Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'gemeinsames Ziel'

Ich möchte lernen zu lieben

Kommentar:„Wir alle versuchen häufig, andere Menschen zu verändern – ihr Verhalten oder ihre Sichtweise“, sagen Psychologen. Das kennen wir nur zu gut: Der Chef möchte, dass die Mitarbeiter härter arbeiten. Die Mitarbeiter wollen, dass der Chef nachgiebiger ist. Wir versuchen, unsere Partner, Freunde und Kollegen zu verändern. Doch meist bleiben diese Versuche erfolglos.

Psychologen sagen: „Es gibt einen Ausweg. Mit vier Schritten kann man fast jeden ändern.“ Doch sie fügen hinzu: „Zuerst muss man sich selbst verändern.“

  1. Schritt: Vom Kritiker zum Verbündeten werden.

Frage: Wie kann man sich vom Kritiker zum Verbündeten wandeln? Ist das umsetzbar oder eher eine Utopie?

Antwort: Warum sollte man sich mit jemandem einig sein? Niemals im Leben! Sonst wird man von allen unterdrückt! Diese Haltung wird von Anfang an abgelehnt.

  1. Schritt: Gemeinsam ein Ziel definieren.

Frage: Ist das möglich? Ich bin gegen jemanden eingestellt, aber gemeinsam bauen wir ein Ziel auf, das wir erreichen wollen.

Antwort: Damit kann man einverstanden sein. Eine Zukunftsvision sollte gegenseitig sein. Auch bei Gegensätzen oder dem Wunsch, den anderen zu verändern, ist es entscheidend, ein gemeinsames Ziel zu definieren. Schritt für Schritt kann man sich annähern.

  1. Schritt: Gemeinsam besprechen, wie das Problem zu lösen ist.

Antwort: Das ist richtig. Unrealistisch, aber richtig.

  1. Schritt: Einen gemeinsamen Schritt-für-Schritt-Plan erstellen.

Antwort: Sehr schwierig. Jeder hat seinen eigenen Plan und will ihn durchsetzen. Am Ende stellt sich heraus: Wir sind doch nicht einverstanden.

Frage: Also lenkt der andere den Plan ständig in seine Richtung, und ich in meine?

Antwort: Natürlich.

Frage: Wie kann man also eine Beziehung aufbauen, ohne den anderen verändern zu wollen? Psychologen sagen: „Vier Schritte.“ Mein natürlicher Impuls ist es, den anderen an mich anzupassen. Wie kann man das vermeiden? Das ist doch die Ursache aller Kriege und Streitigkeiten.

Antwort: Einfach lieben. Das ist alles.

Wir kommen wieder zur ersten Frage zurück: Wenn wir verstehen, dass das Wichtigste im Leben ist, bei jemandem zu sein, der versteht, hilft, liebt und schätzt – dann muss man das sehr wertschätzen und alles dafür opfern.

Kommentar: Das heißt, ich opfere mein gesamtes „Ich“, das Bedingungen stellt. Und ich sage: „Ich möchte lernen zu lieben.“

Antwort: Genau. Ich will lernen, diesen Menschen zu lieben, weil ich mit ihm zusammen sein möchte. Das ist alles. Und wenn er dasselbe empfindet, entsteht ein großes, gegenseitiges und außergewöhnliches Gefühl.

Frage: Geht es dabei nur um Paare oder auch um Arbeitsverhältnisse und Staaten?

Antwort: Praktisch um alles. Über allem sollte dieser Wunsch leuchten: „lieben lernen“.

Das muss man anerziehen. Leider gibt es diese Erziehung nicht. Wenn wir älter werden und es verstehen, fehlt oft die Kraft. Deshalb gelingt es nicht, die junge Generation zu erreichen und ihr etwas zu vermitteln. Sie winken ab, und es kommt keine Annäherung zustande. „Wenn die Jugend wüsste, wenn das Alter könnte.“

Frage: Das heißt, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen?

Frage: Muss also jeder seine eigenen Erfahrungen machen?

