Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Finsternis'

An der Schwelle der letzten Befreiung

Wir gehen vier Vertreibungen hintereinander durch. Sie stammen aus 4 Stadien der Entwicklung der allgemeinen Seele – HaWaJaH (jud-kej-waw-kej).

In der Welt der Unendlichkeit wurde der allgemeine Wunsch in 4 Stadien geschaffen, weshalb die ganze Entwicklung und Korrektur nach denselben 4 Stadien erfolgt.

Bis wir das letzte Stadium, Malchut erreichen, sollen wir durch die Verbreitung und das Verschwinden des Lichtes aus dem Wunsch (entlang den Stufen) 4 Mal hintereinander gehen. Der Eintritt des Lichtes ist eine Befreiung (von seiner Abwesenheit, Finsternis), und der Ausgang – ist die Vertreibung (das Verschwinden des Lichtes).

Die Anwesenheit des Lichtes innerhalb des Gefäßes – heißt die Anwesenheit des Schöpfers innerhalb der Schöpfung, Seine Offenbarung. Deshalb folgt hinter der Befreiung (hinter dem Gewand des Lichtes in Gefäß/Seele/Wunsch) die Vertreibung des Lichtes, sein Ausgang.

Anderenfalls ist die Entwicklung unmöglich! Wie es gesagt ist: die Füllung des Lichtes und seine Entleerung bereitet den Wunsch zur Zielerreichung vor (auf die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer).

Deshalb wussten sogar die ersten Kabbalisten schon, was weiter mit der Menschheit geschehen wird. Abraham fragte den Schöpfer: „Woher kann ich wissen, dass meine Nachkommen dieses Land vererben werden?“

Als er dann die Antwort bekam, dass sie ins Exil vertrieben werden, beruhigte er sich: er wusste, dass sie nach 4 Vertreibungen und 4 Befreiungen zur endgültigen Korrektur kommen werden.

Wir befinden uns jetzt vor dem Ausgang aus der letzten Vertreibung, im System des 4. Niveaus (Stadium), das alle vorhergehenden Vertreibungen und Befreiungen einschließt, vor uns liegt die letzte, volle Befreiung (auf die gesamte Malchut), die schon sehr nah ist.

Aber für die Befreiung ist die Empfindung der Vertreibung notwendig. Vor ihrer Ankunft, muss man die Form der korrigierten Welt einschließen, sogar in der negativen Art, die Form dieser zukünftigen Befreiung – wobei sie nicht nur für Israel, sondern auch für die ganze Menschheit vorbestimmt ist.

Das erste Mal in der ganzen Geschichte, tritt Israel, d.h. unsere weltweite Gruppe, als der Vermittler des Höheren Lichtes auf, und wir sollen uns vereinigen, um die ganze Welt zu korrigieren.

Somit bedeutet die Befreiung – die volle Verschmelzung mit dem Schöpfer, mit der Eigenschaft des Gebens.

Aus dem Unterricht über den Artikel „Dies ist für Jehuda“, 01.11.2010

Dein eigenes Haggada zu Pessach

Der Auszug aus dem Exil ist der Auszug aus unserem egoistischen Verlangen, eine Erhebung aus ihm mit dem Glauben über dem Verstand, aus „Lo Lischma“ (um seiner selbst Willen) zu „Lischma“ (um des Schöpfers willen), aus Liebe zu sich selbst zu der Liebe zum Nächsten.

Wodurch gehen wir bei der Vorbereitung zu diesem Auszug und während der Flucht aus dem eigenen „Verlangen zu genießen“ zum „Verlangen zu geben“? Es ist uns allen sehr wichtig das zu wissen, denn gerade jetzt kommen wir gerade zu diesem Zustand.
„Hier ist das magere Brot, das unserer Väter in dem Land von Ägypten aßen“ [Haggada zum Pessach].

Wenn wir uns in unserem Ego befinden – essen wir „mageres Brot des Armen“, weil wir Armen bezüglich des Spirituellen nur winziges Licht bekommen, einen minimalen Funken des Lebens („Kista de Chajuta“), sogenanntes „dünnes Leuchten“ („Ner Dakik„), das uns und die ganze Welt belebt.
Und das ist nicht das Brot, das Menschen in Ägypten aßen, in Ägypten isst man gut! Unser Ego gibt uns alles: bitte schön, genieße!

