Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Klärung der Zustände

Wir lernen, dass es verschiedene Handlungen seitens der Kelim (Gefäße) mithilfe des Schirms (Massach) und durch Klärungen gibt. Wenn wir das wahre Wesen dieser Handlungen tatsächlich klären, erkennen wir, dass es in erster Linie darum geht, sich bewusst zu machen, was mit uns geschieht, wer es bewirkt, warum es geschieht und was von uns erwartet wird.

Nachdem wir all diese Zustände geklärt haben, werden sie durch neue, bessere Zustände ersetzt. Das heißt: Der Mensch hat keine Macht über die Handlungen, der Schöpfer bewirkt sie. Doch der Mensch, der ein fühlendes Wesen ist, muss in seinen Empfindungen klären, was tatsächlich mit ihm geschieht. Sobald er diesen Zustand geklärt hat, geht dieser in einen anderen über. Klärt er den nächsten Zustand, wird auch dieser wiederum durch einen neuen ersetzt.

 

Die Klärung umfasst folgende Aspekte: Was empfindet man, wer hat diesen Zustand gesandt und zu welchem Zweck? Das nennt man die Arbeit an der Korrektur der Wahrnehmung..

In Wahrheit befindet  man sich bereits in einem korrigierten Zustand in der Welt der Unendlichkeit. Alles, was man tun muss, ist, die Unklarheit – den Schleier- in den Wahrnehmungssorganen zu beseitigen. Eigentlich muss man diese Wahrnehmungsorgane nicht einmal korrigieren. Entscheidend ist, dass man sich ständig bewusst macht, dass man sich in der Dunkelheit befindet – und dann beginnt sich diese Dunkelheit aufzuklären.

In dem Maß, in dem man erkennt, wie negativ der Zustand der Dunkelheit ist, offenbart man die „Achoraim“ (“Rückseite”, den Zustand der Verhüllung). Danach verwandelt sich die „Achoraim“ (die Verhüllung) in den Zustand „Panim“ (Vorderseite,Enthüllung). Das bedeutet, alle Handlungen bestehen ausschließlich in der inneren Anstrengung.

Man muss sich bemühen, einen Weg zu finden, mein „Ich“ und den Schöpfer zu einer Einheit zu verbinden. Wie Baal HaSulam in einem Brief auf Seite 64 schreibt: „Nur auf diesen Punkt muss ich meine Anstrengungen konzentrieren und meine Aufmerksamkeit immer stärker darauf richten.“Wenn man das tut, dann ist das genau die Handlung.“ Dadurch lichtet sich der Nebel immer mehr, bis man entdeckt, dass man sich bereits in seinem ursprünglichen, korrigierten Zustand befindet. Dann wird man erkennen, dass man sich schon immer im Zustand der endgültigen Korrektur (Gmar Tikun) befunden hat.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Rabash.

 

„Erinnere dich an den Tag, als ihr aus Ägypten ausgezogen seid“

Frage: Was bedeutet die Aufforderung „Erinnere dich an den Tag, als ihr aus Ägypten ausgezogen seid“ für die innere Arbeit des Menschen?

Antwort: Im Sohar (Kapitel „Bo“, p.121) wird darauf hingewiesen, dass der Auszug aus Ägypten in der Tora 50 Mal erwähnt wird. Es wird betont, dass der Mensch sich täglich als jemand sehen sollte, der aus Ägypten auszieht, da unsere gesamte spirituelle Arbeit in Bezug auf diesen Zustand stattfindet.

Die spirituelle Arbeit des Menschen, die zur Korrektur seiner egoistischen Natur führt, beginnt mit dem Zustand „Abraham“ – dem Keim der Eigenschaft des Gebens. Doch wie entwickelt man diese Eigenschaft?

Deshalb stellt sich in einem Menschen die Frage “Abrahams” an den Schöpfer: „Wie werden meine Nachkommen das große Land erben?“ (Kapitel „Lech Lecha“). Das bedeutet, wie kann ich in mir (meinen Nachkommen – meinen zukünftigen Zuständen) das große Verlangen nach Geben und Liebe entwickeln, um von Dir das Licht der Unendlichkeit zu empfangen?

Die Antwort des Schöpfers an Abraham lautet: „Wisse, dass deine Nachkommen 400 Jahre im Exil sein werden.“ Diese 400 Jahre spiegeln alle vier Ebenen des Egoismus wider. Der Schöpfer zeigt dem Menschen, dass er tief in den Egoismus eintauchen wird, um ein Verlangen zu entwickeln, das dem Licht der Unendlichkeit entspricht.

