Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Geben an den Schöpfer'

Das Verlangen ist eine Folge des Lichts

Frage: Wenn ich den Schöpfer um etwas bitte, das aus Seiner Sicht gut für mich wäre, ich mich dabei aber in meinen Kelim unwohl fühle, was soll ich dann tun? Muss ich um etwas anderes bitten, damit es mir auch gut geht?

Antwort: Wenn ein Mensch den Schöpfer bittet, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht und er dabei noch nicht in Anhaftung an den Schöpfer ist, das heißt, sein Verlangen ist noch nicht korrigiert, dann bedeutet das, dass das, was aus seiner Sicht gut für Ihn ist, das Gegenteil von dem ist, was tatsächlich gut für ihn ist. Wie kann ich denn einfach so um etwas Gutes bitten!?

Du kannst die Frage anders formulieren. Ich befinde mich gerade in einem bestimmten Zustand. In jedem Augenblick, in jeder Sekunde dieses Zustands wende ich mich an den Schöpfer.

Warum? Mein Körper – von der einfachsten Zelle bis hin zu allen Körpersystemen, dem Gehirn, den Wünschen, den psychologischen und psychosomatischen Systemen, den Hormonen, den Gefühlen – alles ist in Bewegung. Das Verlangen, das das Leben aufrechterhält, befindet sich in jeder Zelle des Körpers und insgesamt im gesamten Körper. Und all diese Wünsche sind an den Schöpfer gerichtet, noch bevor ich „klüger geworden“ bin und sie sozusagen steuere, indem ich sie entsprechend ausrichte.

Nur weil ich irgendwo etwas gelesen oder gehört habe, dass es besser wäre, wenn ich anders denken würde, als es mein Körper verlangt – werde ich dadurch meinen Körper verändern? Werden meine Zellen plötzlich anders funktionieren? Nein! Werden meine Gedanken anders arbeiten? Nein, das wird keinerlei Einfluss haben! Alles, was ich lese, was angeblich „um des Gebens willen“ gut wäre und so weiter – all das liegt außerhalb von mir. Ich kann meine Wünsche nicht steuern!

Wenn ich etwas lese und allerlei Weisheiten lerne, dann beschäftige ich damit lediglich mein Gehirn. Mit meinen Wünschen hat das nichts zu tun. Meine Wünsche sind eine direkte Folge des Lichts, das sie formt. Genau das lernen wir: Das Licht erzeugt durch vier Stufen des direkten Lichts ein Verlangen und wenn es in dieses Verlangen eindringt, treibt es das Verlangen dazu an, den gesamten Vorgang zu durchlaufen.

Das heißt, ich habe überhaupt keine Möglichkeit, meine Wünsche zu kontrollieren. Ich kann nur dann auf sie Einfluss nehmen, wenn ich dem Schöpfer gebe. Dann wird der Schöpfer auf meine Bitte hin oder auf meinen Befehl hin mein Verlangen verändern. Er wird ein bestimmtes Licht senden, und dieses Licht wird mir, infolge seiner Entwicklung, ein solches Verlangen aufbauen, um welches ich sozusagen bitte. Aber nur durch Ihn kann ich meine Wünsche verändern. Deshalb wird Er auch „Ma’azil“ (Schöpfer) genannt.

Es ist nicht so, dass Er mich einst erschaffen und es dabei belassen hat, sodass ich mich nun gewissermaßen selbst kontrollieren kann. Nichts dergleichen! Ich habe mich nie in meiner Hand! Nur wenn ich mich an Ihn wenden und Ihn bitten kann, nur durch Ihn kann ich erreichen, dass sich in mir etwas ändert. Nur so! Was hat das also damit zu tun, ob ich etwas in einem Buch gelesen habe oder nicht? Dadurch verändere ich mich innerlich überhaupt nicht.

