Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Erlösung'

Pessach Seder: Die Ordnung der Geburt der Weltseele

Matzen symbolisieren den Zustand, wenn das „Brot von Bina“ gegessen wird, das von der Stufe Bina, dem Geben, kommt. Und obwohl wir uns immer noch auf der Stufe von Malchut befinden und wir nicht fähig sind aufzusteigen, müssen wir so stark wie möglich versuchen, Handlungen des Gebens durchzuführen und uns miteinander verbinden.

Obwohl es uns völlig klar ist, dass wir keinen Erfolg haben werden, ist das egal: wir müssen diese Handlungen trotzdem ausführen, denn sie ziehen das Höhere Licht auf uns und das Licht führt dann seine Handlung aus, die unsere „Befreiung“ heißt.

Des Menschen Austreten aus dieser Welt, aus dem Objekt der egoistischen Wahrnehmung, des pragmatischen Wissens, aus dem eigenen Ego, geschieht nicht auf die übliche Weise entsprechend der Ordnung der Stufen. Dies ist wie der Prozess des Geboren werden, das vollständig in der Dunkelheit, in Eile geschieht. Bei der Geburt muss sich der Fötus auf den Kopf stellen und aus der einen Welt in eine andere gehen: aus seiner Mutter, seiner inneren Stufe, in die äußere Welt.

Unsere Seele wird in gleicher Weise geboren. Und deshalb hat kein anderes Fest eine so präzise Ordnung von Handlungen während der Feiertage. Normalerweise segnen wir nur die Nahrung und den Wein. Jedoch ein Pessach-Mahl hat eine ganze Ordnung (Seder), der man ganz genau folgen muss. Dies ist so, weil des Menschen Austritt aus seinem Ego, aus unserer Welt und seine Errungenschaft der Wahrnehmung der spirituellen Welt, einer höheren Dimension, das als seine spirituelle Geburt bezeichnet wird, nicht ensprechend normaler Gesetze geschieht.

Normalerweise wachsen Verlangen nach der Ordnung der Stufen: zwei Stufen des kleinen Zustandes (Katnut Alef und Bet), zwei Stufen des großen Zustandes (Gadlut Alef und Bet), die die inneren und äußeren Zustände abwechseln und noch einmal: das Innere und das Äußere. Mit anderen Worten, die Verlangen und das Licht wachsen schrittweise.

Doch während der Geburt scheint alles „inkorrekt“, anders herum zu geschehen. Und darum heißt das Pessach Mahl „Seder“ (Ordnung). Es ist eine besondere Ordnung, die nicht den Gesetzen des aufeinanderfolgenden Wachstums gemäß der Stufen entspricht.

Die Sache ist die, dass diese Stufe, die wir jetzt während des „Auszugs aus Ägypten“ erleben, unsere Geburt ist. Und die Seele, die geboren wurde, wächst dann nur noch. Doch auf dieser Stufe gechieht eine echte „Revolution“. Und darum geschieht die gesamte Ordnung eines Pessach Mahles – „Kiddush“ (Segen), „Urchaz“ (Hände waschen), „Karpas“ (Kräuter in Salzwasser tunken), „Yachaz“ (Brechen von Matza), „Maggid“ (Geschichte des Auszugs aus Ägypten) und so weiter – nicht gemäß der normalen Ordnung der Korrespondenz von Lichtern und Verlangen, der sie im Wachstum folgen sollten.

Aus diesem Grund, selbst, wenn wir in Ägypten, dem egoistischen Verlangen, sind und zueinander eine egoistische Einstellung haben und nur an uns selbst denken (denn schließlich herrscht der Pharao über uns), müssen wir trotz seiner ganzen Macht alle möglichen Handlungen ausführen und versuchen, uns über ihn zu erheben und zwischen uns neue Verbindungen zu finden. Wir müssen eine Verbindung finden, die sich außerhalb Ägypten befindet. Das bedeutet, uns auf die zukünftige Erlösung einzustellen.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 18.04.2011, „Dies ist für Juda“

 

Kabbala Akademie

 

Erinnere dich…

Das Purimfest rückt näher – es ist das freundlichste Fest, die schönste Zeit des Jahres, wenn die große Gnade enthüllt wird. Purim symbolisiert die gesamte spirituelle Arbeit des Menschen.

