Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Lichtfunken an den Feind weitergeben

Eine Frage, die ich erhielt: Derjenige, der unzureichend vorbereitet ist und zum ersten Mal zum Kongress kommt, wird sagen: „Klar, das ist hier alles sehr schön. Die Menschen verbinden sich, und das ist nicht schlecht“, doch er wird nicht spüren, dass es in dieser Verbindung etwas Höheres gibt und dass sich diese Verbindung von den anderen unterscheidet.

Ist das in Ordnung, wenn er den Kongress mit einem solchen Gefühl verlässt?

Meine Antwort: Jeder hat im Leben sein eigenes Ziel. Hier kommen Menschen zusammen, die den Schöpfer erreichen wollen. Den Schöpfer kann man erreichen, wenn man den Nächsten wie sich selbst zu lieben anfängt.

Wir haben nichts dagegen, dass alle möglichen Menschen zu uns kommen. Sie sollen sehen, wer wir sind. Selbst wenn jemand etwas gegen die Kabbala oder speziell gegen uns hat, wird es ihm helfen, zu erkennen, warum genau er dagegen ist.

Und unser Kontakt mit jedem Menschen, der sich mit uns in irgendeiner Verbindung befindet, gibt eine kleine Menge Licht an ihn weiter, auf diese Weise bewegt sich die gesamte Welt in Richtung Korrektur. Genau deswegen hat auch das Zerbrechen stattgefunden, nur in einem dramatischeren Zustand.

Das Zerbrechen war notwendig, um die Lichtfunken an jene Kelim weiterzugeben, die es auf eine andere Weise nicht empfangen können. Und nach dem Zerbrechen können wir mit Hilfe von verschiedensten Formen der Verbindung, selbst wenn sie nicht gerade angenehm sind, das Licht an alle weitergeben.

Darum ist es gut, wenn unsere Feinde und Gegner mit uns in Verbindung stehen. Das ist auch eine Form der Verbindung, wenn nicht „Panim be Panim“ (von Angesicht zu Angesicht), dann „Panim be Achor“ (Gesicht an Rücken) oder sogar „Achor be Achor“ (Rücken an Rücken) – in jedem Fall ist das eine Form der Verbindung.

Deshalb versuchen die Menschen manchmal einen Streit anzufangen, um miteinander in Kontakt zu treten…

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam vom 22.10.2010

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Licht durch den Wandspalt

Der Höhere zeigt uns seinen unteren Teil, Malchut, als leer und dunkel, nichts Gutes versprechend.

Die „spirituelle Welt“, die „höhere Welt“ zeigt sich uns mit Absicht auf eine so unansehnliche Weise. In „dieser Welt“ aber, die im Keter des Unteren wahrgenommen wird, gibt es wenigstens einen kleinen Genuss.

Ich befinde mich in einem Zustand, in dem mich diese Welt auch nicht anzieht, doch der Zustand der höheren erscheint mir noch schlimmer.

Denn ich empfinde keine Erfüllung in den egoistischen, empfangenden Verlangen, und der Höhere gibt mir noch eine zusätzliche Schwere dazu, indem er mir sagt: „Du wolltest doch im Geben sein!“ Ich habe nichts zu essen, werde aber aufgefordert: „Los, teile mit den Anderen!“

Aus diesem Grund können die Bedingungen des Höheren nur ohne Überlegungen, ohne jegliche Bedingungen, nicht durch eigene Kräfte, sondern durch die Kraft des Lichtes, ohne Pläne und Hoffnungen, den eigenen Egoismus zu füllen und daraus Nutzen in „dieser Welt“ zu ziehen, angenommen werden.

Das Wichtigste aber ist, den Zustand des Gebens zu erreichen. Dann wirst du ALLES haben, aber nur, nachdem du auf alles verzichtest! Du wirst die Erfüllung (Zufriedenheit) erfahren, doch nicht vom Empfangen, sondern vom Geben.

So müssen wir den Monat Elul vor dem Jahresanfang, dem Anfang des spirituellen Weges wahrnehmen. Das Akronym von ELUL bedeutet: „Ich zum Geliebten und der Geliebte zu mir“.

Der Höhere stellt an mich diese hoffnungslosen Bedingungen, die keine Erfüllung versprechen, damit ich mich gerade mit deren Hilfe von meinem egoistischen Zustand befreie.

Denn wenn Er mir etwas Gutes versprechen würde, würde ich mich, festgekettet an die Genüsse, niemals von meinem Egoismus befreien können.

Doch es steht geschrieben: „Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Schicksal“, indem Er sein Leben in Dunkelheit und Leere eintaucht, aber andererseits einen kleinen Lichtstrahl für ihn enthüllt, der dem Menschen zeigt, in welche Richtung er sich vor der Finsternis retten kann.

Der Lichtstrahl bedeutet keine egoistischen, materiellen Errungenschaften. Der Schöpfer leistet mir Hilfe auf dem spirituellen Weg – Er führt mich zu einer kabbalistischen Gruppe, zum Ort meiner freien Wahl einer richtigen Umgebung, und „leuchtet“ mir ein wenig, d.h., gibt mir das Gefühl, dass gerade das Geben Licht sei. Licht bedeutet Erhebung über dem eigenen Egoismus, wenn es für dich nicht wichtig ist, ob er leer oder erfüllt ist, sondern wichtig, mit Wem du verbunden bist.

Der Schöpfer gibt zu verstehen: es geht dir schlecht im materiellen Zustand – suche keine materielle Erfüllung, sondern schau aus diesem Zustand heraus nach oben – denk darüber nach, dass es ein anderes Leben geben kann, mit anderen Werten, im Geben, in einer anderen Dimension (des Glücks).

Das bedeutet, dass für mich ein Lichtstrahl durch einen Spalt in der Wand leuchtet, die mich von der höheren Welt, der Welt der Ruhe (vor meinem Egoismus, der Unruhe der Erfüllung) und der Vollkommenheit (im Streben nach Geben und Liebe), trennt.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 06.09.2010
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