Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gegensatz'

Östliche Lehren haben keinerlei Verbindung zur Kabbala


Eine Frage, die ich erhielt: Wie spiegeln sich östliche Lehren und Religionen in der Kabbala wider, die ebenfalls aus dem Osten kommt?

Meine Antwort: Alles was in Verbindung zum Körperlichen steht, hat keine Verbindung zur Kabbala. Hier ist eine Liste nur einiger Dinge, die in keiner Weise zur Kabbala gehören:

  • Orte, einschließlich „heilige“ oder besondere Orte, von denen gesagt wird, dass sie besondere Eigenschaften haben.
  • Objekte, einschließlich Gebäude, Statuen, Bilder, Gegenstände der Anbetung und andere Dinge, von denen gesagt wird, dass sie besondere Kräfte besitzen.
  • Zeit, einschließlich besonderer Tagesangaben und Zeiten oder irgendetwas, das von Zeit und sämtlichen Umständen, die Gestirne betreffend, abhängig ist.
  • Der menschliche Körper.

All dies hat keine Verbindung zur Kabbala, weil Kabbala eine Wissenschaft ist, die nur über den Schöpfer und Seiner Enthüllung in der Seele eines Menschen spricht. Sie hat keine Verbindung zum Körper und darum können Religionen oder östliche Lehren nicht als Teil der Kabbala angesehen werden. Religiöse Handlungen und Merkmale (einschließlich besondere Orte oder Anbetung, Rituale, besondere Objekte usw.) stehen im völligen Gegensatz zur Kabbala. Denn Kabbala studiert und beschäftigt sich eingehend mit der menschlichen Seele und deren Eigenschaften, und den Kräften des Menschen, als ob unsere Welt und unsere Körper überhaupt nicht existieren würden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Worum am Grab eines Kabbalisten bitten
Was ist Kabbala?

Warum gibt es so viele Worte in der Tora?


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn jedes Wort in der Tora als „der Wille zu empfangen“ oder „der Wille zu geben“ erklärt werden kann, warum gibt es dann so viele verschiedene Worte in der Tora?

Meine Antwort:

Der Schöpfer – Der Schöpfer ist „der Wille zu geben“ (Gut, Gutes tuend, Liebend, usw.). Deshalb wollte Er das Geschöpf erschaffen – um ihm zu geben.

Das Geschöpf – Der Schöpfer erschuf nur ein Geschöpf – „den Willen sich zu erfreuen“ (den Willen, Genuss zu empfangen). „Der Wille zu empfangen“ wurde im exakten Gegensatz zum „Willen zu geben“ erschaffen. Es ist ein Abdruck des Schöpfers, damit man in der Lage zu ist, alles zu empfangen, was einem der Schöpfer geben möchte.

Der Schöpfungsplan – Genuss kommt direkt (erkennbar) vom Schöpfer zum Geschöpf und erfüllt es. Doch außerdem beeinflusst der Schöpfer das Geschöpf indirekt (verschleiert) dadurch, dass Er in ihm ein „Verlangen Ihm ähnlich zu werden, ein Verlangen zu geben“ anregt. Daher entdeckt das Geschöpf innerhalb seiner Erfüllung ein zusätzliches Verlangen – „dem Schöpfer ähnlich zu werden“ und dann entscheidet es, diesen Zustand zu erlangen, indem es den Prozess der Korrektur wählt. Ein Teil des Korrekturprozesses geschieht für das Geschöpf unbewusst (von oben nach unten) und ein Teil geschieht bewusst (durch den freien Willen, von unten nach oben).

Anleitungen – Alle kabbalistischen Quellen bilden eine Beschreibung beider Teile des Korrekturprozesses und sie sind in vier Sprachen geschrieben: die Thora, Halacha, Haggada und Kabbala. Sie sind Empfehlungen dafür, wie man den bewussten Teil dieses Prozesses auf die bestmögliche Weise ausführen kann (Die Tora stammt von dem Wort Oraa, Anleitungen).

Korrektur– Die Anfangsbedingungen und das endgültige Ziel bilden zusammen eine Abfolge von Handlungen, die dazu bestimmt sind, den anfänglichen „Willen zu empfangen“ zum „Willen zu empfangen mit der Absicht zu geben“ zu bringen. Der Prozess der Korrektur des geschaffenen „Willen zu empfangen“ zerbricht in Teile und Folgen von Handlungen. Das ist es, was alle kabbalistischen Quellen beschreiben.