Aber sobald wir die spirituelle Welt erreichen wollen, noch vor dem Ausgang aus dem egoistischen „Ägypten“, beginnen wir das „magere Brot“ zu kosten, – denn wir verstehen nicht, wie wir das Geben erreichen und was so gut daran ist.

Ich spüre in dem Geben kein Geschmack; alles ist trocken und fade wie dieses einfaches Plätzchen, nur Mehl mit Wasser! Genau so sieht für mich die spirituelle Welt zu der ich gehe aus.

Und deswegen muss ich aus dem satten Ägypten fliehen – von allem Guten – von Töpfen voller Fleisch und Fisch, fettem und appetitlichem, um mich in der Wüste von dem mageren Brot zu ernähren?! Danach sehne ich mich?

Aber das war wirklich so. Und deshalb steht es geschrieben, dass das Gebot über das „ungesäuerte Brot“ (mageres Brot, Matzen) den Söhnen Israels gegeben wurde, noch bevor sie aus Ägypten ausgezogen sind, als Darstellung der Erlösung, die in Eile vollzogen werden muss.“

„In der Eile“ – weil sonst kann man aus dem Egoismus nicht heraustreten! Das Spirituelle scheint so unattraktiv, so abstoßend zu sein, dass der Ausgang zu ihm eilig, mit Hilfe von einer zwingenden äußeren Kraft, die mich aus dem Egoismus herauszieht geschehen muss, denn ich selbst bin nicht in der Lage davon wegzukommen, von dieser ach so schöner Welt, wie sie sich mir in meinem egoistischen Verlangen darstellt.

Und die spirituele Welt scheint meinem Ego als große Finsternis, es gibt nichts darin was für meinen Egoismus atraktiv wäre, ich will sie nicht sehen!

Deshalb kann die Flucht nur „in der Eile“ stattfinden – ich werde plötzlich daraus herausgestoßen. Und lasst uns hoffen dass es so auch mit uns geschieht!

Aus einem Unterricht über Artikel von Baal HaSulam „Dies ist für Jehuda“, 31.10.2010

Kabbalisten über den Studium von Kabbala, T.10

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Über die Gegener des Kabbalastudiums

Aus dem oben Gesagten kann man die Finsternis un Unwissen (des Gesetzen des Lebens und der Wert) verstehen, die in unserer Generation vorzufinden sind, was es in allen vorausgehenden Generationen nicht gab. Und das, weil sogar die Diener des Schöpfers (diejenige, die die Tora studieren) aufgehört haben, sich mit den Geheimnissen der Tora (Kabbala) zu beschäftigen.

Baal HaSulam. Einführung in das Buch Sohar, P.57.

Alle großen Kabbalisten rufen in einer Stimme, dass solange wir auf die geheime Tora verzichten und uns nicht ihren Geheimnissen widmen, wir dadurch die Welt zerstören (weil wir das Licht auf unsere Welt nicht anziehen).

Rav Kook. Briefe, Vol. 2, S.231.

Angriff auf den Abstieg

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man die Begeisterung des Kongresses auf den darauffolgenden Abstieg übertragen?

Meine Antwort: Wenn wir uns während des Kongresses gut vorbereiten, wenn wir die Verbindung zwischen uns stärken, wird uns diese Verbindung helfen, die Aufstiege gleich an die Abstiege anzuschließen.

Wir haben in der Tat eine Möglichkeit, nicht abzusteigen. Dafür müssen wir uns während des Kongresses so vorbereiten, dass wir die Belastung des Herzens und der Verlangen später nicht als das Böse, sondern als ein Mittel, als eine Möglichkeit zum Aufstieg wahrnehmen.

Wir sind an einem besonderen Zustand angelangt – an einer großen Vereinigung von verschiedenen, fremden, weit voneinander entfernten Menschen.

Im Grunde genommen stellen wir das gesamte Babylon dar. Und zugleich können wir eine solche Verbindung erschaffen, die uns ein Beispiel an der Vereinigung nehmen lässt, welches uns während des Kongresses gegeben wird, und darin für ewig bleiben.

