Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Geheimnis'

Unendlicher Genuss statt „Black Friday“

Frage: Ich habe so lange auf den „Black Friday“ gewartet, um mir ein E-Bike zu kaufen. Am Ende habe ich es gekauft – und plötzlich hatte ich überhaupt kein Verlangen mehr danach, obwohl ich es noch nicht einmal berührt hatte. Warum passiert das?

Antwort: So ist es immer. Solange dich etwas anzieht, was du noch nicht hast, existiert in dir das Verlangen danach und die Erwartung von Genuss. Du stellst dir den Genuss entsprechend dem Mangel, dem unerfüllten Verlangen vor – und empfindest ihn daher doppelt.

Doch sobald du das Gewünschte erhältst, tritt der Genuss in das Verlangen ein, erfüllt es – und schon willst du es nicht mehr wirklich. So sehr, dass das Verlangen nach einem Tag oder sogar nach ein paar Stunden vollständig verschwindet. Genauso wie beim Essen: Du beginnst selbst das köstlichste, besonders begehrte Gericht zu essen – doch jeder Genuss hat ein Ende.

Das Problem unserer Welt besteht darin, dass wir, sobald der Genuss in das Verlangen eintritt und es füllt – wie der Magen durch Nahrung –, plötzlich entdecken, dass der Genuss ein Ende hat. Und so endet alles, sogar das Leben.

Es stellt sich die Frage: Kann man Genuss so empfangen, dass er unendlich ist und ständig wächst, anstatt abzunehmen? Kann man es so einrichten, dass ich mit jedem Empfang immer mehr und mehr genieße – ohne jedes Ende? Dann würde unser Leben unbegrenzt, unendlich, ewig werden. Im Grunde liegt hierin das Geheimnis des ewigen Lebens. Es hängt einzig davon ab, wie wir unser Verlangen nutzen.

Die Frage ist nur: Wie kann man es erreichen, dass ich, je mehr ich empfange, desto mehr verlange – und dass es niemals dazu kommt, dass ich gesättigt bin und mir der Genuss überdrüssig wird, ja sogar widerlich? Ist das möglich?

Die Wissenschaft der Kabbala (hebr. Kabbala vom Wort „empfangen“ – lekabel) heißt deshalb „Wissenschaft des Empfangens“, weil sie davon spricht, wie man empfängt, wie man sich auf unendliche, unbegrenzte Weise erfüllt.

Wenn wir uns miteinander verbinden und der Genuss durch mich hindurchfließt – ich gebe ihn dir weiter, du dem Nächsten, der Nächste dem Dritten und so weiter – und diese Zirkulation ständig zwischen uns stattfindet, dann bleibt der Genuss bei niemandem stehen. Deshalb wird niemand so erfüllt, dass er nichts mehr will. Im Gegenteil: Der Genuss, der durch alle hindurchgeht, erneuert sich ständig, und jeder beginnt, den Genuss zu spüren, der von allen zu ihm zurückkehrt. So entsteht ein Genuss, der sowohl der Größe nach als auch der Zeit nach unendlich ist – das nennt man, dass wir die zukünftige Welt, ein ewiges und vollkommenes Leben, erreicht haben.

So geschieht es, wenn wir wissen, wie man den Genuss richtig empfängt. Deshalb wird diese Weisheit die Wissenschaft des Empfangens genannt – die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Wer beginnt zuerst zu geben? Ich? Oder soll ich warten, bis mir gegeben wird, und dann ebenfalls geben?

Antwort: Nein. Man kommt in eine kleine Gruppe, in der man lernt, wie man sich miteinander verbindet, sodass der Genuss von einem zum anderen übergeht und eine Zirkulation der Energie zwischen euch entsteht. Dann fühlt ihr euch, als würdet ihr – wie in einem Raumschiff – über unsere Materie, über all diese Vergänglichkeit und Begrenztheit von Bewegung, Raum und Genuss hinausgehoben. So tretet ihr in eine andere Dimension ein, jenseits aller Beschränkungen dieser Welt.

Kommt und probiert es aus!

