Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Freunde'

Fürsorge für die Familie – eine Voraussetzung für eine spirituelle Gesellschaft

Frage: Woher weiß man, wo die Grenze der Anstrengung liegt? Schließlich kann man immer noch etwas hinzufügen.

Antwort: Es ist immer gut, etwas hinzuzufügen, aber es ist notwendig, klar zu definieren, wie sehr man in das Studium eintauchen sollte, wie vielman in der Verbindung mit den Freunden verwirklicht, wie sehr man sich der Familie und der Arbeit widmet. Mit anderen Worten: Alles muss seine Ordnung haben. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass wir in unserer Welt existieren. Man muss diese Dinge für sich definieren.

Ein Mann ist verpflichtet, sich um die Familie zu kümmern und sich auf keinen Fall zu weigern, eine zu gründen. Das ist eine Voraussetzung für Männer. Viele Kabbalisten haben deshalb keine Junggesellen als Schüler akzeptiert. Zu denjenigen, die wirklich Kabbala studieren wollten, sagten sie: „Geh und heirate und komm dann zurück.“

So war es auch bei Baal HaSulam. Man konnte erst am Tag nach der Hochzeit sein Schüler werden. Frauen kamen damals nicht in Frage. Heute akzeptieren wir sowohl Männer als auch Frauen, aber man sollte bedenken, dass die Bedingung, eine Familie zu haben, für Männer obligatorisch und für Frauen wünschenswert ist.

Rabash war auch sehr streng mit seinen Schülern und verlangte, dass sie innerhalb von ein oder zwei Monaten eine Ehe schließen sollten.

Wir müssen alle Bedingungen der spirituellen Gesellschaft erfüllenund diese wird in Form einer Familie dargestellt. Der Schöpfer berücksichtigt die Familieneinheit, in der es einen Mann, eine Frau und Kinder gibt. Er betrachtet eine solche Einheit als seine Schöpfung und erhebt sie auf dieser Grundlage auf eine spirituelle Stufe.

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Aus der Lektion „Fortsetzung des Kongresses im Aufstieg“, 15.09.2

Wie ein Fisch im Netz

Frage: Wie kommt es, dass sich der Mensch vor seiner Umgebung verbeugt?

M. Laitman: Der Mensch ist verzweifelt, weil so viel Zeit verstrichen ist und er sich so viel Mühe gegeben hat, aber noch immer kein Ergebnis zu sehen ist. Aber wenn er trotzdem in der Gruppe ist und kommt, ändert sich schließlich sein Verlangen.

Ich erinnere mich, dass ich einmal während eines schrecklichen Regenschauers zu Rabashs Unterricht kam. Außer mir hatte niemand ein Auto, und so warteten wir lange, aber es kam niemand. Also rief ich an und fragte, warum die Leute nicht kamen, und bot eine Mitfahrgelegenheit an. Und ich hörte als Antwort: „Was soll ich denn machen, wenn draußen so eine Flut ist?“

Plötzlich kam ein anderer Schüler herein, klatschnass. Als wir ihn fragten, wie er in einem solchen Regenguss gelaufen sei, sagte er: „Was könnte ich tun, wenn gleich der Unterricht beginnt?“ 

Man sitzt also zu Hause und fragt sich: „Was könnte ich tun?“ – Ich meine, wie könnte ich bei einem solchen Regenguss nach draußen gehen? Und der andere kommt völlig durchnässt herein und sagt auch: „Was sollte ich tun?“ – denn es gibt eine Lektion, und ich kann doch nicht nicht kommen. 

Alles hängt also von der Einstellung eines Menschen zu den Bedingungen ab, die ihm gegeben werden. In jedem Moment wirst du nach deiner Einstellung gefragt. Wenn du nicht vergisst, dass alles von oben kommt, speziell für dich, um damit zu arbeiten, dann hast du keine Wahl, und du handelst entsprechend.  

Frage: Wie schafft man es, sich bei jeder Gelegenheit zu verbeugen, um einen Schritt in Richtung der Gruppe zu machen?

M. Laitman: Es steht geschrieben: „Was der Verstand nicht tut, das tut die Zeit“. Und das ist wirklich wahr. Wenn es keine Qualität gibt, wird die Quantität funktionieren. Auf jeden Fall werdet ihr eines Tages durch den Einfluss des Lichts erkennen, dass nichts für euch funktionieren wird. Du wirst nichts erreichen, wenn du dich direkt an den Schöpfer wendest, das funktioniert nicht.

