Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gastgeber'

Wozu führt das Bewusstsein der Größe des Gebers?

Kommentar: Die Arbeit, die auf das Bewusstsein der Größe des Gebers gerichtet ist, ist unsere einzige Arbeit – wie im Gleichnis vom Gast und dem Gastgeber.

Entweder handelt der Mensch gemäß seinem Willen zu empfangen, oder es erwacht in ihm die Stufe des Menschen – der Punkt im Herzen, die Eigenschaft von Bina, die er infolge des Zerbrechens der Gefäße erhalten hat. Dies ist ein göttlicher Teil von oben, seine Seele, gegenüber der er den Gastgeber empfindet.

Dann bestehen im Menschen bereits zwei Unterscheidungen:

– sein natürliches Verlangen, Genuss vom Gastgeber zu empfangen; und

– der Punkt in ihm, der den Gastgeber selbst als Gebenden empfindet.

Dann führt er zwei Arten von Berechnungen aus: mit Ihm als dem, der Genuss gibt, und mit Ihm als dem Gebenden. In dieser inneren Trennung beginnt bereits die Arbeit. Was ist für mich wichtiger – der Gastgeber selbst, Seine Größe und die Ordnung meiner Beziehung zu Ihm?

Oder ist es mir gleichgültig, wer Er ist und was Er ist, solange ich von Ihm Genuss empfange und mich erfülle? Wenn wir uns richtig entwickeln wollen, müssen wir also ständig das Bewusstsein des Gastgebers, das heißt des Gebers, in uns vergrößern.

Zu Beginn steht der Mensch vor dem Gastgeber und sieht Ihn nicht. Gerade dieses Nicht-Sehen des Gastgebers ist von großer Bedeutung, denn dadurch entsteht im Menschen Scham, das Gefühl, ein Empfangender zu sein. Dadurch erkennt er, dass er seine Wünsche einschränken muss und mit allen Kräften seine Beziehung zum Geber entwickeln soll, sodass der Geber immer wichtiger wird als die von Ihm kommenden Genüsse.

Wenn der Geber wichtiger wird als die von Ihm kommenden Genüsse, beginnt der Mensch, seinen Willen zum Empfangen einzuschränken, und er möchte nicht mehr in ihm arbeiten. Er zieht es vor, in Verbindung mit dem Geber zu sein. Das gibt ihm mehr Genuss, mehr Sicherheit und mehr Erfüllung.

Doch auch diese Erfüllung geschieht noch um zu empfangen, das als Lo Lishma bezeichnet wird. Dennoch zieht der Mensch es vor, mit dem Gastgeber verbunden zu sein und nicht nur mit den Genüssen.

Danach kommt eine Stufe, in der auch eine solche „verbrauchende“ Verbindung mit dem Gastgeber, bei der der Mensch Ihn für seine eigenen Interessen nutzt, ihm nicht mehr richtig erscheint. Denn wenn er die Verbindung mit dem Gastgeber der Verbindung mit den Genüssen vorzieht, erweckt diese Verbindung in ihm das Bewusstsein für die Natur des Geber

Dann beginnt er, der Eigenschaft des Gebens selbst Bedeutung beizumessen. Das wird bereits „der Reiz der Kedusha“ genannt. Diese Eigenschaft wird für ihn so wichtig, dass er nicht mehr durch seine Gefäße des Empfangens mit dem Gastgeber verbunden sein möchte. Vielmehr möchte er mit der Eigenschaft des Gebens selbst verbunden sein und ihr angehören.

Das bedeutet, dass der Mensch beginnt, aus sich selbst herauszutreten und in die Eigenschaft des Gebers einzutreten. Dann sucht er nach Mitteln, durch die er dies tatsächlich verwirklichen kann. Dabei benötigt er weiterhin das Bewusstsein der Größe des Gastgebers – jedoch bereits Seiner Größe als Gebender. Dies wird die reine Bina genannt, die der Mensch erlangen möchte. In dem Maße, wie er sie erlangt, beginnt er dem Gastgeber ähnlich zu werden – zumindest darin, dass er wie Er sein möchte.

