Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Ehrfurcht'

Der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer

Kommentar: Im Buch Sohar heißt es: „Der Anfang der Weisheit ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer, ebenso der Beginn jeder Erkenntnis. Denn die Furcht gilt als Ursprung, sie ist das Tor, das zum Glauben führt. Auf diesem Gebot ruht die ganze Welt.“

Die Ehrfurcht vor dem Schöpfer ist das grundlegende Fundament, das alles durchdringt und trägt. Der Mensch empfindet Ehrfurcht vor dem Schöpfer, der die Wurzel von allem ist, alles lenkt und ordnet. Es existiert nichts außerhalb dieser Höheren Kraft, die alles umfasst.

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass der Mensch unabhängig vom Schöpfer existieren und selbst Entscheidungen treffen kann. So etwas gibt es in der Natur nicht. Nur der Schöpfer tut alles, deshalb ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer die Wurzel von allem. Den Schöpfer zu fürchten bedeutet, vor der Größe dessen zu fürchten, der überall herrscht und alles lenkt, als die einzige Kraft in der Welt, von der der Mensch zu hundert Prozent abhängig ist.

Es geht nicht darum, den Schöpfer zu fürchten, im Sinne von Angst, sondern darum, sich davor zu fürchten, sich von dieser allumfassenden Kraft zu trennen. Jeden Augenblick seines Daseins sollte der Mensch, als vom Schöpfer gesandt wahrgenommen werden. Das nennt man Ehrfurcht vor dem Schöpfer.

Der Schöpfer ist die gesamte Natur, einschließlich aller Naturgesetze, die Er festgelegt hat.

[308204]

Aus einem Unterricht zum Buch Sohar zum Thema „Ehrfurcht“

 

Wenn wir den Schöpfer empfinden wollen

In der Schatzkammer des Schöpfers gibt es alles – außer der Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Diese müssen wir selbst in uns erzeugen. Das bedeutet, dass wir unser egoistisches Verlangen in Furcht verwandeln müssen – aus dem Verständnis heraus, dass wir niemals zur Eigenschaft des Gebens gelangen werden, wenn der Schöpfer uns kein Kli (Gefäß) dafür baut.

Es gibt viele Arten von Angst: Einer fürchtet sich vor der Bank wegen großer Schulden, ein anderer hat sich danebenbenommen und hat Angst vor der Polizei. Und alle von uns fürchten sich vor der Meinung der Gesellschaft, vor dem, was andere über uns sagen könnten. Wir sind in strenge Rahmenbedingungen gepresst, die uns die Regeln des Lebens diktieren – und innerhalb dieser leben wir.

Doch gerade dieser Druck – von der unbelebten Natur, der pflanzlichen und tierischen Welt und den Menschen – ist es, der uns das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Wenn ich ihre Reaktionen nicht spüren würde, würde ich auch diese Welt nicht empfinden. Einerseits bedrückt mich dieser Druck durch mein Umfeld, andererseits bestimmt gerade dieser Druck den Ort meines Daseins – sonst würde ich ihn gar nicht spüren.

Wenn wir also den Schöpfer empfinden wollen, müssen wir spüren, wie Er Druck auf uns ausübt – und in welchem Maß wir im Gegenzug auf Ihn einwirken können. Das bedeutet, eine gegenseitige Verbindung mit Ihm einzugehen.

Wir fürchten uns vor allem Möglichen: vor Problemen in der Schule, in die unser Kind geht, vor Polizei, Ärzten, Vorgesetzten bei der Arbeit, vor den Krankheiten und tausend weiteren möglichen Unannehmlichkeiten. Doch wir merken nicht einmal, wie sehr uns diese Angst lebendig macht.

Denn im Grunde genommen treibt uns nur ein primitives Verlangen an: das Verlangen nach Genuss, das Verlangen, zu empfangen. Und wenn wir spüren, wie das Umfeld ständig Druck auf uns ausübt und uns formt, dann fühlen wir uns lebendig in dieser Welt.

Wenn wir aber in einer anderen, höheren Welt leben wollen, müssen wir in uns Kelim (Gefäße) für deren Wahrnehmung entwickeln. In unserer Welt fürchten wir uns vor der unbelebten Natur (Klima, Stürme usw.), vor der pflanzlichen Natur (Ernte, Nahrung), vor Tieren und Menschen. Letztlich empfinden wir uns als lebendig durch Angst und Druck, die wir von außen spüren – und merken es nicht einmal.

