Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gerechter'

So werden, wie es der Schöpfer wünscht

Rabash, Notiz 342, „Noah, der Gerechte“: 

Und dann gelangt er zu dem Zustand „Noah wandelte mit dem Schöpfer“, das heißt, wenn sich der Schöpfer dem Menschen offenbart, der beginnt, die Existenz des Schöpfers zu spüren, hat er keine Wahl und erlischt wie eine Kerze vor einer Fackel.

Sich vor dem Schöpfer wie eine Kerze vor einer Fackel zu annullieren bedeutet, alles zu tun, was der Schöpfer von uns will, und nichts Weiteres von Ihm zu verlangen. Nur darum zu bitten, dass Er uns ermöglicht, so zu sein, wie Er es wünscht.

Frage: Wie kann man eine Antwort erhalten, um zu verstehen, wie der Schöpfer einen sehen möchte?

Antwort: Er möchte, dass man ein Gerechter (Zaddik) wird. Ein Gerechter ist jemand, der alle Handlungen rechtfertigt, die der Schöpfer an ihm vollzieht.  

Es heißt, dass der Mensch sich gewissermaßen selbst täuschen muss, obwohl er die Realität so sieht, wie seine Augen sie wahrnehmen, dennoch alles als vollkommen annehmen muss.

Selbst wenn er seine Existenz als unvollkommen ansieht, glaubt er dennoch, dass all dies vom Schöpfer zu ihm kommt, und nimmt es als vollkommen an.

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Aus einer Lektion nach den Aufzeichnungen von Rabash

 

Früchte in der spirituellen Arbeit

Der fruchttragende Baum ist ein Zeichen für Heiligkeit, und ein Mensch, der keine Früchte trägt, ist ein Zeichen für Unreinheit und wird „unanständiger weiser Schüler“ genannt. So steht es geschrieben: ‚Die Frucht eines Gerechten, ein Baum des Lebens.‘ Was sind die Früchte eines Gerechten? Gebote und gute Taten“. (Rabash, Notiz 883. “Denn der Mensch ist der Baum des Feldes”)

Frage: Was ist der fruchttragende Baum in einem Zehner, der zur rechten Zeit Früchte trägt?

Antwort: Das ist ein Baum, der viel Wasser aufnimmt und deshalb in guter Erde an einem guten Ort wächst und viele gute Früchte trägt.

Frage: Wie pflegt man ihn, um der richtigen Stufe näherzukommen?

Antwort: Man muss ihn rechtzeitig gießen und die trockenen Äste abschneiden. Es gibt sehr viel Arbeit bei der Pflege von Gartenbäumen. Schließlich erhält man einen fruchtbaren Baum, der einen gut nährt.

Frage: Was betrachten wir als Früchte in der spirituellen Arbeit?

Antwort: Unsere korrigierten Eigenschaften.

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Aus einer Lektion basierend auf den Notizen von Rabash, 28.10.2024

Nichts ist so ganz wie ein gebrochenes Herz

Frage: Von Zeit zu Zeit stoße ich auf eure Diskussionen über den Zustand der Gruppe insgesamt und jedes einzelnen und staune, wie unkorrigiert, wie unwürdig ihr noch seid. Die Gruppe ist noch keine richtige Gruppe, ohne freundschaftlichen Zusammenhalt. Wo ist denn euer Vorankommen?

Meine Antwort: Ich danke Ihnen für die Frage. Vielleicht werden Sie aus ihr heraus auch Ihren eigenen Zustand erkennen.

Je höher ein Mensch aufsteigt, desto mehr Laster und Schwächen sieht er in sich selbst und in seiner Gruppe, weil das höhere Licht O“M auf ihn scheint und er sich in Relation zu immer höheren Stufen sieht.

Und wenn sie über sich selbst sprechen, denkt ein Außenstehender, dass auch er sich mit ihnen auf dem gleichen oder sogar noch höheren Niveau befindet, denn er sieht solche Makel in sich selbst nicht, weil er sich bezüglich des Niveaus bewertet, auf dem er sich selbst befindet!!!

Darüber steht geschrieben, dass „die geraden Wege des Schöpfers nur die Gerechten gehen können“, die, nach all den Makeln, die sie in sich enthüllen, den Schöpfer, der für diese Zustände verantwortlich ist, rechtfertigen – denn „Es gibt nichts außer Ihm“.