Alle Feste beziehen sich auf die Korrektur der zerbrochenen Seele von Adam HaRishon, dem ersten Menschen. Nur Purim symbolisiert die Vervollständigung dieses Prozesses, die letzte Handlung, genannt Gmar Tikun (Ende der Korrektur).

Wir erinnern uns daran, dass wir alle unsere egoistischen Wünsche genießen und wir verstehen, dass wir ihnen nicht widerstehen können.

Wir sind sehr schwach, denn der Gerechte Mordechai sitzt auf einem Stein am Königstor – ein armer alter Mann, mit dem keiner rechnet. Und Aman regiert das Königreich als die rechte Hand des Königs.

Der Schöpfer krönt absichtlich den Egoismus, damit dieser regiert, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“. Der Pharao (Egoismus) ist in verschiedenen Rollen und Charakteren der König der Welt. Erst wenn der Mensch das Gefühl hat, dass seine Existenz bedroht ist, erwacht er. Wer hilft ihm beim Aufwachen? Haman tut es, indem er ihm sagt: „Lasst uns diese Wurzel, die das Verlangen oder die Absicht zum Geben erwecken könnte, an ihrer Basis zerstören. Warum sollten wir sie behalten? Ich bin der König!“

Wenn wir die Spitze des Willens zu empfangen, die Absicht alles zu kontrollieren, erreicht haben, dann stellen wir fest, dass der Wunsch zu empfangen unveränderlich bleibt. Die Absicht zu geben ist entgegen unserer Natur, unserem Bewusstsein und Verständnis, außerdem wird sie, obwohl sie vorhanden ist, nicht vom König, d.h. vom Schöpfer unterstützt.

Wie kann man das bekämpfen?

Die Absicht zu geben ist zu schwach und zart, um sich gegen Achaschwerosch zu behaupten, der Haman mit der Macht des Bösen unterstützt.

Es gibt einen Teil des Verlangens zu empfangen, der “ Jude“ (Yehudi) genannt wird, dieser Teil besitzt die potentielle Kraft der Einheit. Bricht eine schwere Bedrohung über sie herein, werden sie sich vereinen. Auch wenn ihnen diese Einheit aufgezwungen wird, die durch die Angst vor der Zerstörung ausgelöst wird, zieht sie das reformierende Licht, die höhere Kraft an. Die höhere Kraft wird in König Achaschwerosch geweckt, der zunächst Haman unterstützte. Nach der Verbindung der Juden unterstützt er nur mehr Mordechai.

Alles hängt von dieser Gruppe ab, die „die Juden“ genannt werden (das hebräische Wort für „Jude“ [Yehudi] kommt aus dem Wort „Vereinigung“[yihudi]). Wenn sie sich verbinden, zuerst zwangsläufig, später freiwillig, bekommen sie eine große Kraft, mit der sie zuerst König Achaschwerosch kontrollieren und später Hamans Macht, den bösen Trieb, der sie vernichten sollte, zerstören können.

Das alles konnte durch ihre Verbindung, durch das Anziehen einer großen Kraft geschehen. Diese Kraft der Verbindung überstieg die Kraft der Trennung, die Macht von Haman.

Darin besteht die Korrektur, die wie ein Wunder zu Purim geschieht.

Purim handelt von einem sehr großen Wunsch, der sich durch seine 32 Teile, unmöglich direkt korrigieren kann

Es wird als ein Wunder betrachtet, dass wir 288 Teile des Willens über die 125 Stufen die wir erhalten, korrigieren können. Das steinerne Herz schließt sich unsichtbar (32 Teile) diesen Korrekturen an. Das steinerne Herz erscheint erst in der letzten Handlung und kommt durch die 288 Teile, gleichzeitig mit den 32 Teilen zur Korrektur. Schließlich erscheint das Licht der Korrektur.

Purim zeigt uns den gesamten Prozess der Korrektur: Exil und Erlösung in all seinen Formen. Deshalb beginnt Purim mit der Lektüre des Kapitels: “Denke daran, was dir Amalek angetan hat“. Die Absicht für sich selbst zu empfangen, was als böser Trieb oder Amalek bezeichnet wird, begleitet uns ständig. Nur durch Amalek gelangen wir zum Schöpfer.

Ohne den bösen Trieb wären wir niemals zur Verbindung erwacht, hätten unsere Entfernung zum Schöpfer nicht entdeckt und könnten nicht die Gleichheit der Eigenschaften mit ihm erreichen.

