Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Allerwichtigste ist es, die eigene Seele zu korrigieren


Frage: Wenn ich die Spirituelle Wahrnehmung noch nicht erlangt habe, muss ich dann die physischen Gebote des Judentums ausführen?

 Antwort: Die Kabbala verpflichtet niemanden, das zu tun. Diese Wissenschaft wird von Menschen aus allen Nationen, einschließlich jener, welche physische Gebote befolgen, sowie auch derjenigen, die völlig säkular sind. Wir mischen uns in solche Angelegenheiten nicht ein, das ist jedermanns eigene Sache. Wir lehren die Menschen nur, wie sie Gleichheit mit dem Schöpfer erlangen können oder in anderen Worten, wie sie ihre 613 Verlangen korrigieren müssen.

Wir nähern uns einer Zeit, in der alle Menschen den Schöpfer erreichen müssen, wie geschrieben steht: „Mein Haus wird ein Bethaus für alle Nationen heißen.“ Das bedeutet, das der gesamte globale Egoismus korrigiert werden wird und das Verlangen jedes Menschen wird durch die Korrektur gehen.

Alle anderen Aspekte des Lebens der Menschen können bleiben und in gleicher Weise weitergehen, was immer die Menschen am bequemsten und besten halten, wie es für ihre innere Korrektur passend ist. Baal HaSulam schreibt, dass jeder Mensch im Zustand der vollständigen Korrektur seine Religion behalten kann.

Das ist so, weil die Kabbala Religion als Gebräuche des Volkes betrachtet, als Kultur eines Volkes, die jedes Volk behalten kann. Religiöse Befolgung erzeugt äußere Handlungen, die nichts weiter als kulturelle Traditionen sind, äußerliche Hüllen und der Rahmen, in dem Menschen ihr Leben führen. Er sagt ihnen, wie sie sich zuhause verhalten sollen, wie sie mit ihren Familien umgehen sollen und so weiter. Das bewirkt jedoch nicht die Korrektur der Seele eines Menschen.

Das Allerwichtigste ist es, die Korrektur seiner Seele zu erlangen – Liebe für deinen Nächsten zu erlangen.
(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)

 

Kabbala Akademie

Russland und Europa: Auf dem Weg zur Spiritualität

Um mit der Natur im Gleichgewicht zu sein ist es notwendig, sie verständnisvoll zu nützen, und zwar im Sinne der Notwendigkeit, und in Abhängigkeit der Bedürfnisse jedes Einzelnen.
Baal HaSulam schreibt darüber im Artikel “Frieden in der Welt” und in anderen Artikeln.

Allerdings kann diese Vorgehensweise nicht durch Terror aufgezwungen werden. Sie kann nur mittels Erziehung stattfinden. Doch die russischen Revolutionäre haben aber einen anderen Weg eingeschlagen, indem sie die Prinzipien der Erziehung verwarfen.

Außerdem fand dies in einem unterentwickelten Staat statt, mit der am wenigsten entwickelten Bevölkerung, die bis zum heutigen Tag praktisch unter feudalistischen Bedingungen leben muss. Die Bevölkerung Russlands, die gutherzig und freundlich ist, akzeptiert nach wie vor diese feudalistischen Gegebenheiten, mit denen Russland bis heute lebt.

Es ist kein kapitalistisches, sondern ein feudales Land mit seinen Gebräuchen, seiner Struktur, Korruption und all seinen sozialen Beziehungen. Es ist eine Feudalherrschaft.

Wir könnten meinen: “Aber wie kann das sein? In einer modernen Gesellschaft? Ist dies nicht längst vorbei? “
Genau, im Westen hat der Feudalismus nicht einmal 300 Jahre existiert, aber in Russland besteht er immer noch.

Das heißt, jederman ist damit nach wie vor einverstanden. Die Menschen haben sich noch nicht über diese Stufe hinaus entwickelt.

Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, etwa 10-20%, kann diese Voraussetzungen nicht tolerieren, während alle anderen damit einverstanden sind, damit zu leben. Es kümmert sie nicht, dass sie einen Hierarchen haben, dass sie sich jemandem ohne Recht und Ordnung unterwerfen müssen, dass alles erkauft und verkauft werden kann und dass die Reichen mächtig und im Recht sind. Die Menschen sind damit einverstanden! Deshalb gilt es noch immer als feudale Stufe der sozialen Entwicklung.

