Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'integrales System'

Dem integralen System beitreten

Frage: Wenn mir ein Mensch einen Gefallen  erweist, kann ich dadurch seine sinnliche, moralische Haltung mir gegenüber spüren. Wenn ich aber hingegen ein Produkt bekomme, das von Menschen hergestellt wird, die ich weder sehe noch kenne, werde ich dann in der Lage sein, sie wahrzunehmen?

Antwort: Das hängt von unserer Einigung ab. Es muss ein klares Konzept, eine klare Haltung, eine klare soziale Vereinbarung in der Gesellschaft geben, dass die Menschen nur das produzieren, was sie brauchen und damit jeden versorgen. Deshalb muss es gemeinsame Orte geben, an denen die notwendigen Lebensmittel, Kleidungsstücke, Maschinen und so weiter produziert werden.

Das Wichtigste wird auf gegenseitiges Lernen ausgerichtet sein, darauf, die inneren Kräfte des integralen Systems der Natur in der richtigen Verbindung zwischen uns zu offenbaren. Dies wird uns helfen, unser eigenes integrales System menschlicher Beziehungen zu schaffen, welches der Natur entspricht. Dann werden wir „Adam“ genannt, abgeleitet vom Wort „naturgetreu“.

Frage: Was ist aus der Sicht der inneren Gesetze der Natur besser: für sich selbst, für unseren Herrn oder für den Staat zu arbeiten?

Antwort: Aus der Sicht der Kabbala spielt es keine Rolle, für wen man arbeitet. Der Mensch, die Gesellschaft, der Staat, die Erde und die gesamte Natur sind ein integrales System. Wir müssen uns diesem System anschließen, zunächst aus der Notwendigkeit heraus, dann freiwillig, mit Liebe und einem inneren Verlangen danach.

Es gibt verschiedene Phasen unserer Einbindung in das Gesamtsystem. Alles beginnt mit der Nächstenliebe und erstreckt sich bis zu einer universellen Liebe zur ganzen Natur, zum ganzen System der integralen Verbindung.

Aus der TV-Sendung „Die Ära des Postkoronavirus“, 04.06.2020

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„Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“ (Times of Israel)

 
Die Times of Israel veröffentlichte meinen aktuellen Artikel „Wie man eine zerstückelte Welt wiederherstellt und Frieden schafft“.

 

Die Welt beginnt ein neues Jahr und trägt eine schwere Last auf ihren Schultern. Eine niemals zuvor gekannte Anzahl von Menschen weltweit, rund 168 Millionen, wird im Jahr 2020 aufgrund globaler Krisen und Konflikte dringend humanitäre Hilfe und Schutz benötigen, so der UNO Überblick für dieses Jahr und die Zukunft.

Warum sollten wir weiterhin denselben Teufelskreis wiederholen? Können wir als Menschheit es nicht besser machen? Sicher können und sollten wir das. Wir müssen nur wissen, wie.

Die Anzahl und Intensität höchst gefährlicher Konflikte hat nach Angaben von UN-Vertretern zum ersten Mal seit vier Jahren zugenommen. Man rechnet damit, dass jeder 45. Mensch aufgrund der Instabilität der Welt sogar für grundlegendste Bedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Gesundheitsversorgung humanitäre Hilfe benötigt.

Nach jedem Krieg wird recherchiert, werden Bücher und Theaterstücke über das Streben und Begehren nach Frieden geschrieben, doch scheint dies nur ein Wunschtraum zu sein. Doch was bedeutet letztendlich Frieden? Ist er das Gegenteil von Krieg oder etwas anderes? Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Begriff „Frieden“ aus der Perspektive der Weisheit der Kabbala wirft neues Licht auf dieses wichtige Ziel und wie es zu erreichen ist.

