Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesamtheit'

Die Welt ist ein Spielplatz

Eine Frage, die ich erhielt: Sie haben oft erwähnt, dass der Mensch die Gesamtheit der Natur in Harmonie bringen muss. Aber wurde die Natur nicht in Harmonie erschaffen?

Meine Antwort: Die Natur befindet sich in absoluter Harmonie, jedoch fehlt es dieser Harmonie an einem Element – dem „Ich“ des Menschen. Das fehlt der Harmonie der Natur wegen des dem Menschen innewohnenden Egoismus, der absichtlich in ihm erschaffen wurde. Wenn die Natur durch das Ego des Menschen betrachtet wird, erscheint sie ihm chaotisch und es fehlt ihr an Harmonie.

Es gibt eine Welt und eine Natur, die viel größer und weiter sind, sehr viel integraler und globaler, als das, was wir sehen. Es beinhaltet das gesamte System des Universums, wo alle Elemente ideal miteinander verbunden sind. Und dieses gesamte System wird von Kräften gelenkt, die wir nicht spüren oder sehen können. Der Grund, aus dem sie sich unserer Wahrnehmung und unserem Verständnis entziehen, ist unser Egoismus. Unser Egoismus steht dem im Weg und entstellt die Perfektion der Natur.

Deshalb betrachten wir dieses gewaltige globale und perfekte System als unvollkommen, denn es wird durch unseren Egoismus entstellt. Das gibt uns jedoch die Gelegenheit, uns selbst zu korrigieren: Durch unsere Bemühungen in Richtung Korrektur gleichen wir uns dem Schöpfer an.

Stellt euch vor, dass ich ein Puzzle in einem Spielwarengeschäft gekauft habe. Ich nehme es mit nach Hause, mische die Teile und gebe sie meinem kleinen Sohn, damit er sie wieder zusammensetzt. Warum zerbrach ich das Puzzle? Damit mein Sohn lernt und erkennt, wie man die Teile richtig zusammensetzt.

Daher sind unsere gesamte Gesellschaft, alles vom Menschen durch die Jahrtausende Geschaffene, unsere gesamte Kultur und Zivilisation nichts weiter als ein Spiel, das wir meistern müssen, um zu werden wie die Natur (der Schöpfer). Dann wird diese gesamte Welt aus unserer Wahrnehmung verschwinden und aufhören, zu existieren. Wenn wir die spirituelle Welt erlangen, wird unser gesamtes Universum, alles was wir heute durch unsere fünf Sinne wahrnehmen, einschließlich uns selbst und die Welt um uns, verschwinden. Die Welt wird verschwinden wie ein altes Spielzeug.

Stattdessen werden wir eine andere Ebene der Existenz, eine andere Welt, andere Formen des Umgangs miteinander und eine andere Stufe der Wirklichkeit wahrnehmen – eine, die ewig und vollkommen ist.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was geschieht, wenn man den Machsom überguert?
Blog-post: Die Wirklichkeit ist imaginär
Blog-post: Das Leben ist wie Legospielen

Das Konzept des “Umgebenden Lichts” verstehen (fortgeschritten)

Eine Frage, die ich von einem meiner Studenten erhielt: Ist es richtig zu sagen, dass das Umgebende Licht unsere Gedanken und Verlangen sind, die auf uns wirken?

Meine Antwort: Nicht ganz. Das Umgebende Licht ist nicht einfach unsere Gedanken und Verlangen, sondern es ist unsere korrigierten Gedanken und Verlangen. Es ist die Erfüllung, die uns erwartet und die wir empfangen müssen. Vielmehr ist das Umgebende Licht unsere korrigierten, guten und richtigen Gedanken und Verlangen. Es ist die tiefempfundene Verbindung untereinander, die auf uns wirkt. Und die Gesamtsumme unserer korrigierten Gedanken und Verlangen heißt „der Schöpfer“. Darum heißt der Schöpfer auf Hebräisch Bo-re, was „komm und siehe“ bedeutet.

Die positive Energie des Gebens und der Liebe, die in unserem künftigen Zustand existiert, wirkt auf eine Person und ihren gegenwärtigen Zustand. Diese Energie wird das Umgebende Licht genannt. Somit beeinflussen wir unseren unkorrigierten, gegenwärtigen Zustand durch unseren korrigierten, zukünftigen Zustand.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Der Schöpfer ist Ihr korrigiertes Selbst
Blog-post: Der Name des Schöpfers bedeutet: „Komm und siehe“ (Fortgeschritten)
Shamati #72: „Sicherheit ist die Kleidung des Lichts“

Die Gesamtheit der Menschen sollte wie Legosteine zusammenpassen

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist der Zweck Ihrer Versuche, die Menschen zu vereinen?