 [171738]

Basierend auf einem Interview mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman auf 103FM am 1. Januar 2016. Geschrieben/editiert von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Alle Geheimnisse der Natur verbergen sich hinter der Verbindung

Alle Geheimnisse der Natur verbergen sich hinter unserer Verbindung – es gibt kein anderes Heilmittel für gebrochene Seelen. Wir wenden deshalb die Methode von Baal HaSulam, mit allen ihren Stufen an: sich über den Egoismus erheben, sich in Zehnergruppen verbinden und zu einem Menschen mit einem Herzen werden.

Baal HaSulam brachte die gesamte Kabbala in einer neuen, rationalen und offenen Form zum Ausdruck, so dass es für die Welt schwierig ist, sie zu akzeptieren. Er brachte jeden Menschen seiner Bestimmung näher. Wir müssen uns zu einem Menschen mit einem Herzen verbinden und aus dieser Einheit heraus ein Gebet an den Schöpfer richten, damit Er sich uns offenbart.

Einerseits erscheint es uns, als würde die Zeit vergehen und es gelingt uns noch nicht, andererseits sehen wir, wie die Generationen in dem Maß voranschreiten, wie sie die Bedingungen, die ihnen von ihrer spirituellen Umgebung gegeben werden, realisieren können.

In der Tat ist diese Entwicklung nicht als langsam zu bezeichnen. Offenbar erkennen wir nicht, wie groß, reich und unendlich das ganze Universum ist. Wir wollen von unserer Stufe aus sofort Handlungen auf der höchsten Ebene durchführen. Solange wir nicht genügend Kraft zum Handeln und die erforderliche Genauigkeit erreichen, gehen wir den Weg weiter.

Nur durch die Verbindung mit anderen können wir uns richtig an den Schöpfer wenden. Je stärker die Verbindung ist, umso näher ist man dem Schöpfer. Wir müssen uns so weit wie möglich, im Rahmen des Zehners, der kabbalistischen Gruppe, einschließen und eingrenzen, denn darin werden wir alles findenwas uns Baal HaSulam übermitteln wollte.

Wir sollten Tag für Tag versuchen, den Zehner auf eine höhere Stufe zu bringen. Wenn jeder in der Gruppe (Zehner) bereit ist, dies zu tun, da er weiß das seine spirituelle Entwicklung davon abhängt, werden wir Erfolg haben.

Meine Hoffnung ist das wir die Feiertage mit großer Ernsthaftigkeit verbringen und das zu enthüllen beginnen, was unsere Seelen betrifft. Ich sehe meine Schüler mit jedem Tag stärker verbunden, zusammengeschweißt und in Übereinstimmung mit den Schriften, die uns durch die spirituellen Kräfte führen. Wenn wir unseren Aufstieg zur nächsten Stufe beschleunigen wollen, wird von uns eine Attacke erforderlich: die Verbindung mit dem Schöpfer.

[335785]

Aus dem Unterricht an dem Gedenktag von Baal HaSulam

Unsere Hände am Ventil

Wohin man auch immer auf die Welt schaut, wächst der Antisemitismus. In Argentinien verhinderte die Polizei einen brutalen Anschlag auf eine Synagoge, der für einen Samstag geplant war, an dem die Synagogen gewöhnlich voll sind. In Frankreich sprach der Kassationsgerichtshof den Mörder einer jüdischen Frau, Sarah Halimi, 2017 von seiner strafrechtlichen Verantwortung frei, weil er Cannabis genommen hatte, bevor er sie brutal schlug und aus dem Fenster im dritten Stock warf, wobei er auf Arabisch „Allahu akbar“ [Gott ist groß] schrie. Nach Angaben der Anti Defamation League gab es im Jahr 2020 mehr als 2.000 antisemitische Vorfälle in den USA. Ähnlich berichtete das deutsche Bundeskriminalamt, dass die Zahl der antisemitischen Straftaten bundesweit bei 2.351 lag. Selbst die Nachricht über das Unglück auf dem Berg Meron, bei dem 45 orthodoxe Juden in einer Massenpanik starben, darunter etliche Kinder und Jugendliche, wurde in den sozialen Medien mit Häme beantwortet. Man las viele unverschämte Kommentare wie „Gott schicke Deinen Zorn auf die Juden“ und „Gott sei Dank, sie werden ihr Feuerfest in der Hölle fortsetzen.“