Marx hat absolut nicht angenommen, dass genau dieses Land versuchen würde, seine Idee in die Tat umzusetzen. Er hat eigentlich die Kabbala in Form von wirtschaftlichen Gesetzen ausgelegt. Jedoch ist der Egoismus im ehemaligen Sowjetischen Reich komplett anders. Dieser Egoismus ist feudal und noch nicht für eine ernsthafte Entwicklung bereit.

Wenn wir allerdings mit Einzelpersonen oder mit unseren Gruppen in Russland zusammen arbeiten, sehen wir verblüffende Resultate, weil die Menschen Punkte im Herzen haben. Sie sind sehr begeistert und zielorientiert.

Die Frage is: Wird die Gesellschaft fähig sein zu verstehen, dass sie sich – jedoch nicht durch die Gesetze durch die sie vom Sowjet Regime großgezogen wurde – verbinden muss? Die Einheit hat durch Gesetze stattzufinden, durch die jederman gleich ist, bewusst, und sich bewusst verbindet. Die russische Bevölkerung ist nicht daran gewohnt, sich bewusst zu verbinden. Werden sie es erzielen, werden sie fähig sein, das zu tun? Das ist wirklich die Frage.

Darum sind unsere Gruppen in Russland für uns sehr wertvoll. Ich persönlich kenne diese Nation sehr gut, weil ich dort aufgewachsen bin und meine Muttersprache Russisch ist. Aber können wir in Russland das Land sehen, das die Fähigkeit hat, die kabbalistischen Prinzipien leicht zu realisieren? Das ist etwas, was ich nicht weiß.

Andererseits ist alles, was man in Europa – ungeachtet der Tatsache, dass die Menschen sehr unterschiedlich zum russischen Image sind – tun muss, einen bestimmten äußeren Widerstand, eine bestimmte Schale oder Hülle überwinden. Danach werden sie, sobald diese Idee die Gedanken der Menschen durchdringt, realisieren, dass es richtig ist, und werden es in ihrem Inneren durch ihre Entwicklung wahrnehmen.

In Russland ist es einfach dem Individuum näher zu kommen. In Europa ist das wesentlich schwerer. Dennoch glaube ich, dass, wenn wir ins Innere der Europäer durchdringen, sie die Kräfte und Fähigkeiten in sich finden werden, um sich zu verbinden. Ihr bewusster Kollektivismus wird sich entwickeln.

Andererseits entwickelt sich der Kollektivismus in Russland trotzdem nicht. Die Gesellschaft dort ist nicht gemeinam entwickelt. Ich denke, dass es noch nicht möglich ist.

Dennoch, trotz all dieser Mutmaßungen, müssen wir die Kabbala erschließen und überall weiter verbreiten. Natürlich gibt es in den ehemaligen sozialistischen Ländern große Barrieren. Aber das sollte uns nicht aufhalten. Wir sollten nicht darüber nachdenken, wo es leichter und wo es schwerer ist, warum und wie. Wir sollten arbeiten, das ist alles. Ich stelle nie irgendwelche Berechnungen an. Wir wissen nicht, was besser oder schlechter ist, und wie alles stattfinden wird.

Aus der 3. Lektion vom Berliner Kongress, am 28.1.2011

Das Licht wird nur durch das Studium der Kabbala empfangen

Fragen, die ich über die Beziehung zwischen spiritueller Korrektur und körperlichen Geboten erhielt:

Frage: Wie empfängt man das Licht oder den Schirm?

Meine Antwort: Das kann nur durch das Studium der Kabbala erreicht werden (siehe Artikel 155 aus „Einführung in das Studium der Zehn Sfirot„)

Frage: Muss man die 613 (620) Gebote befolgen?

Meine Antwort: Jemand befolgt die 613 Gebote, wenn er seine 613 Verlangen beim Studium der Kabbala durch das Höhere Licht korrigiert. Mechanische Handlungen allerdings korrigieren gar nichts.

Frage: Spielen das Anlegen der Tefillin (Gebetsriemen) und das Aufsagen des Schma Gebetes auch eine Rolle beim Empfangen des Lichts?