Nach schweren Konflikten, Kriegen und viel Leid bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als Waffenstillstände, Aufrüstungen und Friedensverträge abzuschließen. Und jedesmal steht die Frage im Raum, wie lange sie bis zum nächsten Ausbruch andauern werden. [Rest des Beitrags lesen →]

Wikipedia über Globalisierung, Integration und den Schmetterlingseffekt

Globalisierung:

  • Globalisierung ist nach seinem Wortsinn der Veränderungsprozess örtlicher oder regionaler Phänomene in einen globalen Zustand. Man könnte sie als einen Vorgang beschreiben, bei dem die gesamte Menschheit in eine einzige Gesellschaft vereint wird und gemeinsam wirkt.
  • Dieser Prozess ist eine Mischung aus ökonomischen, technologischen, soziokulturellen und politischen Kräften. Globalisierung wird oft als ökonomische Globalisierung angesehen, bei der sich die nationale Wirtschaft mit der internationalen Wirtschaft durch Handel, Auslandsinvestitionen, Kapitalfluss, Auswanderung und der Verbreitung der Technologie zusammentut.

Integration:

  • Aus dem Lateinischen: integratus, dem Partizip Perfekt von integrare „ganzmachen“, von integer „ganz“ + ation. Die Handlung oder der Prozess, etwas ganz oder vollständig zu machen.

Schmetterlingseffekt

  • Der Schmetterlingseffekt ist ein Ausdruck, der den fachlichen Begriff empfindlicher Abhängigkeit von Anfangsbedingungen in der Chaostheorie umfasst. Kleine Änderungen der Anfangsbedingungen eines dynamischen Systems können größere Veränderungen im langfristigen Verhalten des Systems hervorrufen.
  • Der Begriff „Schmetterlingseffekt“ selbst bezieht sich auf das Werk von Edward Lorenz. Dieser Begriff bezieht sich auf die Vorstellung, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings kleinste Veränderungen in der Atmosphäre hervorrufen kann, die letztendlich den Weg eines Tornados verändern oder aufhalten können, ihn beschleunigen oder sogar an einem gewissen Ort verhindern mögen. Das Flügelschlagen bedeutet eine kleine Veränderung im anfänglichen Zustand des Systems, und bewirkt eine Kettenreaktion von riesengroßen Veränderungen.
  • Kapitel 4 aus der Geschichte von F.Scott Fitzgerald „Winterträume“ enthält folgenden Satz: [Das Haus] war stabil um [Judys] Leichtigkeit hervorzuheben – als ob es zeigen wollte, was für eine Brise von einem Schmetterlingsflügelschlag hervorgerufen werden konnte“.

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Du bist für alle Verbrechen in der Welt verantwortlich


Was bedeutet es, ein Bürge zu sein? Wenn ich jemandes Bürge bin, können die Behörden zu mir kommen und mich anstelle von ihm ins Gefängnis stecken, wenn diese Person das Gesetz gebrochen hat. Denn ich habe die Verpflichtung übernommen, der Bürge dieser Person zu sein!

Oder lasst uns annehmen, diese Person zahlt den Kredit nicht zurück, den sie von der Bank bekommen hatte. Ohne mit ihm darüber zu sprechen, kann die Bank die Kreditzahlung von mir fordern. Das ist das Gesetz der Bürgschaft in der Praxis. Es ist das unzerbrechliche Gesetz der Natur, das uns zusammenbindet und wir können nicht vor ihm davon laufen.

Wie unfair, durchtrieben und gemein ist es von der Natur, Menschen, die einander hassen, in ein geschlossenes System zu stecken und ihnen grauenhafte Verlangen und Impulse zu geben und dann herzugehen und eine Person anstelle der anderen zu strafen! Wenn wir tatsächlich dieses Gesetz spüren könnten, würden wir buchstäblich vor Entrüstung platzen.

Darüberhinaus werde ich nicht nur für die Folgen der Handlungen einer anderen Person verantwortlich gemacht, sondern für die Tatsache, dass sie diese überhaupt begangen hat. Mit anderen Worten, die Tatsache, dass jemand zerstört, mordet, stiehlt und missbraucht, ist meine Schuld und darum wird gerade von mir Wiedergutmachung gefordert und ich werde bestraft. Die Bürgschaft ist nicht, dass du den Schaden wiedergutmachen musst, den jemand anderes verursacht hat, sondern du musst dich dafür verbürgen, dass seine Taten gut sein werden. Und wenn er schlecht gehandelt hat, bedeutet es, dass ich Komplize seiner Taten war.

