Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'die Vollkommenheit'

Zwei Arten von Liebe

Frage: Wie kann das Prinzip „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erfüllt werden, wenn ich meinen Nächsten auf egoistische Weise liebe, ihn aber uneigennützig lieben sollte?

Antwort: In der Tat sind das zwei Arten von Liebe. Es ist aber möglich, den anderen mehr als sich selbst zu lieben, dazu muss man erkennen, dass die Liebe zum anderen dieselbe Liebe ist, nur auf der nächsten Stufe: global, integral, ewig und vollkommen. Sich selbst zu lieben bedeutet, dass man auf der tierischen Stufe bleibt.

Es ist daher unmöglich, äußere, integrale Liebe mit innerer, linearer, egoistischer Liebe zu vergleichen. Wenn beide Arten der Liebe im Menschen entstehen beginnt er, die Ewigkeit, die Vollkommenheit und die Welt mehr zu lieben als seinen tierischen Körper.

Aus dem Unterricht, 19.04.2020

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Vom Anfangszustand zur vollständigen Perfektion

Frage: Der Schöpfer hat uns aus dem Nichts erschaffen, wir waren in einem perfekten Zustand. Müssen wir, um Ihn wieder wahrnehmen zu können, zu dem Gefühl gelangen, dass ich weder jemand noch etwas bin? Ist das richtig?

Antwort: Nein. Nichts dergleichen!

Wir sind vom Schöpfer im perfekten Zustand erschaffen worden und sind dann aus diesem Zustand herabgestiegen. Wir haben diese Vollkommenheit verloren. Damit wir sie selbst erlangen können, müssen wir die Vollkommenheit 613 Mal stärker empfinden, als der vom Schöpfer künstlich geschaffene, ursprüngliche Zustand.

Wenn wir jetzt zu diesem Zustand kommen und ihn als das Ergebnis unserer Bemühungen empfinden, wird er von uns auf eine ganz andere Weise wahrgenommen werden- in unseren Gefühlen, in unserem Verstand und in unseren Gedanken. Daher ist der Unterschied zwischen dem, was war und dem, was noch kommen wird, sehr groß.

Zum Beispiel befindet sich ein Fötus in der Gebärmutter in einem absolut glückseligen Zustand: Er empfindet keinen Druck, fühlt sich wohl, denkt an nichts und wird ausnahmslos vom Körper der Mutter versorgt. Dieser Zustand ist jedoch nicht vollkommen.

Der Mensch wird geboren und beginnt sich zu entwickeln. Das tun wir auch. Wir waren einmal in Adams Zustand, der ursprünglichen Form der Seele. Sie war vom Licht des Schöpfers erfüllt. Es fühlte sich wie ein sehr schwaches Licht an – das Licht von Nefesh.

Nun müssen wir den vergangenen Zustand selbst erreichen, dann werden wir ihn als die höchste Verbindung mit dem Schöpfer, in Form der fünf Lichter von NaRaNCHaY wahrnehmen, d.h. auf der Stufe des Schöpfers, und nicht auf der Stufe eines Embryos.

Das ist der Unterschied zwischen unserer ursprünglichen Wahrnehmung, die uns durch die Idee der Schöpfung vermittelt wurde, als wir wie ein Fötus waren. Wir müssen hin zu dem vollendetem Zustand, den wir selbst erreichen müssen.

Wir steigen von der Stufe eines Embryos, der von sich aus nichts fühlt, nichts hat und nichts weiß, zur Stufe des Schöpfers auf. Dann werden wir die ganze Schöpfung sehen, verstehen und fühlen.

Aus dem Unterricht, 08.12.2019

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Warum die Zeit beschleunigen, wenn das Leben wie im Nu verfliegt?

Frage: Sie sagen: Es sind noch 200 Jahre bis zur vollständigen Korrektur. Was bedeuten 200 Jahre in Bezug auf die Ewigkeit? Ich lebe seit über 50 Jahren, mein Leben war wie ein Augenblick. Was sind 200 Jahre? Ist es einfach das Vierfache? Die Zeit ist nichts. Warum sie dann beschleunigen?

Antwort: Wir beschleunigen nicht die Zeit. Wir beschleunigen unsere Entwicklung und damit das Erreichen unseres perfekten Zustandes.

Wollen Sie Ihr unglückliches Leben weiter ausdehnen? Welchen Sinn hat das Leben sonst, wenn nicht das Erkennen eines ewigen, vollkommenen Zustandes, in dem wir vollständig mit allen Teilen der Schöpfung und dem Schöpfer verbunden sind? Schließlich gibt es nichts anderes.

Die Vollkommenheit ist das Ziel unserer Entwicklung. Und während wir sie beschleunigen, verändern wir das Entwicklungsprinzip von Schlägen und Leiden zu einer guten Entwicklung mit eigenem Streben nach einem Zustand der Vollkommenheit. Das ist alles.

Eigentlich kann man die Kabbala verlassen und nichts tun. Und nach 200 Jahren wird man uns mit einem Stock zum Glück treiben, zu diesem Zustand. Dann wird alles gut werden. In jedem Fall werden wir die vollständige Korrektur und Erfüllung erreichen.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, vom 9.2.20

Quarantäne – Der erste Schritt auf dem Weg zur Überwindung der Krise

Die globale gegenseitige Verantwortung ist das Gesetz für alle miteinander verbundenen Teile eines Systems. Dieses Gesetz verpflichtet jeden zu wissen, wie man sich dem System gegenüber verhalten soll, um es in ein Gleichgewicht zu bringen und die gegenseitigen Beziehungen zwischen allen Teilen zu vervollkommnen.