Sehen Sie als Beispiel, wie in der Tora das Volk Israel auf seinem spirituellen Weg ständig Sünden begeht! Sehen Sie auch „Der brennende Dornbusch in Kotzk“ u.a.

Und Außenstehende glauben, dass sie besser sind als diejenigen, die sich ganz der spirituellen Entwicklung hingeben, weil sie die drei Linien nicht in sich haben, was bedeutet, sich über sich selbst erheben zu können, gegen den Verstand.

Wie geschrieben steht: „Die Meinung der Tora steht der Meinung von Kleinbürgern entgegen“. Ihr falsches (weltliches, egoistisches) Verständnis unserer Zustände entfernt sie von uns und das ist sowohl für sie als auch für uns besser.

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Das Angebot des Schöpfers annehmen

Alles, was wir auf dieser Welt vorfinden, ist für unsere Korrektur – unsere Arbeit – notwendig.

Es gibt nichts sonst, nichts kann hinzugefügt oder entfernt werden. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt, weil es vom Gefäß, das vollkommenen erfüllt ist von seinem Licht – von der Form, die das Endziel, den Idealzustand beinhaltet, hervorgeht. Es fehlt lediglich unsere Teilnahme – unsere Zustimmung zu diesem Idealbild, dem vollkommenen Zustand, der durch den Schöpfer erschaffen wurde.

Wir aber müssen aus der Finsternis heraus –  dem entgegengesetzten Zustand, über Zweifel und  Klärungen – zustimmen,  indem wir all die Für und Wider abwägen. Erst wenn ein Mensch alles geprüft und abgewogen hat, kommt er zur Überzeugung, dass der Schöpfer gut und Gutes tuend ist; der Schöpfer steht über der Schöpfung. Er ist der Anfang und das Ende und „Es gibt nichts außer Ihm“. Dann gibt er dem Schöpfer in aller Dankbarkeit all die heiligen Namen für jede Seiner Handlungen und jene Lenkung, die enthüllt wurde.

Zunächst müssen wir dieses „Bild“ zerlegt untersuchen, um zu verstehen und zuzustimmen, dass es zerbrochen ist, und es an uns liegt, es wieder zusammenzufügen, indem wir gemeinsam an unserer Verbindung arbeiten. Auch wenn wir glauben, dass die Welt zerbrochen ist, betrifft das Zerbrechen genau genommen unsere Beziehungen.

Die Probleme erscheinen im Äußeren: in der Wirtschaft, der Ökologie, den gewöhnlichen Beziehungen am Arbeitsplatz, in der Familie, zwischen Partnern und Kindern, auf allen Ebenen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur. Überall herrscht Chaos und Verwirrung. Wir müssen uns das System verknüpft mit der kompletten Verbindung zwischen den Menschen vorstellen. Nur durch die Verbesserung unserer Beziehungen zueinander können wir das System auf all seinen Stufen verändern: der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und darüber hinaus auf der menschlichen Stufe, in sozialen Systemen, aufgrund derer sich der Mensch über die tierische Welt erhoben hat.

Seit Anbeginn wollte sich der Mensch in öffentlichen Beziehungen, Technologie, Handel und Industrie entfalten. Doch alles davon basiert auf den Beziehungen zwischen den Menschen. Dies ist der einzige Ort, den wir beeinflussen und verändern können. Indem wir unsere Beziehungen, die uns näher zur Wahrheit, Verbindung, Einheit und gegenseitiger Bürgschaft bringen, verbessern, werden alle übrigen Ebenen dieser Welt korrekt miteinander verbunden werden, ihre Plätze einnehmen und die ganze Welt wird sich beruhigen und Wohlstand erlangen.

Für diese Arbeit reicht es nicht aus, sich als „Gerechter“, der vermeintlich nichts für sich selbst verlangt, darzustellen. Es gibt nichts, was wir tun können; wir wuchsen im Egoismus auf. Dafür brauchen wir uns nicht zu schämen, wir müssen nur das Böse erkennen und es korrigieren: um eine ehrliche Berechnung mit uns selbst zu machen, müssen wir uns ändern.

Jeder ist zur inneren Korrektur auf seiner Stufe verpflichtet, wie gesagt wird: „Erziehe das Kind entsprechend seiner Stufe“. Jedoch muss jeder irgendwie seine Natur korrigieren. Deshalb müssen wir in drei Linien arbeiten. Die linke Linie ist das Böse in uns, das zunehmend enthüllt wird. Die rechte Linie ist die Korrektur dieses Egoismus durch die Kraft des Gebens, die wir, abhängig zu unserer Verbindung, von oben anziehen.