Es zeigt sich, dass ich durch die Handlung jeder kleinen Gesetzesübertretung die Vergehen von vielen Menschen in der Welt hervorrufe. Und das wird mit Sicherheit auf mich zurückfallen – ich werde bestraft. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie absolut das Gesetz der Bürgschaft uns umgibt und ohne unsere Zustimmung wirkt. Es ist überall – sogar in unseren Gedanken, Absichten und Handlungen.

Jeder einzelne von uns „lenkt“ andere während ihres ganzen Lebens, gleich einem Puppenspieler, der die Puppen lenkt und kontrolliert. Jedoch spürt niemand von uns, dass er jemand ist, der lenkt und gelenkt wird. Wenn wir unsere wechselseitige Abhängigkeit sehen könnten, würden wir unsere Freiheit verlieren und zu Robotern werden. Deshalb ist unsere universelle wechselseitige Verbindung vor uns verborgen und wird allmählich in dem Maße enthüllt, in dem wir sie ertragen können und in eine positive umwandeln.

Wie können wir sie zu einer positiven machen? Das geschieht, indem sich jeder einzelne von uns mit anderen Menschen verbindet. Jedoch sollte das nicht aus Angst geschehen oder durch Drängen, sondern durch unseren eigenen freien Wunsch, anderen zu geben und sie zu lieben.

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In einem integrierten System beeinflussen selbst kleine Veränderungen das gesamte System


Die Oberen Parzufim empfangen Licht nicht für sich selbst. Parzuf Aba ist erfüllt mit Licht Chochma, aber Ima möchte nicht empfangen, stößt es zurück und empfängt es nur unter der Bedingung, dass die Seelen das Licht von ihr zu empfangen wünschen. Deshalb wird eine Forderung – MAN – von dem Unteren erwartet.
Dieses Prinzip wird überall der Technik und anderen Bereichen unseres Lebens angewendet, in jedem sich ändernden, lebenden System. Jedes Öffnen und Schließen zusammen mit vielen Regulatoren gründen sich auf dieses Prinzip.

Es ist wie ein spiritueller Transistor; es gibt das Licht Chochma (ein Plus und Minus) und ich sende einen Impuls an die Basis, damit Strom beginnt zu fließen.

Auf dieselbe Weise wünschen Seelen ein wenig von Ima zu empfangen und öffnen sie ein wenig, aber sie bittet um das Licht von Aba und Aba bittet von einer höheren Quelle und so erreicht dieses Flehen die Welt der Unendlichkeit.

Dieses Flehen verursacht, dass sich enormes Licht in alle Welten ausbreitet, um uns, die sich auf der niedrigsten Stufe befinden, den kleinen Lichttropfen zu bringen, um den wir baten.
Das ist unser ganzes Lebensprinzip. Wenn das System integral ist, dann verursachen selbst kleinste Systeme Veränderungen im gesamten System. Das Spirituelle ist eine Reflektion der harmonischen Verbindung zwischen allen Elementen. Selbst wenn wir einen sehr kleinen Teil verändern, ändern wir dadurch das gesamte System und verursachen, dass es sich in seiner Gesamtheit erneuert und einen neuen Gleichgewichtszustand erreicht.

Das spirituelle System funktioniert analog zu Systemen in unserer Welt. Wenn eine kleiner Impuls als Input gegeben wird, erfährt das gesamte System Änderungen – von Anfang bis Ende und in umgekehrter Richtung. Erst nachdem es ins Gleichgewicht geraten ist, wird das Ergebnis deutlich.

Wenn also auch nur die kleinstmögliche Seele ganz unten die leichteste Korrektur ausführt, ändern sich alle Welten. Je niedriger diese Seele angesiedelt ist, desto größer ist das Licht, das es hervorruft. Es funktioniert wie ein kleines Ventil, das eine große Leitung blockiert. Nur eine kleine Anstrengung genügt, um es zu bewegen, aber dann öffnet es den Wasserfluß des gesamten Ozeans.

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Es ist unmöglich, die Welt anhand Ihrer einzelnen Fragmente zu erkennen

Frage: Wenn es ein Bedürfnis zu einer Zusammenarbeit gibt, treffen sich Gruppen von Menschen und legen fest, wer in was stark ist, so kommen sie voran und führen zusammen Handlungen aus. Warum klappt dieser Mechanismus nicht zwischen den Nationen auf globaler Ebene? Warum kommen wir nicht miteinander voran?