Das bedeutet, dass der Mensch gewissermaßen Galgalta we Ejnaim, die Gefäße des Gebens, erwirbt.

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Aus einer Lektion zu einem Artikel von Rabash.

 

Der Feiertag des ersten Sieges über sich selbst

Unser egoistischer Wunsch heißt „die Griechen“ oder das „Wissen“, was bedeutet, dass wir mittels unserer Vernunft und unserem heutigen Gefühl vorankommen wollen. Denn worauf können wir uns eigentlich noch verlassen oder stützen? Nur darauf, was wir schon haben. Hier entsteht aber ein Problem, weil wir mit diesen Kelim nicht die spirituelle Welt betreten können.

Aber die spirituelle Welt befindet sich hier und jetzt und es existiert keine Entfernung, die wir überwinden müssen, sondern nur eine Dimension, in der wir sie begreifen müssen.

Wir begreifen die spirituelle Welt in unseren zusätzlichen Sinnesorganen, die wir über dem eigenen Wissen und der Rationalität entwickeln müssen, d.h. über dem Ego, das wir hierzu richtig vorbereiten müssen, um darin zum ersten Mal zu beginnen, die spirituelle Welt wahrzunehmen.

Der Krieg ‚Makkabäer ‚beschreibt diesen Prozess symbolisch und der Sieg in diesem Krieg heißt Chanukka, was „sie blieben hier stehen“ oder „Chanu Ko“, die Erholung auf dem Wege bedeutet. Dieser Zustand heißt „Chafez Chessed“ (nichts für sich zu wünschen) oder Bina, die als Offenbarung des Schöpfers oder die erste Korrektur des Egos verstanden wird.

Auf dieser Etappe erhebt sich der Mensch über sein Ego und beginnt, die zusätzliche Empfindung zu entwickeln, die mit „dem Geben“ bezeichnet wird. Mit ihrer Hilfe beginnt er, die spirituelle Welt zu empfinden. Obwohl der Mensch die spirituelle Welt empfindet, verhält er sich in dieser Realität immer noch passiv, wie der Embryo im Fruchtwasser.

Es heißt „die Erholung“ eben, weil der Mensch in Wirklichkeit noch nicht bereit ist, über das klare Wissen und die Wahrnehmung zu verfügen, die „das Begreifen“, die Klarheit und die Offenbarung beinhalten, wonach er zum Schöpfer wird und die ganze spirituelle Welt lenkt. Wenn man diesen Zustand und die Situation mit dem Gast und dem Gastgeber gegenüberstellt und den wachsenden Wunsch zu genießen nicht beachtet, befindet man sich dann auf der Stufe von Chanukka, wo der Mensch auf das Empfangen verzichtet. Es ist schon eine geistige Arbeit des Menschen, d.h. er möchte nichts bekommen, an der Spiritualität nicht aktiv teilnehmen, sondern darin nur anwesend sein.

Deshalb ist es an diesem Feiertag verboten, das Kerzenlicht zu benutzen und es nur anschauen. Dazu wird es angenommen, dass zur Chanukka ein Wunder geschieht, weil der Ausgang aus unserem Ego nach draußen erfolgt, anders gesagt das Wunder des Sieges über die Selbstsucht, nach dem Auszug aus Ägypten: die Befreiung von den Wünschen und den Gedanken, die uns in dieser Welt festhalten und nicht zulassen, die spirituelle Welt zu empfinden.

Kabbala Grundkurs

Wir haben uns hier versammelt …

Aus den Schriften des Rabash, 1984, „Zweck der Gemeinschaft“: Wir haben uns hier versammelt, um eine Gemeinschaft für all jene zu gründen, die dem Weg und der Methode von Baal HaSulam zu folgen wünschen, den Weg, durch den man auf den Stufen des Menschen aufsteigt und nicht als ein Tier verharrt … Und deshalb versammeln wir uns hier – um eine Gemeinschaft zu gründen, wo jeder von uns dem Geist folgt, den Schöpfer zu beschenken.