Wir müssen verstehen, dass all diese Dinge absolut künstlich und oberflächlich sind. In ihnen steckt nichts, was irgendetwas verändern könnte. Das Einzige, wozu sie bestimmt sind, ist, die Intensität des umgebenden Leuchtens zu verstärken, um durch das Studium, die Verbreitung und die Arbeit in der Gruppe das umgebende Licht anzuziehen, das dann zu Veränderungen führt.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 30.07.2026

 

Sich dem umgebenden Licht annähern

Wenn sich ein Mensch schlecht fühlt, so wie ein gewöhnlicher Mensch „von nebenan“, dann veranlasst ihn das noch nicht zu dem Gedanken, dass es eine besondere Lösung gibt. Er denkt nicht darüber nach, woher dieser schlechte Zustand kommt, wozu er dient, wie er ihn vermeiden kann und wohin er führen könnte

Warum hat er noch nicht dieses Bewusstsein? Der Grund dafür ist, dass das umgebende Licht der höchsten Stufe bislang die gegensätzlichen Kelim des Menschen beleuchtet – Kelim, die nur empfangen und genießen wollen, ohne jegliche Verbindung zum Geben, zum Schöpfer – und dieser Zustand ändert sich nicht.

Wenn jedoch diese Kelim – selbst wenn der Mensch noch ganz in Egoismus und Selbstgenuss versunken ist – beginnen, kabbalistische Bücher zu studieren, dann werden sie, wie Baal HaSulam schreibt, schon allein durch den Wunsch, etwas zu erfahren – nicht um sich zu reinigen, sondern einfach um zu erfahren –, das umgebende Licht auf sich ziehen, das den „Reiz der Heiligkeit“ zu ihnen hinzieht. Und dann wird der Mensch allmählich verstehen, dass es etwas gibt, das man „Geben“ nennt, und dass dies vielleicht etwas Gutes ist.

Zu dem Gedanken, dass dies etwas Gutes ist, führt den Menschen das umgebende Licht. Gerade dank der Tatsache, dass in ihm nun bereits diese Korrektur vorhanden ist – der Gedanke, dass Geben etwas Gutes ist –, kommt der Mensch dem umgebenden Licht näher und verbindet sich in gewisser Weise mit ihm. Ihre Richtungen stimmen bereits überein.

Dann kann der Mensch vom umgebenden Licht Kräfte empfangen, die in ihm diese Eigenschaft entwickeln – die „Anziehungskraft der Heiligkeit“, die Eigenschaft des Gebens. Auf diese Weise, steigt er auf, indem er sich in dieselbe Richtung bemüht.

Deshalb brauchen wir keinerlei Vorkenntnisse, keinerlei besondere Eigenschaften. Jeder Mensch kann das Buch aufschlagen und sich wünschen, all seine Nöte loszuwerden, indem er es liest, ohne etwas zu verstehen. Und das ist alles. Man kann bei Null anfangen.

Nach und nach, während er voranschreitet, verfeinert sich seine Absicht, und er beginnt jedes Mal besser zu verstehen, wo sich jene Spitze befindet, auf die er seine Gedanken klarer und präziser ausrichten muss. So wird er zunehmend erfahrener.

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Aus einem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 07.04.2026

 

