Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gleichheit der Form'

Wo soll man den Schöpfer suchen?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum reden wir immer nur über die Verbindung zwischen uns und nicht über die Verbindung mit dem Schöpfer?

Meine Antwort: Im Moment geht es uns um die Umsetzung unserer Aufgabe, darum schenken wir so viel Aufmerksamkeit der Verbindung zwischen uns.

Das Endziel ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften, was für uns, „Mensch“, Adam (dem Schöpfer „gleich“) zu werden bedeutet.

Dafür müssen wir unser spirituelles Gefäß (Kli) vorbereiten, indem wir es an den Höheren angleichen. Dieses Gefäß muss für alle eins sein, wo sich alle seine Teile wie ein Mensch mit einem Herzen vereinen.

Im Gefäß sind unser ganzer Hass, Neid, Ehrgeiz, Hochmut und Machtgier enthalten, und über all dem müssen wir uns erheben und vereinen, um uns an den Schöpfer anzugleichen und Verschmelzung mit Ihm zu erreichen.

Uns kommt es vor, als ob befände sich der Schöpfer irgendwo außerhalb von uns , doch letztendlich enthüllt Er sich innerhalb  jenes gemeinsamen Gefäßes, das wir zwischen uns aufbauen.

Deshalb, um den richtigen Durchblick zu haben, müssen wir alles so wahrnehmen, als ob es sich alles an einem Ort befinden würde. Dieses Gefäß bauen wir zur Enthüllungen des Schöpfers auf! Es befindet sich genau dort, wo wir uns über unserem Egoismus verbinden.

Unser Egoismus bleibt unten, und darüber bauen wir Verbindungen untereinander auf. Und wenn unsere Verbindung wirklich stark ist und auf der Kraft des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, aufgebaut ist, werden wir darin den Schöpfer (Bore) enthüllen, was  „komme und siehe“ (Bo-Re) bedeutet.

Und Es ist nicht etwa so, dass Er irgendwo dort oben im Himmel sitzen würde und ich hier unten irgendetwas machen würde, um Ihn im Himmel zu enthüllen.

Sondern genau innerhalb der Verbindung zwischen den Seelen, enthülle ich ihn, zwischen den Organen des spirituellen Organismus, als das ihn erfülltende innere Licht.

Und die Menschen glauben, dass wir den Schöpfer ausschließen und nur über die Verbindung untereinander reden, weil sie in ihrem Inneren nicht bereit sind, zu akzeptieren, dass es eine Verbindung zwischen unserer Arbeit, dem Studium, der Verbreitung, der Vereinigung miteinander und dem Schöpfer gibt.

Jeder nimmt den Schöpfer als etwas Großes wahr und ist bereit, sich mit Ihm zu vereinen, und mit einem anderen Menschen nicht. Sie verstehen aber nicht, dass das ein und dasselbe ist.

Eine innigere Verbindung zwischen den Menschen nennt sich „Schöpfer“, die Eigenschaft des Gebens, doch die Natur des Menschen lässt ihn das nicht akzeptieren…

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Wir müssen nur verlangen

Eine Frage, die ich erhielt: Ist es möglich MaN zu erheben, bevor die Verzweiflung einsetzt?

Meine Antwort: Dann wird dies nicht als MaN bezeichnet. MaN bedeutet Mejn Nukwin (Wasser der Nukwa). Dies ist der Aufschrei unseres Verlangens, das unfähig ist, irgendetwas aus sich selbst heraus zu erreichen. Folglich muss es sich zu Bina erheben, der Eigenschaft des Gebens, dem Schöpfer.

MaN ist eine doppelte Verflechtung zwischen Malchut und Bina. Das hebräische Wort „Maim“ (wörtl. Wasser, Singular von Mejn) besteht aus zwei hebräischen Buchstaben, „Mem“ („Mem-Mem„) und das Wort „Nukwin“ ist aus den zwei hebräischen Buchstaben „Nun“ („Nun-Nun“) zusammengesetzt Dort ist eine Verbindung zwischen Malchut und Bina, denn während des Zerbruchs der Kelim beinhaltete Bina Malchut in sich, und ein Teil von Malchut war in Bina enthalten. Durch diese Verbindung zwischen Malchut und Bina können wir unsere Bitte zum Schöpfer erheben.

Dies kann man sich bildlich durch die Analogie eines Kindes vorstellen, welches weint und von seiner Mutter etwas fordert. Seine Mutter reagiert sodann auf seine Forderungen. Doch warum würde eine andere Frau nicht so sehr darauf reagieren? Das Kind hat eine starke Verbindung zu seiner Mutter, welche zu keiner anderen Frau existiert. Dieses Kind war in der Mutter, es hatte einen „Platz“ in ihr, und so ist sie seine Wurzel. Sie hat einen Teil des Kindes in sich. Und auch das Kind hat einen Teil der Mutter in sich, weil es durch die Nabelschnur mit ihr verbunden war. Diese Verbindung zwischen ihnen kann nicht getrennt werden. Somit schreit das Kind, wenn es eine Forderung hat, nach seiner Mutter, seiner Wurzel.
Diese Forderung, die man zum Schöpfer erhebt, welche MaN genannt wird, fließt durch die Verbindung von Malchut und Bina. Diese Bitte ergibt sich aus der Erkenntnis, dass man völlig machtlos ist, und bringt uns zu der Art von Schrei, den man wirklich als MaN bezeichnen kann. MaN ist das korrigierte Verlangen, welches zwangsläufig vom Höheren beantwortet wird. Der Höhere wartet auf dein Verlangen, einen Zustand, den Er für dich vorbereitet hat.