Was heisst, „den Schöpfer zu beschenken“? Jedermann wird durch diese Begriffe verwirrt. Und gewöhnlich schrieb Rabash seine Beiträge in einer Sprache, an die wir nicht gewöhnt sind. Wir müssen diese Worte neu fassen, so dass sie vernünftig klingen. „Den Schöpfer beschenken“ heisst, die allgemeine Kraft der Natur zu erwecken (denn der Schöpfer ist Natur) und die Kraft des Schenkens im Ebenbild zur Natur zu erwerben, in Gleichwertigkeit der Form.

Baal HaSulam gibt ein Beispiel von der Situation mit einem Gast und einem Gastgeber. Ich kann das Schenken des Gastgebers in dem Maße enthüllen, in dem ich ihn beschenken will. Nur wie kann ich dies begehren? Schliesslich ist er für das Auge unsichtbar und ich werde ihn nicht enthüllen, bis ich mein inneres Verlangen enthüllt habe, ihn beschenken zu wollen.

Ich kann ihn nur in der Sehnsucht zu ihm enthüllen. Mit meinem Verlangen zu schenken, indem ich Gleichwertigkeit der Form erlange oder die gleiche „Eigenschaftt“ wie der Gastgeber erreiche, dann beseitige ich die Tarnung und „hebe den Schleier auf.“

Um das zu tun wurde mir die Gesellschaft gegeben, die Gruppe, in der ich das Schenken praktizieren kann. Dann, am gleichen Ort, unter den Freunden, entdecke ich den Gastgeber, den Schöpfer, und fahre fort Ihn durch die Gruppe und zusammen mit der Gruppe zu beschenken. So enthüllen wir Ihn.

Dies ist unsere Arbeit: Wir wollen uns untereinander vereinigen, um die allgemeine Kraft der Natur zu enthüllen, die schenkende Kraft, die sich in uns, in der Gruppe, befindet. Dort, innerhalb, wird es uns enthüllt und darin entdecken wir die spirituelle Welt, die aus fünf Ebenen oder fünf Welten besteht. Darin entdecken wir Partzufim, Ebenen, Sefirot und vieles mehr.

Aus der 5.Lesung auf dem WE! Kongress, der Zweck der Gruppe

Die wahre Ehrfurcht

Das erste uns gegebene Gebot ist das Gebot der Ehrfurcht. „Ehrfurcht“ bedeutet Angst darum, ob ich den spirituellen Weg gehe, ob ich die spirituelle Welt erlange, ob ich das Gelesene richtig verstehe, ob ich mich in der Gruppe richtig verhalte.

Kurz gesagt, ob ich Erfolg erzielen werde. Diese Sorge muss mich die ganze Zeit begleiten. Wenn ich mich beruhigt habe, gehe ich sofort von dem Weg ab, der mich zum Ziel führt.

In unserer Welt zählt die Psychologie über 800 Arten von Angst. Verdiene ich genug? Bin ich gesund? Wird mir etwas Schlimmes widerfahren?

Doch wir sprechen hier nicht von den abgeleiteten Ängsten, sondern von der wahren Angst: Bewege ich mich dem Ziel entgegen? Werde ich geben können? Das ist bereits die Sorge um etwas, worin ich nicht die geringste Notwendigkeit verspüre.

Werde ich diese Notwendigkeit spüren? Werde ich sie im ausreichenden Maße haben, um Anstrengungen unternehmen und mich auf das Ziel ausrichten zu können? Ich muss einen ganzen Prozess realisieren: Von der kleinsten, noch nicht definierten Unruhe bis hin zur vollwertigen Angst, die wie die Spitze eines Pfeils genau auf das Ziel gerichtet ist und mich an die Realisierung heranführt: „Gebe ich dem Schöpfer genug? Gleichen wir uns dadurch einander an? Stehe ich nicht tiefer, ähnlich einem Gast, der ein Mahl von dem Gastgeber auf eine solche Art und Weise annimmt, um der Scham zu entgehen?“

Genau diese Angst bedeutet Ehrfurcht und das ist das erste Gebot. Eine solche Ehrfurcht muss ich erlangen, die gibt es in mir nicht von Anfang an. Das Ziel ist nicht zu erkennen, und ich will nichts von der Eigenschaft des Gebens wissen. Brauche ich etwa die Nächstenliebe? Dabei muss ich sie so sehr brauchen, um Angst haben zu können: „Was ist, wenn ich sie nicht erreichen werde?“

Aus der Sicht des Egoismus ist das dem Wahnsinn gleich. Es ist etwas Unnatürliches.

