Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wie überwindet man den Egoismus

Und sie sagten zueinander: Wir wollen einen neuen Anführer wählen und nach Ägypten zurückkehren. Da warfen sich Mose und Aaron vor der ganzen Gemeindeversammlung der Israeliten auf ihr Gesicht nieder. Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, zwei von denen, die das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sagten zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: Das Land, das wir durchwandert und erkundet haben, dieses Land ist überaus schön. [Das Buch Numeri, Kapitel 14, 14:04 – 14:07]

Die Lauscher, die ins Land Israel gelenkt wurden, sind kreuz und quer durchs Land gegangen. Sie haben das Land auf allen Stufen untersucht, d. h. alle Kelim (Gefäße), alle 5 Stufen NaRaNCHaY und haben entdeckt, dass das gut ist. Wenn der Herr uns wohlgesinnt ist und uns in dieses Land bringt, dann schenkt er uns ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Lehnt euch nur nicht gegen den Herrn auf! Habt keine Angst vor den Leuten in jenem Land; sie werden unsere Beute. Ihr schützender Schatten ist von ihnen gewichen, denn der Herr ist mit uns. Habt keine Angst vor ihnen! [Das Buch Numeri, Kapitel 14, 14:08- 14:09]

Die Völker, die im Land Israel leben, symbolisieren unsere riesigen egoistischen Verlangen. Wenn der Mensch versteht, dass er keine Kraft dazu hat, seine Impulse zu überwinden und in sich seinen egoistischen Gegner sieht, kapituliert er einfach… das Ego soll mit ihm machen, was es will, oder er versucht trotzdem, sich irgendwie zu wehren. Er kann den Egoismus aber nicht bewältigen, er hat dafür keine Kraft. Nur wenn er sich an die Gruppe bindet und an die Umgebung, kriegt er von dort die Kräfte und wird im Stande sein, dieses Hindernis zu überwinden.

Deswegen sagen Kaleb und Josua, dass die Zeit der egoistischen Verlangen zu Ende ist und wenn das Volk Israel mit dem Schöpfer kommt, kann es mit Seiner Hilfe das Ego unterwerfen. Und dann werden alle egoistischen Hindernisse richtig arbeiten.

Frage: Was heißt, dass sie „ihre Gewänder zerrissen haben“?

Antwort: Das heißt, dass alle vorherige Schilder, reflektiertes Licht, alle Gewänder, die sie hatten, für die neue Stufe nicht brauchbar sind. Jetzt sollen sie sich in ein völlig anderes reflektierendes Licht kleiden. Das heißt „die Gewänder wechseln“. In unserer Welt existiert ein Brauch, wo die Verwandte des Verstorbenen dessen Kleidung auf der Beerdigung zerreißen. Das heißt, dass sie vor der neuen Stufe stehen. Nicht ein Mensch ist gestorben sondern der Egoismus – und man begräbt ihn. Deswegen trauert man 7 Tage.

Wenn man völlig von der vorherigen Stufe gelöst ist – wechselt man seine Kleidung und beginnt ein neues Leben. Die Allerseelentage – 7 Tage, 30 Tage und 1 Jahr – symbolisieren die Kreisläufe, wenn dieselben Reshimot (spirituelle Gene) zurückkehren. Man erhebt sie nach und nach bis zur vollen Korrektur.

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Die höhere Lenkung mit dem vielfältigen Gesicht

Die höhere Lenkung ist sehr kompliziert. Weil sich unsere Zustände (Reschimot, Wünsche) ständig verändern.

Wir empfinden jedoch nicht, dass alles nicht außen, sondern in unserem Inneren verändert wird. Wir sind uns diesbezüglich nicht bewusst und empfinden nur die sich ständig ändernde äußere Welt, ihre verschiedene Beziehung zu uns.

Selbstverständlich, organisiert das alles der Schöpfer, mittels allerlei Gewändern dieser Welt. Aber wir assoziieren diese variable Beziehung entweder mit den anderen Menschen, oder mit dem Schöpfer, und manchmal – mit sich selbst, aber das hängt schon vom Niveau des Menschen ab.