Aus diesem Grund müssen wir uns daran erinnern, was Amalek mit uns gemacht hat. Der Schöpfer schickt uns in jedem Zustand einen Helfer gegen uns selbst, das ist eine großartige Hilfe. Wir müssen lernen, wie wir richtig mit den Naturkräften umgehen können.

Aus dem Unterricht vom 27.02.2018

Der letzte Tropfen, der das Licht anzündet

Frage: Sie haben gesagt, dass der Sohar das System der Verbindungen zwischen uns ist. Wie werden diese Verbindungen im Sohar ausgedrückt? In der Form der Buchstaben oder der Bedeutung hinter den Worten?

Meine Antwort: Du wirst die Symbole dieser Verbindungen weder in Buchstaben noch in Worten finden und nicht einmal ohne diese. Wir sollten den Sohar als ein Verbindungsmittel betrachten und nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es funktioniert. Alles, was ich weiß ist, dass es geschehen wird, wenn meine Verlangen richtig sind und ich den Sohar, mit der Hoffnung auf Erfüllung dieser Verlangen, lese.

Ich habe ein bestimmtes Hilfsmittel, das ich anpasse und an die Elektrizität anschließe, doch der letzte Tropfen fehlt: ein kleines bisschen mehr von meinen Gedanken und meinen Verlangen, dass es geschieht, dass das Hilfsmittel beginnt, die Elektrizität zu kanalisieren und zu arbeiten.

Das sollte ich erwarten, mehr nicht. Das wird als „die Erlösung erwarten“ betrachtet. Doch wir müssen, so gut wir dazu in der Lage sind, unsere Verlangen und Bedürfnisse vorbereiten, sodass sie bereit sind für die Korrektur. Denn ein unreifes Verlangen verdient keine Korrektur. Sehne dich nach der vergangenen Zeit, und ein neues Verlangen muss genutzt werden oder dieses gleiche Verlangen, doch auf einer höheren Stufe wird auch keine Korrektur verdienen.

Alles muss mit der höchsten Präzision geschehen, und dann kommt das Licht, das verwandelt und unsere Verschmelzung mit dem Schöpfer durchführt. Das ist es, was unsere Arbeit mit sich bringt.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 8.05.2011, Der Sohar

Unser vierstöckiges Zuhause

Wenn wir gerade mit dem Kabbala-Studium begonnen haben, glauben wir, dass es leicht verlaufen und uns ständig eine unglaubliche Begeisterung schenken wird, die der Mensch für gewöhnlich am Anfang empfindet.

Doch später kommt die Zeit, wenn man bereits in die Tiefe gehen muss, in die Tiefe des eigenen Egoismus, und dann werden wir mit unangenehmen Empfindungen konfrontiert.

Der Körper will das alles nicht besonders gern: morgens zum Unterricht aufstehen, studieren, auf Erholung verzichten, sich Gedanken machen, sich weit von der Spiritualität entfernt sehen, spüren, dass man keine Verbindung mit den anderen möchte und nicht an das Geben denkt, sondern nur das Empfangen versteht.

Auf diese Weise beginnen wir, die „Grube“ wahrzunehmen, die in unserem Herzen gegraben wird. Ferner hängt alles davon ab, inwieweit es uns gelingt, uns in das eigene Ego zu vertiefen – mit Hilfe der Umgebung, weil man es alleine unmöglich schaffen kann. Und selbst wenn es unangenehm ist und der Egoismus leidet, wird der Mensch dazu bereit sein, zu enthüllen, wie sehr er dem Geben entgegengesetzt ist, weil er keine einzige Eigenschaft davon besitzt. Und aus seiner Verzweiflung, aus diesen Abstiegen und dem Verlust der Begeisterung entsteht sein Vorankommen.

Das heißt, die Grundlage, auf der das spirituelle Gebäude aufgebaut wird, ist nicht gerade angenehm. Es ist ein leeres „Loch“, das im Herzen ausgegraben wurde, es ist ein Hineingraben in die „Erde“, in das eigene Verlangen, in die Dunkelheit, in die Erkenntnis des eigenen Egoismus und der Gegensätzlichkeit zum Geben. Und nur derjenige, der dazu in der Lage ist, das auszuhalten, und bereit ist, methodisch zu arbeiten, indem er die Umgebung für sich erschafft, die bereit ist, ihn zu unterstützen, wird Kraft erhalten und keine Angst haben, immer tiefer in sich hinein zu graben und auf diese Weise voranzukommen.