Diese Angst bestimmt unser ganzes Bild vom Leben, die Form der Welt, des Daseins. Wenn der Druck durch das Umfeld verschwinden würde, wenn ich nicht mehr spüren würde, dass ich andere brauche, sie will oder mich vor ihnen fürchte – dann würde ich die Realität nicht mehr fühlen. Und genau deshalb spüren wir den Schöpfer nicht. Wir müssen in uns Furcht oder Empfindsamkeit gegenüber dem Schöpfer entwickeln.

Wenn ich eine andere Realität spüren will – die als Höhere Welt bezeichnet wird, also die Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon, die Welt der Unendlichkeit –, dann muss ich mich jedes Mal verändern und mich fragen, welche Verlangen, welche Ängste und welche Klärungen ich gegenüber der äußeren Umgebung haben sollte.

Die Kabbalisten sagen: Wir haben keinen Grund zur Sorge, denn der Schöpfer ist gut und tut Gutes. Es gibt also nichts, wovor wir uns fürchten müssten. Nur eines ist entscheidend: Wenn wir Seine Güte empfinden wollen, müssen wir ein entsprechendes Kli erschaffen – den Wunsch, Ihm Gutes zu tun. Dann, gemäß der Ähnlichkeit unserer Eigenschaften, werden wir den Schöpfer empfinden und erkennen, dass es keinen besseren Zustand als diesen gibt. Er wird uns Sicherheit, Genuss, Erfüllung bringen – wir müssen dem Schöpfer nur wohlwollend begegnen.

Das Kli, um die Höhere Welt, den Schöpfer, zu spüren, ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Doch eigentlich habe ich nichts, wovor ich mich vor dem Schöpfer fürchten müsste – denn Er wird mir nichts Böses tun. Nur ich selbst schade mir durch meinen Egoismus. Je nachdem, ob ich den bösen oder den guten Trieb wähle, wird mir das Licht, das vom Schöpfer kommt, als Licht oder als Dunkelheit erscheinen. Alles hängt von mir ab.

Wenn ich mit einem passenden Kli in die Schatzkammer des Königs eintrete, kann ich darin einen Teil des Lichts empfangen – und jedes Mal mehr. Der Schöpfer wünscht sich, dass wir Seine ganze Schatzkammer, das gesamte unendliche Licht, in uns aufnehmen – also die Stufen der Leiter bis zur Welt der Unendlichkeit aufsteigen.

[289164]

Aus einem Unterricht zum Artikel Shamati 38.

Was ist der Unterschied zwischen Ehrfurcht und dem Wunsch zu geben?

Frage: Rabash schreibt, dass Ehrfurcht vor dem Schöpfer entsteht, wenn der Mensch fürchtet, Ihm keinen Genuss bereiten zu können. Was ist der Unterschied zwischen der Ehrfurcht vor dem Schöpfer und dem Wunsch zu geben?

Antwort: Der Wunsch zu geben ist etwas, was ich bereits habe und das ich nutzen kann.

Es ist unklar, woher dieser Wunsch stammt, denn es existiert kein solcher Wunsch in unserer Welt. Wenn wir jemandem etwas geben, ist das ein verstecktes Empfangen, kein Geben. Ein Beispiel dafür ist eine Mutter, die sich um ihr Kind kümmert: in Wahrheit gibt sie ihm nichts, denn das Glücke, welches sie durch das Kind empfindet, ist so groß, dass sie bereit ist, alles für das Kind zu tun. In der spirituellen Welt verhält es sich anders.

In der spirituellen Welt empfangen wir durch den Einfluss des höheren Lichts, das wahre Geben und beginnen, Freude am Geben zu empfinden, indem wir über uns selbst hinauswachsen. Zunächst ist dieses Geben egoistisch: Es tut mir gut, mich über mich selbst zu erheben, Freude zu empfinden und unbewusst für  das Wohl anderer zu arbeiten – aber ich strebe nach dem Geben.

Das ist noch kein Ausweg aus dem Egoismus, sondern eine Zwischenstufe, in der ich beginne, das Geben zu schätzen, da es bestimmte Vorteile bringt.

Frage: Die nächste Stufe ist die Ehrfurcht. Wenn ich Ehrfurcht vor dem Schöpfer habe, wenn ich den Wunsch habe, ihm zu geben, warum ist das dann nicht die endgültige Stufe?