Meine Antwort: Jeder Legostein hat eine Anzahl von Kontakten, damit er an andere Teile passt. Je mehr Kontakte das Teil hat, umso kompatibler ist ihre Form und umso ausgeklügelter können ihre potenziellen Kombinationen sein.

Dieses Modell zeigt, wie wir durch alles, was wir tun, versuchen, eine effiziente Identität zu entwickeln, die mit einer maximalen Anzahl von Menschen zusammenpasst, ohne ihre „niederstufigen“-Identitäten, wie Nationalität, Religion etc., zu behindern.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Die Religion der Zukunft: „Liebe Deinen Mitmenschen“
Blog-post: Würdest du anderen dein Leben anvertrauen?
Blog-post: Berechnungen zum Vorteil des Ganzen aufstellen
Baal HaSulam Artikel: „Die Bürgschaft“ (Arvut)

Wie der Mensch in die gegenseitige Verbindung der Welt passt

Die Kabbala sieht das gesamte Universum – unsere Welt und die verborgene Höhere Welt – als eine einzige Welt, die nur in Bezug auf uns in zwei Teile geteilt ist. Indem man sich selbst korrigiert, kann man den zweiten Teil des Universums enthüllen.

Das Material der Schöpfung ist der Wille zu empfangen. Daher ist die gesamte Schöpfung ein einziger fühlender, lebender, schöpferischer Organismus. Nichts in der Schöpfung ist die Folge von zufälligen oder unwillkürlichen Erscheinungen, sondern alles, einschließlich unserer Welt, ist hier Teil eines allgemeingültigen Plans: alle Teile der Schöpfung zur Perfektion zu führen.

Die Korrektur des Menschen bestimmt den Ablauf des Systems – ob es aktiv, intelligent und tragfähig ist. Es gibt ein Gesetz, das besagt „das Ganze ist identisch mit all seinen Teilen“ („Prat u Klal Shavim„), und deshalb agieren alle Prinzipien, die in der Gesamtheit der Schöpfung wirken, ebenfalls in den einzelnen Körpern, im gesamten Ökosystem, in jeder Familie, Gesellschaft und in der globalen Wirtschaft.

Wegen der allgemeinen gegenseitigen Verbindung von allem im Universum, muss jeder Organismus und alle Ebenen des Systems gesund sein; andernfalls werden sie die Gesundheit des allgemeinen Systems untergraben. Ihre gegenseitige Verbindung und die gegenseitige Einbeziehung aller einzelnen Teile in all die anderen Teile verpflichtet sie dazu.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Wir müssen ein Teile des Systems der Natur werden

Frau, die Welt wartet auf dich!


Zur Ehre des Internationalen Frauentages wurde ich gefragt, was ich sagen würde, wenn ich die Gelegenheit hätte, zu jeder Frau in der Welt zu sprechen.

Nun, ich würde Folgendes sagen: Frauen – ich verzweifle an den Männern… Ich erwarte Ernsthaftigkeit von euch und versteht, dass ihr enorme Kraft habt und dass genau ihr es seid, die die Welt verändern können. Wie? Indem ihr versteht, wie die Welt funktionieren soll.

Ebenso wie ihr innerlich wisst, wie eine Familie funktionieren soll, wie Dinge gestaltet werden und alles ablaufen soll – alles an seinem Platz – die Kinder, der Ehemann, die Küche, alles, habt ihr gleichermaßen die Fähigkeit und die Kraft zu verstehen, wie die Welt gestaltet werden soll und dann den männlichen Teil zu mobilisieren, dieses durchzuführen.

Wir befinden uns insgesamt in einem einzigen kleinen Haus, die Gesamtheit der Menschheit ist sehr klein und die Erde – unser Heim – befindet sich in einem sehr durcheinandergeratenen und beunruhigenden Zustand. Es ist sehr gefährlich. Ich bin sicher, dass genau ihr, Frauen, diese Korrektur hier beginnen und die Männer dazu zwingen könnt, diese gefährlichen Spiele zu stoppen.

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Ist Atheismus mit der Kabbala vereinbar?


Eine Frage, die ich erhielt: Seit längerem geht mir folgendes durch den Kopf. Wir sagen, dass die Kabbala keine Religion ist oder irgendein Glaubenssystem erfordert. Aber mittlerweile wird Atheismus sogar von vielen als eine Religion angesehen und sie entwickelt sich als eine der schnellsten, selbst wenn dies als Widerspruch erscheint, denn viele betrachten Religion als ein System des Glaubens an Gott. Jedenfalls sagt man, dass das Kabbalastudium weltlich ist. Daher meine Frage: Kann ein Atheist ein Kabbalist sein oder erfordert die Kabbala einen Glauben an Gott? Schließlich ist das Ziel der Kabbala wie Gott zu werden.