[Rest des Beitrags lesen →]

Das große Geheimnis der Juden analysieren

Frage: Ich bin über Ihre Antwort über „die jüdische Verschwörung“ gestolpert. Sie haben bestätigt, dass es eine Art von Verschwörung gibt, aber Sie erwähnten, dass es eine positive ist: Nämlich dass jeder weiß, dass die Juden das auserwählte Volk sind und dass sie allen Nationen helfen werden, sich zu vereinen und eine „neue Ordnung“ zu errichten. Meine Frage lautet: Was sind die Mittel oder Methoden, die angewendet werden, um diese neue Ordnung zu errichten? Bitte beantworten Sie meine Frage oder ich muss annehmen, dass Sie keine Antwort haben oder sie verheimlichen.

Antwort: Ich beantworte Ihre Frage so schnell wie möglich, um sicherzustellen, Sie nicht als Student zu verlieren oder Sie durch meine Ignoranz zu enttäuschen. Die Juden haben ein großes Geheimnis, das Antworten zur Zukunft der Welt bereithält. Es betrifft alle Menschen der Welt, was der Grund dafür ist, dass alle die Juden unterbewusst hassen. Jeder hasst die Juden, weil sie auf eine gewisse Art ihre Abhängigkeit von ihnen spüren.

Jedoch wissen die Juden selbst ebenfalls nichts von ihrem Geheimnis! Die einzigen Menschen, die es kennen, sind die Kabbalisten. Sie kennen es seit Jahrhunderten, aber sie verheimlichten es, weil niemand das Verlangen hatte, dem Weg in die Zukunft zu folgen. Der Grund dafür ist, dass der Egoismus der Menschen noch nicht voll entwickelt war.

Jedoch jetzt ist die Zeit gekommen, in der wir alle die Voraussetzungen erfüllen, um jedem das Geheimnis zu enthüllen. Die Zeichen dafür sind das globale Leiden, Depression, der Kollaps der alten Ordnung und die Enthüllung der globalen Abhängigkeit voneinander. Aber sogar heute gibt es noch nicht sehr viele Menschen, die sich mit diesem Geheimnis beschäftigen.

Von jetzt an ist es Ihnen überlassen. Wenn Sie danach verlangen, das Geheimnis zu enthüllen, werden Sie eine erweiterte Wahrnehmung von allem erlangen, was um Sie herum existiert und was Sie jetzt nicht wahrnehmen. Die Enthüllung geschieht auf ähnliche Weise, wie man wissenschaftliche Forschungen betreibt – was auch immer heute unbekannt ist (ein Geheimnis), verwandelt sich morgen in eine Offenbarung (Erkenntnis).

 

Kabbala Akademie

 

Gegner der Kabbala


Es gibt drei Arten von Kabbalagegnern:
1. Jene, die sagen, es gäbe keine Notwendigkeit für den verborgenen Teil der Tora.
2. Jene, die sagen, Kabbala sei so mächtig, dass es verboten sei, sie zu studieren.
3. Jene, die sagen, es sei schlimm, in solch einer verherrlichten Angelegenheit einen Fehler zu machen.
Rabbi Moshe Cordevero (der Ramak) „Da Et Elokey Avicha“, 118 – 132

Wenn ein Mensch aus dem Volke Israel die Wichtigkeit der Kabbala erniedrigt, erniedrigt er die Gerechten der Völker der Welt niedriger als die Sünder und verursacht dadurch Verachtung Israels selbst sogar bis hin zur Vernichtung. Der Fall Israels vollzog sich, da die Menschen die Kabbala verließen.
Baal HaSulam, „Einführung zum Buch Sohar“, Punkt 69