Antwort: Die höhere Vorsehung ist auf ein Ziel gerichtet; sie begleitet und lenkt uns in Richtung einer vollkommenen Errungenschaft. Dies ist die Errungenschaft des Schöpfers, d.h. das Erreichen der einzigen, universellen Hauptkraft, die alles erfüllt. Mit anderen Worten, ein Mensch entwickelt sich so, dass er am Ende in der Lage ist, sich selbst durch das System der Welten zu erfüllen. Durch dieses System wird er die Hauptkraft verstehen, die in der Natur existiert.

Als wir erschaffen wurden, konnten wir etwas nur in kleinen, eigenständigen Ausschnitten, Stücken oder Bereichen aufnehmen. Zum Großteil wurden wir darauf vorbereitet, diese kleinen Bereiche zusammen anzuordnen, um eine ganzheitliche Form aus ihnen zu erschaffen.

Auf der anderen Seite existiert der Schöpfer in einer gegenteiligen Form, jenseits des Integralen, auf einer höheren Ebene, wo es keine Begrenzungen gibt. Das ist Seine Natur, die Natur des reinen Schenkens. Und Er will uns auf diese Ebene bringen.

Und daher werden uns unsere gegenwärtigen Pläne nicht helfen. Egal wieviel wir wissen wollen und uns der Welt bewusst werden können, nichts wird für uns dabei herauskommen. Im Gegenteil, wir müssen einen Zustand erreichen, an dem wir an all unseren Plänen und Zielen verzweifeln, zuschauen, dass keiner von ihnen Erfolg hat.

Wir müssen verstehen, es gibt nur einen Masterplan in der Natur und es ist für uns wertvoll, ihn anzuwenden. Nur dann, wenn wir unsere eigene Natur ändern, erreichen wir alles.

Heute wollen wir uns der Natur über die digitale Form bewusst werden. Aber das wird nicht gehen, denn jeder Ausschnitt unterscheidet sich vom anderen. Es ist nur möglich, sie alle zusammen zu erreichen, angefangen auf einer kleinen Skala, höher zu größeren und immer größeren Ausmassen. Dieser Weg wird als der Aufstieg durch die Welten bezeichnet. Wenn wir nur die getrennten Teilstücke verbinden wollen, wird das für uns nicht funktionieren und wir werden nicht in der Lage sein, das große Bild daraus zu erkennen.

Deshalb werden sich unsere Pläne nicht verwirklichen. Unserer gegenwärtigen Intelligenz entspricht es, nichts außerhalb des Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen zu erreichen. Heute haben wir das Ende der geannten Ebenen erreicht. Um uns weiterzuentwickeln, brauchen wir höhere Ebenen. Aber diese Ebenen verlangen unsere persönliche, integrale und psychologische Teilnahme. Dadurch erreichen wir das Ende der Wissenschaften.

Frage: Was bedeutet, dass wir den Menschen ihren armen Zustand gar nicht logisch erklären können ?

Antwort: Wir werden keinen Erfolg haben. Es gilt nur: “an deinen Taten werden wir dich erkennen.” Selbst wenn du ein großer Kabbalist sein magst, kannst du  spirituelle Phänomene keinem Menschen erklären, selbst wenn dieser sehr intelligent ist. Da er mit der Transformation, durch die du gehst, nicht vertraut ist, ist es unmöglich, dies zu erklären. Dort erreichst du auf die eine oder andere Art die Göttlichkeit, hier verbindest du Teile oder Abschnitte, mit anderen Worten, nur getrennte Teile des Ganzen.

Aus dem 4. Teil der Morgenlektion, 07/12/14, Schriften von Baal Hasulam

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Der Sohar über das Gesetz des integralen Systems

Der Sohar, Abschnitt „Zaw“, Punkt 39: Es folgt daraus, dass SA die Sefira von Malchut fehlt, und da es generell an Malchut mangelt, fehlt es ihm auch in allen seinen Elementen an ihr, denn jede einzelne Sefira besteht nur aus neun Sefirot, und nicht aus zehn.

Wenn daher Malchut aufsteigt und sich mit SA verbindet, vervollständigt sie jedes seiner Elemente zu zehn Sefirot, (und) vervollständigt jedes seiner Organe.