Dann wird er einen Grundstein legen, auf dem er sein Gebäude errichten kann, d.h. durch die Gruppe nach dem Licht verlangen, das zur Quelle zurückführt und dieses Gebäude errichtet. Je tiefer er hineingräbt, desto höher wird das Gebäude sein. Denn es steht geschrieben: „Der Schöpfer hat das Eine gegenüber dem Anderen erschaffen“

Wir beginnen mit einem „Nullzustand“ und steigen zunächst eine Stufe tiefer, anschließend können wir die gleiche Stufe höher steigen. Wir steigen zwei Stufen tiefer – und steigen genauso viele Stufen höher. Auf diese Weise laufen wir alle Stufen durch: 0-1-2-3-4 und erreichen das Ende der Korrektur, indem wir vier „Exile“ und vier „Erlösungen“ durchlaufen.

Heute haben wir den letzten Zustand des Exils erreicht, deshalb haben wir die letzte, endgültige Erlösung vor uns.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 13.05.2011

Stehen an der Schwelle

Frage: Was bedeutet das Konzept „Geheimnisse der Tora“?

Meine Antwort: Ein „Geheimnis“ ist etwas, das ich nicht enthüllen kann, obwohl es klar ist, dass es existiert. Ich erlebe die Wahrnehmung eines „Geheimnisses“, wenn ich an der Schwelle von etwas Neuem stehe, bevor ich die Tür öffne.

Außerdem sind, ohne Bezug zu mir, die „Geheimnisse der Tora“ die Lichter, die von Atik verborgen werden. Sie befinden sind im Kopf von Arich Anpin in Form einer verborgenen Weisheit. Diese Lichter sind verdeckt, weil wir augenblicklich keine Bedeckung für sie haben, die uns befähigen würde, sie zu unterscheiden. Aber für mich sind sie kein Geheimnnis, da ich sie nicht spüre.

Das wirkliche Geheimnis ist der Vorhang, den ich spüre. Das Exil zum Beispiel ist die Erwartung der Erlösung, die als extrem notwendig, doch noch nicht erlangt, empfunden wird. Im Innern eben jener Empfindung der Leere skizziere ich schon die Konturen der zukünftigen Erfüllung. Das bedeutet, sich selbst im Exil zu empfinden: Ich verstehe und fühle, was ich möchte und alles was mir fehlt, ist die Verwirklichung.

Das Gleiche gilt für ein „Geheimnis“: Ich spüre, dass mir die Eigenschaft des Gebens fehlt, sodass ich im Innern ihres Lichts von Chassadim das Licht von Chochma enthüllen würde. Die Erkenntnis, die mir dieses Licht bringt, ist vor mir verborgen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 26.04.2011, „Einen Teil enthüllen, verhüllen von zwei“

Ein Mahl zur Ehre des spirituellen Lebens

Baal HaSulams „Kommentar zur Pessach Haggada“ (Aus dem Artikel „Dies ist für Juda“): „Dieses Brot, das unsere Väter im Lande Ägypten aßen“ (Die Pessach-Haggada): …daraus folgt, dass ihnen die Mizwa, eine Matza zu essen gegeben wurde, als sie noch versklavt waren und der Zweck der Mizwa war für die Zeit der Erlösung, weil sie dann in Eile weggingen.

Dies geschieht immer, wenn wir von einem Zustand in den nächsten überwechseln und die gegenwärtige Stufe verlassen: gefangen in Ägypten, beherrscht durch unser Ego, dem Pharao, unserem störrischen „bösen Trieb“, der uns gefangen hält und uns davon abhält, uns über unseren Neid, unseren Hass, unsere Lust und Begierde zu erheben.

Wie wir es auch versuchen mögen, können wir uns noch nicht über diese egoistischen Eigenschaften erheben und binden uns selbst mit Fesseln, die der Stufe, die dem Exodus aus Ägypten folgt, entspricht. Wir sind noch immer nicht fähig, zu „einem Mann mit einem Herzen“ zu werden und die Bürgschaft zu erwerben, so dass die integrale Kraft der Liebe und des Gebens, die wir als Schöpfer bezeichnen, enthüllt wird.