 
Verwandtes Material:
Blog-Post: So lesen sie die Thora richtig!
Artikel von Baal HaSulam: Matan Torah (Gabe der Tora)

Gibt es Meditation in der Kabbala? (Und ist sie gar von Bedeutung?)


Eine Frage, die ich erhielt: Ich weiß, dass in einem eurer Videos Tony Kosinec erklärt, dass Meditation mit der authentischen Kabbala nichts zu tun hat. Jedoch hat uns Abraham Abulafia Bücher hinterlassen, die sich mit meditativen Techniken in der Kabbala beschäftigen. Während sich diese Techniken von fernöstlichen Meditationspraktiken insofern unterscheiden, dass Abulafias Methoden den Gebrauch des Intellekts, im Gegensatz zu dessen Ablehnung, erfordern, hat ‚stille Meditation‘ in der Methode der Kabbala immer eine wichtige Rolle gespielt. Vielleicht fand Baal HaSulam diese Praktiken für sein Lehrsystem nicht relevant, aber wird dadurch die Gültigkeit dieser meditativen Praktiken ebenfalls für andere kabbalistische Systeme abgelehnt?

Meine Antwort: Manchmal wird das Wort Meditation in der Kabbala im Sinne einer tiefen Analyse der eigenen Absichten und Eigenschaften verwendet. Aber eigentlich gibt es diesen Begriff in der Kabbala nicht – so wird lediglich von den Leuten das Konzept der „Inneren Beobachtung“ in andere Sprachen übersetzt. Abgesehen davon gibt es natürlich einen Unterschied in den Auslegungsweisen von östlichen und europäischen Schulen.

Wäre es nicht besser, anstatt sich mit all diesen Dingen zu beschäftigen, sich einfach an die für uns naheliegendste und effektivste Quelle zu wenden – die Arbeiten von Baal HaSulam; und anstatt über Geschichte und Geographie zu diskutieren, zu beginnen sich selbst zu korrigieren? Welchen anderen Grund gibt es denn sonst hier auf dieser Welt zu sein?

Verwandtes Material:
Blog-post: Kabbalistische Meditation
Blog-post: Was können wir tun, um den Wunsch nach Korrektur zu erwecken?
Kabbala Blog: Kabbala – Ein Benutzerhandbuch
Video: Entwicklung der Verlangen

Die Kabbala befasst sich ausschließlich mit der Erreichung des Schöpfers


Frage: Sie sagen, dass der Schöpfer die Eigenschaft und Handlung des Gebens oder Schenkens ist. Wenn wir jedoch fähig sind, diese Eigenschaft zu erlangen, den Schöpfer zu erreichen, macht dies uns nicht größer als Ihn? Wir sind in der Lage, nicht nur den Egoismus sondern auch seinen Gegensatz zu integrieren, doch der Schöpfer ist nur ein Teil dieses Widerspruches. Wie kann Er uns dann überlegen sein? Vielleicht ist es so, dass wir Ihn nicht als überlegen ansehen können, sondern mehr als anders?

Meine Antwort: Man enthüllt den Zustand des Schöpfers erst, wenn man die Eigenschaft des Schöpfers erlangt hat. Dann ist man in der Lage, zu sehen, wo seine Eigenschaften in Beziehung zum Schöpfer tatsächlich stehen und was der Zweck der Schöpfung ist. Bis dies geschieht, sind alle unsere Worte inhaltslos, weil wir nicht wissen, was hinter ihnen steht.

Darum hasst Kabbala die Philosophie und hält sie für leeres Geschwätz über Dinge, welche die Philosophen nicht erreichen. Die Philosophie ist das Gegenteil der Kabbala – lesen Sie auch den Artikel „Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie“. Die Kabbala beschäftigt sich lieber mit dem wirklichen Erlangen und spricht ausschließlich von dem Grad des Erlangens aus. Dies ist auch die Bedeutung der Worte „Der Richter sieht nicht mehr als seine Augen sehen“ und „Wenn wir etwas nicht sehen, sprechen wir nicht darüber“.

Frage: Ist die Hauptabsicht hinter der Mizwa von Yirat Hashem (Gott fürchten), Gott wahrzunehmen? Danke, Rabbi Jose.