Diese Stufen, die künftigen Zustände, sind bereits vorbereitet, weil wir von ihnen in diese Welt abgestiegen sind. Nun müssen wir wieder durch dieselben Stufen zurück aufsteigen. Die nächste Stufe wartet bereits auf uns. Wir müssen nur nach dem verlangen, was dort auf uns wartet. Dieses Verlangen ist, was als MaN bezeichnet wird. Wenn wir jedoch nicht nach dem Gleichen verlangen, welches auf uns wartet, werden wir es auch nicht erreichen. Es muss eine Gleichheit und Gleichwertigkeit zwischen der Stufe und dem Verlangen sein. Wenn wir nach etwas anderem als der wartenden spirituellen Stufe verlangen, müssen wir weiter warten, bis sich das richtige Verlangen in uns bildet. Auf diese Weise entwickeln wir uns.

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Wie man lernt, Vollkommenheit zu bilden


Nur indem wir korrigieren, was noch nicht korrigiert ist, lernen wir den Schöpfer zu verstehen und werden Ihm gleich. In unserer Welt lernt ein Kind, indem es mit Klötzen Häuser baut oder ein Puzzle zusammenstellt. Alles wird aus zerbrochenen Einzelteilen zu einem Ganzen zusammengebaut. Am Anfang muss ein Kind ein Spielzeug auseinander nehmen und sehen, was darin ist, dann baut es die Teile zusammen, um seine perfekte Form wieder herzustellen; so entwickelt es sich.

In der Spiritualität kommen wir auf dieselbe Weise voran. Wir müssen wissen, was unsere Mängel und Missetaten sind, wo das Zerbrechen stattfand und wie wir es in Ordnung bringen – indem wir die nicht verbundenen Teile jedes Mal mehr und mehr verbinden und die zerbrochenen Teile wieder zusammen bringen. Wahrnehmung und Kenntnisse kommen vom Schöpfer zur Schöpfung, vom Ganzen und Vollkommenen zum Unvollkommenen. Je größer die Distanz zwischen Vollkommenheit und Unvollkommenheit, desto mehr Verbindungen untereinander wird es geben und desto wichtiger wird die resultierende Weisheit sein. Weisheit entsteht aus deren Verbindung unter der Bedingung, dass es zwischen ihnen Ungleichheit der Form und Trennung gibt. Je zerbrochener, abgetrennter, verwirrter, getäuschter und entgegengesetzter ich daher gegenüber der Vollkommenheit bin, desto besser.

Wenn ich fähig bin, alle möglichen Versuche zu unternehmen, um sämtliche Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen, zu gebrauchen, dann sollte ich damit beginnen, Vollkommenheit aus Unvollkommenheit zu bilden, um „Dunkelheit wie Licht scheinen zu lassen“, und alle Teile in Harmonie und Balance innerhalb einer einzigen Quelle zu bringen. Das heißt, dass ich verstehen werde, wer der Schöpfer ist – der Eine, der diese zerbrochene Schöpfung erschuf. Das Wort „Schöpfung“ (Beria) bedeutet „jenseits Seiner Grenzen“. Am Anfang machte der Schöpfer das Böse, eine Eigenschaft, die das Gegenteil von Ihm ist, und gab uns die Möglichkeit, Ihn nur durch den Aufbau der richtigen Verbindungen und den Prozess der Korrektur kennen zu lernen. Deshalb sollten wir uns nicht über unsere Nöte beschweren; sie kommen zu uns, damit wir sie korrigieren und dadurch Vollkommenheit aufbauen.

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Was ist Liebe?


Liebe ist das Bestreben, die Verlangen eines anderen Menschen zu erfüllen. Doch um das zu tun, muss ich zuerst verstehen, was ihre oder seine Verlangen sind. Wenn wir die gleichen Gewohnheiten, Denkweisen und Wahrnehmungen in der Realität haben, dann verstehe ich die Verlangen der anderen und weiß, wie ich sie erfüllen kann. Anders ausgedrückt, kann ich meine Liebe ausdrücken.

Es spielt keine Rolle, ob meine Liebe physisch oder spirituell ist. Der Schlüssel ist, dass ich das Verlangen eines anderen Menschen erfülle. Doch was soll ich tun, wenn ich sein oder ihr Verlangen nicht verstehe? Dann brauche ich Verlangen, die einigermaßen den Verlangen meiner Lieben ähnlich sind.

In der Kabbala  wird das „Gleichheit der Form“. Zweifellos hat jeder von uns verschiedene Verlangen, doch damit ich dich verstehen kann, sollte die Art deines Verlangens dem meinen gleichen. Das wird es mir ermöglichen, ein inneres Modell zu erschaffen, das deinem Verlangen gleicht und dieses Modell zu formen, damit ich weiß, wie und was ich dir geben kann. Indem ich mir dein Verlangen in meinem Innern vorstelle, verstehe ich, wie es wäre, wenn ich die gleiche Erfüllung bekommen würde. Da ich weiß, dass du das gleiche möchtest, kann ich dein Verlangen befriedigen.