Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'die spirituelle Welt'

Unsere Welt ist ein Abdruck der Welt von Assija.

Frage: Unsere Welt ist Teil der Welt von Assija und somit gehört sie quasi zu den spirituellen Welten. Aber sie unterscheiden sich im Maß des Gebens, und das ist in unserer Welt nicht der Fall. Vielleicht erschien unsere Welt getrennt, nicht als Teil der spirituellen Welten? Schließlich ist dies eine andere Existenzqualität. Warum gehört sie denn diesem System an?  

Antwort: Zuerst einmal wird von Baal HaSulam darüber geschrieben. Das ist die allererste und einfachste Antwort. Ich beziehe mich immer auf die Primärquellen.

Zweitens befindet sich unsere Welt unter allen spirituellen Welten und ist der Abdruck der Welt von Assija, wo es die gleichen Elemente wie in den spirituellen Welten gibt. Der Unterschied besteht darin, dass diese Elemente in den spirituellen Welten durch das Gesetz des Gebens, der Liebe, der gegenseitigen Vereinigung und in unserer Welt dagegen durch das Gesetz des Empfangens und der Ablehnung  verbunden sind.

Im Detail sind unsere Welt und die spirituelle Welt absolut identisch. Aber man darf nicht behaupten, dass unsere Welt separat geschaffen wurde. Man kann sich alles mögliche einbilden, aber wir gehen von dem aus, was die Kabbala sagt. Das ist alles, was ich sagen kann.

Lest die Primärquellen. Es ist dort alles ein wenig mehr beschrieben und erklärt, als wir es in unseren Unterrichten durchsprechen können. Ich denke, ihr müsst das alles einfach sehr gut durchkauen, runterschlucken und verdauen. 

Somit bekommt ihr nicht nur ein Verständnis, sondern auch ein Gefühl dafür, wie sehr unsere materielle Welt mit der spirituellen Welt verbunden ist: in welchen Aspekten sind sie ähnlich, was unterscheidet sie, inwiefern kann unsere Welt von der spirituellen Welt beeinflusst werden und so weiter.

Wenn wir über die Ähnlichkeit unserer Welt mit der höheren Welt sprechen, meinen wir nur ihre Struktur, aber nicht die Eigenschaften und ihre Steuerung. Obwohl unsere Welt ein Abdruck der höheren Welt ist, besteht sie aus einem völlig anderen Material. Die spirituelle Welt ist ein Material der Hingabe, der Liebe, der Einheit, und unsere Welt ist ihr absolut entgegengesetzt, sie ist egoistisch.

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Aus dem russischen Unterricht, 06.10.2019

Erhebe deinen Punkt im Herzen

Rabash, „TANTA [Taamim, Nekudot, Tagin, Otiot]“: Taamim [Geschmäcker] bedeutet, dass jemand, der einen guten Geschmack im Leben kosten möchte, auf seinen Punkt im Herzen achten sollte.

Jeder von uns hat einen Punkt im Herzen. Wir können ihn spüren wenn er beginnt zu leuchten. Dieser Punkt im Herzen ist eine Unterscheidung der Nefesh [Seele] von Kedusha [Heiligkeit], deren Natur ein Gefäß des Gebens ist.

Da sie sich jedoch in einem Zustand der Shechina [Göttlichkeit] im Staub befindet, betrachten wir sie als “Nichts”. Sie ist für uns nur so wichtig wie Staub. Dies wird als Nekudot [Punkte] bezeichnet.

Wir empfinden den Punkt im Herzen tatsächlich als so etwas Unwesentliches wie Staub. Doch brauchen wir diesen Punkt um unsere Seele aufbauen zu können, da sie die Eigenschaft des Gebens ist.

Wenn sich der Punkt entzündet treibt er uns voran. Er lässt uns die Bedeutungslosigkeit unseres Zustandes, unserer Probleme, unsere Wertlosigkeit und Leere spüren. Er ist der Antrieb der gesamten Welt. Wir müssen verstehen, dass wir aus dem egoistischen Verlangen heraus nicht in der Lage sein werden, uns selbst in irgendeiner Weise zu erfüllen. Die Welt wird weiterhin zerstört werden, und wir werden nichts dagegen tun können.

Das Einzige, was wir tun können, ist den Punkt im Herzen zu erheben und ihm die Wichtigkeit geben. Die Eigenschaft des Gebens ist unserer Natur entgegengesetzt, daher erscheint er in unserer Wahrnehmung schwarz und wir fühlen die Finsternis. Das ist der Grund warum wir nicht erkennen können was er wirklich ist.

Er ist die Sehnsucht in uns nach Spiritualität, der Wunsch nach Einheit und des Gebens. 

Dieses Gefühl bringt uns dazu, nach Erfüllung zu suchen und nach dem Sinn unseres Lebens. 

Dann beginnen wir unsere Seele zu entwickeln und betreten damit eine völlig andere Realität, nämlich die spirituelle Welt.