Antwort: Ja, aber wir müssen trotzdem alles tun – intensiv, bei allen Arbeiten und in allen Schulen. Kurz gesagt: Menschen jeden Alters müssen darin unterrichtet werden, um den Zugang zur Liebe zu finden. Dann wird die ganze Gesellschaft von diesem Ansatz durchdrungen sein. Es wird in der Luft liegen: Es ist möglich zu lieben.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Der Leitfaden für das Leben online

Ob wir es wollen oder nicht, wir leben online. Das Zuhause Bleiben hat nach mehr als einem Jahr der Pandemie globale Ausmaße angenommen. Es ist nun offensichtlicher denn je, dass wir auf eine voneinander abhängige Art und Weise miteinander verbunden sind, dass wir uns durch verschiedene Online-Kommunikationswerkzeuge und -plattformen ständig gegenseitig beeinflussen. Wie können wir das Beste aus dieser neuen Realität schließen? Den größten Nutzen werden wir erzielen, wenn wir eine genaue „Brille“ aufsetzen, um die Natur unserer neuen Beziehungen zu untersuchen.

Die anhaltende Streichung von Arbeitsplätzen und Unternehmen als Folge der ausgedehnten COVID-19-Krise hat die Beschäftigung und den Lebensstil von Millionen von Amerikanern und Menschen auf der ganzen Welt verändert. Sie arbeiten jetzt virtuell, studieren, kommunizieren und pflegen soziale Kontakte. Es wird erwartet, dass das Online-Leben auch nach dem Ende der Gesundheitskrise ein dauerhafter Bestandteil unseres Lebensstils sein wird. Eine kürzlich durchgeführte Studie von Pew Research ergab, dass von den 71 % der Befragten, die Vollzeit von zu Hause aus arbeiten, 54 % dies auch dann noch tun wollen, wenn die Pandemie unter Kontrolle ist, wenn ihnen eine solche Option angeboten wird.

Da das, was wir als „normales“ Leben bezeichnen, vielleicht nie wieder vollständig zurückkehrt, tun wir gut daran, zu lernen, in der neuen Umgebung auf eine angemessene und sinnvolle Weise zu leben. Stellen Sie sich unsichtbare Fäden vor, die alle Herzen, alle Köpfe, alle Wünsche, alle Gedanken miteinander verbinden, eine Verbindung zwischen allem und jedem. Dieses Netzwerk von Verbindungen hat zwei mögliche Zustände: einen anfänglichen natürlichen Zustand und einen höheren Zustand, den wir durch proaktive Wahl und Anerkennung erreichen müssen.

Im ersten Zustand spüren die Individuen innerhalb des Netzwerks nur ihre eigenen Interessen und versuchen, andere zu benutzen, um ihre Wünsche zu erfüllen. Eine solche egozentrische Herangehensweise füllt die Netzwerk Atmosphäre mit einem negativen und destruktiven Gefühl von Wettbewerb, Kontrolle, Spaltung und Hass. Im Grunde schläft niemand ruhig; jeder leidet auf die eine oder andere Weise.

In der höheren Stufe beginnen die Individuen zu fühlen, dass sie Teile eines Kollektivs mit einem gemeinsamen Ziel sind und dass sie vollständig voneinander abhängig sind. Die Beziehung zwischen den Mitgliedern des Kollektivs basiert auf Gegenseitigkeit, Vollendung, Geben und Liebe. Die Definition von Erfolg im zweiten Szenario ist gemeinschaftlich, wobei jeder danach strebt, das Beste für andere zu tun.

Diese beiden Situationen sind völlig gegensätzlich. Die Welt, die im ersten Zustand empfunden wird, ist eine schwierige Welt, während sie im zweiten Zustand als eine schöne Welt empfunden wird. Wer ist es, der bestimmt, wo ich leben werde? Ich selbst, durch meine Einstellung gegenüber anderen!