Wehe denen, die der Grund dafür sind, dass der Geist des Messias schwinden und vielleicht nie wieder in die Welt zurückkehren können wird, weil sie die Tora trocken machen, ohne jegliche Zugabe von Verstand und Wissen, da sie sich nur auf den ausführenden Teil der Tora beschränken und nicht versuchen wollen, die Wissenschaft der Kabbala zu verstehen, die Geheimnisse der Tora sowie den Sinn der Gebote zu erkennen und zu studieren. Wehe ihnen, die durch ihre Taten Hunger, Armut, Grausamkeit, Erniedrigung, Morde und Raub in der Welt entfesseln.
Baal HaSulam, „Einführung zum Buch Sohar“, Punkt 70

Jene, die nur den Babylonischen Talmud studieren sind wie der blinde Käfer an der Wand.
Rav Chaim Vital, „Einführung zum Buch Ez Chaim„, Teil 1, 9 – 10

Die Völker der Welt sagen zu Israel: „Worin unterscheidet sich eure Tora von unseren Lehren, besteht sie doch auch aus nichts anderem als Geschichten?“ Sie werden für die derartige Herabwürdigung der Tora bestraft werden. Und ihre Tora verursacht Exil und Leiden in der Welt. Aber … unsere Weisen sind zufrieden mit dem was sie haben und sie beteuern, es gäbe außer der einfachen Tora keine andere Tora. Offensichtlich sind sie in der kommenden Welt nicht vorgesehen.
Rav Chaim Vital, „Einführung zum Buch Ez Chaim„, Teil 1, 11 – 12

Moses Maimonides (der Rambam): Wer keine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erlangt wird nicht als Mensch bezeichnet, sondern er ist lediglich ein Tier in der Form eines menschlichen Wesens. Allerdings kann er Schaden anrichten, wie es einem Tier nicht möglich ist, wenn nämlich der ihm zur Erlangung des Schöpfers gegebene Verstand zur Schädigung anderer verwendet wird, und dies wird ihn tiefer erniedrigen als ein Tier.
Rav Shim’on Lavi, „Katem Paz

Dies ist eine Antwort an alle „weisen“ Menschen, die gegen ein Studium der Kabbala sind: Lasst jene, die Kabbala studieren, Fehler machen und fragt sie nach dem richtigen Weg, wenn sie ihre Fehler aufdecken. Aus diesem Grund werden ihre Bemühungen vom Schöpfer gut geschrieben und belohnt. Und diejenigen, die Kabbala Studierende demütigen, werden vom Schöpfer gerichtet.
Rav Shim’on Lavi, „Katem Paz

Der Kranz der Tora ist die Kabbala, was jeder zurück weist. Aber du, strecke deine Hand aus und nimm ihn (den Kranz), denn jene, die es nie versucht haben, haben nie das Licht der Tora gekostet und leben in Dunkelheit. Groß ist die Sünde jener, die verschiedene Entschuldigungen verwenden, um das Studium der Kabbala zu vermeiden. Und es ist nicht der Fehler der Massen, sondern der ihrer Führer, die das Studium der Kabbala außer Acht lassen und stolz darauf sind, nur den enthüllten Teil der Tora zu studieren und nichts anderes außer dem einfachen Verständnis der Tora zu brauchen.
Vilnaer Rabbi Pincus Eliyahu, Sefer HaBrit, Teil 2, Artikel 12, Kapitel 5

Es gibt viele ignorante Menschen, die es ablehnen, Kabbala zu studieren. Aber wenn sie auf mich hören würden, würden Übel und Unglück aufhören, in unsere Welt zu kommen, denn der Mensch ist einzig von seinen Bemühungen im Studium der Kabbala abhängig.
Safrin, Yitzhak Yehudah Yehiel, Notzer Hesed al Pirkei Avot, Kapitel 4, Studie 20

Ach, diese Menschen, die die Tora trocken machen und die es nicht danach verlangt, die Weisheit der Kabbala zu studieren; sie verursachen durch ihre Taten die Armut, den Ruin und die Räuberei, die Plünderei, die Morde und die Zerstörung in der Welt.
Rabbi Shimon Bar Yochai (Rashbi), Tikunej Sohar, Kapitel 30

