste Buch der Welt, denn es hat die Kraft, einen Menschen zum Sinn seines Lebens zu führen. Shamati ist das Hauptwerk kabbalistischer Quellen. Es beinhaltet alle Grundsätze der spirituellen Arbeit eines Menschen. Die Artikel des Buches fassen alles zusammen, was ein Mensch benötigt, um in die Höhere Welt einzutreten. Sie umspannen die unendliche Tiefe aller 125 Stufen, die ein Mensch während seines spirituellen Weges durchwandern kann und muss, bis er an das Ziel des Schöpfungsplans gelangt. Kein anderes Buch der Menschheitsgeschichte dringt tiefer in die spirituelle Arbeit des Menschen ein.

Woher kommt das Buch Shamati? Hier eine kurze Geschichte: Unter allen Büchern und Manuskripten, die mein Lehrer Rabash für den Unterricht verwendete, gab es ein spezielles persönliches Notizbuch, auf dessen Einband „Shamati“ – Hebräisch für „Was ich hörte“ -geschrieben stand. Er verließ niemals das Haus, ohne dieses Buch bei sich zu tragen. Er hörte auch nie auf, es zu studieren und darin zu lesen.

Eines Tages zu später Stunde gab er es mir mit den Worten: „Nimm dieses Notizbuch und verwende es.“ Ich verstand sofort, dass sein Weg bald zu Ende gehen würde. Und tatsächlich verstarb er am nächsten Morgen. Seine reine Seele stieg zu den unbekannten Höhen auf, als der Morgen dämmerte.

Das Notizbuch war sehr umfangreich und umfasste die Unterrichte seines Vaters, des großen Kabbalisten Yehuda Ashlag – Baal HaSulam.

Baal HaSulam fasste darin sein gesamtes kabbalistisches Wissen zusammen, das zuvor nur verhüllt von Lehrer zu Schüler und von Generation zu Generation weitergegeben worden war – und dies über Tausende von Jahren. Dadurch bereitete Baal HaSulam eine Methode für uns vor, die uns alle zum spirituellen Aufstieg führen kann.

Rav Baruch Ashlag schrieb die Unterrichte aus dem Mund seines Vaters Wort für Wort mit. Daher sollten wir diesen Worten genau folgen und die Form, die Baal HaSulam für diese Worte wählte, exakt beibehalten. Wir sollten danach streben, in seine Gedanken einzutauchen, um denselben Weg einzuschlagen, den der Text vorgibt. So können wir den Gedanken Baal HaSulams folgen. Es ist wichtiger, sich an einen großen Kabbalisten zu heften, als auf die Schönheit der linguistischen Feinheiten zu achten. Wir sollten danach streben, die innere Schönheit dieser Texte zu erfassen – dadurch wird unser Verständnis für die Artikel eine konstante Entwicklung erfahren, sodass wir tiefer und tiefer in deren Inhalt eindringen können.

In diesen Artikeln bezieht sich Baal HaSulam oft auf Aussprüche anderer Kabbalisten und deren höchste Erkenntnisse. Diese Zitate geben uns einen Einblick in die Tiefe des Themas. Sie helfen uns auch zu realisieren, dass wir die Methode der Anheftung an den Schöpfer aus der Abstammungslinie der Kabbalisten erhalten – sie wird uns von dem allerletzten Kabbalisten dieser Linie übermittelt – vom großen Baal HaSulam.
All diese Texte sollten als ein Gesamtwerk betrachtet werden, weil sie alle nur über das Gleiche sprechen. Sie beschreiben, wie das Geschöpf nach seinem Erschaffer sucht, wie es sich Ihm langsam annähert, um schließlich mit Ihm zu verschmelzen.

Tatsächlich erläutern diese Texte die Arbeit, die ein Mensch auf sich nehmen muss, um die Gleichheit der Form, Anheftung und Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen. In der gesamten Wirklichkeit gibt es keinen anderen Grund für unsere Existenz außer diesem erhabenen Ziel. In Übereinstimmung mit diesem Ziel ermöglicht der Mensch der Wirklichkeit, allen Welten und allem darin Existierenden den Aufstieg und die Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Daher müssen wir verstehen, dass sich das gesamte Universum, alle Geschöpfe und alle Welten innerhalb eines Menschen befinden. Jeder Mensch muss sich vorstellen, dass er dieser Mensch ist und dass er frei wählen und handeln kann. Er – und nur er – steht dem Schöpfer gegenüber und hat die Verantwortung und das Privileg, diese notwendige Arbeit zu verrichten, um Übereinstimmung der Form, Verschmelzung und Anheftung an den Schöpfer zu erreichen.
Davon handelt das Buch Shamati.