Doch mit Hilfe der Umgebung und des Lichts, das zur Quelle zurückführt, können wir es erreichen – wir können es mittels Angst erreichen: „Werde ich das Licht empfangen können, damit es aus mir einen Menschen macht, der um des Gebens willen fürchtet?“

Also liegt vor uns ein großer Prozess des Aufbaus von notwendigen Bedingungen. Obwohl er in Wirklichkeit sehr schnell realisiert werden kann – alles hängt von dem Ausmaß der Anstrengungen ab, die wir investieren.

Als erstes muss ich wirklich Angst um meinen spirituellen Weg haben: „Schreite ich richtig zum Ziel voran?“ Und zweitens, erst nachdem ich die Angst erlangt habe, erlange ich die Eigenschaft der Liebe. Denn es gibt keine Liebe ohne Ehrfurcht.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Ein schlag auf den Genuss

Eine Frage, die ich erhielt: Wie wird der „Sivug“ (Vereinigung) in uns empfunden in der spirituellen Arbeit?

Meine Antwort: „Sivug“ – ist die Vereinigung mit der Hilfe des Schirms. Wenn du dich deinem Ego verweigerst, dem Wunsch des Genusses, damit du dich vereinigen kannst, mit dem Schöpfer, für das Geben, wenn du die Kraft der Überwindung hast – den Schirm, dann trittst du in den „Sivug“ ein.

Das heißt „Sivug de-Akaa“ – schlagartige Vereinigung. Mit dem Schlag weist du das höhere Licht von eigenem Wunsch des Genusses ab, unterwünscht die Genüsse direkt zu bekommen, nur für sich.

Und nur dafür, damit du dem Höchsten Licht eben sein kannst, bist du bereit die „Bewirtung“ zu bekommen, und nicht, weil du hundrig bist, obwohl du in Wirklichkeit einen großen Hunger verspührst.

Du bist bereit diese Genüsse von dir zu weisen und sie nicht zu bekommen, um den Hunger zu stillen, sondern die Berechnung durchzuführen und sie soweit anzunehmen, in dem du damit den Gastgeber befüllen kannst. Das heißt – der Schlag.

Du weist nicht den Gastgeber von dir, sondern die Genüsse, welche bestrebt sind, direkt in dein Wunsch zu geniessen, einzudringen.

Du bist bereit sie zu bekommen, aber nicht direkt, sondern unter der Bedingung, dass du zuerst die Berechnung durchführst – ist es in Wirklichkeit nur, um den Gasgeber gleich zu sein und mit ihm die Verbindung zu erlangen in gemeinsamen Geben.

Aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“, 2.12.2010

Mein Wunsch, dein Licht

Am einen Ende der spirituellen Leiter stehe ich und am anderen Ende befindet sich der Schöpfer, so dass ich jedes Mal, auf jeder Stufe begreife, inwiefern wir einander ähnlich sind.

Ich bereite das Gefäß/Wunsch vor. Und vom Schöpfer kommt das Licht. Somit wird die Vereinigung zwischen uns erreicht.

Ich empfinde alle ihre Komponenten: mich, den Schöpfer, unsere Vereinigung, wie es geschrieben steht: „Israel, Tora (die Methodik der Korrektur) und der Schöpfer sind Eins“. Einerseits sind sie Eins, und andererseits sind es doch drei Teile, zwischen denen es den Unterschied gibt.