Zunächst wird der Mensch von dem Verlangen durchdrungen sein, alles zu konsumieren. Doch bald wird er erkennen, dass dieser Zustand fehlerhaft ist, und er wird den Wunsch verspüren, daraus auszutreten. Nachdem der Mensch aus diesem Zustand herausgetreten ist, beginnt er, sein egoistisches Verlangen in ein gebendes zu korrigieren. Dies symbolisiert den Auszug aus Ägypten und den Übergang ins Heilige Land.

Auf diese Weise wird der Mensch allmählich seinen erworbenen Egoismus korrigieren und auf 125 Stufen bis zur vollständigen Korrektur (Gmar Tikun) aufsteigen.

Somit gliedert sich unser spiritueller Weg in drei Etappen:

1. Vom Ausgangspunkt (Abraham, das Streben nach der Offenbarung des Schöpfers) zum Eintritt nach Ägypten.

2. In Ägypten – Entwicklung des Strebens zum Schöpfer, was zur Offenbarung des Egoismus führt, das Bewusstsein, dass es böse ist, und der Auszug daraus.

3. Die Korrektur dieses egoistischen Verlangens bis zur vollständigen Korrektur.

Alles dreht sich um „Ägypten“ – ein Teil unseres Weges „vor ihm“ und ein Teil des Weges – „nach ihm“. Ägypten ist der zentrale Punkt. Deshalb sollte jeder Mensch jeden Tag in sich fühlen, dass er aus Ägypten herausgeht – das bedeutet, jeden Tag einen Teil seines egoistischen Verlangens zu korrigieren und dafür neues Licht zu empfangen. Dieser Prozess wird als „neuer Tag“ bezeichnet und setzt sich auf allen Stufen fort.

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Aus einer Lektion über das Buch Sohar.

Die vertrockneten Körner beleben

Unsere Freiheit der Wahl besteht darin, sich in die Gruppe einzugliedern und in der Lage zu sein, gegen den natürlichen Egoismus zu arbeiten. Aus der Gruppe bekomme ich das Streben zur Spiritualität und zum Geben sowie zur Bitte (Man) um den Schirm (Massach) und um das Licht (Or Choser) – in dem Maß, in dem ich es wirklich will.

Aber wenn ich das alles nicht wirklich will, wie kann ich dann den Wunsch bekommen?! Wir sind deshalb auf eine solche Stufe gestellt worden, die keine Verbindung zur Spiritualität hat und völlig materiell ist! Sie bleibt mir erhalten, selbst wenn ich zur letzten Stufe vor dem „Gmar Tikun“ aufsteigen werde; ich werde also diese Stufe immer wahrnehmen, welche „diese Welt“ heißt. Und ich kann mich hier mechanisch, ohne jedes Verlangen, verpflichten, mich innerhalb der Gruppe aufzuhalten und von ihr den Einfluss, ohne jegliches Bedürfnis meinerseits, bekommen.

Auf diese Weise wird die richtige Umgebung in mir das Bedürfnis zum Geben wecken, das mich zwingen wird, zu lernen und an allen Gruppenaktivitäten teilzunehmen. Und im Endeffekt wird sie mich an den Schirm und an das reflektierende Licht bringen.

Deshalb baut der Mensch die Umgebung und die Rahmenbedingungen um sich auf, welche ihm zeigen, inwiefern er sich spirituell entwickeln will. Dann kann er ohne jedes Verlangen, ohne jedes Bedürfnis und selbst bei der Abneigung weiterarbeiten. Aber wenn ihm irgendwelches Anfangsstreben zur Spiritualität gegeben ist, dann ist er verpflichtet, sich in die richtige Gruppe zu integrieren, welche im Menschen das Bedürfnis zum Spirituellen bilden wird.

Wie im Buch Sohar geschrieben ist, haben sogar die Schüler der Gruppe von Rabbi Schimon am Anfang des Studiums in sich den großen gegenseitigen Hass empfunden. Niemand hatte das Verlangen zur Nächstenliebe und jeder fühlte, dass er die Gruppe und die Freunde hasste. Auch wir kommen in Wirklichkeit in einem solchen Zustand zum Unterricht – wie die vertrockneten, toten Körner. Wir kommen rein mechanisch, ohne Herz und Vernunft.