Natürlich ist keiner fähig dieses Gesetz zu begreifen, geschweige denn es zu erfüllen. Diese Verantwortung bin ich einfach nicht bereit zu tragen. Wenn ich es nämlich nicht schaffe, meine Funktion im integralen System zu erfüllen, dann gerät alles aus dem Gleichgewicht und ich werde der Schuldige sein.

Jeder wird dann spüren, dass ich die Perfektion des Systems verletzt habe. Es stellt sich heraus, dass jedes einzelne Teil dem gesamten System gleicht und das ist eine enorme Verantwortung. Jeder ist für die ganze Welt verantwortlich. Deshalb sagt man: „Es ist besser, zu sitzen und nichts zu tun.“

Also wurden jetzt die Menschen dazu aufgefordert sich selbst unter Quarantäne zu stellen, das Haus hüten, nicht zu fliegen und mit niemanden Kontakt zu haben. Was können wir hier tun?

Wir müssen lernen, dass wir uns in einem integralen und globalen System befinden. In diesem System herrscht das Gesetz der gegenseitigen Verantwortung, d.h. der gegenseitigen Abhängigkeit und wie wir diese Abhängigkeit von einer verpflichtenden in eine wünschenswerte verwandeln können. Wir wollen verbunden sein, nicht weil die Natur uns verpflichtet, sondern weil wir selbst beginnen zu enthüllen, wie gut es ist, verbunden zu sein.

Es ist einfach himmlisch, sich zu einer vollständigen Einheit zu verbinden und die Vollkommenheit der Natur zu spüren. Auf diese Weise werden wir alle Teile der Natur fühlen, von den entferntesten Sternen bis hin zu solchen Lebensformen, die wir heute noch nicht kennen. Ein Mensch kann ein erhabener Schöpfer der Vollkommenheit werden.

Und der erste Schritt zur Überwindung der Krise ist die Quarantäne, d.h. „sitzen und nichts tun“, einfach lernen. Das Problem der Menschheit ist, dass sie beginnt zu handeln, noch bevor sie versteht, was sie tut. Während der Quarantäne haben wir Zeit zum Nachdenken. In welcher Welt existieren wir? Wer sind wir? In welchem Natursystem leben wir? Wie hängen wir vom Natursystem ab und sie von uns?

Wie beeinflussen wir durch unsere Beziehungen zueinander dieses globale System der Natur, welches aus Unbelebten, Pflanzlichen, Tierischen und Sprechenden besteht? Und wie reagiert die Natur auf unsere Handlungen? Wir werden lernen, wie wir ein schönes Zuhause für alle bauen können über diesem materiellen Leben und Tod, auf einer höheren Ebene, ein Zuhause, das nicht nur bequem, sondern auch ewig und perfekt ist. [Rest des Beitrags lesen →]

Familie und Ehe, Teil 10

Frage: Was sagt die Kabbala über Phänomene in der Familie wie Eifersucht und Betrug? Was ist die richtige Einstellung dazu?

Antwort: Es ist natürlich, denn wir sind sowohl Tiere als auch, in gewissem Maße, Menschen. Wenn unsere höhere Verbindung alles bestimmen wird, dann wird es keine Probleme geben, wir werden uns immer verstehen.  

Heute basiert alles auf der gegenseitigen Angst zwischen Mann und Frau: Ich werde mich scheiden lassen, die Polizei, das Gericht, es gibt körperliche Gewalt und alles Mögliche. Solche Grausamkeiten müssen vermieden werden. Solange wir die Vollkommenheit und die Kombination von Spirituellem mit dem Materiellem nicht erreicht haben, werden diese Probleme bestehen bleiben. Diejenigen, welche die Kabbala mit dem Ziel studieren, sich selbst zu korrigieren, werden diese Schwierigkeiten nicht weniger, sogar schlimmer als andere haben.

Bemerkung: Sie haben also eine Lösung für alle Probleme: die Offenbarung des Schöpfers. Wenn Er sich offenbart, wird alles verständlich.

Antwort: Wir sehen auch in unserer Welt, dass nichts Anderes übrigbleibt. 

Bemerkung: Ja, aber es nimmt Zeit in Anspruch.

Antwort: Das ist egal, wir müssen etwas tun und nicht die Entwicklung fortsetzen, die zu nichts führt.

Frage: Hat die Kabbala irgendwelche Lösungen?

Antwort: Damit wir verstehen, was wir sind, müssen wir zu arbeiten anfangen und uns ständig um die Offenbarung bemühen. Ich bin ein Tier, wenn ich mich mit der Kabbala beschäftige, werde ich vielleicht für eine gewisse Zeit ein noch größeres Tier. Es heißt: „Wer das Wissen vermehrt, vermehrt die Trauer.“

Der Egoismus des Menschen wächst, und ist nicht in der Lage, mit sich selbst klar zu kommen. Er versteht seine Probleme, kann aber nichts dagegen tun. Er korrigiert sie auf der spirituellen Stufe und stürzt möglicherweise auf die egoistische, irdische Stufe ab. Das gehört alles zum Weg, du kannst nichts tun.

Bemerkung: Sie sagen, dass man es versuchen, ausprobieren und sich Mühe geben soll.

Antwort: Das ist der Weg der Evolution. Schaut euch an, wie das alles geschieht: ein Individuum steigt auf und stürzt, verschwindet; dann erscheint und verschwindet ein anderes Individuum, das Dritte usw. Dies ist der Weg der Evolution. Wir machen auf unserem kabbalistischen Weg nichts Neues, wir beschleunigen lediglich die Zeit. Deshalb besteht unser Leben aus solchen Wirbeln.

Fortsetzung folgt…

 

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

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