Das ist das Gesetz des integralen Systems. Indem wir den kleinsten beliebigen Teil des Systems vervollständigen, vervollständigen wir alle seine Teile.

Alle einzelnen Sefirot von Malchut sind miteinander verbunden, wie auch alle Sefirot von Bina, S“A und Chochma. Denn alle Sefirot gehen aus dem Gesamtaufbau der Unendlichkeit hervor: Keter (K), Chochma (CH), Bina (B), Seir Anpin (S“A) und Malchut (M) oder die Spitze von Yud, Yud, das obere Hej, Waw und das untere Hej. Außer diesem Aufbau gibt es nichts.

Und alle Stufen und Welten, die sich scheinbar aus der Unendlichkeit nach unten bis zu dieser Welt ausgedehnt haben, stellen lediglich den gleichen Aufbau der Unendlichkeit dar, an den wir nicht in seiner 100% wahren Form herantreten können, und darum ist uns die Möglichkeit gegeben worden, den gleichen Aufbau in der verkleinerten Form, zu einem kleineren Prozentanteil zu korrigieren.


Darum vervollständigen wir immer die gleichen Sefirot. Jede Malchut in jeder Welt geht aus der Malchut der Unendlichkeit hervor, in allen ihren Teilen, die ihrerseits ebenfalls in ihre eigenen einzelnen Sefirot unterteilt werden usw.

Alle deren Malchuts gehören der gleichen Malchut der Unendlichkeit an. Jeder S“A gehört dem S“A der Unendlichkeit an. Genauso wie jede Bina der Bina der Unendlichkeit und jedes Chochma dem Chochma der Unendlichkeit angehören.

An jedem Ort ist jede Sefira, jede Eigenschaft mit ihrer Quelle verbunden. Und obwohl alle Sefirot über zehn Sefirot miteinander verbunden sind, existiert immer eine Verbindung zwischen den gleichnamigen Teilen.

Das heißt, die Lichter dehnen sich von oben nach unten über zehn Sefirot aus, von Keter zu Chochma, Bina, S“A und Malchut, oder in die andere Richtung, indem sie von unten nach oben durch das reflektierte Licht aufsteigen.

Doch während das Licht diesen Übergang vollzieht, erreicht es immer die dafür bestimmte Sefira, dringt in sie ein und erfüllt sie mit dem nötigen Licht, wie von jenem Ort der Unendlichkeit, von dem es gekommen ist.

Wenn ich eine bestimmte Eigenschaft erfüllen will, muss ich mich ihr gegenüber mit der gleichen Eigenschaft, mit dem gleichen Verlangen, mit dem gleichen Licht verhalten – auf diese Weise erfülle ich sie.

Es gibt einen Aspekt für den Durchgang der Lichter – entsprechend den Schirmen, der Ausdehnung von Yud-Hej-Waw-Hej von oben nach unten oder von unten nach oben – und es gibt einen Aspekt für den Charakter der Sefirot.

Aus diesem Grund kann, sagen wir mal, das „Ohr“ nicht das Licht empfangen, welches für das „Auge“ bestimmt ist, oder dessen Arbeit ausführen. Der Schirm für ein bestimmtes Verlangen kann eine besondere Arbeit ausführen, die diesem Verlangen genau entspricht.

Also gibt es in jedem Fall eine sehr genaue Unterteilung in HaWaYaH und drei Linien, entsprechend ihrer Quelle in der Unendlichkeit – dem HaWaYaH aus vier Buchstaben (Yud-Hej-Waw-Hej).

Aus dem Sohar-Unterricht vom 18.11.2010

Zusammen werden wir aufsteigen zu neuen spirituellen Graden


Eine Frage die ich [Anm.: vor dem Kongress in der Türkei] erhielt: Der Eurasische Kabbala Kongress in der Türkei beginnt. Was können wir Spezielles von Freunden erwarten, die wir einmal im Jahr oder das erste Mal im Leben sehen?
Meine Antwort: Ich kam gerade zurück aus den Vereinigten Staaten, vom Nordamerikanischen Kongress in Buffalo. Zusätzlich zu den Langzeit-Studenten waren Leute dort, die ich noch nie gesehen habe.