Die Uhr tickt und die Zeit eilt. In allen Teilen der Welt gibt es Menschen, die ein zunehmendes Interesse an spirituellem Fortschritt und Aufstieg in sich spüren und sich fragen: „Was ist der Sinn meines Lebens?“
Dies ließ mich die Einzigartigkeit und Wichtigkeit der Shamati Artikel erkennen und daher habe ich mich entschlossen, dieses Buch zu veröffentlichen und es der Welt zu enthüllen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Das Größte, was Sie tun können, ist das Größte zu erlangen, was es gibt
Shamati Artikel

Willst Du eine göttliche Offenbarung haben – dann streng Dich an!


Zwei Fragen, die ich zum Sinn des Lebens erhielt:

Frage: Warum sollte die Kabbala nur von denjenigen studiert werden, die ihren Weg im Leben, ihre Interessen und Ziele verloren haben? Warum sollten nicht auch Menschen sie studieren, die erfolgreich und talentiert sind? Es hört sich an, als ob Sie sagten, dass nicht alle Menschen gleich sind, wenn es um ihr Bestreben geht, den Egoismus loszuwerden.

Meine Antwort: Die Kabbala beantwortet nur Fragen über den Sinn des Lebens, die sich möglicherweise so ausdrücken: „Was ist der Sinn und Zweck meines Lebens? Was ist der Zweck für all das Leid? Wer braucht es, wer hat Vergnügen daran? Wer empfängt und wem kann ich geben?“ Nur Menschen, die dies ständig fragen, brauchen Kabbala, denn sie werden die Antworten dazu nirgendwo sonst finden!

Frage: Einer der Vorväter der Kabbala stellte die Frage „Was ist der Sinn meines Lebens?“ Danach hatte er eine solch große göttliche Offenbarung, dass er fähig war, die Methode zur Erlangung dieser göttlichen Offenbarung niederzuschreiben, die er Kabbala nannte. Ich denke, es ist höchst unrealistisch zu sagen, dass er der einzige war, der diese Frage stellte – es müssen sich zumindest einige andere Individuen der Spezies Homo Sapiens vor ihm diese Frage gestellt haben.

Meine Antwort: Die Frage zu stellen „Was ist der Sinn meines Lebens?“ ist noch nicht genug, um die Höhere Welt, ihre Funktion und ihr Programm der Herrschaft zu enthüllen. Man braucht auch ein besonderes Verlangen (eine Seele) und einen Auftrag (seine Verwirklichung). Dies wird einer Person nicht nur wegen ihrer anfänglichen Absicht gegeben, sondern ist ebenfalls von ihren Anstrengungen abhängig. Du solltest versuchen, eine ebensolche „göttliche Offenbarung“ für Dich geschehen zu lassen!

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir sind der Enthüllung sehr nahe

Leben aus der Kabbala


Ich hatte ein aufgezeichnetes Gespräch mit dem Titel „Kabbalisten Schreiben.“ Wir diskutierten mein viertes Buch, Leben aus der Kabbala. Ich sprach mit Ben-Tzion Gertz, einem Schriftsteller und Herausgeber einiger meiner hebräischen Bücher.

Gleich nachdem mein Lehrer verschieden war (September 1991), musste ich in Toronto meinen sterbenden Vater besuchen. Ich habe dieses Buch nach seinem Tod verfasst (Februar 1992). Ich denke, dass dieses Buch mehr als irgendein anderes meiner Bücher die Gefühle und Eindrücke eines Menschen übermittelt, der anfängt, den Weg der Kabbala zu gehen. Und genau so habe ich dieses Buch gesehen – als das erste in einer Serie von Büchern, die ich schreiben würde.

Hier ist ein Einführungskapitel aus dem Buch Leben aus der Kabbala:

„Die Notwendigkeit, dieses Buch zu verfassen, wurde mir durch die Fragen bewusst, die mir von meinen Schülern gestellt und während verschiedener Vorträge und Radiosendungen an mich gerichtet wurden, und die in zahlreichen Briefen, die immer noch aus aller Welt eintreffen, enthalten sind.

