Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wir sind aus der Materie „Verlangen zu genießen“ erschaffen, um daher eine beliebige Handlung, ob physisch oder mental, durchzuführen, brauchen wir Energie in Form von „Genuss“.

Anders gesagt, in unserer Welt wird nichts ohne egoistischen Ansporn bewegt.

Ob bewusst oder unbewusst, wir wägen alles in unserem „Verlangen zu genießen“ ab, und in der Bewertung dieses Verlangens bekommt jede Sache „ihre“ Eigenschaften: Farbe, Gewicht, Größe, Entfernung.

Um erfolgreich in dieser Welt handeln zu können, brauchen wir die richtige Werteskala, anders ausgedrückt, die richtige Einstellung des „Verlangens zu genießen“ – und dies bringen wir unseren Kindern bei: nach dem Guten zu streben und das Schlechte zu vermeiden. Vom Schlechten fernzubleiben bedeutet, keine Energie aufzuwenden, um dafür zu arbeiten.

Doch unser „Verlangen zu genießen“ besitzt keine Motivation für das Erreichen der Spiritualität, für den „Willen zu geben“! Denn die spirituelle Welt ist mir entgegengesetzt – das ist der Wille zu geben und nicht zu empfangen.

Ich verfüge gar nicht über eine solche Eigenschaft, deshalb nehme ich die spirituelle Welt nicht wahr. Ich kann nur das „sehen“, was ich in dem „Willen zu genießen“ als mehr oder weniger wertvoll bewerte und es als nah, wichtig für mich, oder fern, weniger wichtig für mich, bestimme.

In der Spiritualität aber, in der „Eigenschaft zu geben“, beruhen alle Kriterien, Gedanken und Handlungen nur auf dem Geben. Doch mein „Wille zu genießen“ versteht nicht, was das ist.

Das Geben geht durch mich hindurch wie eine unsichtbare Strahlung, die ich überhaupt nicht wahrnehme. Ganze Welten und Handlungen existieren neben mir, doch ich bemerke es in meinem „Verlangen zu genießen“ nicht, so wie ein Tier die Empfindungen eines Menschen nicht versteht.

Was soll ich tun, wenn ich so erschaffen wurde? Für mich bleiben alle Welten und, was das Wichtigste ist, derjenige, der mich lenkt, der Schöpfer selbst, unbemerkt!

Um das spüren zu können, muss ich beginnen die „Eigenschaft des Gebens“ zu schätzen. Genau dafür ist uns die Umgebung gegeben worden: Bücher, Lehrer und Freunde, damit sie mir die Wichtigkeit des Gebens deutlich machen.

Obwohl ich persönlich es überhaupt nicht glaube! Doch sie sagen es, und mir ist ihre Meinung wichtig. Ich bin so erschaffen, dass ich den Einfluss der Umgebung annehme und für mich das wichtig ist, was für die Umgebung wichtig ist.

Aus diesem Grund beginnt selbst das Geben, das für mich nicht den geringsten Wert besitzt, wichtig zu werden, wenn alle darüber erzählen – es wird in meinem „Verlangen zu genießen“ wichtig! Wie eine gute Anschaffung!

Und ich bin bereit, mich anzustrengen, um das höhere Licht, welches das „Verlangen zu geben“ mit sich bringt, anzuziehen, weil das für mein „Verlangen zu empfangen“ wichtig ist. In der Kabbala nennt sich das spirituelle Arbeit für sich selbst – „lo liShma“.

Doch das von mir angezogene höhere Licht verändert mich und ersetzt das „Verlangen zu genießen“ durch das „Verlangen, Genuss zu schenken“ (von lo liShma zu liShma), und ich gehe in die Wahrnehmung der höheren Welt hinaus!

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 30.07.2010

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Fragen über einen Ehepartner, die Barriere und das Böse

Frage: Ich habe eine Frage bezüglich meines Ehemannes. Wir nehmen beide unsere Arbeit sehr ernst, und mein Mann kommt oft an den Punkt totaler Frustration, großer Sorgen, Leid und sogar „Ärger“ über den Zustand der Welt, über alles, was er in seinem Innern und außerhalb spürt, als ob er das Gewicht aller Welten auf seinen Schultern spürt, und er muss eine Lösung für all das „Chaos“ finden.

Gibt es etwas, dass ich als seine Frau tun kann, um die Arbeit zu erleichtern, ihm zu helfen, dass er sich ausgeglichen fühlt oder mehr Frieden und möglicherweise Verständnis für seine Verantwortung erlangt?

Meine Antwort: Eine Ehefrau kann ihren Mann besser als jeder andere beruhigen und stabilisieren. Er muss die Wahrnehmung der Welt und die Lenkung einer einzelnen Kraft tiefer untersuchen. Wir nehmen die Welt nur innerhalb von uns wahr, in unseren Eigenschaften. Mit anderen Worten: In dem Maße unserer Verdorbenheit nehmen wir anstatt den Schöpfer die Welt wahr. Wenn du dich selbst korrigierst, wirst du die Welt der Unendlichkeit in der Erscheinung des Schöpfers vor dir fühlen.