Wir müssen nur die gleiche Begeisterung, die gleiche Verbindung, die gleiche Wichtigkeit des Ziels aufrechterhalten, indem wir am gegebenen Beispiel, an der Kraft festhalten, die wir während der Vereinigung herangezogen haben. Dann werden wir problemlos die spirituellen Stufen hochsteigen können.

Die Einheit erfüllt uns mit Energie, mit der Erkenntnis der Wichtigkeit und der Größe des Ziels, und wir müssen es so arrangieren, dass die darauffolgenden Zustände gar nicht erst zu den Abstiegen in die Finsternis werden. Wir müssen sie im Voraus als erwünscht und notwendig betrachten, nach dem Prinzip: „Ich erwecke die Morgendämmerung, und nicht sie mich“.

Wir warten auf die Finsternis wie auf das Licht – denn sie bietet uns die Chance, aufzusteigen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 26.10.2010

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Die Abstiege den Aufstiegen angleichen

Der Mensch, der in die Finsternis zurückgeworfen wird, verliert jegliche Verbindung mit dem vorigen Zustand des Aufstiegs.

Wenn der Schöpfer die Barmherzigkeit zeigt und den Menschen mit Seinem Licht erweckt, dann heißt es nicht, dass der Mensch die Korrektur begangen hat. Wenn er sich aber mit Hilfe der Gruppe selbst erweckt, dann wird er wirklich korrigiert.

Während des Aufstiegs hat sich der Mensch richtig vorbereitet: er gab der Gruppe alles, was er nur geben konnte, sie war für ihn wie „das Lagerhaus der Begeisterung“. Dank den angelegten Bemühungen, blieb auch im Fallen diese Verbindung erhalten.

Wenn man jetzt dieses Fädchen erhalten würde, dann könnte der Mensch aufwachen, durch die Gruppe das Licht, die Kräfte, das Verständnis, den Glauben über dem Verstand heranziehen, und aus dem Fallen zum neuen Aufstieg erreichen.

Mittels der Gruppe hat der Mensch immer eine Möglichkeit, das Bündnis zu erneuern. Im Unterschied zum Bündnis der Urväter, die die Tora noch nicht bekommen konnten, verbindet unser Bündnis den Menschen unmittelbar mit der Gruppe.
Darin besteht eben die freie Wahl: mit Hilfe der Gruppe zu arbeiten und die Fälle den Aufstiegen anzugleichen.

Somit wird unsere ganze Freiheit in der Gruppe realisiert. Und nur mit ihrer Hilfe verwirklicht der Mensch das Bündnis.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 26.10.2010

 

 

Warum ich mich bemühe und was ich finde?

„Schamati“, Artikel 161: „Ich arbeitete und fand nicht, glaube nicht“. Wir müssen die Bedeutung von „Ich fand“ verstehen. Was gibt es da zu finden? Finden betrifft, Gnade in den Augen des Schöpfers zu finden.

Über die Realisierung der Methodik der Korrektur ist es gesagt: „Er bemühte sich und hat gefunden“. Das klingt aber seltsam? Sich „zu bemühen“ ist noch verständlich, aber was ist mit dem „Finden“ gemeint.

Wenn der Mensch die Korrektur verwirklicht, um die Nächstenliebe zu erreichen, so findet er in der guten Beziehung zu den Anderen den Schöpfer – die allumfassende Kraft der Natur, die sie ins Einheitssystem verbindet.

Alles ist durch die Bemühungen bedingt. Der Mensch soll einstechen, schwitzen, sich darin bemühen, das ganze System zu sammeln, Beziehungen mit den Anderen aufzubauen, die richtige Verbindung zu erreichen, sie in der Finsternis zu finden.

Und das heißt eben, dass er sich bemüht, und dann den Schöpfer zu dem Zeitpunkt findet, wenn die Teile des Systems vereinigt werden. So öffnet der Mensch die universelle Kraft, und sie wird zu seiner inneren Kraft des Lebens.