Die Schwierigkeit, Kabbala zu erklären und zu lehren, liegt darin, dass die spirituelle Welt kein Pendant in unserer Welt hat. Auch wenn das Ziel des Studiums klar wird, ist das Verständnis davon nur zeitweilig.

Sie wird von dem Teil unseres Wahrnehmungsbereiches erfasst, der Spirituelles erfassen kann und der ständig von Oben erneuert wird. Daher mag ein Thema, das vorher ganz klar war, später wieder unklar erscheinen. Je nach Stimmung und spirituellem Entwicklungsstand des Lesers mag der Text entweder sehr vielsagend und voll tiefer Bedeutung sein oder aber völlig bedeutungslos.

Verzweifeln Sie daher nicht, wenn etwas, das heute noch vollkommen klar war, einen Tag später sehr verwirrend erscheint. Geben Sie nicht auf, wenn Ihnen der Text vage, seltsam oder unlogisch erscheint. Das Kabbalastudium ist nicht dazu da, theoretisches Wissen anzuhäufen, sondern um das zu erkennen und wahrzunehmen, was vor uns verborgen ist.

Wenn wir, nachdem wir uns besonnen und an spiritueller Stärke zugelegt haben, anfangen zu erkennen und wahrzunehmen, werden wir durch die spirituellen Lichter, die wir damit anziehen, wahres Wissen erlangen.

In unserer Welt gibt es keine Analogien zu dem Thema, das hier gelehrt wird. Erst, wenn der Mensch ein Verständnis für das Höhere Licht und ein Empfindungsvermögen für Spirituelles entwickelt hat, wird er die Art und Weise, wie das Universum erbaut wurde und wie es funktioniert, verstehen.

Dieser Text kann dazu dienen, die ersten Schritte in Richtung Empfinden der spirituellen Kräfte zu ermöglichen. Um jedoch weiter fortzuschreiten, ist die Hilfe eines Lehrers notwendig.

Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Zeilen nicht auf allgemein übliche Weise gelesen werden sollten. Der Leser sollte sich auf einen Abschnitt konzentrieren, über diesen nachsinnen und versuchen, einige der erwähnten Beispiele zu verstehen, die angesprochenen Themen zu reflektieren, und dann versuchen, diese Thematik mit persönlichen Erfahrungen zu verbinden.

Man sollte die Sätze geduldig lesen, immer wieder durchgehen und versuchen, zu den Gefühlen des Verfassers vorzudringen. Man sollte ebenso, in der Absicht die Nuancen des Geschriebenen herauszufiltern, langsam lesen, und wenn notwendig, zum Anfang des Satzes zurückkehren.

Diese Art des Lesens kann dem Leser helfen, gefühlsmäßig tief in die Thematik einzudringen oder auch festzustellen, dass ihm für bestimmte Themen Gefühle fehlen. Letzteres ist eine entscheidende Vorbereitungsphase für die spirituelle Entwicklung.

Dieses Buch wurde nicht für ein rasches Überfliegen verfasst. Obwohl der Text sich nur mit einem einzigen Thema beschäftigt – wie man mit dem Schöpfer in Beziehung tritt – behandelt er dieses Thema auf unterschiedliche Arten. Diese Vorgehensweise dient dazu, jedem einzelnen Leser zu ermöglichen, den einen oder anderen besonderen Satz oder ein bestimmtes Wort zu entdecken, welches ihn in die Tiefe des Textes führt.

Im Text werden die egoistischen Wünsche und Handlungen in der dritten Person beschrieben. Bis zu dem Punkt jedoch, an dem es dem Leser möglich ist, persönliches Bewusstsein von seinen Sehnsüchten zu unterscheiden, sollte er die egoistischen Bestrebungen und Verlangen als seine eigenen betrachten. Das Wort Körper im Text bezieht sich nicht auf unseren physischen Körper, sondern auf unser Verlangen zu empfangen – auf unseren Egoismus.

Ein wiederholtes Lesen dieses Textes ist ratsam. Lesen Sie die gleichen Abschnitte zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher geistiger Verfassung. Sie werden mit Ihren eigenen Reaktionen und Sichtweisen gegenüber ein und demselben Text Bekanntschaft machen.