Rashbi bezeichnet jene, die die einfache Tora studieren, als „schlafend“, da sie ihre Augen nicht öffnen, um die Liebe des Schöpfers für sie zu sehen, als ob sie es verschmähten und nicht den Weg zur Perfektion und Anhaftung an den Schöpfer wüssten.
Rabbi Moshe Chaim Luzzatto (Ramchal), Shaarei Ramchal, Einführung zum Artikel Vikuah, Seite 97

Kabbala Akademie

Das Geheimnis der Langlebigkeit

Frage: Wie kann man die Eigenschaft des Gebens im Laufe eines solch kurzen Lebens erreichen?

Meine Antwort: Dein Leben hängt vollständig davon ab, inwiefern du dich der Eigenschaft des Gebens annäherst. Diese Annäherung wird dir das Leben verlängern, um dir zu ermöglichen, diesen Zustand (des Gebens) zu erreichen. Warum solltest du dich anderenfalls umsonst quälen müssen: du wirst gezwungen sein, noch einmal geboren zu werden, und diesmal wirst du vielleicht Glück haben.

Deshalb ist gesagt: „Nicht aus eigenem Willen bist du geboren worden, nicht aus eigenem Willen lebst du, nicht aus eigenem Willen stirbst du“, d.h. dies alles sind nicht deine Entscheidungen. Aber wenn du die Einladung bekommen hast, auf das nächstfolgende Niveau, ins Schloss des Schöpfers hinaufzusteigen, dann bemühe dich, diesen Anstieg auch zu realisieren.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 06.11.2011

Wirf deinen Esel ab

Unser Weg ist mit der Entwicklung des Verlangens zu genießen verbunden. Wir alle befinden uns in einem gemeinsamen Verlangen. In diesem Verlangen sind vier Phasen der Ausbreitung des Lichts, Welten, Parzufim, Stufen enthalten… Alles ist dort drin.

Mit anderen Worten: dieses Verlangen ist zusammengesetzt. Genauso besteht auch unser Körper aus verschiedenen Organen und Teilen.

Unter den Teilen des Verlangens sind die einen mehr entwickelt und die anderen weniger. Andererseits unterscheiden sie sich durch ihre „Dicke“, sprich durch Awiut. Außerdem befinden sich die einen entsprechend ihrer Wahrnehmung dem Empfangen näher und die anderen dem Geben näher. Es gibt auch noch andere Abstufungen. Wenn man also dieses große Verlangen in seine Bestandteile zerlegt, wird jeder davon besonders in seinen Details und in seiner Zusammensetzung sein.

Es gibt darunter auch reine, weniger egoistische Teile, die vor allen anderen erwachen, um dem Licht entgegenzustreben, weil sie ihm nahe sind. Sie streben als erste nach dem Geben. Diese Teile sind unsere Freunde überall auf der Welt. Sie haben eine Sehnsucht nach dem Geben, nach dem Licht, nach der Suche nach dem Grund ihrer Existenz.

Sie wollen frei sein. Und die Freiheit vom Leben in dieser Welt äußert sich in erster Linie in der Frage: „Wofür lebe ich? Was bringt mir dieses Leben? Welchen Nutzen hat es?“

Diese Frage kommt infolge von Problemen und Leiden auf. Doch später, bei der Suche nach deren Ursache, beginne ich, danach zu streben, das Wesen des Lebens an sich zu ergründen. Probleme und Leiden interessieren mich nicht mehr – was soll man auch dagegen tun. Das Wichtigste ist jetzt für mich, bis zum Geheimnis des Lebens durchzudringen.

Das bedeutet, dass ich aufgewacht bin und mich vom normalen Lauf, von der nutzlosen Jagd nach der egoistischen Erfüllung lösen will. Ich kann nicht mehr meinem Verlangen zu genießen wie ein Sklave dienen. Für mich bedeutet es den Tod. Tag für Tag muss ich meinen „Esel“ mitschleppen, ihm etwas zu essen und zu trinken geben, bis er stirbt. Und dann sterbe ich, der treue Diener, mit ihm mit.