Wenn ich mich nicht bemühe, die Suche nicht durchführe, dann wird es mir am Verständnis, an der Empfindung mangeln, die für die Einheit aller Seelen notwendig ist.

Denn ich soll das System selbst begreifen und lernen, es zu lenken. Ebenso wie sich jede Körperzelle um den ganzen Körper sorgt, auch wenn wir es noch nicht erkannt haben.

Dasselbe geschieht im ganzen Geschöpf: sein jedes Element ist mit allen übrigen und mit dem allgemeinen System, wie im Hologramm, zusammengebunden. Es ist die Vollkommenheit eben.

Und deshalb ist es in der Realisierung der Methodik der Korrektur unmöglich, ohne Bemühungen umzugehen. Andersfalls kann sich der Mensch nicht einreihen, kann nichts verstehen, oder in sich alle Anderen einbeziehen.

Obwohl er den Vorzug genießt, muss er jedoch im Spirituellen den vollen Preis zahlen, das Maß der Arbeit, das jeder gibt. Andernfalls verliert er das Kli. Darum sagt er „Ich arbeitete und fand nicht, glaube nicht“, denn er wird alles verlieren. Folglich sollte man seine Arbeit bezahlen

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 08.10.2010

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Ein Gebot

Aus den Werken von Kabbalisten erfahren wir, dass alles, was für uns vorbereitet wurde, das Zerbrechen ist, welches wir korrigieren müssen. Darum gibt es nur ein Gebot – die Korrektur des Zerbrechen, d.h. die Wiederherstellung der Verbindung zwischen den Seelen, die sich wieder zu einer Gesamt Seele vereinen sollen.

Weil jedoch die Gesamt Seele und deren Teile, jede einzelne Seele, in viele Teile zerbrochen sind, glauben wir, dass uns viele verschiedene Handlungen bevorstehen. Doch sie alle stellen im Grunde genommen ein und dieselbe Handlung dar – die Verbindung.

Zuerst müssen wir unser egoistisches Verlangen einschränken und uns über ihn im Geben um des Geben willen erheben, was als „Rückkehr aus Furcht“ bezeichnet wird. Und dann müssen wir uns zum Empfangen um des Geben willen korrigieren, was als „Rückkehr aus Liebe“ bezeichnet wird. „Die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst“ ist das Ergebnis unserer ganzen Korrektur.

Zum Schluss müssen sich alle Teile zu einem Ganzen ohne jegliche Unterschiede vereinen. Das heißt, im Grunde genommen gibt es nur ein einziges Gebot – die Vereinigung.

Wir werden noch erkennen, inwieweit alles in der Welt für die Erfüllung eben dieses Gebots bestimmt und vorbereitet ist.

Alles ist dazu da, um uns die Möglichkeit zu geben, auf einfachem und gutem Wege erst zur Enthüllung des Zustandes des Zerbrechen und anschließend zu dessen Korrektur zu kommen.

Deshalb glauben wir, dass wir sehr viele Handlungen vollziehen müssen: mit uns selbst, in der kabbalistischen Gruppe, in der Familie, in der Gesellschaft, in der Welt, in der ganzen Menschheit. Man muss jedoch ständig im Visier (in der Absicht) haben, dass dies eine einzige Handlung der Verbindung bedeutet.

Die Natur dieser Handlung ist die Erlangung der Einheit, was uns ein großes Durcheinander entwirren lässt. Denn sonst begreifen wir nicht, warum wir diese verschiedenen Zustände durchlaufen müssen, die schwer, verwirrend und verschwommen sind, und warum wir im Leben von so vielen Schwierigkeiten und Problemen verfolgt werden.

Doch im Grunde genommen gibt es eine einzige Ursache dafür – die mangelnde Verbindung. Und das Heilmittel in jeder Situation ist ebenfalls die Verbindung.

Wenn wir uns unseren jetzigen und unseren zukünftigen, erwünschten, Zustand folgendermaßen vorstellen: von dem sich uns enthüllenden Fehlen der Verbindung hin zur Verbindung – dann werden alle Probleme geheilt, alles wird geklärt und vom Licht erfüllt.