Aus diesen beiden Linien erschaffen wir eine dritte. Das Verlangen zu empfangen der linken Linie, welches durch das reformierende Licht korrigiert wird, verwandelt sich in ein spirituelles Gefäß, genannt Seele. Und darin wird, entsprechend der Gleichheit der Form, das neue integrale System enthüllt. Das heißt, dass der Schöpfer sich in den Geschöpfen, innerhalb der Verbindung der Seelen, offenbart.

Shochen herrscht in Shechina (Göttlichkeit). Das bedeutet die Arbeit in der mittleren Linie. [121297]

Aus der Vorbereitung zum täglichen Morgenunterricht 24/11/13

Die Phase der Verhüllung möglichst schnell durchlaufen

Für einen Anfänger ist es typisch, Hindernisse bekämpfen bzw. sie aus dem Weg räumen zu wollen. Er begreift noch nicht, dass sie alle von „Es gibt niemanden außer Ihm“ kommen, und hält sie für reine Zufälle oder Pech im Leben.

Er kann sich noch nicht durch diese Hindernisse mit dem Schöpfer verbinden und erkennt nicht, dass alles, was im Leben geschieht, von Ihm kommt. Deshalb stößt er sie in seinem Egoismus ab und ärgert sich über die anderen, er möchte ein ruhiges, glückliches Leben führen, wie es in dieser Welt bei allen, die noch keine Verbindung mit dem Schöpfer spüren, üblich ist. Das sind die Anfangsschritte unserer Arbeit.

Doch nachdem der Mensch Anstrengungen unternommen hat, um sich der Gruppe anzuschließen, sich mit dem Lehrer und den Büchern zu verbinden, beginnt das Licht immer mehr auf ihn einzuwirken. Und obwohl er das nicht spürt, nimmt er Veränderungen in sich wahr. Denn er beginnt bereits seine Verbindung mit der lenkenden Kraft, mit der Ursache aller Geschehnisse zu erkennen, die sich irgendwo in der Natur, in seinem Inneren befindet und Verlangen und Gedanken in ihm erweckt.

Es gibt in ihm irgendeinen lenkenden Faktor, und er beginnt Verbindung zu ihm herzustellen, indem er versucht zu begreifen, wozu, zu welchem Zweck Er das alles macht und wie man darauf reagieren soll.

Der Mensch lebt sehr lange, bis er zur Wahrnehmung kommt, dass alle Geschehnisse durch irgendwelche innere Ursachen, die vom Schöpfer ausgehen, ausgelöst werden. Und dann begreift er, dass er tatsächlich sehr viele Anstrengungen in der Gruppe, in der Verbreitung und im Studium unternehmen muss, um diese Phase der Verhüllung möglichst schnell zu durchlaufen.

Und wenn er nicht mehr vergisst, dass alles von der inneren Kraft, die ihn auf diese Weise erweckt und ausrichtet, ausgeht, wird seine Arbeit bewusster, genauer und praktischer. Auf diese Weise akkumuliert er in sich das ausreichende Verlangen nach der Enthüllung Desjenigen, der alles rundum organisiert, damit diese verborgene Verbindung endlich enthüllt wird.

Doch auch danach gibt es noch Arbeit, die bis zum Ende der Korrektur durch Hindernisse verläuft. Die Frage besteht nur darin, wie schnell der Mensch sie erkennen und zur Hilfe für die Verbindung, für die Verschmelzung mit dem Schöpfer umkehren wird.

Denn das Licht leuchtet unser unkorrigiertes Verlangen aus und enthüllt jedes Mal immer tiefere Schichten davon, und das ist das Einzige, was den Schmerz in uns hervorruft. Doch der Schmerz ist ein Krankheitssymptom für den sich enthüllenden Egoismus, für die Fehlerhaftigkeit! Und genau dann haben wir die die Möglichkeit, uns zu korrigieren und uns selbst und die ganze Welt auf die Waagschale der Verdienste zu neigen.