Diejenigen also, die beginnen, zu verstehen, dass es kein Leben, sondern Tod ist, kommen voran. Wenn der „Esel“ Hunger hat, füttere ihn, doch er soll dich tragen und nicht du ihn. Im Laufe dieses Lebens, solange du deinen „Esel“ fütterst, hast du die Möglichkeit, auf seinem Rücken zum großen Ziel zu gelangen. Wenn du ihn nicht auf deinen Schultern schleppst, sondern auf ihm reitest, bedeutet es, dass du ein Mensch bist.

Dies ist die erste Etappe der Erlösung vom Todesengel – von ständigen Sorgen allein um das materielle Dasein. Wenn du dich darum kümmerst, um die Lösung zu finden, ist es bereits etwas anderes – genau das bedeutet Leben. Denn im Grunde genommen hältst du den Kurs auf die Quelle des Lebens.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit“, 08.07.2011

Der Schüler wie der Lehrer

Baal HaSulam, 10. Brief: „Wenn ein Schüler ins Exil geht, wird sein Lehrer mit ihm verbannt.“ Aber wie können die egoistischen Ansprüche, die den Studenten bei seinem Studium überwältigen und so stark an ihm arbeiten, dass er vom spirituellen Weg abkommt – trotz seiner Verbindung mit dem authentischen Kabbalalehrer?

Das passiert alles aufgrund der Tatsache, dass der Schüler während es Abstiegs denkt, dass sich sein Lehrer auch im Abstieg befindet. Und es ist wirklich so, da er vom Lehrer nur in dem Maße Hilfe empfangen kann, wie er die Größe seines Lehrers bemisst.

Deswegen ist sein Lehrer in diesem Moment erniedrigt und schwach, so wie der Schüler ihn sieht – und das bedeutet, dass der Lehrer zusammen mit dem Schüler fällt. Das Ägyptische Exil beginnt mit „ein neuer König erhebt sich über Ägypten, der Josef nicht kennt“ – eine neue Kraft im Verstand von jedem, der von seiner vorherigen Stufe fällt (und sein Lehrer tut das mit ihm).

Deswegen, „kennen“ sie „Josef (den Gerechten)“ nicht und stellen ihn sich genauso wie sich selbst vor. Und das ist der Anfang des Bundes; denn der gerechte Mann würde sie ansonsten vor Sklaverei und Exil beschützen.

Dieser Abschnitt beschreibt keine historischen Vorgänge, sondern vielmehr einen Menschen, der seine „spirituelle Geschichte“ genau jetzt lebt. Seit dem Moment, in dem sein Herz beginnt, nach dem Sinn des Lebens zu suchen, wird er an einen Ort geführt, an dem er spirituell wachsen kann und den Sinn seines Lebens versteht, sein Geheimnis enthüllt, d.h. dass er eine kabbalistische Gruppe und einen Lehrer findet.

Und dann hängt alles davon ab, wie sehr er schätzt, was er empfängt: die Gruppe, kabbalistische Texte und den Lehrer. Und sein „Ägyptischer Bund“, das Exil, durch sein Ego enthüllt, beginnt mit der Ablehnung seines Lehrers.

Am Ende weist der Lehrer ihm den Weg. Wäre es nicht so, würde ein Mensch dieser Welt nie zur Wahrheit gelangen, die vor uns verborgen liegt; es gibt keine Möglichkeit, sie alleine herauszufinden. Alle Seelen werden entsprechend der Kette angeordnet: AHAP des Höheren steigt in GE des Unteren hinab, und nur durch das Anheften an die Ehemaligen können wir fortschreiten.

Deswegen beginnt das ägyptische Exil, wenn der Schüler seinen Lehrer abweist, was eine natürliche Entwicklung ist, die er durchleben muss. Zuerst merkt er gar nicht, was überhaupt passiert und dass er vom Weg abkommt. Er denkt, dass er alles richtig macht: Er entwickelt sich, versteht und fühlt immer mehr und kann seine eigenen Entscheidungen treffen und beurteilen, weiß, welche Schritte er tut.