Und wenn wir uns ständig in einer solchen Absicht befinden, werden wir uns über die Verwirrung und das Zerbrechen mit Hilfe des Glaubens über dem Verstand hin zur Handlung der Verbindung erheben.

Das heißt, ich werde nicht in meinen Verlangen, Empfindungen, dem Unverständnis und der Finsternis untergehen, sondern verstehen, dass das alles eine Folge der Trennung ist, und wenn ich alles in meiner Kraft liegende tue, um die Verbindung zu erreichen, werde ich des Lichts würdig.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 05.10.2010

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In der Finsternis wie im Licht

Der Schöpfer ist vor uns verborgen. Aber anstatt die Verhüllung abzureißen und Ihn zu enthüllen, bilde ich mir Seine Gestalt ein.

Der Schirm, welchen Er zwischen uns gestellt hat, bleibt bestehen, ich erzeuge in mir aber solche Veränderungen, die in meinem Inneren die Eigenschaften des Schöpfers, die Gestalt des Schöpfers erschaffen.

Nur auf diese Weise kann ich Ihn enthüllen, nur mithilfe der Bildung Seiner Gestalt, weil Er, Sein Wesen abstrakt ist.

Somit bilde ich in der Finsternis eigener Selbstsucht die glänzende Gestalt der Eigenschaften des Gebens und der Liebe, das Wesen des Lichtes. Der Schöpfer bleibt weiterhin hinter dem Schirm verborgen, wobei Sein Wesen unter dem Schirm erschaffen wird, als ob Er in Wirklichkeit vor mir stehen würde.

Ich stelle das Licht des Gebens (der Glaube, Chassadim) vor und halte mich darin auf, auch ohne den Schöpfer hinter dem Schirm zu enthüllen.

Ich bitte den Schöpfer sogar darum, den verbergenden Schirm nicht zu entfernen, um mir zu ermöglichen, im Schatten, in der Finsternis existieren zu können. Auf diese Weise kann ich ihre Wichtigkeit schätzen.

Dank dieser Finsternis bin ich in der Lage die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, das Licht zu erreichen, selbständig zu werden. Obwohl Er sich vor mir verbirgt, schuf Er den Ort, worin die Ähnlichkeit zwischen uns erreicht werden kann. Und im Maß dieser Ähnlichkeit wird der Schirm, der uns teilt, durchsichtig, und unsere Gestalten stimmen überein.

Die Finsternis hilft mir also. Würde das Licht mich ausfüllen, so wären beliebige Anstrengungen abgeschafft. Ich würde kein Bedürfnis haben, die selbständig induzierte Bewegung oder Handlung zu machen. Die Finsternis schafft die Notwendigkeit in der Entwicklung.

Wenn die Finsternis einfach zerstreut würde, dann würde ich zum gewöhnlichen, materiellen Leben zurückkehren. Deshalb bitte ich darum, dass die Finsternis bleibt.

Sie hilft meiner Selbstsucht sehr: nichts füllt sie aus oder beruhigt sie. Man befindet sich weiterhin in der Finsternis und wünscht sich das Licht. Man will also die Eigenschaften des Lichtes finden, aber es hängt mit der Enthüllung des Schöpfers, mit der Bildung Seiner Gestalt in meinem Inneren zusammen Folglich unterstütze ich den uns teilenden Schirm: obwohl der Schöpfer ihn allmählich abnimmt, verlange ich weiterhin die 100% Verhüllung.

Dadurch baue ich den Vorsprung, „das Dach der Laubhütte“ auf, ich möchte nicht das höhere Licht direkt empfinden. In der Ablehnung, in der Einschränkung, enthülle ich die Eigenschaft des Gebens und halte mich in der Finsternis wie im Licht auf. Für meine Selbstsucht ist es die Finsternis, und für die gebenden Absichten ist es das Licht.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel 8 aus dem Buch „Schamati“, 29.09.2010

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Die Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis

Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht das Prinzip der Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis?

Meine Antwort: Die Erkenntnis des Lichts erfolgt aus der entstehenden Finsternis heraus. Das Licht ist die Eigenschaft des Gebens und die Finsternis ist die Erkenntnis unserer egoistischen Natur (Itron or mit toch choshech – das Licht wird im Vergleich zur Finsternis bewertet).