Antwort: Es ist noch kein vollwertiges Verlangen, denn es ist eine Absicht. Diese Absicht muss sich mit dem Wunsch verbinden und dann verwirklicht werden. Ehrfurcht allein reicht hier nicht aus, es ist notwendig, eine klare Absicht zu offenbaren, die in Verbindung mit der Ehrfurcht vor dem Schöpfer steht und mit der man arbeiten kann.

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Aus der Fernsehsendung „Die letzte Generation“

Die einzige Angst des Kabbalisten.

Frage: Hat ein Kabbalist im Leben vor etwas Angst? 

Antwort: Er hat Angst, dass er nicht mehr zum Schöpfer strebt, den Schöpfer nicht mehr schätzt, sich nicht mehr bemüht, Ihm ähnlich zu werden.

Frage: Hat er keine Angst um seinen Körper, um seine Gesundheit usw.? 

Antwort: Wenn der Mensch sich vollständig dem Schöpfer hingibt, dieser höheren Kraft, die ihn immer und vollständig kontrolliert und er mit dieser Führung einverstanden ist, dann lässt er alles andere los. In dem Maß, in dem er damit nicht einverstanden ist, leidet er. Daher sind alle Krankheiten ein Maß der Differenz zu der Lenkung des Schöpfers. 

Frage: In Extremsituationen wird beim Menschen Adrenalin freigesetzt- er hat Angst um sein Leben. Wie ist das bei einem Kabbalisten?

Antwort: Es hängt davon ab, auf welcher Stufe er sich befindet. Wenn er sich bereits auf einer ernsthaften Stufe den Schöpfer zu erreichen befindet, heißt seine einzige Angst Ehrfurcht –  er möchte alles in ganzem Ausmaß mit dem Schöpfer, der absolut gut ist und alle Zustände bestimmt, in Verbindung bringen.  Diese Ehrfurcht blockiert die tierische Angst, wir empfinden sie dann nicht mehr. Das bedeutet jedoch nicht, dass die tierische Angst vernichtet wird. Sie kann nicht verschwinden, nur überwunden werden.

(235297)

 

Wovor hat die Seele Angst?

Der Sohar, Abschnitt „WaJechi“, Punkt 152: Inmitten von all dem sah Rabbi Elasar, dass der Engel des Todes sich entfernte und sagte, „Kein Urteil hält sich, wo Rabbi Shimon ist“.

Rabbi Shimon sagte zu Rabbi Elasar, „Komm her und halte Rabbi Izchak, denn ich sehe, dass er sich fürchtet“.

Frage: Warum fürchtet die Seele, zu ihrer nächsten Stufe aufzusteigen? Wenn sie ihren korrigierten Zustand sieht, warum hat sie Angst, ihre jetzige Stufe zu verlassen?

Antwort: Ich bin dazu nicht bereit, darum fürchte ich mich. In der Wissenschaft der Kabbala wird viel über die Ehrfurcht vor dem Schöpfer erzählt. Die Ehrfurcht vor dem Schöpfer ist das spirituelle Gefäß (Kli, Verlangen). Und hier geschieht das Gleiche.

Ich befürchte, dass ich nicht bereit bin, in dem Zustand, in dem ich mich im Moment befinde, auf der Stufe des Gebens zusammen mit meinen Freunden und dem Lehrer – Rabbi Shimon – zu sein. Denn Rabbi Shimon enthüllt sich uns als Lehrer, als Wegbegleiter.

Nehmen wir an, der Lehrer sagt jetzt plötzlich zu mir, ich soll z.B. aus dem Flugzeug springen. Ich habe aber Angst, fühle mich dazu nicht in der Lage. Das ist ein irdisches Beispiel, in den egoistischen Eigenschaften.

In der Spiritualität geht es aber um die Eigenschaft des Gebens – da ist die Angst noch größer. Denn in meinem jetzigen Zustand stelle ich fest, dass ich diese Eigenschaft nicht besitze und keine eigenen Kräfte dazu habe.

Ich kann mich nicht wie in der materiellen Welt zusammennehmen und Mut zum nächsten Schritt fassen. In der Spiritualität gibt es so etwas nicht, es kommt immer wieder die Frage auf, ob ich diese Kräfte erhalte bzw. nach diesen verlangen kann. Das ist die Angst, die Ehrfurcht, ein sehr problematischer Zustand.