Mit anderen Worten: Er hat eine Meinung über alles, was auf dem „einfachen Verstand“ basiert und „Logik“, während er vergisst, dass alles gut ist und gut nur in Bezug auf seinen persönlichen Egoismus und nicht in Bezug auf den „Lehrer, die Bücher und die Gruppe“ ist, wo man immer auf den Weg „Glaube über Verstand“ voranschreiten sollte.

Es heißt, dass sie Josef nicht länger fühlten (den inneren Gerechten), d.h. dass ein Mensch nicht länger den Punkt in seinem Herzen wahrnimmt, welcher vorher in ihm mit Entwicklung verknüpft war, dem spirituellen Weg und dem Geben in einem bestimmten Grad. Und er durchtrennt die Seile mit spirituellem Voranschreiten vollständig, da er nichts zum Anlehnen hat, wenn der Lehrer, der seinen Weg bestimmte, weg ist.

Ein Mensch denkt, dass er sich weiter entwickelt, während ihn diese Entwicklung nur tiefer in den Bund treibt, den er noch entdecken wird. Es gibt nichts, was wir tun können; es sind alles notwendige Stufen, die man durchleben muss.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.04.2011, Baal HaSulams Brief 10

Das größte Geheimnis

Frage: Ich verstehe, dass ich um die Erfüllung der Verlangen meines Freundes beten soll. Doch woher kann ich seine Verlangen wissen?

Meine Antwort: Ich muss die Freunde als die größten Menschen der Generation betrachten, die zu einem korrigierten Netz der Verbindung miteinander vereint sind, an dem es keine Fehler gibt.

Und allein ich befinde mich außerhalb dieser wunderbaren Verbindung und muss mich mit ihnen vereinen und ihre Einheit, soweit es möglich ist, unterstützen.

Deshalb musst du die Verlangen des Freundes als Verlangen nach der Verbindung mit dir und mit allen anderen wahrnehmen. Das bedeutet, sich dem Netz der Verbindung zwischen uns anzuschließen, wie eine Zelle, die sich an einen Organismus anschließt. Und alle anderen Teile des Organismus sind bereits in Einheit und Harmonie miteinander verbunden.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 15.04.2011

Das Geheimnis eines Baums auf dem Feld

Frage: Evolutionswissenschaftler erkennen die Struktur und Ordnung der Evolution, jedoch nicht ihr Ziel, und daher stolpern sie. Ein künstlich angepflanzter Tannenwald zerstört die natürliche Vegetation und er selbst welkt als ein Resultat hiervon durch Krankheiten dahin.

Es wird klar, dass wir der Natur erlauben sollten, ihre eigene Ordnung aufzustellen. Wie können wir dies nicht nur bezüglich der Biologie, sondern ebenfalls hinsichtlich globaler Erziehung erklären?

Meine Antwort: Mit anderen Worten, die Frage bezieht sich darauf, wie können wir uns selbst auf eine natürliche, korrekte Weise korrigieren, so dass ein Mensch, im Gegensatz zu den Tannenbäumen, nicht seine oder ihre Umgebung zerstört. Damit dies geschehen kann, muss er wie ein „Baum auf dem Feld“ wachsen, das heisst, sich nur von seiner Umgebung ernährend. Die Umgebung nimmt den ersten Platz ein; die Umgebung ist der Dreh- und Angelpunkt; die Umgebung ist alles. Und ein Mensch muss sich mit ihr verbinden, in ihr fliessen.

Dies ist das wirkliche Gesetz der Entwicklung.

Letzten Endes ist es das Ziel der ganzen Menschheit ein vereinigter Wirkungsmechanismus zu werden. In der richtigen Ordnung nimmt man sich selbst nicht als ein einzelnes, ausserhalb wachsendes Element dieses Wirkungsmechanismus wahr, sondern man bemüht sich fortwährend um Möglichkeiten, absorbiert zu werden, sich mehr und mehr in ihn zu integrieren. Diese Form der Entwicklung ist wirklich fehlerfrei.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 24/03/2011, Die Grundlagen der globalen Erziehung