Wenn jeder das macht…

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es denn nun, an den Nächsten zu geben?
Meine Antwort: „An den Nächsten zu geben“ bedeutet, an die Gruppe zu geben, die gemeinsam nach der Verschmelzung mit dem Schöpfer strebt, nur daran denkt und versteht, dass das nur durch die Verbindung untereinander ohne jegliche Unterschiede zwischen uns möglich ist.
Doch dann wird es kein Nächster mehr sein, sondern quasi ich selbst zusammen mit dem Schöpfer. Und doch muss ich zuerst lernen, an den Nächsten zu geben, wie geschrieben steht: „Vom Geben an den Nächsten zum Geben an den Schöpfer“, weil ich sonst Fehler machen werde, weil mein Ego mich in die Irre führen und täuschen wird.
Das Geben an den Nächsten ist das Geben an die Gruppe zum Erreichen eines gemeinsamen Ziels, sprich des Gebens an den Schöpfer. Du gibst den Freunden dein ganzes Verlangen und machst es damit zu jenem Platz, wo sich das Licht enthüllen kann. Du gibst es an sie weiter!
Wenn du das wirklich mit aller Hingabe tust, dann können sie in diesem von dir an sie weitergegebenen Teil den Schöpfer enthüllen. Und wenn jeder das macht und wir die Kraft von „600 000″ Seelen erreicht haben, wird die spirituelle Enthüllung kommen.
Wir müssen alle daran denken, wie wir dieses gemeinsame Verlangen, das Verlangen des gesamten Weltkli, erschaffen können, wie wir es so vereinen können, dass es für die Enthüllung dieser ersten Lichtmenge geeignet ist. Und dann kommt es zu der Verschmelzung (Siwug) zwischen allen Verlangen und dem Licht.
Das wird zum ersten Mal in der Geschichte sein! Denn alles, was in den vorherigen Generationen geschah, war lediglich die Vorbereitung darauf.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 09.12.2010

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In der Absicht leben

Der Schöpfer schickt uns Unglück und Probleme, alle möglichen unangenehmen Dinge – und wir müssen in ihnen eine gute Absicht und Vaterliebe erkennen. Denn der Schöpfer ist gut und tut sowohl Guten als auch Schlechten Gutes.

Mit anderen Worten: Er teilt uns nicht in Gute und Schlechte auf, denn so hat er uns erschaffen, jeder von uns nimmt aber die Haltung des Schöpfers, d.h. sein eigenes Leben, auf seine Art und Weise wahr.

Mit jeder beliebigen Erscheinung in unserem Leben müssen wir unsererseits eine Haltung Ihm gegenüber aufbauen: „Alles kommt vom Guten, der Gutes tut“, vom „Es gibt niemanden außer Ihm“. Hier muss der Mensch sich über die Empfindung „süß-bitter“ zur Bewertung „Wahrheit-Lüge“ erheben.

Die Wahrheit besteht darin, dass alles, „Süße und Bittere“, von einer Kraft und nur zu meinem Wohl, der Wahrheit wegen, ausgeht. Und süße und bittere Empfindungen werden hinterher gegeben, damit ich mich über der Bitterkeit zur Wahrheit ausrichte.

So lernen wir nach der Höheren Kraft zu streben, sie zu verstehen, sie in den eigenen Eigenschaften ausfindig zu machen: wie verhält sie sich uns gegenüber, was bringt sie uns, wonach verlangt sie.

Sie verlangt nach dem Glauben über dem Verstand, nach der Ergebenheit, nach dem Geben über all dem Empfangen, über allen Empfindungen. Letztendlich verlangt sie von uns, uns über die Empfindung „süß-bitter“ zur Absicht „Wahrheit-Lüge“ zu erheben.

Dadurch erkennen wir ihr Ziel und beginnen, es zu verstehen: sie will, dass wir uns allem gegenüber, was es in der Realität gibt, nur entsprechend der Absicht und nicht der Empfindung verhalten.

Dann enthüllt sich uns ein neues Sinnesorgan – das reflektierte Licht, Chassadim, der Glaube über dem Wissen. Genau in diesem Sinnesorgan beginnen wir, den Schöpfer zu erkennen, der uns alle Gefühle und Situationen schickt, über die wir uns erheben müssen, indem wir die Haltung Ihm gegenüber über jeglichen Empfindungen aufbauen.

Uns wird klar, dass die gesamte Arbeit über dem Egoismus, über den Empfindungen, die der Schöpfer in unserem egoistischen Verlangen erschafft, stattfindet.

All das ist nur dazu da, damit wir immer mehr die Absicht zum Geben – die „Wahrheit“ – entwickeln. In ihr werden wir leben und in ihr werden wir genießen, indem wir alles aus uns heraus auf das Geben an den Nächsten und den Schöpfer ausrichten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 14.10.2010