Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Dienerin'

Alle Erstgeborenen im Land Ägypten

Der Sohar, Abschnitt „Bo (Komm zum Pharao)“, Punkt 118: „Ein Erstgeborener ist Chochma, und „alle Erstgeborenen“ deuten darauf hin, dass selbst die höheren und niederen Stufen von ihrer Herrschaft abgetrennt wurden…“ Punkt 119: „Vom Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Throne sitzt… sogar bis hin zum Erstgeborenen der Dienerin….“

Ein Erstgeborener ist GaR, der Kopf des Parzuf, und dieser muss von Ägypten abgetrennt werden. Alles was in dem Verlangen, zu empfangen, als stabile Grundlage unseres Lebens wahrgenommen wurde, was angeblich egoistisch erreicht werden kann, wird nun zerstört: „Vom Erstgeborenen des Pharao bis hin zum Erstgeborenen der Dienerin und dem Erstgeborenen des Viehs“.

Wächst der Egoismus, kann das Licht ihn nicht füllen, woraus die Dunkelheit Ägyptens resultiert. Somit erscheint es uns, als würde die Höhere Lenkung die Haltung uns gegenüber verändern, doch in Wirklichkeit existiert das Licht in absoluter Ruhe, wohingegen das Verlangen nach Genuss in uns ständig zunimmt. Wenn wir es nicht rechtzeitig korrigieren, fühlen wir immer größere Dunkelheit und Leiden darin. Am Ende der Ägyptischen Gefangenschaft erweitert sich unser Verlangen sprunghaft und es enthüllt sich mit einer neuen Kraft auf der nächsten Stufe. Dies geschieht dann, wenn der Mensch die Dunkelheit Ägyptens spürt, die Zehn Plagen, welche der Egoismus sind, der sich in all seinen Zehn Sefirot enthüllt, das heißt, in einer vollständigen Darstellung des Verlangens der Dunkelheit und des Bösen. Das Verlangen wuchs an und wir haben sogar aufgehört, das kleine Licht in uns, welches wir zuvor erfahren haben, zu fühlen.

Das Abtrennen des vorherigen Lichtes im neuen, größeren Verlangen, Genuss zu empfangen, wird als Hinrichtung aller Erstgeborenen in der Dunkelheit der Nacht genannt, „Vom Erstgeborenen des Pharao, bis hin zum Erstgeborenen der Dienerin und dem Erstgeborenen des Viehs“. Dies bedeutet, dass das Licht nun enthüllt wurde und nicht länger verborgen ist.

Erwartest du die Erlösung?

Der Sohar, Abschnitt Shemot (Exodus), Punkt 247: Sechzig ist Malchut, die Mächtigen oben, von der Seite der Gwura, die sich an die Schnitzereien heften, das heißt, an die Äußerlichkeit der heiligen Chaja von Israel, was Malchut ist. Daher sind sie nach ihr benannt, sechzig Königinnen (Malchujot). Diese sind Engel, ernannt über die Völker. Achtzig Dienerinnen sind die Engel, die von den Schnitzereien der Malchut ernannt sind, unterhalb der sechzig Königinnen. Daher werden sie Dienerinnen genannt und nicht Königinnen. Und die Mädchen haben keine Zahl….

Alles worüber wir im Sohar lesen, spricht über innere Verlangen. Es gibt nichts anderes als Verlangen. Wir lesen über innere Phänomene, Veränderungen und verschiedene Beziehungen zwischen diesen Teilen.

Es ist jenes große Konstrukt, zusammengefasst als Malchut bezeichnet, welches sich verändern muss, jedes Mal wenn es sich mehr dem Licht angleicht. Daher existieren alle Namen und Bezeichnungen, die im Sohar geschrieben stehen, innerhalb Malchut, innerhalb unserer Verlangen, in deren verschiedenen Beziehungen zueinander.

Daher brauchen wir nur darüber nachzudenken, wie wir das Licht auf das Verlangen ziehen, so wie es im Sohar beschrieben wird. Obwohl wir nicht die speziellen Eigenschaften und deren Veränderungen oder irgendetwas, was dort vor sich geht, verstehen können, erwarten wir dennoch Erlösung: damit das Licht dieses Verlangen beeinflusst, damit wir das Verlangen und das Licht, welches es füllt, verstehen und wahrnehmen und diese dann zusammen verspüren. In der Tat ist es unmöglich, dass eine ohne das andere zu fühlen, sondern erst wenn es einen Kontakt zwischen ihnen gibt, sogar im allerersten, minimalsten Ausmaß.

Das ist es, worauf wir warten. Und alle Wörter und Buchstaben, welche wir im Buch Sohar lesen, existieren einzig und allein in diesem Verlangen – in unserer Seele.

Zur Kabbala Akademie—>

Die Dienerin und die Herrin, wie sie im Buch Sohar beschrieben werden, befinden sich in dir


Alles, worüber im Buch Sohar gesprochen wird, geschieht in dir selbst. Alle seine Charaktere stellen verschiedene Nuancen deiner Beziehung mit der Höheren Kraft dar, dem Schöpfer, anderen Menschen und dir selbst. Später wirst du beginnen, all dies in einer allein existierenden, einzigen Wirklichkeit zu vereinen.

Beim Lesen des Buches Sohar solltest du dir immer dich selbst vorstellen, d.h. deine Eigenschaften, denn allein darüber wird im Sohar gesprochen. Kommt zum Beispiel ein Tier darin vor, dann spricht er über dich; ein Baum – auch über dich, ein Teenager – ebenfalls über dich, ein Hügel – ebenso du, eine Dienerin und ihre Herrin – beides du. Alles darin bist du, es sind Eigenschaften und keine Objekte.

Die Eigenschaften deiner Verlangen (Malchut) werden in eine Dienerin (jene, die dir helfen) und eine Herrin (jene, die dich lenken) eingeteilt. Die Herrin ist dein korrigierter Zustand, wobei der Zustand, der noch nicht in dir korrigiert ist, aber an der Korrektur teilnehmen kann, die Dienerin genannt wird.

Du bist in zwei Teile geteilt – die Herrin und die Dienerin – mit Bezug zum Herrn oder Ehemann, dem Schöpfer. Dieses Gefühl besitzt die Seele in der Beziehung mit dem Schöpfer. Da wir von Ihm empfangen, sind wir alle seine Ehefrauen oder Teile von Malchut.

Wenn es dein Bestreben ist, deine Eigenschaften zu korrigieren, dann werden diese als „Dienerin, die der Herrin treu ist“ angesehen. Gemeint damit ist, dass obwohl alle deine Eigenschaften noch egoistisch sind, du trotzdem bereit bist, das Geben zu erlangen. Darin besteht die Loyalität der Seele zu ihrem Ehemann, dem Schöpfer. Sollten deine Eigenschaften andererseits für sich selbst arbeiten wollen, dann werden sie die „unreine Magd, die nicht loyal zu ihrer Herrin ist“ genannt.

Unser Ziel ist, alle unsere unkorrigierten Eigenschaften der Magd in die korrigierten Eigenschaften der Herrin umzuwandeln. Wir werden dann den Zustand der „Herrin“ erlangen – vom Liebenden geliebt und ihm gleich.