Die Ehrfurcht ist das erste Gebot. Auf deren Grundlage baue ich alles andere auf. Denn ich hänge vom Schöpfer, dem höheren Licht, dem umgebenden Licht, welches ich empfange, ab.

Von der Kraft des Gebens, die es mir bringt, hängt die Stufe, auf der ich mich befinde, ab. Und wenn es mir diese Kraft nicht schenkt, besitze ich sie auch nicht.

Wie kann ich daran teilnehmen? In welchem Maße kann ich mich an die anderen annähern? Inwieweit bin ich dazu bereits in der Lage? Dieser „Tod“ (für meinen Egoismus) muss zu mir schrittweise kommen.

Er muss von mir wahrgenommen werden und in mir zum Leben umgewandelt werden, wie geschrieben steht: „Der Todesengel verwandelt sich in den Engel des Lebens“.

Die spirituellen Handlungen (des Gebens), die der Mensch noch nicht vollbracht hat, scheinen für ihn ein großer Stein des Anstoßes zu sein.

Wenn man über die Erfüllung denkt, ist sie erwünscht (in unserem Egoismus), wenn man aber über das korrigierte Verlangen (Kli) denkt, in dem sie sich enthüllt, entstehen Abstoßung und Angst, ob man dazu in der Lage ist.

Kabbala Akademie

Die wahre Ehrfurcht

Das erste uns gegebene Gebot ist das Gebot der Ehrfurcht. „Ehrfurcht“ bedeutet Angst darum, ob ich den spirituellen Weg gehe, ob ich die spirituelle Welt erlange, ob ich das Gelesene richtig verstehe, ob ich mich in der Gruppe richtig verhalte.

Kurz gesagt, ob ich Erfolg erzielen werde. Diese Sorge muss mich die ganze Zeit begleiten. Wenn ich mich beruhigt habe, gehe ich sofort von dem Weg ab, der mich zum Ziel führt.

In unserer Welt zählt die Psychologie über 800 Arten von Angst. Verdiene ich genug? Bin ich gesund? Wird mir etwas Schlimmes widerfahren?

Doch wir sprechen hier nicht von den abgeleiteten Ängsten, sondern von der wahren Angst: Bewege ich mich dem Ziel entgegen? Werde ich geben können? Das ist bereits die Sorge um etwas, worin ich nicht die geringste Notwendigkeit verspüre.

Werde ich diese Notwendigkeit spüren? Werde ich sie im ausreichenden Maße haben, um Anstrengungen unternehmen und mich auf das Ziel ausrichten zu können? Ich muss einen ganzen Prozess realisieren: Von der kleinsten, noch nicht definierten Unruhe bis hin zur vollwertigen Angst, die wie die Spitze eines Pfeils genau auf das Ziel gerichtet ist und mich an die Realisierung heranführt: „Gebe ich dem Schöpfer genug? Gleichen wir uns dadurch einander an? Stehe ich nicht tiefer, ähnlich einem Gast, der ein Mahl von dem Gastgeber auf eine solche Art und Weise annimmt, um der Scham zu entgehen?“

Genau diese Angst bedeutet Ehrfurcht und das ist das erste Gebot. Eine solche Ehrfurcht muss ich erlangen, die gibt es in mir nicht von Anfang an. Das Ziel ist nicht zu erkennen, und ich will nichts von der Eigenschaft des Gebens wissen. Brauche ich etwa die Nächstenliebe? Dabei muss ich sie so sehr brauchen, um Angst haben zu können: „Was ist, wenn ich sie nicht erreichen werde?“

Aus der Sicht des Egoismus ist das dem Wahnsinn gleich. Es ist etwas Unnatürliches.

Doch mit Hilfe der Umgebung und des Lichts, das zur Quelle zurückführt, können wir es erreichen – wir können es mittels Angst erreichen: „Werde ich das Licht empfangen können, damit es aus mir einen Menschen macht, der um des Gebens willen fürchtet?“

Also liegt vor uns ein großer Prozess des Aufbaus von notwendigen Bedingungen. Obwohl er in Wirklichkeit sehr schnell realisiert werden kann – alles hängt von dem Ausmaß der Anstrengungen ab, die wir investieren.