Er existiert deswegen, weil es in jedem spirituellen Parzuf die leeren Wünsche gibt, in welchen ich mich empfinde, „den Gast“, und Ihn, „den Gastgeber“, der diese leeren Gefäße ausfüllen will. Das heißt, es existieren zwischen uns die Beschränkungen.

Der Mensch, der die erste spirituelle Empfindung erreicht, sieht folglich, dass sich alle in der Einheit mit dem Schöpfer befinden und Seinen Wunsch erfüllen, denn niemand kann gegen den Schöpfer etwas machen.

Aber wir sprechen nicht über das Bild, das seitens des Höheren gezeigt wird, sondern darüber, inwiefern sich der Mensch darin einreihen und in Aktion treten will. Bis jetzt wird uns nur das enthüllt, dass wir zur Verschmelzung und zur Vereinigung nicht bereit sind.

Jeder erfüllt aber die Handlungen des Schöpfers unbewusst, nicht aus dem eigenen Wunsch, aus eigener Entscheidung und Bitte. Wir handeln einfach dank der Kraft des Lichtes, die uns lenkt und alles bestimmt.

Die Beschränkungen, die Verhüllungen (die Welten) sind unsere stufenweise Offenbarung, inwiefern wir mit dem Schöpfer, in seinem Wunsch und seiner Handlung nicht übereinstimmen. Und diese Nichtübereinstimmung wird nur jenen Menschen geöffnet, welche sie korrigieren wollen, um folglich die Ähnlichkeit erreichen zu können.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „600 Tausend Seelen“, 27.10.2010

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Sich zu entfremden, um sich zu nähern

Eine Frage, die ich erhielt: Die Kabbalisten sprechen über die Stufen. Auf welcher Stufe werden wir zu den selbständigen Herren des eigenen Schicksals? Wann übergibt uns der Schöpfer die Zügel der Regierung?
Meine Antwort: Der Aufstieg entlang der geistigen Stufen verwirklicht sich etappenweise. Vergleichbar mit unserem Leben, wo die Kinder mit jedem Jahr immer selbständiger werden, sie lernen selbständig zu gehen, zu essen, sich zu bekleiden, einzukaufen, in die Schule zu gehen, zu arbeiten, zu heiraten, zu gebären – sie werden zum selbständigen Menschen.

Rabasch hat einmal ein solches Beispiel vorgeführt. Die Kinder spielen im Hof, und plötzlich geht ein Junge weg. „Wohin gehst du?“ – fragt man ihn. „Nach Hause, um etwas zu essen“, – sagt er.

Zu Hause öffnet er den Kühlschrank, findet das gewünschte Essen nicht und beginnt, die Mutter zu befragen: „Warum hast du nicht das gekauft, um was ich bat!?“ Er fühlt seine „Zugehörigkeit“ zu den Eltern, wodurch nicht die Selbständigkeit, sondern die Abhängigkeit geäußert wird.

Es vergehen einige Jahre, und in den Hof kommt der junge Mann. „Wie geht es dir? – fragen seine Freunde. – Wohin gehst du?“ „Wir gehen mit meiner Frau zu den Eltern, sie haben uns heute zum Abendessen eingeladen.“ Es ist schon die Selbständigkeit: der Mensch fühlt sich nicht wie der Gastgeber, aber gleichzeitig ist er unabhängig.

Somit spielen zwei Faktoren eine Rolle: die Fähigkeit zu den selbständigen Handlungen und die Absonderung. Einerseits entfremdest du dich ständig, und andererlungen, seits wirst du dem Schöpfer ähnlich, nah zu Ihm.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 01.10.2010

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Durch den Sohar den Schöpfer enthüllen

Wir lesen den Sohar. Was ist wichtig für mich – den Text in allen Einzelheiten zu kennen oder den Schöpfer zu erkennen, denn hier handelt es sich um Ihn, um Seine Handlungen?

Will ich wissen, was über die Handlungen selbst geschrieben steht, oder woher, von Wem diese Handlungen kommen?