Frage: Wenn jemand die Barriere überschreitet, gibt es da einen Punkt, wo er sich bewegen muss, um einer Gruppe nah zu sein, und wenn er es nicht tut, wird er sich selbst schaden?

Meine Antwort: Die Barriere ist die Grenze zwischen dir und deinen Freunden.

Frage: Ich weiß, dass die Konfrontation mit dem bösen Trieb in mir Teil des Weges der Wahrheit auf dem Weg der Korrektur ist. Ich weiß ebenfalls, dass der Schöpfer mir zeigen will, dass ich mich im Gegensatz zu Ihm befinde, wenn ich dem bösen Trieb begegne und dass ich von der Eigenschaft des Gebens noch sehr weit entfernt bin.

Doch genügt es nicht, zu erkennen, dass ich böse bin? Wieso wächst das Böse zu solch einem riesigen Monster heran, das scheinbar alles kontrolliert? Ich fühle mich, also ob ich in meinem Leben schlechter als je zuvor bin, und ich tue vielen Menschen weh, die um mich sind.

Meine Antwort: Dies sind die Verlangen, die dir in dem Maße deiner Kraft enthüllt werden, um sie zu bewältigen und zu korrigieren.

Im zukünftigen Zustand sind wir frei

Baal HaSulam, „Dies ist für Juda“: „ ´Dieses Jahr-hier … nächstes Jahr – frei´. Es steht oben geschrieben, dass wir mit dem Zweck dieser Mitzwa (Gebot) die uns zugedachte garantierte Erlösung wachrufen können, wie in der Mitzwa, des essens der Matze, wie unsere Vorväter in Ägypten. Dadurch demonstrieren wir unsere Zuversicht, dass wir sicherlich in die Freiheit gelangen werden.

Wir werden aus der Knechtschaft herauskommen, die von der fremdartigen Macht unseres Egos ausgeübt wird, welche uns vorsätzlich unterdrückt. Wenn wir uns fleißig darum bemühen, sie loszuwerden, und dazu bereit sind, über den Egoismus hinauszuwachsen, dann werden wir uns von ihm losreißen.

Pharao härtet unser Herz ab, als ob er der Hantel, mit der ein Mensch trainiert, Gewicht hinzufügt. Mit jeder neuen Stufe müssen wir mehr und öfters das Gewicht hochheben, um ein bestimmtes Resultat zu erreichen. Pharao wird als „Hilfe gegen ihn“ betrachtet. Der Schöpfer setzt den Pharao vorsätzlich gegen uns ein, damit wir dazu gezwungen werden, uns gegen ihn zu verbinden.

Allerdings sind wir unfähig uns zu vereinigen, obwohl wir es wiederholt versuchen. Je mehr Mühe wir aufwenden, umso mächtiger wird der Pharao und belastet uns mit zusätzlichen Bürden. Es sieht so aus, als würden wir auf diesem Weg schwächer und unsere Energie ließe nach, dem ist jedoch nicht so. Im Gegenteil, wir werden stärker, obwohl unsere Arbeit in ihrer Beschaffenheit und in ihrem Umfang schwieriger wird.

Wenn wir nicht nachlassen und auf diesem Weg fortschreiten, bilden wir für uns stufenweise eine Umgebung und werden bereit, aus Ägypten auszuziehen. Es hängt alles von unserer Vorbereitung ab. Unsere Kraft muss zu einem solchen Grad anwachsen, dass der Pharao keine Gewichte mehr zur Verfügung hat, um unsere Herzen zu beschweren. An diesem Punkt werden wir uns von Ägypten befreien.

Wir wissen nicht im Voraus, wann dieser Zustand endlich eintreten wird, wenn die Kraft unserer Einheit und Sehnsucht hierfür, die unterdrückende Hand des Pharao überwinden wird und er nichts mehr besitzen wird, um uns zu unterdrücken. Im Gegenteil, je mehr wir fortschreiten, umso intensiver wird die Dunkelheit. Wir beginnen „Städte der Armut“ zu errichten, die uns keine Befriedigung bringen und unter dieser schweren Arbeit stöhnen.

Mit anderen Worten, wir werden durch schwierige Zustände hindurchgehen. Am Ende werden wir sogar durch die „Zehn Plagen“ hindurchgehen und auf der Höhe aller anderen Probleme, durch die ägyptische Dunkelheit, die wir überwinden müssen, indem wir die Verbindung zwischen uns verstärken. Gleich wie mühsam es auch sein mag, und wie viel Uneinigkeit wir zwischen uns spüren, wenn wir uns nach wie vor vereinigen, werden wir uns von unserer Natur befreien.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 18/04/2011 „Dies ist für Juda“