Dann wird man verzweifeln und beschließt, dass man sich mit der Umgebung verbinden muss. Du wirst Fäden haben wollen, die von dir ausgehen, die dich mit allen verbinden, und alle mit dir, als wärst du ein Fisch, der sich in einem Netz verfangen hat. Nur in dieser Form hast du eine Chance, dich in irgendeiner Weise zu verändern und das Wichtigste ist, dass du andere an dir arbeiten lässt.

Du bist gezwungen, dich so sehr von deiner eigenen Kraft enttäuscht zu fühlen, dass du dich bereit erklärst, dich deiner Umgebung auszuliefern, dich in diesem Netz zu verstricken mit der einzigen Hoffnung, dass deine Freunde dich beeinflussen werden. Du glaubst, dass sie die Macht dazu haben. Aber du selbst hast keine Verbindung zum Schöpfer, und Er will dich nicht beeinflussen und verändern.

Schließlich siehst du, dass viele Jahre vergangen sind, aber nichts funktioniert. Es gibt nichts anderes zu tun, und dann triffst du eine Entscheidung. Aber es braucht viel Mühe, Zeit und Ausdauer, Konsequenz. Es sollte keinen Tag geben, an dem du einen Unterricht verpasst.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Liebe muss gepflegt werden

Frage: Was ist der Unterschied zwischen Liebe unter den Freunden und der Freundschaft zwischen ihnen?

Antwort: Es gibt einen großen Unterschied. Die Liebe ist etwas, das die Menschen sehr eng miteinander verbindet. Freundschaft kann hingegen distanzierter sein, kühler, denn es ist nicht notwendig, direkt miteinander verbunden zu sein.

Freundschaft und Liebe sind schwer zu unterscheiden, auch wenn man den Unterschied zwischen ihnen erkennen kann. Liebe ist, wenn ich mich mit einem Menschen so verbunden fühle, dass wir nicht getrennt werden können. Wir sind sozusagen zusammengeklebt. Freundschaft wird von jedem von uns gut verstanden, da viele Menschen solche Beziehungen haben.

Frage: Wie kann man die Freundschaft zwischen Freunden im Zustand des Hasses erhalten?

Antwort: Man darf den Zustand des Hasses nicht zulassen, sondern muss die ganze Zeit in Kontakt bleiben, bis hin zur Liebe. Wenn sich der Hass offenbart, sollte man sich davon überzeugen, dass man prüfen muss, ob dieses Gefühl richtig ist oder ob es nur ein Hinweis auf einen Menschen ist, wie eine Krankheit, die man so schnell wie möglich loswerden sollte.

Frage: Wie kann man den Hass loswerden? Was ist der effektivste Weg?

Antwort: Ich denke, es gibt kein Patentrezept für alle Fälle. Man könnte sich daran erinnern, was für schöne Tage man hatte, wie man sich geliebt, wie man sich verziehen hat, wie man sich näher fühlen und sich kennenlernen wollte und jetzt fehlt einem genau das.

Man muss sich bewusst machen, dass die Liebe nur mit wenigen Menschen auf der Welt möglich ist, deshalb muss sie gepflegt werden. Auch bei der Freundschaft geht es nicht nur darum, eine herzliche Beziehung aufzubauen, denn sie kommt und geht.

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Aus dem Unterricht über Rabashs Notizen, 20.08.2024

Fragt den Schöpfer

Frage: Wie haben die Weisen aus den Handlungen des Schöpfers geschlossen, dass er die Schöpfung erfreuen will? Schließlich sehen wir das nicht in der Welt.

Woher wussten sie, dass sie sich mit Ihm verbinden mussten, um Ihn wie eine Radiowelle zu erkennen?

Antwort: Sie erfuhren es vom Schöpfer, als sie ein Gebet zu Ihm erhoben und Ihn fragten, was sie tun sollten, um Ihm näher zu kommen, damit Er sich an ihnen erfreut und Er antwortete ihnen.

Versucht euch auf dieselbe Weise miteinander zu verbinden, bittet Ihn und Er wird euch antworten.

Denkt an eure Freunde, verbindet euch mit ihnen und erhebt aus ihnen ein MAN zum Schöpfer. Nehmt in diesem MAN die Bitte, das Gebet auf, dass Er es euch ermöglicht, eine Antwort von Ihm zu erhalten.

Frage: Was bringt es unserer Welt, wenn wir diese Welle auffangen können?

Antwort: Sie bringt unsere Welt näher zum Schöpfer der Sie vollständig korrigiert sehen möchte.

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Aus einer Lektion in den Notizen von Rabash, 04.08.2024.

