Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Geben um zu geben- die erste Korrektur

Frage: Wenn die Materie der Schöpfung das empfangende Verlangen ist, was bedeutet es dann, um des Gebens willen zu geben? Wo ist hier die Arbeit mit dem Verlangen?

Antwort: Der Punkt ist, dass gerade das empfangende Verlangen für das Geben arbeitet. Er unterstützt den Nächsten, hilft ihm und führt verschiedene Handlungen ihm gegenüber aus.

Um das Geben zu geben zu verstehen, muss man zuerst verstehen, was Empfangen um des Gebens willen ist. Es bedeutet, dass ich mit meinen empfangenden Wünschen arbeite, um durch sie meinen Nächsten zu stärken und ihm zu geben, so wie Bina in ihrem ACHaP arbeitet.

In meine Empfangsverlangen schließe ich die Empfangsverlangen meines Nächsten ein und fülle ihn mit allem, was er braucht – und er braucht unendlich viel. Dann wachsen seine Verlangen mit meiner Hilfe zu einer unendlichen Größe und das Licht, das durch mich zu ihm gelangt, wächst zu einer unendlichen Größe NaRaNCHaY.

So arbeite ich, empfangend um zu geben: Ich sorge dafür, meinem Nächsten alles zu geben, was ihm fehlt, ich setze alle meine Fähigkeiten ein und denke überhaupt nicht an meinen eigenen Vorteil.

Dazu brauche ich die höhere Kraft, die nicht in meiner Natur liegt. Meine angeborene Natur lässt mich nur solche Handlungen ausführen, die einen persönlichen Vorteil versprechen – hier ist die Rede von absolut selbstlosen Handlungen, die nicht meinen Empfängerwünschen zugutekommen. Deshalb bin ich dazu nur in der Lage, wenn ich Kraft aus einer höheren Dimension erhalte – aus der Dimension des Gebens.

Ich mache mir also die Bedürfnisse meines Nächsten zu eigen. Im Wesentlichen geht es dabei um Verlangen, die sich auf die Verbindung zwischen uns beziehen, da die spirituelle Arbeit auf der Stufe der Vereinigung von Seelen stattfindet, in der wir uns mit den höchsten Lichtern füllen.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit: ohne die eigenen empfangenden Verlangen zu nutzen, sondern die ganze Fülle von sich an den Nächsten weiterzugeben, an seiner Füllung teilzuhaben, aber nicht durch die eigenen Verlangen. Das ist das reine Geben. Normalerweise gehen diese Handlungen dem gegenseitigen Geben voraus. Sie korrigieren unsere Verbindung. Dank ihnen annullieren wir unseren Egoismus, um uns über ihn zur Einheit zu erheben.

Diese Einheit wird durch die direkte Nutzung unseres empfangenden Verlangens aktiviert.

Auf diese Weise ist das Geben um zu geben ein vorübergehender, kleiner, schwacher, „armer“ Zustand. Es gibt aber keinen Ausweg, wir müssen ihn durchlaufen, denn dadurch reinigen wir uns von unserem Verlangen und erheben uns über alle egoistischen Eigenschaften. Ohne dies ist es unmöglich, mit ihnen zu arbeiten. Zuallererst müssen wir sie „reinigen“ – sie mit dem Licht Chassadim füllen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Die Grundlagen der einheitlichen Erziehung“

 

Das Wesen der menschlichen Natur

Frage: Die Menschen haben ihr ganzes Leben lang für die Freiheit gekämpft. In der Erklärung der Menschenrechte steht: „Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. Sind Sie mit dieser Aussage einverstanden?

Antwort: Insofern es die Grenzen der Natur nicht überschreitet.

Das Problem ist, dass der Slogan „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ von den Menschen auf der Grundlage dessen verkündet wird, was sie durch ihre Erziehung verstehen und was sich vor ihren Augen abspielt. Die Kabbala spricht hingegen von den Naturgesetzen. Das ist viel breitgefächerter und klingt wahrscheinlich anders.

Vom Standpunkt der Natur aus kann der Mensch nicht frei sein, da er in seinem Egoismus feststeckt. Wie kommen wir da wieder raus – darin liegt das Problem. Ich bin von Natur aus so, er ist anders: gut, böse, nervös, eifersüchtig, etc. Wir haben eine Vielzahl von schlechten und guten Eigenschaften. Was sollen wir also tun?

Frage: Im Allgemeinen ist es eine philosophische Frage: Ist die menschliche Natur böse oder gut?

Antwort: Sie ist absolut böse, da ich nur an meinen eigenen Vorteil denke. Vielleicht wünsche ich jemand anderem nichts Schlechtes, aber wenn es für mich von Vorteil ist, dann werde ich ihm/ihr Böses zufügen. Es gibt hier eine „graue Zone“.

Aus Sicht der Kabbala ist ein Mensch, der in dieser Welt existiert, böse! So steht es auch in der Tora, die Natur des Menschen ist ein egoistisches Verlangen, um auf Kosten anderer zu genießen. So sind wir geschaffen! Während Tiere durch ihren Instinkt auf Nahrung, Gesundheit und Fortpflanzung beschränkt sind, will der Mensch die ganze Welt verschlingen, deshalb haben wir keine Handlungsfreiheit. Wir werden vom Bösen beherrscht. Ob es uns gefällt oder nicht, benützen wir andere, da wir so geboren wurden. Hier kommen natürlich die Erziehung, restriktive Gesetze, die Meinung der Gesellschaft hinzu, aber im Allgemeinen ist der Mensch selbst böse.

Die Tora sagt, dass das Böse des Menschen aus seinem Wesen entspringt. Noch bevor er geboren wird, steckt das Böse bereits in ihm.

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“,29.04.2019

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