Hier steht ein Wendepunkt dahinter, der entweder zum Erfolg oder zum Scheitern führt, zum Licht oder zum Dunkel, zur Enthüllung des Schöpfers oder zum Auswendiglernen des Textes, zum Studium der Tora oder Demjenigen, der die Tora schenkt.

Das Ziel ist, den Schöpfer, der hinter dem Text steht, zu enthüllen und zu erkennen. Gerade Er ist wichtig für mich. Deshalb denke ich daran, wie ich die Kraft enthüllen kann, von deren Handlungen hier die Rede ist.

Das ist damit zu vergleichen, als ob ich mit dem Gastgeber an Seinem Tisch sitzen würde und Er für mich die erlesenen Gerichte vorbereitet hätte.

Doch ich schaue das Essen nicht an, ich achte auf gar nichts um mich herum. Ich verschmähe das alles nicht, doch benutze es nur, um Ihn zu enthüllen, die Verbindung mit Ihm herzustellen.

Vor allem: wozu bin ich an diesen Tisch gekommen? – Für den Gastgeber, um Ihn kennenzulernen, und nicht um des Essens willen.

Ich vollziehe alle möglichen Handlungen, um Ihn zu erkennen. Dann ist es mir erlaubt, alles vom Tisch zu nehmen, zu probieren und zu genießen, alles Beliebige zu tun, wenn Er für mich wichtig und alles andere nur ein Mittel ist.

Beim Lesen des Sohar studieren wir die Handlungen des Schöpfers – und nur, um Ihn zu enthüllen. Darum muss man sich darauf konzentrieren, was hinter dem Text steht, durch ihn hindurchgehen.

Einerseits ist es so, als ob das Buch mich verwirren würde. Andererseits fange ich an, gerade durch meine Anstrengungen, durch den Text hindurchzugehen, hinter dem Text plötzlich den Schöpfer zu sehen.

Es gibt keine andere Möglichkeit, Ihn zu enthüllen. Es gibt keine andere Verbindung mit dem Gastgeber, ich verstehe Ihn nicht, Er ist verhüllt hinter dem Tisch.

Ich kann Ihn nur durch die Speisen verstehen: „Ich esse gerne Süßigkeiten – Er hat sie für mich vorbereitet. Er hat mich so erschaffen, dass ich Süßes mag, und hat es mir gegeben. Was will Er damit erreichen? Ich mag nicht besonders Saures. Doch Er gibt es mir. Warum?“ Ich muss Ihn aus mir selbst heraus enthüllen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 20.09.2010

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Verdammnis der Schlange oder Segen?

Eine Frage, die ich erhielt: Warum verschwinden alle Genüsse sofort? Ich freue mich so, wenn ich ein neues Auto gekauft habe, doch es vergeht eine Woche, ich gewöhne mich daran, und es interessiert mich nicht mehr.

Wie kann die Gewohnheit den Genuss auslöschen? Es gibt nur das Licht und das Gefäß. Wenn es den Genuss gibt, dann muss er ewig andauern! Warum verschwindet er?

Meine Antwort: Es ist so, dass das Kli, das Gefäß, sich verändert. Das Auto verschwindet nicht, mein Verlangen wird aber größer, und der empfangene Genuss erfüllt es nicht mehr.

Dieses Wachstum des Verlangens ist nicht quantitativ, sondern qualitativ. In der Spiritualität findet allgemein kein quantitatives, sondern qualitatives Wachstum statt.

Das Auto steht neben dem Haus geparkt, immer noch schön und neu. Doch es ist nur eine Woche vergangen, und es versetzt mich nicht mehr in Begeisterung wie vorher.

Weil an der Stelle, an der in dir ein zusätzliches Verlangen (der Giftzahn der Urschlange, ihr Gift) entstanden ist, in dir die Frage erwacht: „Was hat mir diese Anschaffung gebracht?“

Dir ist diese Frage noch nicht einmal bewusst, doch sie erwacht in dir und vergiftet deine ganze Freude.

Nach dem Zerbrechen, dem Sündenfall mit dem Baum der Erkenntnis, erwacht in jedem Genuss der Punkt der Verbindung mit dem Schöpfer und fragt durch seine Leere, ob du die ewige Erfüllung erlangt hast.