Ein Spiegel der mir nicht schmeichelt

Frage: Wenn man Mängel bei anderen sieht, sieht man sich selbst wie in einem Spiegel. Ist es der richtige Weg, sich sofort an den Schöpfer zu wenden, um sich zu korrigieren? Wie kann man dieses Rezept in Automatismus umwandeln, oder wird der Automatismus hier eher kontraproduktiv sein?

Antwort: Das hängt davon ab, worum man bittet. Wenn man darum bittet, diese Eigenschaft in sich zu korrigieren, dann sollte man natürlich erwarten, dass man sich irgendwie verändert. Wenn man für seine Freunde bittet, sollte man sehen, wie sehr sie sich verändern. In jedem Fall wird es eine Veränderung geben.

Frage: Muss man automatisch sagen: „Ich bin es, ich bin es, der korrigiert werden muss“?

Antwort: Ja.

Frage: Folgt daraus, dass es bei jeder Bitte darum geht, sich zu korrigieren?

Antwort: So ist es. Man soll sich keine Sorgen machen. Die Hauptsache ist, dass man darum bittet.

Frage: Bedeutet das, wenn man um die Korrektur eines Freundes bittet, ohne einen Mangel an ihm zu sehen, ich dann auch keinen habe?

Antwort: Das kommt vor.

Frage: Muss man nicht immer versuchen, jeden Mangel auf sich zu beziehen?

Antwort: Nein. Aber wenn man um die Korrektur eines Mangels bittet, kann man gleichzeitig auch für sich selbst bitten.

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Aus dem Unterricht nach den Notizen von Rabash Notizen, 11.08.2024.

Offenbare die heilige Liebe

Frage: Es wurde gesagt, dass die Liebe diejenige ist, die sich auf die Heiligkeit bezieht. Wie können wir eine Beziehung im Zehner aufbauen, so dass die Liebe wirklich mit der Heiligkeit in Verbindung steht?

Antwort: Dies wird geschehen, wenn man seine Freunde wie sich selbst behandelt. Man versetzt sich in ihre Lage und behandelt sie so, wie man von ihnen behandelt werden möchte.

Frage: Wie können wir uns gegenseitig einschließen, damit wir ein gemeinsames Kli aufbauen können, um die heilige Liebe zwischen uns zu offenbaren? Antwort: Das gemeinsame Kli besteht aus solch individuellen Beziehungen.

Frage: Bedeutet Liebe die Eigenschaft der Heiligkeit zu verkörpern? Nicht nur irgendeine Freundlichkeit von mir,  die ich meinen Freunden entgegenbringe, die Liebe zu unserer Welt, sondern eben die Eigenschaft der Heiligkeit in der Liebe?

Antwort: Die Eigenschaft der Heiligkeit bedeutet, einen Mensch, jeden Teil von ihm, als sich selbst wahrzunehmen.

Frage: Handelt es sich also um eine Art Übertragung des eigenen Ichs auf den anderen oder um eine andere Realität?

Antwort: Das ist einfach das Gesetz der Liebe, nichts anderes wird hier erwähnt.

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Aus der Lektion über „Zerbruch als eine Chance zur Korrektur“, 06.08.2024

„Kaufe die Wahrheit“

Frage: Es wird gesagt: Kaufe die Wahrheit und verkaufe sie nicht. Wie stimmt man sich innerlich ein, um die göttliche Wahrheit richtig durch sich zu leiten, sich aber auch nicht zu verwirren?

Antwort: Es geschieht, wenn man erkennt, dass man alles, was man fühlt, vom Schöpfer empfängt. Man möchte es korrigieren, um es Ihm zu bringen, um Ihm zu antworten. Die Antwort sollte korrekt und sehr einfühlsam sein, denn man möchte sich mit ganzem Herzen und ganzer Seele an den Schöpfer anhaften.

Frage: Ist die Wahrheit die umfassende, globale Liebe, die man nur durch das Herz fühlen, kann?

Antwort: Ja, aber um einen solchen Zustand zu erreichen, braucht es viel Kraft und Überlegung. Wenn dieser Zustand erreicht ist, ist kein Nachdenken mehr erforderlich.

Frage: Woher kommt das Verlangen, die Wahrheit zu kaufen?

Antwort: Aus der Verbindung mit den Freunden. Es fehlt die Möglichkeit, den Schöpfer, die Zustände die man durchläuft, zu erfassen, um sie tiefer zu begreifen.

