Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Grundlage aller Korrekturen

Buch Sohar, Vorwort „Die Buchstaben, Rabbi Amnona Sabas“, Punkt 37: Der Buchstabe „Bet“ erschien und wendete sich an den Schöpfer : „Du, Herscher der Welten! Würdest Du mit mir eine Welt erschaffen ?“ Und der Schöpfer antwortete : „Mit dir werde ich eine Welt erschaffen, und du wirst der Anfang dieser Schöpfung sein“.

Eine Frage die ich erhielt: Warum wurde die Welt denn ausgerechnet mit dem Buchstaben „Bet“ geschaffen ?

Meine Antwort:
Weil eben dieser Buchstabe den Segen (Bracha), das Licht Chasadim symbolisiert. Darin gibt es keinen Mangel. Ausser diesem gibt es kein anderes Gesetz, keine andere Eigenschaft mit welcher man die Schöpfung beginnen kann.

Wie sonst kann man den Unterschied zwischen den Wünschen herausfinden, unter denen die dem Schöpfer dienen und jenen die Ihm nicht dienen ? Wie kann man denn sonst Korrekturen durchführen wenn nicht mit dem Licht von Chasadim. Es trennt sofort diejenigen welche zum „Geben“ streben von denen die nur das „Empfangen“ wollen.

So wird dir schon klar wie man weiter voranschreitet.

Es gibt keine andere Analyse, die deutlicher und einfacher wäre, keine andere Analyse die der weiteren Konstruktion zugrunde gelegt wird. Ohne Chasadim, ohne das Streben hin zum Schöpfer, werden wir aus dem Licht Chochma nichts aufbauen können. Ausserdem ist diese Eigenschaft grenzenlos. Das Licht Chasadim durchdringt, ohne Unterschied, alle Welten. Von der Unendlichkeit bis hin zum Ende der Welt Assija. Es gibt da keinerlei Beschränkung, weil es im Geben keine Beschränkungen gibt.

Eine Frage die ich erhielt: Wieso fühlen wir denn keinen Segen in dieser Welt ?

Meine Antwort : Wir sprechen nicht über unsere Welt, sondern über die spirituelle Realität. Will ich sie erreichen, so muss ich mir die Eigenschaft der Gnade (Chessed) aneignen. Sie ist der Segen, dank dessen ich die Welt aufbaue.

Die materielle Welt ist nur ein Bild, eine Vorstellung in unserer Wahrnehmung, das eben infolge unserer spirituellen Ohnmacht zustande kommt.In dieser Bewusstlosigkeit bewirkt das Gehirn die illusorische Empfindung des Lebens. So ist unser Dasein eben.

Um zu erwachen, sollten wir uns ausrüsten mit der Kraft, mit dem Segen Chasadim, der Eigenschaft des Buchstaben „Bet“.

Diese Kraft kann nur von Oben kommen. Wir können darüber nicht herrschen. Aber wenn wir uns grosse Mühe geben um sie zu finden, dann werden wir gewiss das Erwünschte erhalten.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 19.12.2010

An der Schwelle

Eine Frage, die ich erhielt: Was fehlt uns vor dem Kongress?

Meine Antwort: Ich glaube nicht, dass irgendetwas fehlt! Ich habe gehört, dass du „alles verkauft und beschlossen hast, alles auf eine Karte zu setzen“. Also was noch? Jetzt, wo du dein ganzes Hab und Gut in der Hand hältst, musst du nur entscheiden, worauf du setzen willst. Alles hängt von dir ab.

Das ist die Wahl, die wir treffen müssen. Aber für den Anfang müssen wir uns an der Vorbereitung, die unwahrscheinlich wichtig ist, beteiligen. Nichts Nebensächliches sehen und hören, an nichts Anderes außer dem Ziel denken. Wir lassen alles hinter uns und spielen va banque.

In der Spiritualität, genauso wie auch im Materiellen, verlangt das Kind, und die Erwachsenen müssen ihm das geben, wonach es verlangt. So geschieht es bei den Tieren und auch bei den Menschen. Das ist der natürliche Lauf der Dinge.

Wir müssen nicht besonders klug sein. Wir müssen wir selbst sein – das genügt. Wir müssen nicht aus uns herausspringen bei dem Versuch, an dem Verlangen zu feilen, bis es kristallklar ist. Nein, wir müssen uns dort verbinden, wo wir sind, – und wie Kinder um Hilfe bitten.

Der Schöpfer braucht nichts, außer einer einfachen Bereitschaft. Alles Andere bringt Er uns bei – auf eine wunderbare Weise, Schritt für Schritt, fürsorglich, sanft und liebevoll.