Als erstes muss ich wirklich Angst um meinen spirituellen Weg haben: „Schreite ich richtig zum Ziel voran?“ Und zweitens, erst nachdem ich die Angst erlangt habe, erlange ich die Eigenschaft der Liebe. Denn es gibt keine Liebe ohne Ehrfurcht.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.4

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Das wichtigste ist die Arbeit in der Tora und der Geboten

Der Mensch muss nach einer Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes (Ausführung einer Korrektur) streben. Das heisst, wenn er ein Gebot (eine Korrektur) auführt, wird er gewürdigt (ist verpflichtet zu forden nach) einer Verschmelzung mit dem Gebenden (wie es geschrieben steht: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist die Erkenntnis von DEM, der sie gegeben hat“.)

Baal HaSulam. Shamati. Art. 227. „Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist das Gebot selbst“.

Nur wenn der Mensch dazu in der Lage ist eine Handlung mit der Absicht um des Gebens willen (für das Wohl eines anderen) auszuführen, wird diese Handlung ein Gebot genannt.

Rabasch. „Stufen der Leiter (Schalavej HaSulam)“. Art. 32 1984-85.

Der Hauptteil der Arbeit in der Tora und den Geboten (Korrektur des Egoismus durch das Höhere Licht) beginnt erst dann, wenn der Mensch der Reue aus Liebe (Handlungen die aus Liebe zu den anderen ausgehen) gewürdigt wurde. Denn erst dann kann er sich mit der Tora und den Geboten (Mizwot) in Liebe und Ehrfurcht beschäftigen, wie es uns geboten wurde.

Baal HaSulam. „Einführung zu „Der Lehre der Zehn Sfirot““, P.133.

Bloß nicht sich selbst fühlen…

Unser Verlangen ist als ein umgekehrter Abdruck des Lichts erschaffen worden, und darum, wenn es nur sich selbst empfindet, ist das ein schreckliches Gefühl, ein Gefühl der unausgefüllten Leere, des Abgrunds.

Ich darf einfach nicht nur mich selbst fühlen, ich kann nicht ohne Erfüllung! Das nennt sich Nukwa, „Nekew“ (Öffnung), leeres Verlangen, welches eine Erfüllung braucht.

Der Schöpfer ist aber vollkommen und braucht niemanden. Er ist die vollkommene Ruhe und Regungslosigkeit, Er ist absolut unveränderlich, Er muss sich nicht bewegen und etwas tun.

Und die arme Schöpfung (das Verlangen, das Bedürfnis nach dem Licht) fühlt sich unglücklich und findet keine Ruhe, ehe es die Erfüllung und das Gefühl der Vollkommenheit erlangt. Es befindet sich ständig in Angst und Ehrfurcht, auf der Suche nach der fehlenden Erfüllung.

Denn das Licht (die Vollkommenheit, der Schöpfer) hat einen Abdruck von sich im Material (im Verlangen) in einer umgekehrten Form hinterlassen, wie ein Siegel und sein Abdruck, und auf diese Weise das Bedürfnis nach dem Licht im Verlangen erschaffen.

Unsere Form ist dem Schöpfer entgegengesetzt, deshalb ist die Natur der Schöpfung so unglücklich – bloß nicht sich selbst fühlen, und ihre ganzen Verlangen, Bestreben, Gedanken kreisen nur um Erfüllung.

Wir jagen ständig dem Schöpfer, dem Licht nach. Wenn sich jedoch das Verlangen in seiner kleinsten, untersten Schicht in uns enthüllt, stellen wir uns anstatt des Lichts die materiellen Erfüllungen vor: Geld, Macht, Ruhm, Sex, Essen, Familie.

Und wenn ein größeres Verlangen, aus einer höheren Schicht, in uns erwacht, fangen wir an, nach dem Wissen, nach der Entwicklung zu streben. Und wenn sich ein noch größeres Verlangen in uns enthüllt, beginnen wir zu spüren, dass es uns an der Spiritualität mangelt.

Wir handeln immer im Verlangen, von dem Verlangen unserer Welt bis hin zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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Dort, wo sich die Herzen versammeln…

In dem Maße, in dem sich der Mensch in unseren „spirituellen Stimulator“ einbringt, wird er auch vorankommen. Ich logge mich da nicht ein, um einfach Fragen zu beantworten. Niemand dort braucht deine Antworten.
Das Programm rechnet aus, was du beantwortet hast und was nicht, ob du dich eingeloggt hast oder nicht. Das kostet nichts.
Wichtig ist, mit welcher inneren Ehrfurcht und Sorge du dich dort eingeloggt hast und was du dort hinterlassen wolltest, welchen Teil deines Herzens… Das ist das Wichtigste.

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