Meine Antwort: Die Kabbala unterscheidet sich von „all den anderen“ (egal ob Religion oder nicht) darin, dass sie eine klare Erlangung des Schöpfers ermöglicht, damit du den Schöpfer so wahrnimmst wie einen Freund und sogar darüber hinaus. Daher gibt es in der Kabbala keinen Platz für einen Glauben an etwas, was andere dir erzählt haben. Du musst vielmehr dich selbst, die gesamte Welt und alle Seelen erlangen, und innerhalb von ihnen – den Schöpfer in Seiner Gesamtheit.

Atheismus ist der Glaube, dass der Schöpfer nicht existiert, wohingegen Religion der Glaube ist, dass der Schöpfer existiert. Demgegenüber ist Kabbala die Enthüllung des Schöpfers – durch Erforschung der Natur innerhalb dir selbst oder in deinen Wahrnehmungen.

Diesbezüglich ist die Kabbala den Wissenschaften ähnlich. Allerdings enthüllen die anderen Wissenschaften die Welt innerhalb unserer bisherigen Sinne, wohingegen die Kabbala dies mit einem zusätzlichen Sinn macht – und zwar mit der Seele, die du erst in dir entwickeln musst. Jedenfalls spricht die Kabbala, wie jede andere Wissenschaft auch, nur über Dinge, die man mit eigenen Sinnen wahrnehmen kann! Sie interessiert sich nicht für etwas, das nicht wahrnehmbar ist oder nicht erforscht, wiederholt und geprüft werden kann und betrachtet so etwas als unwirklich. Diese Herangehensweise macht sie definitionsgemäß zu einer Wissenschaft. In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“ wird Kabbala folgendermaßen definiert: „Kabbala ist die Methode, allen Menschen dieser Welt den Schöpfer zu enthüllen“ – und zwar jeder Person und allen zusammen.

Wie alle Wissenschaften verwendet auch die Kabbala wissenschaftliche Methoden und Werkzeuge (auch wenn Wissenschaftler dem nur schwer zustimmen werden, da sie gewohnt sind, die Welt ausschließlich durch unseren tierischen Körper zu erforschen). Die wissenschaftliche Methode setzt folgendes voraus:

  • Jede wissenschaftliche Aussage muss durch ein Experiment bewiesen sein.
  • Jede wissenschaftliche Aussage kann auch als unrichtig erwiesen werden.
  • Es ist zwecklos einen Gedanken zu diskutieren, der in der Praxis nicht bewiesen werden kann. Als Beispiel dient folgende wissenschaftliche Meinung über die Existenz G-ttes : Immanuel Kant hat aufgezeigt, dass weder die Existenz G-ttes noch seine Nichtexistenz bewiesen werden können. Der bloße Begriff eines unerreichbaren und allmächtigen G-ttes kann nicht Gegenstand eines Experiments sein, denn wenn G-tt allmächtig ist, könnte er auch das Ergebnis des Experiments kontrollieren. Die Menschen akzeptieren keinen Gott durch Beweisführung, sondern nur durch den Glauben. Daher liegt die Vorstellung eines G-ttes außerhalb der Wissenschaft. Sämtliche Fragen „Warum ist etwas so oder so?“ können dann mit einem „Weil es G-ttes Wille ist“ beantwortet werden. (Religionen zwingen die Menschen, alle Fragen auf diese Weise zu beantworten, weshalb der wissenschaftliche Fortschritt verzögert wurde. ) Kabbala ermöglicht uns durch ihre Anwendung, den Schöpfer und Seine Handlungen zu enthüllen. Jedenfalls steht sie Dingen gleichgültig gegenüber, die in der Praxis nicht verifizierbar sind, so wie unsere weltlichen Wissenschaften auch.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss logisch sein und darf den bereits bekannten Gesetzen nicht widersprechen. Gewöhnlich werden alte Gesetze zu spezifischen Fällen der neuen Gesetze.
  • Jede wissenschaftliche Aussage muss auf ihre eigenen „Schwachpunkte“ hinweisen; es muss erwähnt werden, welche ihrer Teile Gegenstand eines Zweifels oder Widerspruchs sind.
Verwandtes Material:
Blog-post: Kabbala läßt keinen Raum für Glauben
Blog-post: Einige Zitate von Albert Einstein
Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel
Artikel: Unterschied der Kabbala von der Religion