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Aus einer Lektion über die Notizen von Rabash, 12.07.2024

Das Feld auf dem die künftige Welt erwachsen wird

Kommentar: Der Zehner (eine kabbalistische Gruppe von zehn Freunden) kann als ein Feld angesehen werden, auf dem wir verpflichtet sind, etwas zu tun.                                                

Wenn wir diese Arbeit korrekt ausführen, wird unsere zukünftige Welt auf diesem Feld wachsen, die richtig und gütig sein wird. Wir werden auf diesem Feld den Schöpfer entdecken, der dieses Feld gesegnet hat. Auf diese Weise werden wir auf dem spirituellen Weg voranschreiten können.

Wir suchen den Schöpfer in unserem Leben – wo ist Er? Wir wollen Ihn entdecken, uns Ihm zuwenden, Ihm begegnen und auf diese Weise in unserem Leben vorankommen: Ihm folgen, es spielt keine Rolle wie, solange wir mit dem Schöpfer verbunden sind. Es ist vergleichbar mit einem Kind, das nicht weiß, wohin es gehen soll, sich an seine Mutter klammert, die ihm nahe ist, und mit ihr zusammen geht.

Wenn man sich zu einem vollständigen Zehner verbindet, wird diese Gruppe zu einer heiligen Gesellschaft, in der man schließlich den Schöpfer offenbart. Diese ganze Gruppe ist wie ein vom Schöpfer gesegnetes Feld, so kommt man gemeinsam dem Ziel der Schöpfung näher.  

Der Schöpfer hat euch diese Gruppe gegeben, damit ihr das Ziel der Schöpfung erreichen könnt. Aber dieses Feld kann kahl und nicht bepflanzt bleiben oder sogar von Unkraut und Dornen überwuchert sein, ohne irgendwelche nützlichen Früchte hervorzubringen.

Oder aber man schließt sich mit seinen Freunden zusammen, stärkt sie und wünscht sich, dass dieses Feld eine gute Ernte einbringt, welche die ganze Welt, die ganze Menschheit versorgen kann. Dann wird sich dieses mit Disteln überwucherte Feld in ein fruchtbares, vom Schöpfer gesegnetes Ackerland verwandeln.

Dazu müssen wir uns zusammenschließen und dem Schöpfer gemeinsam dafür danken, dass er für uns sorgt und uns bis zum Ende der Korrektur führt. Je stärker wir uns verbinden und uns innerlich näher kommen, desto mehr werden wir unser Band, das ein Feld genannt wird, festigen, bis wir erkennen, dass wir den Segen des Schöpfers brauchen. Ohne die Hilfe des Schöpfers wird kein Same aus dem Boden sprießen.

Unsere ganze Arbeit besteht darin, uns miteinander zu verbinden und uns an den Schöpfer zu wenden, ihn zu bitten, uns zu helfen, dieses Feld richtig zu bearbeiten und eine Ernte darin wachsen zu lassen, welche die ganze Schöpfung sättigen und füllen kann.

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Aus einem Unterricht über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“, 17.01.2024

Was bedeutet es, auf dem spirituellen Weg fleißig zu sein

Frage: In Baal Sulams Artikel „Shamati“ 248 heißt es: der Fleißige wird belohnt. Wen meint Baal HaSulam damit?

Antwort: Das ist ein Mensch, der seine Handlungen verstärken will, um auf andere zuzugehen. Er wartet nicht darauf, dass sein Freund ihn liebt, sondern versucht, ihn zuerst zu lieben, wie es heißt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Derjenige, der schnell handelt und versucht, sich seinen Freunden anzunähern, ist ihnen immer voraus.

Frage: Die Quellen sagen, dass der Schöpfer der Erste und der Letzte ist. Ist das Bemühen zwischen dem Ersten und dem Letzten das Werk des Fleißes?

Antwort: Deine Arbeit besteht darin, dass du versuchst, deine Freunde und den Schöpfer mit all deiner Kraft und deinem Verlangen zu lieben.

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Aus einer Lektion über einen Artikel aus dem Buch von Shamati, 12.02.2024

Die Besonderheit der spirituellen Arbeit

Warum können wir den spirituellen Weg nicht im Voraus erkennen und auf ihm vorankommen, so wie wir es auf dem materiellen Weg tun, indem wir Kraft, Wissen und Intelligenz erlangen? Weil das überall in der Wissenschaft und in allen materiellen Unternehmungen so funktioniert, nur nicht im spirituellen Bereich.

Und das Spirituelle verlangt von uns, dass wir eine Handlung ausführen, bevor wir sie überhaupt verstehen, und sogar bevor wir die Kraft haben, sie auszuführen.