Deshalb muss man an sich selbst arbeiten, um jegliche Zustände zu rechtfertigen, die immer empfindlicher und bemerkbarer werden und immer mehr reizen. Je weiter der Mensch vorankommt, desto größere und tiefere Hindernisse ihm in den Weg gestellt werden, desto schmerzhafter werden die Schläge. Doch gleichzeitig gewinnt er an Erfahrung und begreift bereits, was mit ihm geschieht, obwohl selbst ein Gerechter ebenfalls fällt und zum „Sünder“ wird, um sich erneut aufzurichten und zum Gerechten zu werden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 06.05.2011

Die ehrenvolle Aufgabe, ein Gerechter zu werden

Frage: Wie kann man vom Zustand „Sünder“, der nicht in der Lage ist, den Schöpfer zu rechtfertigen, zum Zustand „Gerechter“ übergehen?

Meine Antwort: Sich als „Sünder“ wahrzunehmen ist ein sehr guter, nützlicher Zustand, ohne den es nicht geht. Während in dir der Egoismus erwacht, du dich aber „unter dem Schutz der Tora“ befindest, hast also etwas, worauf du dich stützen kannst, – hast du das Licht, dank welchem du verstehst, dass du einen Fall, einen Abstieg durchlebst.

Du fällst, weil du noch nicht das neue Verlangen, welches sich gerade in dir enthüllt, korrigiert hast. Und darum nennst du dich „Sünder“.

„Sünder“ ist eine spirituelle Stufe, und zwar eine sehr ehrenvolle. Das bedeutet, dass ich einen Zustand erreicht habe, in dem der Schöpfer versteht, dass Er mir eine noch größere Last aufbürden kann und ich sie korrigieren kann! Er lädt mich quasi ein und teilt mir eine noch wichtigere, zusätzliche Aufgabe zu.

Ich habe jedoch noch nicht geschafft, diese zusätzliche Last zu korrigieren, und kann mich diesbezüglich nicht auf das Geben ausrichten, und deshalb halte ich mich in diesem Zustand noch für einen Sünder. Ich zerfresse mich jedoch nicht deswegen – sondern rechtfertige den Schöpfer, danke Ihm, freue mich auf die Möglichkeit, die sich mir eröffnet hat.

Das ist etwas ganz anderes, als das, was sich ein normaler Kleinbürger dabei denkt, wenn er das Wort „Sünder“ hört, – es ist im Gegenteil ein sehr würdevoller Zustand. Aus der gesamten Mannschaft hat der Anführer ausgerechnet mich ausgesucht und mir gesagt: „Nur du bist in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen!“

Mir wird also eine zusätzliche Belastung des Herzens gegeben, und damit mach ich mich auf den Weg zu einem Sondereinsatz. Doch im Moment bin ich noch ein Sünder – bis ich die Aufgabe erfüllt habe und zu einem Gerechten geworden bin.

Der Pharao verstand selbst, dass er ein Sünder und der Schöpfer ein Gerechter ist. Das heißt, jeder Zustand auf der spirituellen Leiter ist spirituell. Sünder sind hohe Stufen, die den Gerechten vorangehen. Auf diese Weise wechseln sich diese Zustände ab: mal Sünder, mal Gerechter, und wieder: Sünder und Gerechter, immer und immer wieder. Als ob ich mich auf zwei Beinen bewegen würde – das eine eines Sünders und das andere eines Gerechten.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 02.05.2011

Die Spiritualität wird von uns erschaffen!

Frage: Wenn wir ein Kind großziehen, dann versuchen wir mit allen Mitteln, es auf das Leben in dieser Welt vorzubereiten. Wie können wir aber in die spirituelle Welt eintreten, wenn wir nicht die geringste Vorstellung von ihr haben?

Meine Antwort: Ein Mensch, der sein Elternhaus verlässt und in das Erwachsenenleben hinausgeht, um dort erfolgreich zu sein, kann auf die Erfahrung von anderen Menschen zurückgreifen. Dabei ist es unwichtig, was er werden will: ein Dieb, ein Gerechter, ein Wissenschaftler oder ein einfacher Verkäufer vom Markt. Alle diese Modelle in ihrer egoistischen Erscheinungsform kann er in der Gesellschaft finden.

Was jedoch einen Menschen betrifft, der spirituell voranschreitet, so hat er keine Beispiele, keine Unterstützung. Er muss selbst seine Umgebung aufbauen. Denn das Einzige, was die gesamte Realität ausfüllt, ist das höhere Licht, und ohne den Menschen existieren keine Welten.

Im gleichen Augenblick, in dem ich mein Verlangen nach der Spiritualität in Bewegung setze, erschaffe ich sofort alle Welten zwischen mir und der Unendlichkeit. Es ist so, als würde ich diese Leiter zur Spiritualität errichten, die nur in Form von Reshimot (spirituellen Genen) existiert.