Meine Antwort: Nein

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Unterschied zwischen spiritueller Korrektur und dem Einhalten der Rituale
Blog-post: Die Verbindung zwischen Spiritualität und körperlicher Welt
Blog-post: Der Gegensatz von Religion und Kabbala: Handlungen versus Absichten
Baal HaSulam Artikel: Die Wissenschaft der Kabbala und deren Wesen

Wir benötigen keinen starken Machthaber, sondern Vereinigung


In den Nachrichten (übersetzt von Computerra.ru): Vor 150 Jahren wurde auf das oberste Geheiß des Zaren die Leibeigenschaft abgeschafft. Von dieser Zeit an haben Millionen von Russen mit einem Gefühl gelebt, als wäre ihnen etwas Wichtiges genommen worden, wenn nicht sogar das Wichtigste. Nachdem sie die Freiheit gekostet hatten, bedachten viele: „Was ist so gut daran, selbst Nahrung suchen zu müssen?“ Wenn du dem Gutsbesitzer gehörst, gewinnen beide – Herr und Sklave.

Einige fühlten, dass es gut war ohne Gutsbesitzer zu sein, aber viele vermissten das Gefühl unter der Verantwortung eines Mächtigen zu sein! Und in den Neunzigern begannen die Leute nach einem Herrn zu fragen, der ihr Leben in Ordnung bringen sollte.

Die modernen Oligarchen sind für diesen Plan nicht geeignet, denn sie haben die natürlichen Ressourcen ausgebeutet, die Leute auf die Strasse gesetzt und haben diese alleine und sich selbst überlassen, um zu überleben. Also müssen die Menschen einen neuen Herrn suchen!

Mein Kommentar: Alle Nationen und Menschen unterscheiden sich voneinander, denn jeder von ihnen hat seine eigene spirituelle Wurzel. Die Krise wird all das ausgleichen und die Kabbala offenbaren – diese Methode der Vereinigung wird selbst den gegensätzlichsten Menschen erlauben, sich zu vereinigen, indem sie über ihr Selbst aufsteigen.

Nur die Vereinigung aller Menschen wird uns zum Idealzustand bringen, ungeachtet der verschiedenen Persönlichkeiten, Gebräuche, Religionen und aller anderen Verschiedenheiten. Einheit ermöglicht es den Menschen über alle Verschiedenheit hinweg aufzusteigen, ein Ganzes zu sein und für jeden begreiflich zu werden, dass er von gleichem Wert ist wie alle anderen, denn er ist ein Teil des gesamten Menschheitskörpers.

Verwandtes Material:
Blog-post: Russland und Israel haben ein entgegengesetztes Problem
Blog-post: Das modernde Russische Reich

Die Religion ist lediglich ein kulturelles System in unserer Welt.

Eine Frage, die ich erhielt: Als Kabbala-Student ertappe ich mich dabei, meine Religion (Christentum) in Frage zu stellen, aber mein Vertrauen in Gott nimmt ständig zu. Ich möchte mein religiöses Leben nicht aufgeben, aber ich empfinde ein Drängen (einen Sog), zum Judentum zu konvertieren. Das ganze ist sehr ernst, wenn man es aus dem Standpunkt eines Christen betrachtet. Was denken Sie darüber?

Meine Antwort: Im Erreichen des Ziels der Schöpfung gibt es keine Beziehung zur Religion. Religionen sind nicht mehr als ein kulturelles System einer bestimmten Gesellschaft. In diesem Sinne können sie weiter existieren, aber alles was darüber liegt, kann nur durch das Studium der Kabbala erlangt werden. Das gilt für alle Menschen, ob religiös oder nicht.

Gewöhnlich geben Menschen die Religion auf, wenn sie beginnen, zur Natur bzw. zum Schöpfer zu gelangen. Später werden sie dann sehen, das Religion nichts weiter ist als ein System dieser Welt, ähnlich einem sozialen Verein, und sie sind bereit ihre Religion physisch zu befolgen.

 

Verwandtes Material:
Blog-post: Der wahre Ursprung der Religionen
Blog-post: Warum die Religion gegen die Kabbala ist
Blog-post: Der Unterschied zwischen spiritueller Korrektur und dem Einhalten der Rituale
Artikel: Unterschied der Kabbala von der Religion

Männer, Frauen und Liebe … für den Nächsten

Zwei Fragen, die ich über den Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Kabbala erhielt:

Frage: Sie sagten in einem der Unterrichte, dass neben der Liebe für seinen Nächsten wie sich selbst, ein Mensch auch kein Hindernis für seinen Nächsten sein oder ihm Schaden zufügen sollte. Wie arbeitet dieses Gesetz im Hinblick auf Frauen? Ich weiß, dass Sie sagten, dass Frauen von diesem Gebot befreit sind, aber was bedeutet „ sei kein Hindernis für deinen Freund“ speziell im Hinblick auf Frauen?