Meine Antwort: Unbedingt, denn es ist die Wahrnehmung des Schöpfers, die es dem Menschen ermöglicht, sich über seine egoistische Natur zu erheben und sie (Aviut) im entgegengesetzen Sinne zu verwenden – als Schenken und Liebe, je nachdem wie der Schöpfer ihm dies enthüllt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Schöpfer ist Ihr korrigiertes Selbst!
Blog-post: Wer ist der Schöpfer? Wer bin ich?
Blog-post: Philosophie und Kabbala

Verbessere Deine Lebensqualität


Eine Frage, die ich erhielt: Die zentrale, praktische Frage im Leben, die jeden Menschen auf der Welt interessiert, ist: Wie kann ich meine momentane Lebensqualität und die Ergebnisse dessen, was ich gerade tue, verbessern?
Aber die Weisen der Welt geben dazu keine komplexe, effektive und praktische Antwort. Stattdessen haben sie alle die mehr oder weniger gleiche, einfache und indirekte Antwort parat: Das reale Leben ist trivial im Gegensatz zum endlosen Studium irgendeiner theoretischen Weisheit. Das bringt uns zweifellos nichts Gutes in dieser Welt, noch verbessert es tatsächlich unsere Lebensqualität auf Dauer. Zudem bringt es die Menschen gegeneinander auf, macht einige Menschen auf Kosten anderer reicher, usw.

Dadurch werden die Menschen von jeglicher Art Weisheit abgeschreckt. Heutzutage gibt es keine wirklichen Weisen mehr, sondern nur noch viele „Anti-Weise“. Warum bringt der Überfluss an „Weisheitsbüchern“ keinen praktischen Fortschritt und eine Verbesserung der Lebensqualität und der Produktivität? Warum gehen gute Worte nicht Hand in Hand mit guten Handlungen?

Meine Antwort: Der Grund dafür ist, dass wir alle nicht in der Lage sind, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Darum arbeiten die Lügner um uns herum auf eine unbewusste Art und Weise „für uns“, damit wir schlauer werden und sie entlarven. Wir finden dadurch den wahren Zweck unserer Existenz und die einzige Methode, die uns dahin führen kann. Kabbala ist keine Theorie. Schau Sie sich an, wie man sie erlangt (in „Einführung zum Talmud Esser HaSefirot“, Punkt 155): „Dementsprechend können wir uns fragen: Warum haben die Kabbalisten jeden Menschen verpflichtet, die Wissenschaft der Kabbala zu studieren? Tatsächlich verbirgt sich darin eine große Sache, die es wert ist, veröffentlicht zu werden, denn für diejenigen, die sich mit der Wissenschaft der Kabbala beschäftigen, existiert darin eine unschätzbar wunderbare Kostbarkeit. Obwohl sie noch nicht verstehen, was sie lernen, erwecken sie – dank einem starken Willen und dem Streben, das studierte Material zu verstehen – auf sich Lichter, die ihre Seelen umgeben.“ Und in dem Maße, wie eine Person vom Höheren Licht beeinflusst wird, beginnt sie die Höhere Welt zu fühlen – hier und jetzt.

Mit anderen Worten heißt das, dass Ihnen hier ein praktisches Hilfsmittel zur Entdeckung der Höheren Welt dargeboten wird anstelle von etwas Abstraktem. Zusätzlich zu Ihren fünf Sinnen entwickeln Sie einen Sinn, der „Seele“ genannt wird, mit dem Sie die höhere Welt wahrnehmen. Dort nehmen Sie den Teil von sich wahr, der im Gegensatz zu Ihrem vergänglichen Körper ewig ist. Darin unterscheidet sich die Kabbala (gemeint ist die authentische Kabbala, nicht die kommerzielle) von allen anderen Methoden, Theorien und Philosophien. Diese Weisheit ist absolut praktisch – genau wie ihr Zweck: „Enthülle deine Welt in diesem Leben!“ (Olamcha Tire Be Chayecha).

Verwandtes Material:
Blog-post: Risse im Fundament einer Vermutung und…
Blog-post: Die Irrationalität der Kabbala
Blog-post: Kabbala und andere Lehren
Blog-post: Was ist das Höhere Licht?
Artikel: Der sechste Sinn