Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Bildung muss das Verlangen nach Entdeckung einflößen


Die Menschheit hat ihr Bildungssystem über Tausende von Jahren entwickelt und es besteht aus zwei Teilen:

• Bildung (Geist, Intellekt, Gehirn): Einem Kind wird sein zukünftiger Beruf gelehrt, weil es ohne ihn im Leben nicht vorwärts kommt.
• Erziehung (Sinne, Herz): Bei Abwesenheit eines Prozesses, der das Kind in ein menschliches Wesen formt, hat Bildung das Potential Schaden statt Gutes anzurichten.

Auch während es einen Beruf lernt, sollt man einem Kind nicht vorgefertigte Erklärungen, Formeln, Lösungen oder Ähnliches geben. Es sollte nichts in seiner finalen Form erhalten. Zuerst muss es den Gegenstand diskutieren, testen und analysieren, um auf seine eigene Weise die Wahrheit zu offenbaren und den Nervenkitzel bei der Entdeckung zu fühlen. Ein solcher Ansatz wird es inspirieren; es erlangt eigenständig die Lösung, zu welcher der Lehrer es bringen möchte.

Das Studium der Tora hat immer in Form von Diskussionen stattgefunden und erlaubte den Austausch von Meinungen. Ein Student wird absichtlich verwirrt, wenn er in eine zu untersuchende Aufgabe miteinbezogen wird. Das zwingt ihn, eine Lösung zu suchen, und schärft seine unabhängigen Argumente. Schlussendlich meistert er im Prozess seiner Entwicklung das Problem, indem er für sich „das Buch öffnete“ und auf einmal versteht, was darin geschrieben ist.

Ein Buch muss ein Kind dazu bringen, sich zu entwickeln. Es muss die Formel entdecken, indem es den Schritten des Entdeckers folgt.

Man muss Wissen erlangen, und es nicht einfach nur erhalten, wie es in der herkömmlichen Ausbildung geschieht.

In diesem Sinne dient der Talmud als exzellentes Beispiel für ein wahres Lehrbuch. Schließlich studieren wir ihn, um uns zu entwickeln und nicht um Daten zu speichern.

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Gibt es Meditation in der Kabbala? (Und ist sie gar von Bedeutung?)


Eine Frage, die ich erhielt: Ich weiß, dass in einem eurer Videos Tony Kosinec erklärt, dass Meditation mit der authentischen Kabbala nichts zu tun hat. Jedoch hat uns Abraham Abulafia Bücher hinterlassen, die sich mit meditativen Techniken in der Kabbala beschäftigen. Während sich diese Techniken von fernöstlichen Meditationspraktiken insofern unterscheiden, dass Abulafias Methoden den Gebrauch des Intellekts, im Gegensatz zu dessen Ablehnung, erfordern, hat ‚stille Meditation‘ in der Methode der Kabbala immer eine wichtige Rolle gespielt. Vielleicht fand Baal HaSulam diese Praktiken für sein Lehrsystem nicht relevant, aber wird dadurch die Gültigkeit dieser meditativen Praktiken ebenfalls für andere kabbalistische Systeme abgelehnt?

Meine Antwort: Manchmal wird das Wort Meditation in der Kabbala im Sinne einer tiefen Analyse der eigenen Absichten und Eigenschaften verwendet. Aber eigentlich gibt es diesen Begriff in der Kabbala nicht – so wird lediglich von den Leuten das Konzept der „Inneren Beobachtung“ in andere Sprachen übersetzt. Abgesehen davon gibt es natürlich einen Unterschied in den Auslegungsweisen von östlichen und europäischen Schulen.

Wäre es nicht besser, anstatt sich mit all diesen Dingen zu beschäftigen, sich einfach an die für uns naheliegendste und effektivste Quelle zu wenden – die Arbeiten von Baal HaSulam; und anstatt über Geschichte und Geographie zu diskutieren, zu beginnen sich selbst zu korrigieren? Welchen anderen Grund gibt es denn sonst hier auf dieser Welt zu sein?

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