Meine Antwort: Dieses Gebot betrifft jeden. Jedoch unterscheidet sich seine Erreichung oder Ausführung bei Männer und Frauen. Für Männer wird dies in der Gruppe ausgeführt, durch die Liebe für die Freunde, wohingegen es für Frauen durch die gemeinsame Verbreitung und Hilfe für die Männer getan wird.

Frage: Hat diese Unterscheidung zwischen Männern und Frauen, wenn sie beispielsweise, während sie eine Mahlzeit einnehmen getrennt sitzen, eine kabbalistische Bedeutung oder ist es ein jüdischer kultureller/religiöser Brauch?

Meine Antwort: Die Regeln unserer Zusammenkünfte haben keine Beziehung zu irgendwelchen anderen Kulturen, Konventionen oder Etiketten. Alles wird durch das Ziel bestimmt: damit Freunde einander näherkommen, was bei Männern und Frauen getrennt geschieht. Die gesamte Natur in allen Welten ist streng in männlich und weiblich geteilt und wenn jeder Teil seine Aufgabe ausführt, erreichen sie Perfektion.

Verwandtes Material:
Blog-post: Eine Frau ist der Träger des Verlanges nach dem Schöpfer
Blog-post: Männer, Frauen und die Korrektur der Seele

Der Unterschied zwischen spiritueller Korrektur und dem Einhalten der Rituale


Zwei Fragen zum Einhalten der Rituale:

Frage: Waren die großen Kabbalisten wie Yehuda Ashlag, Moses Cordovero und andere religiös? Und warum tragen Sie eine Kippah (Schädelkappe)?

Meine Antwort: Man muss zwischen Religion einerseits und den Traditionen oder der Kultur eines Volkes andererseits unterscheiden. Wenn Baal HaSulam das Wort „Religion“ benutzt, meint er nur die Kabbala, die für jeden bestimmt ist. Auf der anderen Seite verwendet er die Worte „Tradition“ und „Gebräuche“ bzw. „Ethik“ (Musar) für das, was wir in dieser Welt mit „Religion“ bezeichnen. Siehe auch den Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“.

Daher schreibt Baal HaSulam, dass es auch noch nach der Korrektur der Welt, nachdem sich alles enthüllt hat und es keinen Platz mehr für „Glauben“ geben wird (denn „Jeder wird Mich kennen, vom Geringsten bis zum Größten“), die Traditionen und Gebräuche als Ausdruck der Kultur eines Volkes geben wird. Daher respektiere ich, der bereits in dieser Zukunft lebt, die Gebräuche meines Volkes – wie die Feiertage oder Rituale – nach wie vor. Und es ist auch der Grund, warum ich eine Kippah trage und die Rituale einhalte.

Nach der allgemeinen Korrektur aller Seelen in dieser irdischen körperlichen Form, verbinden sie sich zu der wahren Seele Adams in der Welt der Unendlichkeit. Gleichzeitig wird der Teil der Seelen, der ihnen ein Gefühl dieser Welt gibt, ebenfalls korrigiert und daher wird auch die Wahrnehmung der Materie verschwinden. Wir werden nur in Form einer einzigen Seele von „Adam“ existieren.

Frage: Warum gibt es spirituelle Handlungen, die wir auf einer irdischen Stufe einhalten sollen (wie Maaser bezahlen, studieren, verbreiten und die Gruppe) und andere, die wir nicht physisch einhalten müssen (wie z.B. die Tefillin anlegen)?

Antwort: Weil Handlungen wie Maaser zu bezahlen, zu studieren und zu verbreiten und die Gruppe real sind, wohingegen die anderen derzeit auf dem irdischen Level irrational sind, weil man noch keinen Massach (Schirm) für die richtige Einhaltung hat. Alle Handlungen, die eine Wirkung in dieser und in der Höheren Welt haben, betrachtet, werden auf ihrem Level bzw. auf dem nächst höheren Level realisiert. Die Gebräuche sollten von jenen eingehalten werden, die sie von Geburt an besitzen. Das gehört zur Kultur eines Volkes. Jene aus den Völkern der Welt (Nichtjuden), die spirituell fortschreiten wollen, müssen die irdischen jüdischen Gebräuche nicht einhalten.