Von uns werden einfache Dinge und keine Allwissenheit verlangt. Wir müssen einfach nur wollen, das genügt.

Wollen wir hoffen, dass wir in den bis zum Kongress verbleibenden Stunden die Herzen erwärmen können, um die Gäste angemessen empfangen und das Erwünschte erreichen zu können.

Dann beginnt aber eine ganz andere Arbeit. Wir werden ein neues Realitätsbild, hinter welchem der Schöpfer steht, sehen. Dann wird uns klar, dass alle seine Teile von einer einzigen Kraft, der allumfassenden Natur, gesteuert werden.

Diese Kraft stellt das allgemeine Feld dar, welches alle durchdringt und erfüllt. Wir befinden uns in einem untrennbaren Netz, und es bewegt jeden – in allem bis hin zum letzten Detail.

Dann werden wir bereits anders arbeiten, wir werden versuchen, uns dieser Kraft anzuschließen, in die dynamische Entwicklung, in die Harmonie, in jenen Bereich, jenen Strom, genannt Verschmelzung, einzufließen. Auf diesem Weg lehrt die Seele den Menschen.

Wie dem auch sei, bewegen wir uns in die richtige Richtung und stehen bereits an der Schwelle. Ich hoffe sehr, dass wir diesmal Erfolg haben werden. Ich fühle das auch an den Verlangen der Herzen. Selbst diejenigen, die sich uns in den letzten ein, zwei Jahren angeschlossen haben, sind ebenfalls bereit. Erstaunlich, wie schnell der Mensch in der heutigen Zeit wächst.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 05.11.2010

Die komplizierteste und leichteste Wissenschaft

Es ist bekannt, dass der Schöpfer nur das Verlangen zu genießen erschaffen hat. Dieses Verlangen, der „Körper“, entwickelt sich und erschafft in sich selbst den Verstand, den „Kopf“, der hilft, das Gewünschte zu erreichen.

Der gesamte Verstand, der „Kopf“, arbeitet für das Verlangen zu genießen, den „Körper“. Wenn das Verlangen, der „Körper“, etwas bebnötigt, dann handelt der Verstand, der „Kopf“, um das Erwünschte zu erreichen.

Und wenn nichts gebraucht wird, dann ist es so, als ob der Verstand, der „Kopf“, nicht existieren würde. Der Verstand, der „Kopf“, sein „Vorhandensein“ wird nur von der Größe und der Ebene des Verlangens bestimmt.

Wenn wir TES (die Lehre von den zehn Sefirot) studieren, wollen wir mit dem Verstand das begreifen, was in unserem Verlangen noch nicht existiert. Weil im TES nur die Rede von den Handlungen des Gebens ist, die über den egoistischen Verlangen liegen.

Deshalb ist es unmöglich, den Sinn von spirituellen Handlungen zu verstehen, denn der Kopf kann nur auf der Ebene der Verlangen des Körpers denken, nur das wahrnehmen, was für das Verlangen verständlich ist. Und das, was im Verlangen nicht existiert, gibt es auch im Kopf nicht.

So ist die materielle und spirituelle Natur aufgebaut. Denn der Körper und der Kopf gehören zu einem „Parzuf“, einem Zustand.

Wenn ihr deshalb einen Menschen seht, der sich mit dem Aufbau der höheren Welten gut auskennt, dann befindet er sich entweder bereits in der spirituellen Welt oder er lernt rein mechanisch und nicht um das Verlangen zu korrigieren.

Dann kann er studieren und viel von der Theorie wissen, so wie die „Kabbalisten“, die Baal haSulam einst in Jerusalem getroffen hatte.

Es ist jedoch unmöglich, dass der Mensch, der vorhat, sein Verlangen zu korrigieren, den Aufbau der höheren Welt versteht, solange sich in seinem Verlangen nicht die Erscheinungen zu enthüllen beginnen, von denen er im Buch liest. Wenigstens ein bisschen!

Entsprechend dieser anfänglichen Enthüllung wird er bereits über die Fähigkeit verfügen, sich etwas zu merken, darüber zu reden, sich das irgendwie vorzustellen.

Darum ist es nicht schlimm, wenn der Mensch lange studiert und nichts weiß. Das ist das Zeichen der korrekten Entwicklung, wenn sein Verlangen und sein Verstand miteinander verbunden sind und sein Verstand nur in dem Ausmaß der Korrektur des Verlangens arbeitet. Das ist die gesündeste Entwicklungsform.

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 02.08.2010

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