Ich erhielt eine große Inspiration von ihnen! Diese Leute leben weit weg von einander und sind sehr unterschiedlich in ihrer Natur und in ihren Lebensansichten. Aber zur gleichen Zeit, wuchsen wir trotz unserer Unterschiede zusammen. Das ist das Wichtigste.

Die Unterschiede unter uns sind wie ein Widerstand in einer elektrischen Kette. Es gibt dich und mich und den Widerstand zwischen uns, aber wir bauen eine Verbindung zwischen uns über diesem Hass auf.

Je unterschiedlicher und distanziert wir voneinander sind, desto mehr scheitern wir daran, einander zu verstehen. Aber wir streben trotzdem danach, uns im Inneren zu verbinden, um das gegenseitige Geben und die Höhere Welt in uns zu enthüllen.

1400 Leute nehmen am Eurasia Kongress teil. Sie sind von Frankreich, Japan, Island, Ozeanien, etc.

Deshalb werden wir den Schöpfer innerhalb dieser Verbindung enthüllen wenn wir über unsere Differenzen hinauswachsen und uns in Liebe zueinander verbinden. Besonders zusammen mit Leuten, die ich nicht oft sehe, die in ihren Gewohnheiten, Sichten, und der Mentalität weit von mir entfernt sind.

Ich hoffe, dass die Einheit die wir am Kongress in der Türkei erreichen werden, uns einen großen Schub nach vorne geben wird.
(Aus der täglichen Lektion 10.11.09)

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In einer Familie ist jeder von allen anderen abhängig

Eine Frage, die ich erhielt: Die Vorstellung, dass das Wohl eines Einzelnen vom Wohl der Gesellschaft abhängig ist, ist die Basis jeder Erziehung. Unglücklicherweise wird diese Regel letzten Endes nie befolgt…

Meine Antwort: Um sich nicht durch die Konzepte einer „integralen, globalen Menschheit“, des „Schmetterlingseffekt“, der „gegenseitigen Bürgschaft“ und des „gegenseitigen Gebens“ zu verwirren, ist es das Beste, sich nur eines vorzustellen: Wir sind eine Familie. Und in einer Familie ist jeder von allen anderen abhängig. Wenn es einem Familienmitglied schlecht geht, teilen alle anderen dieses Empfinden.

Genauso ist heute das Wohlergehen eines Einzelnen vom Wohlergehen aller anderen abhängig. Aus diesem Grund müssen wir uns der Sorge für andere widmen, da jeder einzelne von uns ein Mitglied dieser einen Familie ist.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Die Krise ist eine negative Enthüllung von Spiritualität
Kabbalablog Artikel: Ein Requiem für utopische Träume
Baal HaSulam Artikel: “ Die Bürgschaft (Arwut)“

 

Wir alle sind an der globalen Krise schuld


Der Zustand der modernen Welt zeigt, dass jeder und alles miteinander verbunden ist. Die Welt ist integral geworden und deswegen sind die Handlungen jedes Menschen nur das Resultat des Einflusses, welchen die gesamte Welt auf ihn hat. Das Verhalten eines jeden Individuums wird nicht korrigiert sein, solange wir nicht die Gesellschaft korrigieren.

Wir können daher nicht die Bankiers, Politiker, Terroristen oder irgendjemand anderen für ihr Benehmen verantwortlich machen, denn wir sind diejenigen, die diese Situation in der Welt verursacht haben! Wir sind Komplizen in allem, was geschieht, weil jeder von uns ein notwendiger Teil des universellen Mechanismus ist. Jeder von uns hat Schuld und jeder bekommt die Strafe, die ihm gebührt.

Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Wohl des Individuums und dem der gesamten Gesellschaft – es ist dasselbe. Wir alle sind Teil eines geschlossenen Systems, in welchem wir ein gemeinschaftliches Gefühl teilen, so wie Familienmitglieder. Wir sind alle miteinander verbunden und das Ignorieren der Gesetze, welche unser System regieren, beschützt uns nicht vor der Bestrafung, die dieses Nichtbeachten der Gesetze mit sich zieht.

Man kann nicht gerecht sein, wenn es Sünde auf der Welt gibt, weil du ein Teil der Welt bist. Jeder bekommt, was er verdient. Von nun an wird niemand mehr auf Kosten derer, die verlieren, gewinnen.

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