Wenn Sie stufenweise einen Schirm entwickeln und mit ihm arbeiten können, wird dies die „Einhaltung der 613 Gebote“ (Korrektur Ihrer 613 Verlangen von „für sich selbst“ zu „für den Schöpfer“) genannt – durch 613 Korrekturen (Tariag Eitin) und 613 Füllungen (Tariag Pkudin). Sie werden selbst diese Gebote einhalten, denn es steht geschrieben: „Die Seele lehrt den Menschen“.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Bedeutung der Religion in unserem Leben
Blog-post: Warum trägt ein Kabbalist ein Schädelkäppchen?
Baal Hasulam Artikel: Aufbau der Gesellschaft der Zukunft
Kabbala Blog: Kabbalistische Definitionen: „eine Mizwa“

Die Bedeutung der Religion in unserem Leben

Eine Frage, die ich erhielt: Sie sagen, dass Kabbala in keinster Weise etwas mit Religion zu tun hat. Warum haben dann Christen, Muslime und Anhänger anderer Glaubenssysteme keine kabbalistischen Bücher? Kommen diese nicht alle aus der jüdischen Religion?

Meine Antwort: Baal HaSulam schreibt, dass die Menschen ihre entsprechenden Religionen sogar nach der endgültigen Korrektur – der Vereinigung mit dem Schöpfer – beibehalten. Dies ist ein Zeichen dafür, dass äußerliche Handlungen in keinster Weise in Bezug zur Spiritualität stehen, auch wenn viele Menschen diesen Handlungen große Bedeutung beimessen.

Die Weisheit der Kabbala wurde vor 4.000 Jahren in Babylon von Abraham entwickelt. Die jüdische Religion, wie wir sie heute kennen, erschien erstmals vor 2.000 Jahren, nach dem Fall des jüdischen Volkes von einem spirituellen Niveau. Die Kabbala wurde anschließend verborgen (als der Sohar geschrieben wurde), und alles was blieb, war ein physischer, egoistischer „Abdruck“ der vorangegangenen spirituellen Lebensweise. So bildete sich der Judaismus in der Art, wie er heute existiert.

Später entstanden daraus auch das Christentum und der Islam.

Die jüdische Religion entwickelte sich zu orthodoxen, konservativen oder reformierten Teilgebieten. Der Unterschied zwischen ihnen liegt lediglich in größeren oder kleineren Beschränkungen in der Befolgung der physischen Gebote. Daher verstehen sie sich untereinander, befinden sich auf dem gleichen egoistischen Niveau und erhalten dies gemeinsam aufrecht.

Anders gesagt, das Handlungsziel befindet sich innerhalb der Person, d. h. in der Absicht, „für sich selbst zu empfangen“.

Auf der anderen Seite, ruft die Kabbala dazu auf, der Absicht „des Schenkens“ zu folgen („für deinen Nächsten oder für den Schöpfer, d. h. „außerhalb sich selbst“).

Es geht nicht darum irgendwelche physischen Handlungen zu befolgen. Es geht vielmehr um innere Handlungen als um äußerliche (siehe dazu Punkt 61 aus der „Einführung in das Buch Sohar“). Folglich ist Kabbala das genaue Gegenteil aller Religionen.

Das ist der Grund dafür, warum sich Religionen untereinander verstehen, aber Kabbala für absolut unakzeptabel halten. Die Menschheit wird noch von vielen Schicksalsschlägen heimgesucht werden, bevor sie den Plan des Schöpfers enthüllt – ihm durch die eigene Absicht näher zu kommen.

Heutzutage kommt die Kabbala wieder in Verwendung, um den Menschen zu korrigieren. Wir müssen sie in unser Leben integrieren, indem wir damit beginnen, uns selbst zu korrigieren. Es gibt auch einen Platz für Religion: als eine Form von Kultur. Dies liegt daran, dass die Kabbala dem Menschen den Schöpfer und die Höheren Welten enthüllt und so keinen Raum für Vermutungen über sie übrig lässt. Alles was unter diesen Umständen von der Religion übrig bleibt sind Gebräuche und Traditionen.

Religionen sind der Kabbala deshalb feindlich gesonnen, weil Kabbala jedem Menschen Aufschluss darüber gibt, wie der Schöpfer zu enthüllen ist und auf diese Weise die Notwendigkeit von Religion negiert. Indem sie Menschen eine persönliche Verbindung mit dem Schöpfer gibt, beschneidet sie die Macht religiöser Führer über die Menschen.

Trotzdem befürworten Kabbalisten die Bewahrung der Religion als eine Tradition oder Kultur, als Rahmen und Lebensstil einer Nation. Gleichzeitig sagt die Kabbala, dass wir diese Lebensart mit der Erreichung des Schöpfers ergänzen sollten – was das Schöpfungsziel des Menschen ist und sein vollkommener Zustand.