Dann setzen wir uns und beginnen zu lernen, zuerst mechanisch, ohne eine Forderung im Herz. Wir beginnen zu sprechen, aber wir lügen dabei, denn keiner will die Vereinigung. Wir beginnen von weitem und ziehen allmählich mittels des Studiums das Licht heran, das zur Quelle zurückführt und uns dadurch verändert.
Dieses ferne, umgebende Licht beleuchtet unseren egoistischen und zerbrochenen Wunsch und verändert ihn allmählich. In seinem Inneren beginnt der Punkt im Herzen immer mehr aufzuwachen. So steht der Mensch von den Toten auf.

So beschreibt der Sohar diese großen Kabbalisten, die sich auf den Stufen GA“R der Welt Azilut befanden und deshalb für uns ein solches Buch schreiben konnten. Aber in Wirklichkeit hat jeder vor dem Unterricht ein riesiges Fallen. Kurz vor dem Korrekturende hat sich Rabbi Schimon als Schimon vom Markt empfunden, der das ganze spirituelle Begreifen verloren hat.

Sie konnten sich jedoch umarmen und verbinden, weil sie sich in dieser Welt befanden und ihre materiellen Verlangen (die physischen Körper) empfanden. So konnten sie sich einander mittels des einfachen Gesprächs „aus dem Mund ins Ohr“ inspirieren lassen, und das auf der Stufe, auf welcher kein spirituelles Geben möglich ist.

Aber darin ist eine besondere, große Kraft enthalten, welche dir zulässt, ständig den neuen Anfang zu nehmen, die Verbindung mit der Spiritualität mittels der Verbindung unserer Verlangen aufzubauen, welche dir heute als die materiellen Körper erscheinen. Auf diesem Wege wachen wir auf, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen und um immer höher aufzusteigen, bis wir am Ende der Korrektur ankommen.

Und nur, wenn wir die endgültige Korrektur, alle vorhergehenden Stufen, einschließlich die Stufe dieser Welt, erreichen, werden sie alle, wie ein Teppich zusammengerollt, sich an Malchut der Welt der Unendlichkeit anschließen. Diese Schlusshandlung wird als „Sivug rav paalim u-mekabziel“ – die große Verschmelzung beschrieben. Und danach kehrt die ganze Realität in die Unendlichkeit zurück.

Aber bis dahin werden wir in der Empfindung dieser Welt auf der untersten Stufe der spirituellen Treppe existieren, weil wir ohne sie niemals die geistige Handlung selbständig ausführen werden. Deshalb bestimmt der Mensch selbst, inwiefern er zur Heiligkeit aufsteigen will, aus der Stufe dieser Welt, welche vom Spirituellen ganz abgetrennt ist. Somit bietet diese Stufe immer die Freiheit der Wahl für den Eingang in die spirituelle Welt.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 29.07.2011

Das Buch der Bücher

Es gibt Bücher, über Wahrnehmungen in dieser Welt, die von normalen Menschen geschrieben wurden. Und es gibt Bücher, die von Kabbalisten geschrieben wurden, Menschen, die die höhere Welt erreichen und über ihre Empfindungen in der Spiritualität schreiben. Diese werden spezielle, heilige Bücher genannt. Heilig (Kadosh) wird buchstäblich als „getrennt“ übersetzt. Die spirituelle Welt ist von unserem Egoismus vollkommen getrennt. Folglich schreibt ein Mensch, der die Spiritualität aus seiner Wahrnehmung beschreibt, ein heiliges, besonderes oder getrenntes Buch.

Es gibt ein besonderes Buch unter allen Büchern, das von Menschen mit spirituellen Kenntnissen geschrieben wurde. In Kabbalistischen Quellen wird es einfach als „Das Buch“ bezeichnet, ohne Nennung seines Titels „Der Sohar.“ Dieses Buch ist so einzigartig, dass in Beziehung zu ihm, andere Bücher gar nicht als ein Buch betrachtet werden. Dies folgt daher, weil es von einer besonderen Gruppe von Menschen geschrieben wurde, die alle zehn der höchsten Sefirot in Malchut von der Welt der Unendlichkeit erlangten.

Die besondere Versammlung dieser zehn Personen fand vor ungefähr 2000 Jahren statt. Neun Schüler zogen sich, zusammen mit ihrem Lehrer Rabbi Shimon, in eine Höhle im Norden Israels zurück. Sie verblieben dort und studierten.