Das heißt, wir haben nicht die Kraft, uns zu verbinden, aber wir versuchen es, wir haben nicht die Kraft, die Handlung zu verstehen, und wir tun trotzdem so, als würden wir sie verstehen. Nur in dieser Form ist ein Vorankommen möglich.
Es ist eine große Schwierigkeit, dass wir in Ermangelung von Kraft, Verstand, Verständnis vom Sinn für spirituelles Handeln dennoch gezwungen sind, es zu tun. Dies ist ein ernsthaftes Hindernis. Jede Anweisung, die von einem Lehrer gesagt oder in einem kabbalistischen Buch geschrieben wird, wird von unseren gegenwärtigen Sinnen noch nicht wahrgenommen, entspricht nicht unserem Verstand und unserer Kraft, und deshalb können wir nichts erfüllen.

Aber wir brauchen nichts zu erfüllen, unsere Aufgabe besteht nur darin, zu versuchen zu erfüllen, uns unserer Unfähigkeit bewusst zu werden, Verlangen zu sammeln und uns mit diesen Verlangen an den Schöpfer zu wenden, indem wir ihn um Kraft, Verstand und Gefühl bitten. Genauer gesagt, bitten wir ihn, uns bei der Ausführung der Handlung zu helfen. Ich bitte um nichts weiter als um die Fähigkeit, das zu erfüllen, was mir anvertraut ist.

Das Problem ist, dass man sich gegen seinen Verstand und sein Herz stellen muss, gegen das Wissen und die Empfindungen. Ich fühle Ablehnung meinen Freunden gegenüber, aber ich muss mich mit ihnen vereinen. Mein Verstand rät mir, genau das Gegenteil von dem zu tun, was der Lehrer sagt, aber ich bin bereit, seinen Anweisungen zu folgen, wie ein kleines Kind, das instinktiv seinen Eltern gehorcht.

Das nennt man Glauben über dem Verstand. Der Unterschied zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen ist, dass wir im Spirituellen keine Möglichkeit haben, uns von unserem eigenen Verstand und unseren Empfindungen leiten zu lassen. Im Gegenteil, man sollte sich freuen, wenn man über den Verstand und die Sinne hinausgeht.

Denn wenn man nach seinem Verstand und seinen Gefühlen handelt und mit seinem Verstand und seinem Herzen einverstanden ist, wird es eine materielle Handlung sein, aus der nichts Spirituelles erwachsen kann.

Lasst uns versuchen, dieses einzigartige Prinzip zu verstehen. Baal HaSulam sagt: „Der Unterschied zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen ist, dass im Materiellen die Kraft der Handlung vorausgeht, wie es heißt: „Bevor ihr ruft, werde ich antworten.“”

Das heißt, wir handeln nach der Logik, dem Verstand, den Gefühlen, dem Verständnis. Und wenn wir nicht verstehen, handeln wir auch nicht. „Denn dort gilt die gleiche Ordnung wie am Ende der Korrektur (Gmar Tikkun), wenn nichts getan wird, bevor nicht die Kraft da ist, das zu tun, was erforderlich ist.“

Dies wird am Ende der Korrektur der Fall sein, da unsere Kelim bereit sein werden, alles zu empfangen. In unserer Welt machen wir erst dann eine neue Entdeckung, wenn unsere Wahrnehmung bereit ist, sie zu akzeptieren. Und so leben wir in einem winzigen Bereich des gesamten riesigen Universums, der als imaginäre Welt bezeichnet wird, da wir nichts tun, solange wir nicht die Kraft haben, es zu tun.

Und im Spirituellen bist du verpflichtet, zu versuchen, das zu erfüllen, wozu dir die Kraft fehlt. Du wirst versuchen, wirst sicherstellen, dass du keine Kraft hast, und du wirst genau herausfinden, welche Kraft dir fehlt und zu welchem Zweck. Daraus wird dein Gebet entstehen, durch das du mit dem Schöpfer in Kontakt treten wirst.

Das ist eigentlich der Sinn der spirituellen Realität: Nicht die Kraft geht dem Handeln voraus, sondern unser Handeln ist notwendig, um Kraft zu erhalten. Wir sind gezwungen, mit der spirituellen Arbeit zu beginnen, ohne die Kraft, den Verstand, die Sinne, das Verständnis, irgendeinen Wunsch danach dafür zu haben. Wie es heißt: „Tu, was geboten ist, um die Stimme dessen zu hören, der geboten hat.“

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Aus der Lektion über „Shamati“ Artikel #164, „Der Unterschied zwischen Materiellem und Spirituellem“, 01.11.2018