Verwandtes Material:
Blog-post: Religion ist eine kulturelle Tradition, Kabbala ist die Methode der Korrektur
Blog-post: Die Lösung – Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation (Baal HaSulam)
Baal HaSulam Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel

Der Schöpfer hat weder Arme noch Beine


Fragen, die ich über Religion und Kabbala erhielt:

Frage: Vielleicht sollte den Leuten (Juden wie Nichtjuden), die am Studium der Kabbala interessiert sind, die Sache einfacher gemacht werden, indem man ihnen sagt, dass es am Ende der Korrektur zu einer Verbindung zwischen den eigenen Handlungen und der Spiritualität kommt. Dies ist die Ganzheit von Pardes – Judaismus (den Handlungen) und Kabbala (Spiritualität) -, und früher oder später wird dies zum einzigen Weg im Leben der gesamten korrigierten Gesellschaft werden. Mit allem Respekt, aber es ist doch Tatsache, dass Sie sich wie ein religiöser Jude verhalten, wie auch Ihr Rav Rabash und dessen Rav vor ihm, Baal HaSulam, und wie seit Beginn der heiligen Generationen jeder andere auch.

Meine Antwort: Ich erkläre es nochmal: Die körperliche Befolgung von Gebräuchen in dieser Welt ist nichts anderes als eine Tradition, wohingegen Kabbala über die Korrektur der Verlangen der Seele spricht. Niemand wird verpflichtet sein, die mechanischen Vorschriften (Gebote) zu befolgen. Stattdessen werden die Leute nur die spirituelle Befolgung der Gebote ausführen müssen – in ihren Verlangen. So werden wir ähnlich wie der Schöpfer. Es wird nicht mechanisch getan, denn der Schöpfer hat weder Arme noch Beine! Wir müssen die Seele korrigieren. Studieren Sie Baal HaSulams Artikel über Körper und Seele. Dort erklärt er, dass wir die Seele nicht durch den Körper korrigieren können.

Dennoch ist es gut, den Traditionen zu folgen, auch den religiösen, um einen Rahmen für unsere kulturelle und soziale Existenz auf dieser Welt zu wahren. Ich kann Leute, die an der Kabbala interessiert sind, nicht belügen, genauso wenig wie deren Gegner.

Frage: Wo sagt Baal HaSulam, dass man innerlich weltlich werden muss? Ihre Argumente machen Sinn, jedoch scheinen Sie kein Vertrauen in die Fähigkeit der Leute zu haben, äußere Vorschriften zu erfüllen und zugleich mit der inneren Absicht (Kawana) in kabbalistischer Weise zu arbeiten. Ihre Lehrer vor Ihnen und alle früheren Kabbalisten taten aber genau das, hab ich nicht recht? Weshalb sollte man dann den Leuten erzählen, dass sie aufhören sollen, religiös zu sein?

Meine Antwort: Ich habe den Leuten nie erzählt, dass sie aufhören sollen, religiös zu sein, genauso wenig wie ich ihnen das Gegenteil gesagt habe! In „Aufbau der Gesellschaft der Zukunft“ schreibt Baal HaSulam, dass zukünftig, in der korrigierten Gesellschaft, jede Person ihre Religion beibehalten kann. Hierdurch wird klar, was die wahre Definition von Religion ist – sie ist Teil der Kultur, und nicht mehr als das. Und alle werden dies erkennen und so akzeptieren, sobald sich der Schöpfer in ihnen enthüllt. Die Leute werden Religion von allem trennen, was sich auf den Schöpfer, die kommende Welt und die Belohnung und Bestrafung im körperlichen Leben bezieht.

Dies ist deshalb so, weil alles in „dieser Welt“ sogleich wahrgenommen wird – gegenwärtig und sofort – und es keine „andere Welt“ oder eine Welt „auf der anderen Seite“ gibt . Es gibt nichts außer den realen, gegenwärtigen Zuständen. „Auf der anderen Seite“ bedeutet auf der anderen Seite des Egoismus. Verändern Sie Ihren Egoismus ins Gegenteil, und Sie werden die Welt auf der anderen Seite wahrnehmen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Schöpfer kann mit nichts anderem erreicht werden, als mit der Kabbala
Blog-post: Kabbala lehrt Liebe und Schenken – sonst nichts!