Darum, während wir noch immer durch den Pharao versklavt sind, müssen wir uns den nächsten Zustand vorstellen und damit „glauben machen“ spielen, wie Kinder, die „erwachsen sein“ spielen, wenn sie aufwachsen. So müssen wir das Leben eines „Erwachsenen“ spielen – das spirituelle Leben.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Unterrichtes, 18.04.2011, „Dies ist für Juda“

Vor dem ersehnten Ruck

Es steht geschrieben, dass das Endmeer von allen durchquert wird: von Männern, Frauen, Greisen, Kindern, dem Vieh… Genauso müssen auch wir unsere gesamten Kräfte sammeln, jeder für sich und alle zusammen. Wenn wir diese Anstrengung unternehmen, werden wir unbedingt in die spirituelle Dimension hinausziehen.

Niemals war der Mensch zum Auszug bereit und wird es auch niemals sein. Denn der Auszug aus Ägypten ist ein Schlag von oben, der uns aus einem Ort hinaus- und zu einem anderen hinführt. Der Mensch kann diesen Zustand nicht im Voraus erkennen, und es gibt keine Möglichkeit, ihn allein zu erreichen. Er kann weder bemessen noch vorausgesehen werden.

Wir müssen lediglich die gesamten Kräfte vereinen und solange Druck ausüben, bis es geschieht. Und es wird ohne Vorwarnung, sehr schnell, sozusagen „in Eile“ geschehen. Es kann morgen, übermorgen oder in einer Woche soweit sein – es ist unwichtig. Wir müssen nur auf die Erlösung warten – und dann werden wir sie erlangen.

Selbst wenn ich immer wieder in den ägyptischen Sumpf zurückfalle, ohne mich vorankommen zu sehen. Selbst wenn Anstrengungen, die einen Augenblick zuvor unternommen wurden, umsonst erscheinen und ich wieder Verzweiflung und Schwäche empfinde. Selbst wenn ich meine Kräfte jedes Mal aufs Neue sammeln muss, um nach dem Auszug aus Ägypten in Einheit zu streben. Ungeachtet dessen muss ich mich bemühen, immer und immer wieder.

Baal HaSulam schreibt, dass das wahre, abgehärtete, unerschütterliche Verlangen allmählich entsteht. Indem wir Schwierigkeiten überwinden, erlangen wir letztendlich eine solche Kraft, die unser Verlangen wie ein Pfeil hinausschießt – und es findet eine Antwort. Nur so können wir aus dem Egoismus ausziehen.

Und deshalb dürfen wir nicht denken, dass wir umsonst gearbeitet haben. Ganz und gar nicht. Unsere Anstrengungen werden einfach gesammelt und fruchten letztendlich. Wir müssen nur zuversichtlich sein, dass wir unsere gesamten Anstrengungen akkumulieren und sie letztendlich das erforderliche Maß erreichen und uns an den ersehnten Ruck heranführen.

Ich glaube, dass dieser sehr nah ist. Wir müssen nur jeden Augenblick darauf warten.

Auszug aus dem Gespräch während des Mahls, 22.04.2011

Überlass dem Schöpfer die Erlösung

Das Buch Sohar, Kapitel „Bo (Komm zum Pharao)“, Punkt 169: Es besteht kein Zweifel darüber wie die Mochin de Gadlut (das Licht von Chochma)zur Passahzeit bereits scheint, obwohl Israel (jene, die danach streben, den Schöpfer zu enthüllen) noch keine Priah (Korrektur des egoistischen Verlangens) hatte, da diese durch das Erwachen von unten (durch den Menschen) getan wird, während die Erleuchtung von Mochin (das Licht von Chochma) in der Passahnacht nur durch das Erwachen von oben (vom Schöpfer) geschah.

Bis zum Auszug aus Ägypten musst du dich so viel wie möglich mit ganzer Kraft anstrengen. Doch du hast keine Chance, den Auszug zu erreichen und zu realisieren, denn das ist eine höhere Stufe. Hier muss das Licht von Chochma (Weisheit) kommen und dieses Vorübergehen, diesen Sprung, für dich ausführen (das hebräische Wort „Pessach“ kommt vom Wort „Pasach„, vorübergehen, überwechseln). Darum ereignet es sich nur durch die Wirksamkeit des Erwachens von Oben. Die Vorbereitung wurde dir anvertraut, die Verwirklichung dem Schöpfer. Das Gleiche geschieht mit dem spirituellen Zustand, der „Samstag“ heißt, denn er kommt nicht durch einen Kalender. Einerseits wird er durch das Erwachen von Oben hervorgerufen, doch andererseits heißt es: „Jener, der nicht am Abend des Shabbat (Samstag) kocht, was wird er am Shabbat essen?“ Das heißt, wenn du während der sechs Wochentage keine Korrekturen durchführst, kannst du den siebten Tag, den Shabbat (Samstag) nicht erreichen.