Die Höhle ist ein ganz besonderer Ort. Wenn mein Lehrer Rabash und ich nach Tiberius gingen, besuchten wir oftmals diese Höhle. Rabash liebte es wirklich dort zu sein. Er stand dort für einige Minuten und es sah so aus, als wäre er irgendwo anders, als ob er seinen Körper verlassen hätte. Dies ist der Bereich, wo er sich mit der spirituellen Kraft der zehn Sefirot verband, den zehn Seelen, die in dieser Höhle saßen, während sie die Welt der Unendlichkeit enthüllten.

Indem sie sich zusammen verbanden erlangten sie alle 125 spirituellen Ebenen, von unserer Welt, bis zur Welt der Unendlichkeit. Baal HaSulam schreibt in der „Einführung zum Buch Sohar“, dass solch ein hoher Grad von Erkenntnis, durch eine Gruppe von Menschen, nur einmal in der ganzen Geschichte auftrat, weil sie sich vereinigten und zusammen studierten.

Nur in der endgültigen Korrektur (Gmar Tikun) werden wir in der Lage sein, die gleiche Ebene zu erlangen, die von dieser Gruppe erreicht wurde, und wir werden dank ihrer Vereinigung dazu imstande sein. Sie schrieben im Buch Sohar, wie sie imstande waren sich zu vereinigen, was als Ergebnis dessen geschah und was in der Verbindung zwischen ihnen enthüllt wurde. Darin liegt die ganze Macht des Sohars.

Und dieses Buch kann uns eindeutig die größte Kraft der Korrektur für unsere Seelen geben. Daher ist dieses Buch so entscheidend.

Aus der 2. Lesung des WE! Kongresses vom 02/04/2011

Ein großer Sprung

Wir arbeiten in einer „binären“, diskreten Form, durch einzelne Impulse: ja oder nein, Verbindung oder Nicht-Verbindung, Aufstieg oder Abstieg, links oder rechts. Auf diese Weise, Stückchen für Stückchen, setzen wir einen Schritt nach den anderen, und all das fügt sich am Ende zu einem integralen Ganzen zusammen.

Wenn die Fläche einer bestimmten komplexen Form berechnet werden muss, dann nutzen Wissenschaftler integrale Gleichungen. Sie füllen die komplexe Fläche mit messbaren Quadraten, diese machen sie kleiner und kleiner, und am Ende werden sie zusammengezählt.

Einerseits ist das verbindende Gitternetz, das zwischen unseren Seelen arbeitet, in dem wir agieren,eigenständig, mit individuellen Impulsen und Aktionen. Aber am Ende, als Ergebnis unserer Anstrengungen, wenn wir es tiefer und tiefer durchdringen, wird es in ein integrales Netzwerk transformiert. Mit anderen Worten, es gibt dort eine solch enorme Anzahl an Verbindungen und Aktionen, die voneinander so stark abhängen, dass wir Unendlichkeit erreichen.

Es ist nicht nur die Summe der Teile, wo alle Eigenschaften und Tätigkeiten addiert werden, es wirkt auch eine „Zusammenfassungs- Komponente“, die eine andere Qualität hat, von einer höheren spiritueller Stufe. Umgekehrt, wir bewegen uns von der diskreten Form zur integrierten. Die „integrierte Form“, die Summe der diskreten Formen, ist der Schöpfer – eins, wie geschrieben steht: „Er und Sein Name sind eins“. Wir nähern uns dieser integralen Form getrennt, indem wir jedoch jedes Mal ein kleines Stückchen hinzufügen, unsere kleinen „Ziegelsteine“ hinzufügen, verbinden wir uns mit dem Einen.

Wir selbst allein können diesen Einen nicht erreichen. Wir tun alles, was wir können, auf unserer derzeitigen Stufe, fügen die notwendigen Anzahl an Anstrengungen zusammen und erreichen die Stufe gemäß den „Zehn Sefirot„. Und am Ende geschieht der Sprung auf die nächste Stufe.

Aber ich kann nicht selber springen, die höhere Kraft nimmt mich mit. Diese Kraft ist der „addierende Faktor“, das Eine. Und dann erreiche ich statt „10″ die 1 (Eins), wie bei einem Taschenrechner, der nach 10 mal tippen die nächste Dezimalstelle anzeigt.

Deshalb fahren wir fort, unsere Korrekturen zu sammeln, bis die Kraft von „Rav Paalim u-Mekabziel“ erscheint, und Gmar Tikun (die letzte Korrektur) erreicht ist!
Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 14.02.2011, „Die Essenz der Weisheit der Kabbala“.