Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Am Ende des letzten Exils

Der Sohar, Abschnitt „Wajikra“, Punkt 80: Als er zu ihr kam, sah er, dass sie im Staub lag. Wer sah die Pracht der Königin zu dieser Zeit, und die Bitte des Königs an sie? Schließlich hielt der König sie in seinen Armen, hob sie auf und brachte sie zu seinem Palast. Und er schwor ihr, dass er sich nie wieder von ihr trennen werde und nie mehr fern von ihr sein werde.

Jedes Mal kommt ein immer größeres Zerbrechen, ein immer realeres Exil. Das letzte Exil ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem vorangegangenen.

Denn der Unterschied zwischen ihnen besteht in der Enthüllung des Bösen, in der Enthüllung der Dicke des egoistischen Verlangens (Awiut) auf der Stufe Alef (Ego-1), Bet (Ego-2), Gimel (Ego-3) und Dalet (Ego-4).

Während des letzten Exils hat sich das Ego-4 enthüllt, und alle vorangegangenen Exile waren lediglich Vorbereitungen dazu. Denn gerade das Ego-4 muss korrigiert werden.

Alle anderen Exile und Stufen des Egos existieren nicht für sich allein, wie auch die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufen nur dazu da sind, damit die menschliche Art, das Ego-4, entsteht.

Genauso kann sich auch die vierte Stufe der Entwicklung des Verlangens, Malchut, ohne die Stufen 0, 1, 2, 3 nicht enthüllen. Doch gerade Malchut der Stufe 4 ist das Ziel, in ihr werden alle Korrekturen vollzogen.

Daher ist dieses letzte Exil auch so besonders, es entspricht der Stufe „Mensch“ in dem Verlangen zu genießen.

Gerade hier enthüllen sich Bedürfnisse, Bestreben, Verlangen und Ziele des Schöpfers hinsichtlich aller Geschöpfe, einschließlich der Stufen 0, 1, 2, 3, – das, was Er von ihnen will.

Genauso teilt sich auch dieses letzte, vierte, Exil seinerseits in Unterstufen auf: die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche.

Es hat vor fast 2000 Jahren begonnen, doch erst jetzt treten wir in das vierte, menschliche, Stadium des vierten Exils ein, wenn der Mangel an Erfüllung sich auf der Stufe des Menschen offenbart, was die Ausbreitung von Depressionen, den Familienzerfall, die Erziehungskrise, sprich alles, was sich auf die Stufe „Mensch“ bezieht, bedeutet.

Das Hauptproblem ist nicht mehr der Hunger (die tierische Stufe), sondern gerade die inneren Probleme, auf der menschlichen Stufe, welche es in den vorangegangenen Zuständen nicht gab.

Deshalb hat der König die Königin für lange Zeit in die Ferne verbannt. Damit aber die Möglichkeit gegeben ist, sich aus einem solchen Abstieg zu erheben, und damit dies zur Verbindung mit Ihm führt, erscheint Er selbst im zerbrochenen Zustand und enthüllt ihn nach und nach. Die Königin liegt im Staub, und der König muss sich ihr gerade in einem solchen Zustand enthüllen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.05.201

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Empfänger für den Bereich des Gebens

Alles, wovon die Kabbalisten uns erzählen, hat in ihren Empfindungen stattgefunden. Doch auch in mir, in meiner Materie, findet es gerade statt, nur empfinde ich es nicht! Ich muss die Eigenschaften jener Prozesse, die ich wahrnehmen möchte, erlangen, dann werde ich sie empfinden. Alle Handlungen, die in der Lehre von den zehn Sefirot beschrieben sind, finden in uns statt – eine unendlich große Anzahl von Handlungen pro Sekunde. Doch wir nehmen sie nicht wahr, weil wir „(spirituell) bewusstlos“ sind.
Auch in der materiellen Welt ist es genauso: ich werde gerade von Tausenden von Wellen durchdrungen, Wellen von all den Geräten dieser großen Stadt gehen in diesem Moment durch mich hindurch – Millionen von Telefongesprächen sowie alle Radio- und Fernsehkanäle! Mithilfe von Geräten können wir diese Wellen wahrnehmen.

Genauso befinden auch wir uns gerade inmitten der spirituellen Natur, wo die von den Kabbalisten beschriebenen Handlungen stattfinden, und wir müssen lernen, sie zu erkennen.

Wir müssen empfindsam dem Geben gegenüber werden: was ist Geben, wem soll ich geben und wozu, welche Belohnung gibt es dafür, lohn es sich, das zu tun, oder nicht? Wenn ich beginne, mir das klar zu machen, dann werde ich ein Sinnesorgan in mir entwickeln, welches die Eigenschaften des Gebens wahrnimmt. Dann werde ich plötzlich anfangen, die Wellen des Gebens wie Radiowellen zu hören. In mir wird ein Empfänger entstehen, der verschiedene Arten von Wellen des Gebens, welche Lichter genannt werden, auffängt.

Und durch die Wellen werde ich anfangen, die Quellen, von denen sie kommen, zu enthüllen sowie wohin, zu wem, zu welchem Zweck und warum sie gehen. Und das Wichtigste – was ist das für eine Sendestation, die diese ganzen Wellen erzeugt?  Der Schöpfer!

Doch all das geschieht nur unter der Bedingung, dass ich in meinem Inneren einen Empfänger aufbaue, der auf ihre Eigenschaften reagiert. Denn nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, dem Gesetz der Resonanz, muss ich, um diese Wellen, die von außen kommen, aufzufangen, die gleiche Welle in mir erzeugen.

In diesen äußeren und inneren Wellen gibt es eine gemeinsame Komponente, „die tragende Welle“. Doch in der äußeren Welle gibt es noch eine zusätzliche Welle, die sich mit der Hauptwelle überlagert – und sie leitet die Informationen an mich weiter.

Du musst in deinem Empfänger (deiner Seele) eine Welle mit der gleichen Frequenz (93 MHz, zum Beispiel) erzeugen, dann wirst du das äußere Signal (den Schöpfer) empfangen und das Nutzsignal – die überlagerte Welle (die Stimme, das Lied oder die Botschaft des Schöpfers) – zuordnen können.

Der spirituelle Empfänger funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der irdische, denn die Natur ist die gleiche! Wir brauchen eine mit dem Schöpfer gemeinsame Basis – diese Welle (93 MHz), die Kraft (die Absicht) des Gebens, und sie wird von einem kleinen Signal für dein Empfangen, das in dich hineingeht und von dir empfangen wird, überlagert. Wenn du dich an die kommende Welle in ihren Eigenschaften angeglichen hast, gibt sie einen kleinen Zusatz für das Empfangen – das Licht von Chochma, die Erfüllung – von dem Schöpfer an dich weiter.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 08.07.2010