Anderer Ansicht zu sein, als es der Text vorgibt, ist immer konstruktiv, genauso wie eine Übereinstimmung mit ihm. Das Wichtigste bei der Lektüre ist, auf den Text einzugehen; ein Gefühl, dem Geschriebenen nicht zuzustimmen, bedeutet, dass der Leser die einleitende Phase (Achoraim , die Rückseite) erreicht hat, die dazu dient, die nächste Phase der Wahrnehmung vorzubereiten (Panim , Gesicht).

Besonders das langsame und bedeutungsvolle Lesen ermöglicht die Entwicklung von Gefühls-Gefäßen (Kelim), welche notwendig sind, um Spirituelles empfangen zu können. Nachdem die Gefäße geformt sind, gelingt es dem Höheren Licht, in sie einzufließen. Vor dem Erschaffen der Kelim (Gefäße) existiert das Licht nur außen um uns herum. Es umgibt unsere Seelen, doch wird es von uns nicht wahrgenommen.

Der Text ist nicht dafür geschrieben worden, um irgendjemandes Wissen zu erweitern. Er dient auch nicht dazu, auswendig gelernt zu werden oder sich selbst darüber zu prüfen. Es ist sogar besser, den gesamten Inhalt zu vergessen – somit erscheint eine zweite Lektüre frisch und gänzlich unbekannt.

Dies deutet daraufhin, dass die beim erstmaligen Lesen empfundenen Gefühle vom Leser erfasst wurden und er diese nun hinter sich gelassen hat. So wird Platz für neue, noch nicht erlebte Empfindungen geschaffen. Ständig wird der Vorgang, neue Kelim zu entwickeln, wiederholt, und diese Gefäße werden in der spirituellen, nicht wahrgenommenen Sphäre der Seele gespeichert.

Das Allerwichtigste sind die Gefühle, die der Leser während des Lesens des Textes empfindet und nicht erst im Anschluss an die Lektüre. Nachdem die Gefühle erst einmal empfunden worden sind, werden sie im Herzen und Verstand enthüllt. Sie zeigen sich erneut, wann immer sie während des andauernden Entwicklungsvorganges der Seele benötigt werden.

Beeilen Sie sich nicht, um ans Ende des Textes zu gelangen. Wählen Sie solche Stellen aus, die Sie besonders ansprechen. Nur dann wird Ihnen der Text helfen und Ihnen als Führer auf der Suche nach persönlichem und spirituellem Aufstieg dienen.

Das Ziel dieser Schriften ist es, im Leser ein Interesse für den Grund seines Daseins in dieser Welt zu erwecken, für die Möglichkeit, die spirituellen Welten zu erfassen, den Sinn der Schöpfung zu verstehen, den Schöpfer zu empfinden, die Ewigkeit und die Unsterblichkeit, und ihn letztendlich bei seinem spirituellen Aufstieg zu unterstützen.“

 


Kabbalisten sind nicht an Geschichte interessiert


Eine Frage, die ich erhielt: In Tel Aviv, Yaffo, im Bezirk Neve-Tzedek, gibt es eine Synagoge mit dem Namen „Marot HaSulam“ (מראות הסולם), obwohl es leider eine Ruine ist. Können Sie bitte ihren Namen erklären? Steht sie in Verbindung mit Baal HaSulams Perush HaSulam (Der Leiter-Kommentar zum Buch Sohar)? Ich weiß, dass einige Kommentare zum Buch Sohar in dieser Synagoge geschrieben wurden. Die Synagoge wurde im Jahr 1910 gegründet, und Baal HaSulam schrieb seinen Perush HaSulam im Jahr 1940. Schrieb er es in dieser Synagoge?

Meine Antwort: Um seinen Gegnern zu entkommen war Baal HaSulam gezwungen, von Jerusalem nach Yaffo umzusiedeln. Er lebte dort und besuchte diese Synagoge. Dann zog er nach Tel Aviv, in eine Wohngegend in der Nähe der Rothchild Street.

Genau wie mein Lehrer Rabash, Baal HaSulams ältester Sohn, war ich nie an Geschichte interessiert, sondern nur am Aufstieg von unserer Welt in die Höhere Welt. Menschen, die sich von Geschichte und dem, was mit dem Körper geschieht, angezogen fühlen, werden nicht von höherem angezogen – von der Spiritualität. Ich meinerseits empfinde keinerlei Interesse an diesem Ort. Allerdings wäre es nett, ihn in ein Museum über Baal HaSulam zu verwandeln, in einen Platz, der Menschen Kabbala erklärt.

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