Dies geschieht zu jeder Zeit. Du musst alles tun, was von dir abhängt und dir auf deiner Stufe auferlegt wurde und dann kommt das Licht von Oben und vervollständigt deinen Aufstieg zur nächsten Stufe.
Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 18. April 2011, Das Buch Sohar

Eine Einladung hinter den Machsom

Wir stehen an der Schwelle zu sehr großen gemeinsamen Anstrengungen. Die Möglichkeiten ergeben sich für uns von alleine, entsprechend dem spirituellen Ablauf – also lasst uns sie umsetzen. Wir sind dazu in der Lage, eine Reihe von Attacken durchzuführen und sie wie Geschosse auf die Mitte der Zielscheibe zu richten, bis wir das Ergebnis erzielt haben.

Ich sehe absolut reale Möglichkeiten vor uns. Wir dürfen nicht denken, dass wir noch nicht bereit sind, dass uns noch etwas fehlt, noch nicht alles klar ist. In Ägypten ist nichts klar, hier stürzen wir nur in die Finsternis und das Durcheinander. Je mehr wir in Ordnung bringen, desto mehr bringt der nächste Ansturm von Chaos durcheinander.

Wichtig ist, nicht an dem Durcheinander zu verzweifeln. An der Handlung selbst, die uns bevorsteht, erkenne ich, dass wir dazu in der Lage sind. „Wie können wir dazu in der Lage sein?“ – wirst du fragen. Das ist richtig, doch sobald wir tatsächlich festgestellt haben, dass wir dazu nicht in der Lage sind, kommt plötzlich die Erlösung.

Ich habe keine Zweifel daran, dass wir uns in einem sehr guten, ausgezeichneten Zustand befinden. Wir haben eine Einladung in die spirituelle Welt bekommen. Und das Pessachfest kommt uns zur Hilfe.

Außerdem müssen wir die Verantwortung für die ganze Welt spüren, die im Gegenteil in Not geraten ist. Wenn wir den spirituellen Durchbruch nicht schaffen, erwarten uns schwere Erschütterungen. Unterschiedlichen Ländern stehen ernsthafte Zusammenbrüche bevor. Die Lage wird immer schwieriger, und wir müssen das Gleichgewicht wiederherstellen – jedoch nicht das frühere, sondern das spirituelle.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus der Pessach-Broschüre, 14.04.2011

Ein neues Land betreten

Frage: Was sind die Hauptanzeichen dafür, dass der Mensch dem Auszug aus Ägypten nah ist?

Meine Antwort: Das Anzeichen dafür, dass der Mensch dem Auszug aus Ägypten nah ist, ist sein großes Verlangen, sich mit den anderen zu verbinden, weil der Mensch begreift, dass seine Erlösung nur darin besteht. Und zugleich erkennt er, dass er dazu nicht in der Lage ist, denn in seinem Inneren gibt es keinen Funken des Gebens.

Außerdem spürt er, dass es eine höhere Kraft gibt: „Es gibt niemanden außer Ihm“, die ihm zum ersten und zum zweiten Eindruck verhilft, und ist bereit, sich zusammen mit ihr aus seinem Zustand zu erheben, um die Vereinigung zu erlangen.

Als „Auszug aus Ägypten“ wird meine Vereinigung mit den anderen bezeichnet. Das bedeutet, dass ich vor meiner Abstoßung den anderen gegenüber, vor meinem bösen Trieb zum Guten, zur Freiheit fliehe. Das ist die Freiheit von dem Todesengel, von der Trennung, die von mir als Tod empfunden wird. Und ich erreiche die Verbindung mit den anderen – was für mich Leben bedeutet.

Wenn ich mich dem Netz anschließe, in dem alle miteinander verbunden sind, bedeutet das bereits Betreten eines „neuen Landes“, eines neuen Verlangens, in dem der Schöpfer, die Kraft des Gebens herrscht.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 14. 04.2011