Es ist wie in einem Witz über einen neureichen Russen, der seinem Kumpel ein Feuerzeug zeigt, das er für drei Tausend Dollar in einem Laden gekauft hat. Der Kumpel ruft aber: „Und ich habe das gleiche Feuerzeug um die Ecke für sechs Tausend Dollar gekauft!“

Der Genuss wird nicht durch den Gegenstand selbst bewertet, sondern dadurch, wie wir ihn bewerten. Wenn man etwas in einem besonderen Laden kauft oder sich mit viel Mühe beschafft, bekommt man einen größeren Genuss davon!

Je mehr die Eltern in ihr Kind investieren, desto mehr lieben sie es. Es ist allgemein bekannt, dass je mehr Mühe etwas in der Vergangenheit jemanden gekostet hat, desto angenehmer ist die Erinnerung daran, desto wertvoller ist es für ihn. Weil wir nicht das Licht, sondern das Verlangen (Kli, Gefäß) wahrnehmen und daran den Genuss bemessen. Je größer das Verlangen und das Leiden sind, desto stärker wird die Erfüllung empfunden.

Darum müssen wir verstehen, dass wir, wenn wir durch unsere Anstrengungen genug Leiden angesammelt haben, dessen würdig werden, die Befreiung des Körpers vom Bösen wahrzunehmen.

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Der Anfang einer neuen Stufe

Wir glauben, dass wir einen „Schatten“, Finsternis bekommen, doch das geschieht, weil das größere Licht kommt, und ich, da ich nicht bereit bin, es zu empfangen, es auf die richtige Weise wahrzunehmen, spüre die Finsternis, den Gegensatz zwischen uns.
Das heißt, dass unser Gefühl des Abstiegs die Enthüllung von neuen Verlangen (Kelim) ist, in denen ich im Moment noch empfinde, wie entgegengesetzt sie dem Licht, das auf mich einwirkt, sind.
Wenn ich soweit bin, enthüllt das größere Licht ein größeres Verlangen in mir, doch solange das Licht und das Verlangen einander in der Absicht entgegengesetzt sind (das Licht Geben und das Verlangen Empfangen ist), wird dieser Bruch zwischen ihnen von mir als Abstieg wahrgenommen.
Doch dieser Zustand muss geschätzt werden, denn im Grunde genommen ist das bereits die Kehrseite einer höheren Stufe. Alle unsere Empfindungen von Finsternis, Abstieg, Abstoßung kommen von einem neuen, stärkeren Licht, das größere Verlangen (Kelim) in uns enthüllt.
Ich befinde mich in einem grenzenlosen Verlangen (Kli), meine Seele ist grenzenlos. Denn außer mir gibt es keine Geschöpfe, alle anderen sind Teile meiner Seele. Das Licht wird allmählich stärker und enthüllt immer größere Schichten des Verlangens in mir.
Je stärker es scheint, desto größeres Verlangen enthüllt es. Wenn ein noch stärkeres Licht zu mir kommt, enthüllt es ein noch stärkeres Verlangen, das ihm entspricht.
Doch jedes Mal wird die Enthüllung eines neuen Verlangens von mir als Entfernung von der „Spiritualität“, der Lebenskraft, empfunden, da es der Eigenschaft des Lichts entgegengesetzt ist, und es geht mir schlecht.
Ich muss mich im Voraus auf einen solchen Zustand vorbereiten, damit ich, wenn er kommt, begreife, dass er mich zur Korrektur erweckt.
Wenn ich das Böse, den Abstieg in dem Bruch zwischen mir und dem Licht, nicht spüren würde, würde ich die Korrektur nicht beginnen können. Die Enthüllung des Bösen ist dafür bestimmt, mir den Anstoß zum Vorankommen zu geben.
Deshalb ist die Wahrnehmung des Schattens von unreinen Welten (Zel de-Tuma) notwendig, um den „heiligen Schatten“ (Zel de-Kdusha) zu erreichen. Solche Schatten müssen geschätzt werden.

Aus dem Unterricht nach dem Shamati-Artikel 243 vom 28.09.2010

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