Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Gebet ist ein Wunsch nach Verbindung

Frage: Wenn der Schöpfer meine innere Eigenschaft ist, zu wem soll ich dann mein Gebet erheben?

Meine Antwort: Du erhebst dein Gebet an dieselbe vollkommene Eigenschaft, die man erreichen muss. Zu beten bedeutet, sich den Zustand einer angestrebten Verbindung zu wünschen. Das Gebet ist ein Bedürfnis, ein Verlangen nach der Verbindung, wie es gesagt ist: „Ich will!“.

Die Verbindung kann sowohl äußerlich als auch innerlich sein, sodass es keinen Unterschied zwischen uns mehr gibt. Es ist aber auf jeden Fall die Verbindung. Es gibt nichts anderes in unserer Realität außer der Verbindung. Sie prägt sich entweder in der Entfernung oder in der Annäherung an alles Existierende aus. Ich will mich vom Bösen entfernen und mich ans Gute annähern, sodass wir ineinander eingeschlossen werden.

Wie wir unsere Verbindung empfinden, hängt von den spirituellen Stufen ab, auf denen wir uns befinden. Wenn wir die höhere Stufe empfinden, dann ist sie mehr in unseren Inneren, weil ACHaP des Höheren sich innerhalb der Galgalta Ejnaim des unteren Parzufes befindet. Wenn wir die untere Stufe empfinden, dann gehen wir mehr in ihren inneren Teil ein und bleiben dort.

Aber es gibt nichts außer der Entfernung und der Annäherung. Darüber ist mein ganzes Gebet, darin sind alle meine Wünsche: sich an etwas anzunähern oder sich davon zu entfernen.

Auszug dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 01.09.2011

Kabbalisten über die Wahrnehmung der Realität, Teil 3

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

Alles ist im Voraus vorbereitet

Alle Bemühungen des Lehrers sollen darauf gerichtet sein, die Schüler nicht an sich zu binden und sie selbständig zu machen, damit ihre Blicke keinesfalls auf ihn, sondern durch ihn auf den Schöpfer gerichtet werden. Der Schüler soll lernen, nicht dem Lehrer, aber dem Schöpfer gleich zu sein.

Unsere gesamte Entwicklung ist eine Art Nachahmung des Schöpfers. Sofern unsere Eigenschaften und Handlungen dem Schöpfer ähnlich sind, dementsprechend bereiten wir Ihm den Genuss.

Baal HaSulam. Das Geheimnis der Entstehung liegt in der Geburt.

Die Brüder des Schöpfers

Buch Sohar, Kapitel „Mishpatim [Gesetze]“, Abschnitt 511: Der Schöpfer sprach: „Und du sollst ein heiliger Mensch zu Mir sein.“ Deswegen wurde Israel damit belohnt, „Brüder des Schöpfers“ genannt zu werden, wie es geschrieben steht: „Zum Wohle Meiner Brüder und Freunde.“

Wenn wir den Sohar lesen, versuchen wir alles so zu interpretieren, als würde es in einem Menschen passieren, der danach strebt, sich mit der Umgebung zu verbinden und die Eigenschaft des Gebens in seiner Verbindung mit ihr zu finden. Nur unter der Bedingung, dass er durch das Umfeld die Eigenschaft des Gebens enthüllen kann, von ihm ausgehend in Richtung der anderen, wird das stattfinden und wird das Bild des Schöpfers genannt, welches ein Mensch enthüllt.

Dann wird ein Mensch „Israel“ genannt, und die enthüllte Eigenschaft des Gebens, die von ihm zu den anderen ausströmt, wird „Schöpfer“ genannt, das Bild, welches zwischen ihm und einem befreundeten menschlichen Wesen erschaffen wird (der „Schöpfer“, Bo-Reh, bedeutet „komm und sieh“)

Aus dem zweiten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 16.05.2011, Der Sohar