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Kabbala Weltkongress in Moldawien, Lektion „0“ vom 05.09.2019  „In den Kongress eintreten

Wer keine Fehler macht, entwickelt sich nicht

Eine Frage, die ich erhielt: Es ist schwer, sich von seinem jetzigen Zustand zu lösen und sich in die Hände der Umgebung zu begeben, um zur nächsten Stufe aufzusteigen. Wie kann man das sonst regeln?

Meine Antwort: Das ist aber die einzige Methode, die spirituelle Leiter hochzusteigen! Ihr glaubt, dass die spirituelle Welt etwas ist, was der Natur entgegengesetzt ist. Doch es ist nicht so!

Wir befinden uns innerhalb der Natur. Und wenn wir den Rat der Kabbalisten befolgen, handeln wir entsprechend den Naturgesetzen.

Von einer höheren Stufe, die das Licht ausstrahlt und die Finsternis hervorbringt, werden diese beiden Gegensätzlichkeiten enthüllt: das Licht und das Verlangen.

Beide, das Licht und das Verlangen, entwickeln sich entsprechend ihrer Natur: das Eine gibt und das Andere empfängt.

Auf diese Weise breiten sich dieses Geben und dieses Empfangen,  die miteinander verwoben sind, von oben nach unten aus, bis sie uns erreichen.

Und wir lernen, wie wir entsprechend dieser doppelten Natur (die Doppelhelix der spirituellen DNA) aufgebaut sind und wie wir diese natürlichen Stufen emporsteigen können.

Darum suche nicht nach anderen Wegen. Die Kabbalisten erzählen uns von den unumstößlichen Tatsachen, die in der Natur existieren.

Ob es uns gefällt oder nicht: Wir werden sie akzeptieren müssen. Denn derjenige, der die Naturgesetze nicht befolgt, wird mit dem Leiden bestraft.

Tiere irren sich im Gegensatz zu Menschen niemals, denn sie können nicht gegen die Natur handeln, weil sie ein Teil von ihr sind.

Der Mensch aber ist das einzige Geschöpf, welches über den Egoismus verfügt. Dieser erhebt uns über die Natur.

Alles Unbelebte, Pflanzliche und Tierische verschmilzt mit der Natur. Es kann nicht anders denken, handeln oder anderes wünschen.

Darüber befindet sich eine zusätzliche Stufe – Mensch. Diese Stufe ist der höheren Natur, d.h. dem Schöpfer, entgegengesetzt.

Und darin liegt die Quelle aller Fehler und Sünden, erschaffen gerade dafür, um uns unsere Gegensätzlichkeit zum Schöpfer vor Augen zu führen.

Unser ganzes Problem besteht darin, was wir mit der Stufe „Mensch“ in uns machen sollen? In ihr ist das gesamte Potenzial unserer Entwicklung – über der natürlichen Ebene – enthalten.

Aus dem Unterricht über Artikel von Baruch Ashlag „Wahrheit und Glauben“, 02.08.2010

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Der Geheimkode des Sohar

Eine Frage, die ich erhielt: Könnte man sagen, dass der Redefluss des Buches Sohar die Stärke und die Richtung der Kräfte, die uns miteinander verbinden, verändert?

Meine Antwort: Wir wissen nicht, wie es funktioniert. Es gibt hier etwas, das vor uns noch sehr verborgen ist.

Einerseits ist das Buch in so einer Sprache geschrieben, dass wir scheinbar durchaus logische Sachen darin erkennen, uns mit ihnen verbinden, auf eine bestimmte Weise uns darin oder sie in uns sehen können.

Es gibt eine gewisse Interaktion zwischen mir und dem Buch, eine Verbindung und Verständnis, dass das Buch über mich spricht und ich mich darin befinde.

Doch dieses Empfinden ist absolut falsch. Uns wird einfach die Geschichte, die unwahrscheinlich weit von uns entfernt, mit gar nichts zu vergleichen und fremd ist, in einer solchen Form präsentiert, als wenn ein Wundertier die menschliche Gestalt annehmen und sich mit uns unterhalten würde, und wir nur seine äußere Form – Arme, Beine, Kopf – erkennen könnten. Doch das ist vollkommen anders.

Aus diesem Grund müssen wir dem Sohar als einem Buch gegenübertreten, das einen gewissen Geheimkode, eine Abfolge von spirituellen Anweisungen enthält. Ich weiß nicht, wie sie im Inneren geschrieben sind und kann nicht mit ihnen in Berührung kommen.

Um auch nur die geringste Verbindung mit ihnen herzustellen, lese ich den Sohar. Doch die Verbindung entsteht nicht, weil ich den Text höre oder lese, sondern im Maße meines Verlangens, mich mit diesem inneren Kode zu verbinden, damit er mich verändert.

Das Buch kann in allen möglichen Formen geschrieben sein, es kann sogar sein, dass ich kein einziges Wort verstehe. Wichtig ist mein Verlangen, dass der innere Inhalt des Buches mich korrigiert. Sein innerer Inhalt ist die spirituelle Welt mit all ihren Vorrichtungen, Handlungen und Kräften, und kein gebundenes Papier.

Aus dem Sohar-Unterricht (Abs. Lecha Lecha), 04.08.2010

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