Wenn der Mensch diese Veränderlichkeit nur mit dem Schöpfer verbindet, dann ist es schon der Anfang der Korrektur, wie es gesagt ist: „Es gibt niemanden außer Ihm, außer dem Guten und das Gute Schaffenden“.

Auf jeden Fall gibt es einerseits die allgemeinen Lichter, die in Form von umgebenden Lichtern einwirken, und andererseits die persönlichen Lichter, welche genauso die Kelim/Wünsche anregen und entwickeln.

Wenn wir uns nicht freiwillig entwickeln, dann  kommen zu uns die Lichter in Form von den grausamen Kräften der Überwindung (Gwurot), welche uns mittels harten Methoden vorankommen lassen. Man muss jedoch verstehen, dass wir selbst solche Einwirkung des Lichtes hervorrufen.

Die Lichter kommen in der unveränderlichen Art und sind immer auf unser Wohl gerichtet, um uns zur Ähnlichkeit der Eigenschaften mit dem Schöpfer zu bringen. Denn sie wirken aus unserem endlichen vollkommenen Zustand in der Welt der Unendlichkeit ein.

Aber das Kli / der Wunsch, der sich in uns unter der Einwirkung dieses Lichtes entwickelt, geht verschiedene Etappen der Entwicklung durch. Und deshalb empfinden wir, dass es entweder eine langsame, gestufte Entwicklung gibt, oder eine schnelle, momentane, im Einverständnis mit dem Licht, die gute oder die schlechte Entwicklung eben.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die ihrer Herrin vererbt“, 09.12.2010
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Die Welt, die mit unseren Gebeten aufgebaut ist

Die Menschen denken, dass das Gebet etwas mit Religion oder mit religiösen Menschen zu tun hat und deshalb dem gewöhnlichen Menschen fremd ist.

Aber es ist nicht so! Denn alle unsere äusserlichen Gewänder (Mehrzahl von Gewand)?, die physischen Körper, die Gegenstände, die uns in dieser Welt umgeben – sie alle sind die Erscheinungsformen des Wunsches. Es gibt nichts außer dem Wunsch, der für sich all diese Gewänder schafft.

Und deshalb bestimmen wir mit unseren Wünschen unbewusst das ganze Leben: in welchen Zustand wir im nächsten Augenblick geraten, wie wir diese Wirklichkeit empfinden werden!

Ob wir es wollen oder nicht, aber wir beten ständig – das heißt, wir bitten um die Erfüllung ? unseres Wunsches. Wir machen das ganz unbewusst, es ist nicht erforderlich, absichtlich zu beten.

Der Wunsch bildet unser ganzes inneres Wesen und unsere Empfindung, dass uns an etwas fehlt – heißt Gebet.

Jeden Augenblick wollen wir etwas und wirken dadurch auf die Realität ein, in der es nichts außer dem Wunsch und der Kraft des Wunsches gibt.

Jede Sekunde will ich etwas und bete darum. Unsere Wünsche verbinden sich miteinander und verwalten das ganze Universum, wodurch die neuen Bilder, die neuen Zustände bewirkt werden.

Wir bauen diese Welt mit unseren Gebeten auf! Alles, was wir brauchen – ist die Veränderung unserer Bitten, ungeachtet der Unlust des Herzen! Dann werden wir die neue Welt enthüllen, denn die ganze Welt ist eine Empfindung innerhalb meines Wunsches.

Die Wissenschaft der Kabbala stammt vom Wort „Kabala“ – das Erhalten, weil sie darüber spricht, was du im folgenden Augenblick bekommen wirst.

Nur du bestimmst, wie die Zukunft sein wird, was du darin bekommen und fühlen wirst. Ob du die Vision der Welt verändern kannst, indem du den Wunsch ausrichtest (was eben als das Gebet bezeichnet wird).

Wenn du das Gebet verändern wirst und anstelle des Verlangens, das du jetzt hast – nur das notwendige wünschen wirst, dann werden dadurch das ganze Weltbild und die Realität geändert sein.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 12.07.2010