In dem Shamati-Artikel „Das Wesen des spirituellen Erfassens“ schreibt Baal HaSulam: „Alle Welten mit ihrer Vielzahl an Stufen existieren nur hinsichtlich der Seelen“. Aus diesem Grund kann ich nicht wie in unserer Welt danach verlangen, dass mir erklärt wird, wie ich mich in der Spiritualität verhalten soll. Ich selbst muss die spirituelle Welt, die es nicht gibt, formen.

Ich selbst muss mir die Haltung der Höheren Stufe mir gegenüber und meine Haltung ihr gegenüber vorstellen. Und wenn diese meine Vorstellung den existierenden Reshimot entspricht, fügt sich alles auf wundersame Weise entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften. Wenn ich aber die Ähnlichkeit der Eigenschaften nicht gefunden habe, dann gibt es keine spirituelle Realität für mich. Denn sie existiert nur hinsichtlich des Menschen, der sie enthüllt, errichtet, formt.

Mit andren Worten, muss die spirituelle Welt von uns selbst erschaffen werden. Wir müssen uns an den Schöpfer mit einer solchen Bitte wenden, die genau dem entspricht, was uns von oben in den Reshimot vorherbestimmt wurde.

Genau aus diesem Grund heißt der Schöpfer auf Hebräisch „Bore“ („Bo“ – komme und „Re“ – siehe). Denn gerade du erschaffst Ihn! Gerade du errichtest diese Form.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 18.03.2011

Dort, wo die Sünder zurücktreten

Wir arbeiten außerhalb unseres Materials, dem Verlangen zu genießen. Dieses Verlangen soll ständig wachsen, damit auch wir wachsen können, indem wir außerhalb von Ihm eine Form des Gebens und der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erlangen.

Und deshalb empfinden wir den wachsenden Wunsch als das Leiden. Es beginnt erst dann, wenn der Mensch dazu bereit ist. Es steht geschrieben: „Das Leiden, das zu den Sündern kommt, fängt mit den Gerechten an“. Mit anderen Worten: Die negativen Formen werden in demjenigen offenbart, der früher ein Gerechter war, der den Aufstieg geschafft und sich vorbereitet hat.

Die Anfänger, die die Methode noch nicht ganz verstehen, geraten dadurch in Verwirrung: „Warum treten trotz der angestrengten Bemühungen solche schlechten Zustände ein? Plötzlich geht die Begeisterung verloren, und alles wird gleichgültig …“. Aber mit der Erfahrung kommt die Weisheit, und der Mensch erkennt, dass der Weg durch den Abstieg und den Widerstand gegen den egoistischen Trieb führt

Das spirituelle Ziel wird für mich immer fragwürdig sein: „Wofür schreite ich voran? Soll ich gegen die Selbstsucht, gegen die Natur kämpfen? Ist es normal, in solchen Abstiegen ohne jedes Streben und die Absicht zu arbeiten?“ Der Mensch fühlt sich benachteiligt und hilflos und empfindet seinen Zustand als unwürdig und unverdient.

Es ist eben jene Stelle, über die geschrieben steht: „Die Gerechten werden vorankommen und die Sünder werden zurücktreten“. Hier handelt es sich darum, dass wir aus unserer Natur herauskommen sollen. Jedes Mal, wenn der Mensch sich für einen solchen Aufstieg vorbereitet hat, gibt man ihm eine neue „Belastung des Herzens“, damit er noch höher aufsteigt. So kommt er auf dem spirituellen Wege voran.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Das Elend, das zu den Sündern kommt…“, 5.01.2011

Die „Vertreibung“ aus der Absicht

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich den Menschen in dieser Welt helfe – dann kann ich doch infolge diesen Handlungen das Licht heranziehen, das die Seele korrigiert?

Meine Antwort: Es hängt von deiner Absicht ab – wenn du wirklich die Absicht des Gebens hast, dann wirst du natürlich das Licht heranziehen können. Wenn du aber der Greisin auf der Straße hilfst und dabei denkst, was für ein Gerechter du bist, dann schadest du dir dadurch.

In der Welt gibt es Millionen von Menschen, die bereit sind, anderen zu helfen, und sie machen die guten Taten auf dem materiellen Niveau, aber aus irgendeinem Grunde wird die Welt davon nicht besser! Die ganze Wohltätigkeit bringt keine positiven Ergebnisse, weil es nicht die Handlungen sind, die die Welt verändern, sondern die Absicht mit der ich sie ausführe.

