Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Verlasse dich darauf, was dein Herz sagt

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man sich davon überzeugen, dass dein Kabbalalehrer – der wahrhafte Kabbalist ist, wenn man mit „dem Glauben über dem Verstand“ vorankommt?

Meine Antwort: Und wie kannst du in deinem Verstand prüfen, welche spirituelle Höhe dein Lehrer erreicht hat, ob er ein Kabbalist ist oder nicht?

Wer bist du eigentlich, um ihn prüfen zu können? Mit Hilfe welcher Instrumente oder Prüfungen wirst du es messen können?

Vielleicht kannst du seine Kenntnisse daran bemessen, wie er die Theorie und die Lehre der Zehn Sefirot versteht? Aber alle erinnern sich an die Geschichte von Baal HaSulam über die „Kabbalisten“, denen er in Jerusalem begegnet war.

Sie kannten alle Werke von Ari und das gesamte Buch Sohar in und auswendig. Man konnte ihnen den Anfang eines beliebigen Satzes sprechen, und sie konnten ihn bis zum Ende des Kapitels fortsetzen.

Ist das ein Beweis dafür, dass sie Kabbalisten waren und über das geistige Begreifen verfügten? Vielmehr gleicht es sich einem Computer mit einem guten Informationsspeicher an.

Wie kannst du ihn dann prüfen, wenn du keine passenden Instrumente hast! Wenn nicht nach dem theoretischen Wissen und nach der Fähigkeit, darüber zu urteilen – dann gibt es überhaupt keine maßgebenden Kriterien.

Denn die Spiritualität befindet sich in solchen Eigenschaften, die du nicht hast, und es gibt keine Möglichkeit zu prüfen, ob sie bei dem anderen vorhanden sind.

Und außerdem kann der Kabbalist sich verstecken. Sogar zwischen zwei Kabbalisten gibt es solche Situationen, wenn der eine sich vor dem anderen verbirgt, und sie werden danach einander weder verstehen noch fühlen können.

Deshalb haben wir keine weitere Möglichkeit, um den Menschen zu prüfen – als die mit dem Herzen.

Du sollst dein Herz öffnen, um sich selbst nicht zu belügen oder anzuheucheln: dann kannst du prüfen, ob du bereit bist, hinter diesem Menschen zu gehen, nichts bedauernd und sich nicht vergewaltigend, ohne jegliche Zweifel.

Möglicherweise wird es solche Sachen geben, mit denen du nicht einverstanden bist – aber du gehst trotzdem mit, um diese zu prüfen.

Auch wenn dir nicht gefällt, wie er unterrichtet oder wie er sich äußerlich benimmt, bist du trotzdem bereit zu prüfen, nach welchen Prinzipien er sich richtet und warum er auf diese Weise handelt.

Du sollst es selbst prüfen, niemand kann dir etwas sagen. Denn wem kannst du Glauben schenken? Es ist gleichgültig: ob du dem Menschen glaubst oder demjenigen, der über ihn seine Meinung äußert.

Auf wessen Wort kannst du dich verlassen? Denn sich auf jemanden zu verlassen bedeutet, den „Glauben über dem Verstand“ zu wählen, dass dein Lehrer sich in der Spiritualität befindet und weiß, worüber er spricht.

Deshalb kann nur das Herz dem Menschen die Wahrheit verraten. Es ist gesagt, dass „der Mensch nur dort lernt, wohin ihn sein Herz zieht“.

Man muss jedoch wirklich klären, was sich dein Herz wünscht, um unter keinen Einfluss der fremden Meinungen zu geraten. Verlasse dich folglich auf deine Wahl…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel Rabasch, 13.06.2010

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Korrektur in drei Linien

Vorwort zum Sulam Kommentar: Die Rechte Linie kämpft gegen die Linke und will das Licht Chochma der Linken Linie aufheben, um allein das Licht Chassadim herrschen zu lassen. Umgekehrt will die Linke Linie das Licht Chassadim der Rechten Linie aufheben und allein das Licht Chochma herrschen lassen. Aufgrund dieses Streites leuchtet keine von beiden, da dem Licht Chassadim der Rechten Linie das Licht Chochma fehlt, und es ist wie ein Körper ohne Kopf. Und das Licht Chochma der linken Linie ist völlige Dunkelheit, weil es ohne das Licht Chassadim nicht leuchten kann. Für diesen Streit gibt es keine Korrektur, außer durch die Mittlere Linie, die durch den Menschen geschaffen wird, welcher mittels des Gebets dorthin aufsteigt und sich mit dem höheren Licht verbindet… und die Linke Linie zwingt, sich mit der Rechten zu verbinden.

Zwei Linien, die rechte und die linke, werden uns von oben gegeben, doch die Mittlere Linie ist unsere Arbeit. Wir erheben eine Bitte (MaN) um den Schirm und gelangen dadurch zu Korrektur: die Rechte und die Linke Linie verbinden sich, indem sie einander ergänzen und einen Kompromiss erreichen. Es handelt sich um den freien Willen eines Menschen, der sich in ein bereits fertiges mechanisches System der Rechten und der Linken Linie einordnet und dort eine neue Eigenschaft erschafft, die es vorher nicht gab, das Verlangen, dem Schöpfer ähnlich zu sein.

Ich handle durch den Glauben über dem Verstand, durch das Verlangen, das von nichts abhängt, was auch immer geschehen mag. Mich interessiert weder die Rechte noch die Linke Linie, weder Chassadim noch Chochma. Für mich ist nur wichtig, mich mit dem Schöpfer zu verbinden. Deshalb empfinde ich das nicht als Kompromiss (denn die eine Linie kann sich vor der anderen nicht annullieren), sondern lediglich als ein Mittel die Einheit zu erreichen. Deshalb ist dieser Kompromiss auch möglich!

Das ist so, als ob ich zu zwei Menschen kommen würde, die sich wild streiten, und keiner von beiden ist auch nur im Geringsten bereit, von seiner Meinung abzulassen. Doch ich habe nicht vor, sie zu vereinigen und zu versöhnen. Ich habe ein höheres Ziel, ich will etwas Höheres erreichen. Gleichzeitig möchte ich die Kräfte dieser beiden Linien nutzen.

Ich setze ein Ziel, das höher ist als alles andere – ich will mich dem Schöpfer angleichen und mit Ihm verschmelzen. Dann können sich die beiden Linien verbinden und einander ergänzen. In Bezug auf dieses Ziel empfinden sie sich als vollkommen.

Keine der beiden erreicht, was sie will, doch sie geben sich aufgrund ihrer Teilnahme an der Erreichung des Ziels zufrieden. Es leuchtet ihnen die Mittlere Linie, sie ist klein im Vergleich zu den beiden anderen, doch ergründet sie die Vollkommenheit des Schöpfers. Und diese ist eine höhere Vollkommenheit, als die, die jede von ihnen von selbst erreichen könnte, denn sie kommt von der Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht am 30.05.2010

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