Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wofür wir bürgen

Die Umsetzung der Bedingung „Glaube über dem Wissen“ muss in jedem von uns mithilfe einer Methode namens „gegenseitige Bürgschaft“ erfolgen.

Wir können uns nicht selbst erheben und korrigieren, aber wenn wir in einer Gruppe sind, kann jeder für den anderen bürgen.

Wir versprechen, dass wir unsere Freunde inspirieren, mit gutem Beispiel vorangehen und uns gegenseitig unterstützen werden, sodass jeder versteht, wie sehr er für andere verantwortlich ist, und sich dadurch auch selbst hilft.

Unsere Aufgabe ist zwar, uns selbst zu korrigieren, aber eigentlich führt das dazu, dass wir die ganze Welt korrigieren, und es gibt keinen Unterschied zwischen mir und der Welt, ich muss mich um alle kümmern.

Deshalb ist die gegenseitige Bürgschaft das Gesetz der Verbindung zwischen allen einzelnen Seelen zu einer einzigen Seele „Adam”.

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Aus Lektion Nr. 6 des Internationalen Kongresses „Wir erheben uns über uns selbst“

 

Die Ziele sind unterschiedlich, die Richtung ist dieselbe

Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“: Diese Weisheit stellt nicht mehr und nicht weniger als eine Ordnung des Abstiegs der Wurzeln dar, die von der Verbindung zwischen Ursache und Wirkung (kausal) bedingt ist, und die ständigen und absoluten Gesetzen unterworfen ist, welche untereinander im Zusammenhang stehen und auf ein erhabenes, doch sehr verborgenes Ziel ausgerichtet sind, welches „die Offenbarung der Göttlichkeit des Schöpfers an Seine Geschöpfe in dieser Welt“ genannt wird.

Alles andere, was wir mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala erreichen möchten, hat damit nichts zu tun. Es ist so, als würde man ein Physik Lehrbuch zur Hand nehmen, in der Hoffnung, Medizin zu studieren oder Chemieunterricht besuchen, um Politikwissenschaft zu lernen. Hier ist es genauso: Die Wissenschaft der Kabbala dient nur dazu, die Offenbarung des Schöpfers zu erreichen – und das war’s. Wenn du das willst, wird dir die Kabbala als Mittel dazu dienen. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, dann beschäftige dich mit dem, was dir gefällt.

Solange in den Menschen gemäß der Ordnung der Evolution kein Wunsch nach der Offenbarung des Schöpfers erwacht war, wurde die Wissenschaft der Kabbala nicht offenbart, um sie nicht zu verwirren. Heute jedoch, da dieser Wunsch insgesamt zu Tage tritt und eine Antwort verlangt, sagen die Kabbalisten, dass die Zeit gekommen ist und die Wissenschaft der Kabbala der Welt als Mittel, als Lösung offenbart werden muss.

Wenn du in der Kabbala nach Wundern, Rezepten für Erfolg im Leben, Möglichkeiten, die Welt zu verändern, Mysterien von Weihwasser und roten Fäden oder irgendwelchen Garantien suchst, wird sie dir nicht helfen. Es ist schade, Zeit zu verschwenden, wende dich lieber an Wahrsager oder Psychologen. Die wahre Wissenschaft der Kabbala, und nicht die Mystik, die unter ihrem Namen verkauft wird, ist nichts anderes als die Offenbarung des Schöpfers gegenüber seiner Schöpfung.

Baal HaSulam erklärt dies mit einfachen Worten. Wenn du den entsprechenden Wunsch hast – bitte sehr. Dann solltest du die Kabbalisten fragen: „Wie kann ich die Wissenschaft der Kabbala nutzen, um den Schöpfer zu offenbaren?“ Und sie werden antworten, dass es eine Bedingung gibt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Man muss eine Gruppe organisieren und in ihr diese Bedingung durch Lernen und gegenseitige Arbeit gegen den eigenen Egoismus umsetzen, um sich über ihn zu erheben und das Ziel zu erreichen.

Zunächst muss man jedoch für sich selbst klären, ob das eigene Lebensziel mit dem Ziel der Kabbala übereinstimmt. Dies muss den Menschen klar und deutlich erklärt werden, ohne Raum für Missverständnisse zu lassen. Selbstverständlich überprüft jeder sich selbst, und die Türen stehen allen offen. Aber wenn dieser Wunsch in einem Menschen noch nicht gereift ist, wenn er noch nicht bereit ist, den Schöpfer zu entdecken, darf man ihn nicht mit Gewalt hineinziehen.

Unser Ansatz muss streng und eindeutig sein: Wir behandeln alle mit Respekt und betrachten diejenigen als Freunde, die den Wunsch haben, sich dem Schöpfer zuzuwenden. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, ist die Kabbala nichts für dich – genieße diese Welt.

Heute ist eine neue Ära angebrochen: Vor dem Hintergrund der Krise und Hilflosigkeit beginnt die ganze Welt zu erkennen, dass sie die Höhere Kraft, den Schöpfer, offenbaren muss, da sie sonst nicht überleben und nicht existieren kann. Dies ist bereits eine andere Situation, in der wir allen nach und nach von der Umsetzung der Methode erzählen müssen. Deshalb beginnen wir, den Menschen die Prinzipien der gegenseitigen Bürgschaft beizubringen und zeigen ihnen, dass man mit Hilfe der Vereinigung und der Nächstenliebe von Krisen und Problemen zu einem glücklichen Leben gelangen kann.

Vor einem breiten Publikum erwähnen wir die Offenbarung des Schöpfers nicht, sondern setzen uns ein gutes Leben in unserer Welt zum Ziel. Damit gehen wir jedoch bereits einen gemeinsamen Weg: Auf unserer Seite ist dies das Prinzip der Einheit Israels, der Tora und des Schöpfers, und die anderen begleiten uns, weil sie ihr Leben hier in Ordnung bringen wollen. Letztendlich werden dank gegenseitiger Unterstützung alle mit der Höheren Kraft verbunden sein und sie offenbaren.

Auf diese Weise haben wir heute einen gemeinsamen Kurs mit der gesamten Menschheit. Das Problem ist nur, dass die Massen vor sich die Rettung aus der Krise und materiellen Wohlstand sehen, während wir vor uns die Offenbarung des Schöpfers sehen. Der Unterschied liegt im Ziel, aber die Richtung ist dieselbe.

Deshalb offenbart sich die Wissenschaft der Kabbala einem Prozent der Menschheit, während die Methode der Bürgschaft den restlichen neunundneunzig Prozent offenbart wird. Gegenseitige Bürgschaft ist dasselbe wie die Wissenschaft der Kabbala, nur ohne die Details und Kräfte zu präzisieren, die uns antreiben. Wie uns die Kabbalisten lehren, sollten Menschen, die dafür noch nicht reif sind, das bekommen, was für sie geeignet ist.

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Aus der Lektion zum Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“