Der Schöpfer braucht unsere Handlungen nicht, wenn wir sie egoistisch durchführen. Man muss zuerst fragen, ob sie das Herz korrigieren?! Bevor man ein Gebot oder eine beliebige vortreffliche Handlung erfüllen möchte, soll man zuerst eine richtige Absicht schaffen. Und wenn man sie nicht hat, dann sollte man sich überlegen, ob man diese Tat ausführt oder nicht.

Wenn sie lebensnotwendig ist, dann bin ich verpflichtet, diese Handlung sogar ohne Absicht zu erfüllen, weil sie weder „getadelt noch erfordert wird“. Aber wenn sie über das dem tierischen Körper Notwendige hinausgeht, dann darf man sie nicht mit der egoistischen Absicht durchführen. Indem ich die egoistischen Handlungen begehe, schade ich der Welt, und entfremde mich der Spiritualität, wodurch Unglück auf mich, sowie auf diese Welt herangezogen wird.

Dieser allgemeine Zustand, worin die Handlungen ohne Absicht ausgeführt werden, heißt die „Vertreibung“. Wenn man sich aber wieder den Handlungen mit der Absicht des Gebens zuwendet, dann bezeichnet man dies als die „Befreiung“ – mit jeder solchen Handlung wirst du den Schöpfer eröffnen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Freiheit des Willens“, 24.12.2010

Kein Dieb sein

Eine Frage: Wir erziehen ein Kind mit Liebe und versuchen, es ständig zu loben und anzuspornen.

Warum habe ich das Gefühl, dass der Schöpfer uns mehr mit dem Stock erzieht als mit dem Ansporn?

Meine Antwort: Es heißt : „Jeder urteilt nach seiner Verdorbenheit“.

Aber wenn dir Seine Beziehung zu uns offenbart wird, dann wirst du erkennen, mit welcher unendlichen Barmherzigkeit Er handelte. Wir können es leider mit unseren egoistischen Augen weder sehen noch verstehen.

Sogar wenn du heute einen 100%-igen Genuss bekommst und im nächsten Moment die neuen Informationsgene (Reshimot) offenbart werden, wirst du nichts mehr von dem Genuss fühlen; dann fragst du: „Wo ist Er denn, der mich geschaffen hat? Warum füllt er mich nicht mehr?!

Aus der Sicht des Egos sind es gerechte Forderungen. Wenn Er das Verlangen zu genießen geschaffen hat, warum sollte Er dieses Verlangen dann nicht auch füllen? Wir verstehen nur noch nicht, dass er uns auf einer anderen höheren Ebene den Genuss verschaffen will, doch dafür müssen wir Ihm erst gleich werden.

Aus unserer Ebene ist es unmöglich, den Schöpfer zu rechtfertigen. Deswegen beginnt die Stufe des Gerechten bei Bina und steigt höher.

Weil wir die ganze Zeit die Schläge auf unserem Ego fühlen, haben wir die Möglichkeit, mit dem „Glauben über dem Wissen“ voranzuschreiten. Wenn wir uns in ständigen Problemen und Verzweiflungen befinden, sind wir in der Lage, uns von unserem Ego loszureißen. Aber wenn der Schöpfer mich immer wieder mit Genüssen befüllen würde, dann würde ich laufen und schreien wie ein Dieb vor der Menge: „Haltet den Dieb auf!“.

Ich würde Ihn von morgens bis abends anpreisen: „Es lebe der Schöpfer, gut und Gutes tuend!“ Ich wäre Ihm so dankbar für sein gutes Verhalten meinem Ego gegenüber.

Aber wir müssen uns über unsere leeren Verlangen erheben; sogar nicht nur über die leeren, sondern auch über die leidenden Verlangen. Wenn der Mensch sich über diese Empfindungen erheben kann und bereit ist, zu geben, dann erzeugt er die erste Einschränkung (Zimzum) und den Schirm auf sein Ego.

Und wenn er dabei noch den Genuss bekommen kann, aber nicht für sich, sondern bereit ist, innerlich leer zu bleiben und nur von dem Geben an den Schöpfer zu genießen, dann wird er ein richtiger Gerechter sein.

Auszug einem Unterrich über den Artikel „Frieden in der Welt“, 23.12.10