Wenn ich mich zu allen durch eine egoistische Sichtweise der Selbstbefriedigung verhalte, lebe ich wie gewohnt in einer Welt, in der sich unsere Beziehungen von Tag zu Tag verschlechtern. Wenn es mir aber gelingt, eine Haltung zu entwickeln, die über meinem persönlichen Egoismus steht und die Belange der anderen, die nicht ich sind, mit einbezieht, wird sich mir eine umgekehrte Welt öffnen. Es wird sich eine höhere und positivere Welt zeigen. Der Grund dafür, dass ich sie jetzt nicht spüren kann, ist, dass ich noch nicht die Eigenschaften entwickelt habe, die nötig sind, um sie zu erfassen. Das ist in etwa so, wie Radiosendungen funktionieren. Meine innere Frequenz, auf die mein Empfänger eingestellt ist, bestimmt, welchen Sender ich höre.

Das Netzwerk, in dem wir leben, ist ein und dasselbe, die Verbindungen zwischen allen existieren bereits, ob wir sie spüren oder nicht. Wenn ich es schaffe, eine neue Art von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu entwickeln, ich andere mit Liebe und Rücksichtnahme behandle, werde ich anfangen zu fühlen, dass es in diesem Netzwerk von Beziehungen eine ewige und vollständige Kraftlinie gibt. Sie erfüllt mich mit Güte.

Diese Kraftquelle lenkt uns vollkommen und klärt unseren Verstand, um zu offenbaren, dass das Leben ein sehr erhabenes Ziel hat, das von niemandem und nichts behindert werden kann. Wenn wir diese veränderte Einstellung in unseren menschlichen Beziehungen in die Praxis umsetzen, wird sie unsere virtuelle Umgebung erhellen. Wir erkennen, dass jeder Moment unseres Lebens zu einer Gelegenheit wird, uns mit der Kraft der Liebe zu verbinden, die die gesamte Schöpfung auf eine Berührung hin erfüllt.

Kostenlose Bilder: Bild von Rolf Hassel auf Pixabay

Die Gesellschaft ist ein einzelner Mensch

Frage: Die Weisheit der Vielen sind schöne Worte. Wenn wir in Stadien auf grölende Menschenmassen treffen, die zu gewaltvollen Demonstrationen gehen, sehen wir, dass sie von den niedrigsten Instinkten gesteuert werden.

Gibt es eine Technik, wie man die potenziell vorhandene Weisheit, der Vielen nutzen und in eine positive Richtung lenken kann?

Antwort: Ich glaube, das ist nur möglich, wenn wir aus der Menge ein Bild des Einzelnen machen. Wir müssen gegensätzliche und weit voneinander entfernte Menschen, die sich in ihrem Charakter, Anspruch, Verständnis usw. gegenüberstehen, miteinander verbinden. Um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, müssen sie sich gegenseitig ausgleichen und ihren Egoismus zum Wohl der Verbindung einsetzen. Wenn ihre Verbindung solch eine Einheit erreicht, werden sie erfolgreich sein.

Gewöhnlich stoßen wir auf einen Widerspruch zwischen dem Individuum und der Gesellschaft: das Individuum über die Gesellschaft siegen zu lassen oder die Gesellschaft, die das Individuum unterdrückt. Hier müssen wir die Gesellschaft zu einem Menschen machen, der alle Elemente, jeder einzelnen Persönlichkeit enthält und das in sich, zu einem einzigen kollektiven Bild zusammenfasst.

Frage: Was bedeutet es, aus der Gesellschaft einen Menschen zu machen? Jeder Mensch ist individuell, mit unterschiedlichen Wünschen und Zielen.

Antwort: Wenn Menschen zusammenkommen, um ein Ziel zu erreichen, versuchen sie, alles, was es in jedem von ihnen steckt, zu nutzen, um dieses Ziel zu erreichen. Dann gibt es keinen Widerspruch zwischen ihnen. Sie verbinden sich miteinander und zwar nach einem sehr strengen Prinzip: über alle Widersprüche, sogar über den Hass hinweg, wird die Liebe siegen.

Aus der Fernsehsendung „Kommunikationsfähigkeiten“, 25.09.2020

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