Und das zwingt dich sofort, nach der Erfüllung zu suchen. So bewegen wir uns im Laufe unserer ganzen Geschichte vorwärts, und wenn das nicht wäre, würden wir uns nicht entwickeln. Gerade durch dieses Entstehen von neuen Verlangen unterscheidet sich der Mensch von dem Tier.

Das, was uns seit dem Verlassen der Höhlen bis heute vorangetrieben hat, ist das von uns nicht wahrgenommene Bedürfnis, dem Schöpfer ähnlich zu werden. In uns wächst ständig der Mensch!

Das ist die Folge des Sündenfalls, sonst wären diese Verlangen (Adam und Eva) tierisch geblieben. Doch in uns erwacht die in uns durchgedrungene Scham in Bezug auf den Gastgeber, wie sehr ich mich von Ihm unterscheide!

Die Scham ist genau diese Frage: „Und was hast du von all dem?“ Ich führe quasi unterbewusst einen Vergleich bezüglich des Gastgebers durch und denke: „Was nützt mir dieses Auto, wenn ich den Schöpfer erreichen muss!“

Ich weiß selber nicht, dass das eine Frage über den Schöpfer ist! Doch diese nagende Leere kommt zu mir von Ihm.

Aus den Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 02.09.2010

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Der Stolz trennt uns vom Licht

Es ist gesagt: „Ich kann nicht mit dem stolzen Menschen am gleichen Ort bleiben“ – dort wo der Stolz ist, gibt es kein Licht. Anfangs nimmt der Gast das Essen vom Tisch des Gastgebers, weil er nicht spürt, nicht sieht und nicht weiß, dass der Gastgeber existiert. Und plötzlich merkt er, dass es den Gastgeber gibt, und es sein Tisch ist – alles gehört dem Gastgeber. All die Gerichte stehen nicht zufällig auf dem Tisch, denn sie sind absichtlich für den Gast – mit Liebe vorbereitet.

Wenn der Mensch erkennt, dass der Gastgeber ihn mag, kann er nichts annehmen – weil er irgendwie verpflichtet ist, dem Gastgeber zu antworten. Er weiß nicht, was er machen soll! Dabei liegt das Problem nicht im Erhalten sondern in der Beziehung – wozu sie mich verpflichtet. Ich werde mich nicht an solchen Ort begeben, wo die Menschen mich zu sehr mögen, oder hassen. Die Liebe stört auch, denn was werde ich mit dieser übermäßigen Liebe machen, wenn ich auf sie nicht antworten kann?! Auf welche Art einer Beziehung kann ich für die Liebe bezahlen? Ich kann von Ihm die Genüsse annehmen – denn der Genuss bekommt mein Tier in mir, und Seine Liebe dagegen – ist auf den Menschen in mir gerichtet!

Was muss ich dann machen – Er erzwingt mich dadurch, sich genauso herzlich zu benehmen? Ich soll entweder aufhören, dahin zu kommen, oder zu überlegen, wie ich dafür bezahlen kann. Dann trenne ich mich mit der Barriere, mit dem Stolz ab. Ich steige über Seine Beziehung zu mir hinauf, höher als der Hass und die Liebe, als ob sie nicht existieren würden. So handelt in mir die Schutzkraft, die mir hilft, vor Scham oder Liebe nicht zu verbrennen.

Der Stolz kommt aus dem leeren Raum innerhalb der Schöpfung und stammt von der Schlange, Malchut der Welt der Unendlichkeit. Jede beliebige Eigenschaft kann man korrigieren – außer dem Stolz! Denn er trennt uns von dem Schöpfer ab, zerreißt unsere Verbindung. Wenn ich mich in der Gruppe befinde , sind darin alle beliebigen Konflikte zulässig – außer dem Stolz! Mit dem Stolz schneidet sich der Mensch vom Einfluss der Umgebung ab und hat folglich keine Chancen, voranzukommen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 14.07.2010

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